INCEPTION – Die Mission in Traumleveln
Regie: Christopher Nolan
USA 2010
148 Minuten
WARNUNG: Dies ist eine Analyse der Struktur und sie sollte von niemandem gelesen werden, der INCEPTION noch erstmalig sehen will.
INCEPTION mutet dem Zuschauer einiges zu: Er wird völlig orientierungslos in einen multiperspektivische Handlung, die zugleich auf mehreren Ebenen spielt, hineingeworfen und erfährt, dass es sich hierbei zunächst um den Traum eines gewissen Mr. Saito handelt und um die Arbeit eines Extractor-Teams. Es ist darauf spezialisiert, dem Träumenden ein Industrie-Geheimnis zu entlocken. More »
Fantasy Filmfest 2010
Preisgewaltig: Ticketpreis
Der Ticketpreis ist mit 9 € im Gegensatz zum Vorjahr um einen ganzen Euro teurer geworden. Für mich eigentlich nicht mehr erschwinglich. Klar ist ein Filmfestival extrem teuer, noch dazu ein Genrefestival. Aber hätte man nicht lieber noch zusätzliche Sponsoren werben können? Die Sponsorenanzahl scheint gleichgeblieben zu sein. Statt 2k Games sind CinePostproduction und TV Spielfilm hinzugekommen. Ob die Sponsorengelder ingesamt gleichgeblieben sind, kann ich natürlich nicht sagen. Vielleicht haben die Kinos auch die Mieten erhöht. Prinzipiell haben die Veranstalter schon mehrfach darauf hingewiesen, dass das Festival mit
8 € Eintrittspreis eigentlich nicht finanzierbar sei. Andererseits: Welche Filme finanzieren sich schon über Eintrittsgelder – eine Handvoll Top-Blockbuster vielleicht. Ich glaube Festivals müssen sich einfach über Sponsoren finanzieren. 9 € sind absolut grenzwertig. Zumal das Zielpublikum nicht aus hyperbezahlten Managern besteht.
THE SUBSTITUTE IM ARSENAL
Kurz vorm WM-Start zeigt das Arsenal vom 4.6. – 9.6. (außer 7.6.) um 21 Uhr d e n Antifilm des Profifußballs. Der Ersatzspieler Vikash Dhorasoo soll mit einer Super-8-Kamera die WM 2006 festhalten – der Film gerät immer mehr zu einem Dokument der Enttäuschung. Ein Antithese zur Euphorie und Fangejubel. THE SUBSTITUTE (Berlinalekritik 2006) lief vor vier Jahren im Forum und LE MONDE schrieb über den Film: »Trotz unscharfer Bilder mit zum Teil eigenwilligen Bildausschnitten und nicht synchron laufendem Ton ist SUBSTITUTE von einer nicht zu leugnenden melancholischen Schönheit.«
8. Fantasy Filmfest Nights – Es darf gern geschrien werden
Nach der Berlinale ist vor den Fantasy Filmfest Nights. Jedes Jahr im März gibt es für Fantasy-Filmfest-Fans einen Appetizer, bevor der Hauptgang im Sommer serviert wird. Ein Wochenende, zehn Filme.
Den Auftakt bilden München und Stuttgart (13.3./14.3.), gefolgt von Berlin und Hamburg (20.3./21.3.), Nürnberg (26.3./28.3.), Köln (26.3./27.3.) und Frankfurt (27.3./28.3.). Die zehn Häppchen bilden einen netten Querschnitt des modernen Genrefilms von der Anime, in der sich ein Hacker der Identität eines fremden Internet-Avatars bemächtigt und damit die Weltherrschaft an sich reißt, über SciFi-Horror, in dem Vampire die Welt regieren und Menschen als Nahrungsqelle halten bis hin zu biogenetischen Tier-Mensch-Hyprid-Experimenten, Zombies in Vorortplattenbauten und J-Horror in 3D. Die Filme kommen aus Japan, Frankreich, Spanien, Großbritannien und den USA. Ein Blick auf die nationalen Filmschmieden des Genrefilms. More »
Forums-Wiederholungen im Arsenal
22.2., 20.00 Uhr, KYOTO STORY (Kyoto Uzumasa monogatari), OmE, 90 Min.
23.2., 20.00 Uhr, NÉNETTE, OmE, 70 Min.
24.2., 19.00 Uhr, SONA, THE OTHER MYSELF (Sona, mo hitori no watashi), OmE, 82 Min.
24.2., 21.00 Uhr, PUTTY HILL, OmU, 89 Min.
25.2., 19.00 Uhr, THE OATH, OmE, 96 Min.
25.2., 21.00 Uhr, IMANI, OmU, 82 Min.
Meine Berlinale 2010
Filmstatistik
Gesehene Filme: 26
Sektionsverteilung: Forum: 13, Wettbewerb: 5, Panorama: 3, Generation: 4, Berlinale Special: 1
Längster Film: IM ANGESICHTS DES VERBRECHENS (240 Minuten)
Kürzester Film: Trailer mit dem tanzenden Typen, der den echten Berlinaletrailer nachtanzt (49 Sekunden)
Geschwänzte Filme: 2
Abgebrochene Filme: 1 (siehe auch nervigstes Erlebnis)
Längste Einstellung: ca. 45 Minuten (DOUBLE TIDE)
Filmranking
Best of: Bill DOUGLAS-TRILOGIE (Forum), I’M IN TROUBLE (Forum), DER RÄUBER (Wettbewerb), WINTER’S BONE (Forum)
Großer Mist: BRAN NUE DAE (Generation): Entschädigung: Hat großen Spaß gemacht, die Story aufzuschreiben. Liest sich zwar trashig, wird aber total klamottig gespielt.
Charaktere
Schrägster Charakter: 16jährige Emma in LES NUITS DE SISTER WELSH (Generation): schafft sich Parallelwelt, in der sich ihre Mutter (Männerhasserin) und eine Schwester Welsh (hoffnungslose Romantikerin) in einem mittelalterlichen Burgverlies rumstreiten
Interessantester Charakter: Johann Rettenberger (DER RÄUBER)
Toughester Charakter: Lee (WINTER’S BONE)
Drumherum
Geht gar nicht: Esserei an der Potse: teuer & schlecht (z.B. Asiate in den Arcarden: 6 € für Tofu, Kokosnusssoße, Reis & angeblichem Gemüse (das sieht nämlich so aus, als ob es ausversehen hineingefallen wäre: 4 Blättchen Petersilie, eine Zuckererbsenschote)
Erstaunlichstes Erlebnis: subjektiv-empfundene Zeit bei Experimentalfilm (DOUBLE TIDE) mit zwei Einstellungen (Gesamtlänge = 99 Minuten) dehnt sich nicht, sondern verkürzt sich (gefühlte Zeit: ca. 50 Min, reale Zeit: 99 Min.)
Nervigstes Erlebnis: ZONA SUR im Cinemaxx: Overbooked! Leute saßen zu dritt auf einer Treppenstufe. Nach 20 Minuten war die Luft so heiß und stickig, dass ich mit meinen Fahrradklamotten komplett nass war. Musste Vorstellung abbrechen und brauchte von der allerletzten Reihe eine ganze Weile, ehe ich mich zum Ausgang gekämpft hatte. (Dazu ein Film, der vorgibt, das alltägliche Gelaber von Boliviens Oberschicht nachzuempfinden und einem die englischen Untertitel mit belanglosem Inhalt im Stakkato nur so reinknallte, war das absolut Nervigste auf dieser Berlinale.)
Zweites nervigstes Erlebnis: Ich schreib andauernd »Die Räuber«… also falls es noch irgendwo falsch stehen sollte, Schiller ist dran schuld.
Warum immer wieder Berlinale? nach wie vor – viele unterschiedliche Filme nacheinander sehen
Lesson learned: Berlinale und die Zukunft des Films
Event Kino
Ich war auf der Berlinale, ja. Natürlich. Es hat mir Freude bereitet, neue Einsichten beschert (z.B. das Thema Commons in lebensbedrohender Realität in wundervollen indischen Filmen gezeigt). Und nun habe ich einen Essay von Ekkehard Knörer (Redakteur von CARGO) gelesen, der mir folgende Frage in schonungsloser Offenheit beantwortet: warum funktioniert die Berlinale, und warum funktioniert sie jedes Jahr größer und erfolgreicher? More »
Zitat des Tages
»Noch beim Bombenalarm entführt die Frau, Gattin eines widerwärtigen Nazi-Generals, den gefeierten Star ins Dachgewölbe des Hauses. Während ringsum die Bomben fallen und knallen, bespringt Marian die Frau a tergo, vögelt sie bei offenem Fenster mit Panoramablick auf das brennende Berlin, während sie lautstark danach verlangt, vom »Juden« genommen zu werden.«
(Perlentaucher beschreibt eine Szene, die bei der Pressevorführung von Roehlers JUD SÜß – FILM OHNE GEWISSEN »Pfui«-Rufe auslöste.)
Double Tide (Forum) – Zwei Einstellungen und eine Muschelsammlerin
Regie: Sharon Lockhart
USA/Österreich 2009
99 Minuten
Der ungefähre Bildausschnitt von DOUBLE TIDE (Foto: Berlinale 2010)
Als ich mir die Karte für diese Vorstellung holte, meinte Holger: »Du weißt schon auf was du dich da einlässt? Du musst einer Muschelsammlerin 99 Minuten bei der Arbeit zu sehen.« – »Kein Problem – ich liebe Muschelnsammeln!« More »












