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	<title>Blog zum Hof &#187; katja huning</title>
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		<title>Klopka â€“ Die Falle</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Oct 2007 15:15:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>katja huning</dc:creator>
				<category><![CDATA[FILM GIBTS AUCH IM ALLTAG]]></category>
		<category><![CDATA[Falle]]></category>
		<category><![CDATA[Golubovic]]></category>
		<category><![CDATA[Klopka]]></category>
		<category><![CDATA[Mladen]]></category>
		<category><![CDATA[Serbien]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Srdan Golubovic Serbien/Deutschland/Montenegro/Ungarn 2006. Darsteller: Nebojsa Glogavac, Natasa Ninkovic, Anica Dobra, Miki Manojlovic, Vuk Kostic u.a. 105 Minuten Kinostart: 11.10.2007 Foto: Progress â€žUnd Du? F&#228;hrst Du nicht mit uns mit nach Deutschland?â€œ â€žIch muss Schulden abbezahlenâ€œ, antwortet Mladen seiner Frau Marija fast am Ende eines Film Noirs, der mit der Schilderung einer liebevollen Familie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie: </strong>Srdan Golubovic<br />
Serbien/Deutschland/Montenegro/Ungarn 2006.<br />
Darsteller: Nebojsa Glogavac, Natasa Ninkovic, Anica Dobra, Miki Manojlovic, Vuk Kostic u.a.<br />
105 Minuten<br />
<strong>Kinostart: 11.10.2007</strong></p>
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<p><a title="v-klopka1.jpg" href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2007/10/v-klopka1.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2007/10/v-klopka1.jpg" alt="v-klopka1.jpg" /></a></p>
<h5>Foto: Progress</h5>
<p>â€žUnd Du? F&#228;hrst Du nicht mit uns mit nach Deutschland?â€œ<br />
â€žIch muss Schulden abbezahlenâ€œ, antwortet Mladen seiner Frau Marija fast am Ende eines Film Noirs, der mit der Schilderung einer liebevollen Familie begann und in Ausweglosigkeit endet. <span id="more-88"></span><br />
Dazwischen liegt die Diagnose, dass der 10-j&#228;hrige Nemanja an einer lebensbedrohlichen Herzkrankheit leidet, der Kampf der Eltern um das Leben ihres Sohnes, f&#252;r dessen Operation in Deutschland sie 26.000 Euro auftreiben m&#252;ssten, Mladens Verstrickung in Schuld.</p>
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<p>â€žDu hast Schulden?â€œ<br />
Schuld und Schulden verschwimmen im Belgrad der Gegenwart. â€žIch bin ein schlechter Vater. Ich kann nichts f&#252;r meinen Sohn tunâ€œ, klagt Mladen sich an in der verzweifelten Hilflosigkeit des Vaters, dessen kleiner Sohn zu sterben droht. In den serbischen Krankenh&#228;usern k&#246;nne man nichts f&#252;r ihn tun. Nach Deutschland m&#252;sse er f&#252;r die Operation. M&#246;glichst schnell. Die Krankenkassen k&#246;nnen das nicht tragen. Was das koste? 26.000 Euro.<br />
26.000 Euro f&#252;r das Leben eines Kindes und der Vater kann nichts tun. Als Bauleiter einer â€žStaatsh&#252;tteâ€œ leitet er ein Bauteam, das trinkt, w&#228;hrend es auf Privatisierung hofft, das trinkt, um gegen die Vorstellungen der interessierten belgischen Investoren zu protestieren. Mit seinem Bauleitergehalt bek&#228;me er nicht einmal einen Sofortkredit &#252;ber 3000, wie ihm der Bankangestellte l&#228;chelnd unterbreitet. L&#228;chelnd in dieser ausl&#228;ndischen Bank, in der jeder Mitarbeiter um K&#252;ndigung bangen muss, der ohne L&#228;cheln auf den Lippen ertappt w&#252;rde.</p>
<p>Ein Studienkollege macht sich &#252;ber Mladens Job f&#252;r der Staatsbude lustig, w&#228;hrend er selbst die Neubauten der Belgrader Neureichen beaufsichtigt. Die Schw&#228;ne und S&#228;ulen dieser Kitschpal&#228;ste zeigen die eine Seite der sozialen Gegens&#228;tze im heutigen Serbien.<br />
Marija und Mladen leben auf der anderen Seite.<br />
Weil sie keinen anderen Weg finden zu Geld zu kommen, schaltet Marija in der Zeitung einen Spendenaufruf f&#252;r Nemanja. Mladen reagiert mit Scham, eine Sch&#252;lerin von Marija mit Hohn, als sie ihre Lehrerin als Nachhilfelehrerin engagieren will â€“ sie brauche ja jetzt schlie&#223;lich Geld und ihr Vater sei ein reicher Mann â€“ und ihr schlie&#223;lich dessen Reichtum vorgef&#252;hrt: Ein golden barocker Rahmen h&#228;ngt leer an der Wand in Erwartung eines Bildes, das dem 30.000-Euro-Rahmen w&#252;rdig sein k&#246;nnte. Das eine Ende der Welt, auf dessen anderen Seite das Leben eines kleinen Jungens am Gelde h&#228;ngt.</p>
<p><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p>Die Geschichte des todkranken Sohnes aber r&#252;ckt in den Hintergrund. Dabei hat es die Familie am Ende geschafft: Anonym wurden 30.000 Euro auf das Spendenkonto &#252;berwiesen. Mladen aber wird bei der Operation nicht dabei sein.</p>
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<p>In den Wochen zuvor am Krankenbett seines Sohnes, der von Anfall zu Anfall gerettet wird und dessen OP immer dringender wird, versuchte Mladen noch sich selbst als der liebevolle Vater zu spielen, der er immer war. Aber das Bild, das sein Sohn von ihm malt, will er nicht sehen. Faltet aus dem traurigen Portr&#228;t einen Papierflieger, l&#228;sst ihn fortschweben. Und kann doch sich selbst, noch nicht entschwinden lassen.</p>
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<p>Mehrmals im Film sieht man Mladen mit dreckigen Schuhen ein Treppenhaus hoch gehen. Und mehrmals im Film fokussiert die Kamera auf Mladen, sein Gesicht vor n&#252;chternem Hintergrund. Er gesteht. â€žIch m&#246;chte endlich etwas richtig machen. Wenn es &#252;berhaupt noch irgendetwas richtig zu machen gibt.â€œ</p>
<p><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p>Schuld oder Schuld. Tod oder Tod. Drei Gest&#228;ndnisse.</p>
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<p>Der Fokus auf Mladens Gesicht vor n&#252;chternem Hintergrund wirkt lange so, als sei er im Polizeirevier eingefangen. Doch die Polizei interessiert sich nicht f&#252;r Mladens Gest&#228;ndnis. â€žDer Mord an Petar ist eine schlimme Angelegenheit, bringen Sie unsere Ermittlungen nicht mit ihren wirren Geschichten durcheinander.â€œ Sagt der korrupte Inspektor zu Mladen, schmei&#223;t ihn raus und greift zum Telefonh&#246;rer, am anderen Ende der Leitung der Auftraggeber eines Mordes.</p>
<p><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p>Zu sp&#228;t erz&#228;hlt Mladen seiner Frau. Seiner Frau, von der er sich vor wenigen Wochen morgens kaum trennen konnte, wenn sie verkuschelt verliebt im Bett lagen. Sp&#228;ter, als er sie ohrfeigt, sie wegrennt, sich im Bad einschlie&#223;t, nur noch schemenhaft durch die Milchglasscheibe zu sehen ist, gibt es nur noch den zaghaften Versuch einer Ber&#252;hrung durch die Scheibe.<br />
Als er endlich spricht, gibt es keine Ber&#252;hrung mehr.</p>
<p>â€žJemand hat von mir verlangt, jemanden umzubringen. Er hat mir daf&#252;r 30.000 Euro geboten. Ich wurde ein Auftragskiller, der Auftraggeber aber war verschwunden. Ich habe ihn gesucht. Dann habe ich ihn gefunden, aber er hatte das Geld nicht. In dem Moment hast Du angerufen, dass das Geld &#252;berwiesen wurde. Die Witwe hat es &#252;berwiesen, ich kenne sie vom Park. Ihre Tochter geht mit Nemanja in die Schule.â€œ</p>
<p>Als er endlich spricht, gibt es keine Ber&#252;hrung mehr und keine Fragen, wie er seine Schulden abtragen kann.</p>
<p><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p>Man sieht Mladen mit dreckigen Schuhen das Treppenhaus hochgehen. Die Kamera fokussiert auf Mladen, sein Gesicht vor n&#252;chternem Hintergrund. Er gesteht. â€žIch m&#246;chte endlich etwas richtig machen. Wenn es &#252;berhaupt noch irgendetwas richtig zu machen gibt.â€œ Ihm gegen&#252;ber sitzt Jelena, der Witwe seines Auftragsopfers, die er vom Spielplatz kennt, um die er sich nach einem Kreislaufkollaps k&#252;mmerte, die anonym die 30.000 Euro spendete, nachdem Mladen sich geweigert hatte, sie anzunehmen.</p>
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<p><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p>â€žDas ist die Pistole, mit der ich Petar erschossen habe.â€œ Mladen l&#228;sst sie bei Jelena auf dem Wohnzimmertisch und geht. Und Petars Bruder, der am Grabe schwor, noch vor Ende der Trauerzeit seinen Bruder zu r&#228;chen, wird Wort halten.</p>
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		<title>Gucha, The Distant Trumpet (Panorama)</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Feb 2007 11:48:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>katja huning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2007]]></category>
		<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Viel Trompete um eine serbische Liebesromanze Regie: Dusan Milic Deutschland, Republik Serbien, Bulgarien, &#214;sterreich 2006 94 Minuten D: Marko Markovic, Aleksandra Manasijevic Deutscher Kinostart: 23.08.07 Bewertung: Wer genauer hinschaut, dem bleibt das schmackhafte Spanferkel, das auf Hunderten von Spie&#223;en zum Sauerkraut gegart wird, im Halse stecken. Romeo liebt Juliana. Mit seiner Trompete hat er ihr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Viel Trompete um eine serbische Liebesromanze</strong></p>
<p><strong>Regie:</strong> Dusan Milic<br />
Deutschland, Republik Serbien, Bulgarien, &#214;sterreich 2006<br />
94 Minuten<br />
D: Marko Markovic, Aleksandra Manasijevic<br />
<strong>Deutscher Kinostart: 23.08.07</strong></p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2007/06/gucha.jpg" title="gucha.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2007/06/gucha.jpg" alt="gucha.jpg" align="left" /></a><strong>Bewertung: Wer genauer hinschaut, dem bleibt das schmackhafte Spanferkel, das auf Hunderten von Spie&#223;en zum Sauerkraut gegart wird, im Halse stecken.</strong><span id="more-13"></span><br />
Romeo liebt Juliana. Mit seiner Trompete hat er ihr Herz erobert, genauso schnell den Zuschauer und â€“h&#246;rer dieses serbischen Musikfilms. Ihr Vater allerdings, nach seinem Idol Louis Armstrong Satchmo genannt und selbst ein ber&#252;hmter Trompeter, verbietet seiner Tochter die Liebe zu einem Rom. â€žSch&#228;m Dich, mit einem Zigeuner herumzulaufen!â€œ Um sie doch noch lieben zu d&#252;rfen, soll Romeo Julianas Vater bei der â€žWeltmeisterschaft der Blechbl&#228;serâ€œ in der serbischen Kleinstadt Gucha schlagen. Gucha! Von der FAZ als â€žserbisches Woodstockâ€œ gepriesen, l&#228;dt es Serben wie ausl&#228;ndische G&#228;ste zur Romantisierung ein. Wer einmal da war, der sp&#252;rt noch die Rhythmen des ungewohnten 7/8 Takts in seinen Beinen, der sieht noch die Roma-Orchester mit ihren aufgebl&#228;hten Froschbacken und unglaublicher Kondition und erinnert sich der zerdepperten Tuben und Posaunen, in die die Geldscheine nur so hineinflattern.</p>
<p>[Mehr:]</p>
<p>Wer genauer hinschaut, dem bleibt die Romantisierung bzw. das schmackhafte Spanferkel, das auf Hunderten von Spie&#223;en zum Sauerkraut gegart wird, im Halse stecken.Gucha ist kein Fest des lustigen Zigeunerlebens. Es ist ein Saufgelage, auf dem Souvenirs mit dem Konterfei der serbischen Kriegsverbrecher Mladic und Karadzic von Verk&#228;ufern in Kosovo-T-Shirts feilgeboten werden, dazu gerne die M&#252;tzen der Tschetniks getragen werden und im Vollsuff gar Srebrenicaspr&#252;che skandiert werden â€“ so zumindest noch 2004. F&#252;r die Roma scheint Guca in der filmfernen Realit&#228;t vor allem eine Arbeitsst&#228;tte zu sein. Wenn im Vorfeld des Wettbewerbs Roma-Orchester von Festzelt zu Festzelt ziehen und die immer gleichen Klassiker aus den Kusturica-Filmen spielen, verdienen sie damit ihr Geld. Unter den G&#228;sten aber, die sich bespielen lassen, finden sich keine Roma.<br />
Und wenn man die jungen Romni beobachtet, die noch fast Kinder sind, &#228;u&#223;erst sexy tanzen und sich daf&#252;r Geld erhoffen, wird deutlich, wie weit der Alltag vieler Roma in Serbien von dem einiger ber&#252;hmter Musiker entfernt ist und wie sie verzweifelt versuchen, an dem Ruhme Guchas zu partizipieren. Zur&#252;ck auf den Stra&#223;en Belgrads, sind sie wieder ganz normale Bettlerinnen.</p>
<p>Der Regisseur Dusan Milic, nach den Unterschieden zwischen den beiden Nationen befragt, sagt, es gebe eigentlich keinen, sie feiern die gleichen Feste und haben die gleichen Ikonen im Haus, nur wegen der vielen Vorurteile sehen viele diese Gemeinsamkeiten nicht. Die gleichen Ikonen im Haus, aber wie gleich sind die H&#228;user? Die soziale Randlage der meisten Roma interessiert Milic kaum. Er reduziert sein Thema durch die st&#228;ndige Zuschreibung der Roma als â€žschwarzâ€œ und der Serben als â€žwei&#223;â€œ auf eine Frage der Hautfarbe. Gerade diesen konstruierten Gegensatz â€“ zumindest stelle ich mir unter Schwarzen eher Schwarzafrikaner vor â€“ nivelliert er dann interessanterweise mithilfe der Religion. Will es also ein idealistischer Film gegen Vorurteile sein, bleiben muslimische und katholische Serben mit anderen Ikonen im Hause au&#223;en vor.</p>
<p>Nach seinem Interesse am Topoi Gucha befragt, verweist Milic auf die zwei Arten, die Trompete zu blasen, die â€žschwarzeâ€œ und die â€žwei&#223;eâ€œ. aus diesem Wettkampf zwischen schwarzer und wei&#223;er Trompete macht er den Wettkampf zwischen schwarz und wei&#223;, zwischen serbischer Mehrheitsbev&#246;lkerung und der Minderheit der Roma. Kein Sozialdrama aber wollte er machen, sondern eine serbische Romeo und Julia Lovestory mit Happy End. Angek&#252;ndigt als Melodram ist diese temperamentvolle Liebesgeschichte eher ein Musikfilm, der sich zwischen Kitsch und Klamauk, Western, Heimatfilm und M&#228;rchen bewegt. Und am Ende gewinnt die Liebe und wenn sie nicht gestorben sind, dann lieben sich Romeo und Juliana noch heute.</p>
<p>Bevor es aber soweit kommt, m&#252;ssen einige Abenteuer bestanden werden. Denn wenn â€žGuchaâ€œ ein M&#228;rchen ist, ist Satchmo der K&#246;nig, der seine Tochter â€“ die Prinzessin mit Zahnspange, aber langem goldenen Haar â€“ Romeo zur Braut, zumindest aber zur Freundin verspricht, wenn er ihn in Gucha mit seiner Trompete besiegt. Die Trompete, deren T&#246;ne weite Entfernungen &#252;berwinden kann, ist der virtuose Zauberstab, the distant trumpet. Drei Hindernisse liegen auf dem Weg nach Gucha: Romeos Familie muss vor dem Rachefeldzug von Satchmos Meute nach einem ersten Fluchtversuch unseres Liebespaares gerettet werden; Romeos Stiefbruder Ricky, ein derber Gegenpol zum zarten Romeo, der sich intrigant den Platz als erster Trompeter bei den â€žSandokan Tigernâ€œ erobert hat, muss mit Rizinus&#246;l auf das Klo verbannt werden und die sch&#246;ne Juliana von ihrem im Rollstuhl sitzenden Bruder aus dem v&#228;terlichen Schuppen befreit werden.</p>
<p>Drei Proben sind bestanden und Romeo steht endlich auf den B&#252;hnenbrettern Guchas, die Trompetern die Welt bedeuten. Er gewinnt die &#8220;Goldene Trompete&#8221; als bester Trompeter, Satchmo jedoch gewinnt sie ebenfalls, indem er als bestes Orchester gek&#252;rt wird. Der Wettkampf muss also in eine weitere Runde: Romeo gegen Satchmo. Beide im Triumph nach dem Sieg der &#8220;Goldenen Trompete&#8221; getragen und in den Himmel gereckt von ihren Freunden. Von dort oben setzen sie noch einmal ihre Trompeten an zum letzten Duell. Die Kamera schwenkt auf Romeo, schwenkt auf Satchmo, zeigt Angriff, zeigt Paroli der virtuosen Tonk&#252;nstler. Schwenkt die Kamera auf Romeo, ist sein Gesicht gekr&#228;nzt vom Riesenrad, das leuchtet in allen Farben in dieser Nacht der Trompete. Schwenkt sie zur&#252;ck auf Sachmo, wird sein Gesicht eingerahmt von dem Blau-Wei&#223;-Rot der serbischen Fahne, die jemand genau hinter ihm schwenkt. Das fahrende Volk gegen die wei&#223;e serbische Nation? Im Kampf der virtuosen Finger, der atemberaubenden T&#246;ne muss Satchmo schlie&#223;lich einr&#228;umen: â€žDu hast gewonnen.â€œ<br />
Die Liebe und die â€žschwarzeâ€œ Art, die Trompete zu spielen, haben gewonnen. Dies ist aber nur m&#246;glich, weil Romeo und Satchmo als begnadete Tompeter gleichberechtigt zum Duell antreten konnten. Dies aber bleibt wohl den meisten Roma des Balkans in ihrer Lebenssituation verwehrt.</p>
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		<title>Grbavica &#8211; Esmas Geheimnis (Wettbewerbsgewinner)</title>
		<link>http://www.dasblogzumhof.de/festivals/allgemein/grbavica-esmas-geheimnis-wettbewerbsgewinner.php</link>
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		<pubDate>Sun, 16 Jul 2006 14:04:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>katja huning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2006]]></category>
		<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Jasmila Zbanic, D:Mirjana Karanovic, Luna Mijovic &#214;sterreich/Bosnien-Herzogowina, Deutschland, Kroatien 2006 90 Minuten Es riecht wie vorher. Im CafÃ© â€žBaÅ¡carÅ¡ijaâ€œ am Taubenplatz. Der Platz ges&#228;umt von niedrigen Holzh&#228;usern der Altstadt Sarajevos, Zeugen der osmanischen Zeit, die in Bosnien-Herzegovina die engen Gassen, die h&#246;lzernen Minarette, den Geruch von Kaffee und das Ger&#228;usch des Kupferhandwerks hinterlie&#223;. Am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> Jasmila Zbanic,<br />
D:Mirjana Karanovic, Luna Mijovic<br />
&#214;sterreich/Bosnien-Herzogowina, Deutschland, Kroatien 2006<br />
90 Minuten</p>
<p><strong>Es riecht wie vorher.</strong></p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2007/11/grbavica-3.jpg" title="grbavica-3.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2007/11/grbavica-3.jpg" alt="grbavica-3.jpg" /></a></p>
<p>Im CafÃ© â€žBaÅ¡carÅ¡ijaâ€œ am Taubenplatz. Der Platz ges&#228;umt von niedrigen Holzh&#228;usern der Altstadt Sarajevos, Zeugen der osmanischen Zeit, die in Bosnien-Herzegovina die engen Gassen, die h&#246;lzernen Minarette, den Geruch von Kaffee und das Ger&#228;usch des Kupferhandwerks hinterlie&#223;.</p>
<p><span id="more-99"></span></p>
<p>Am Tisch sitzen eine Frau und ein Mann, erstes Rendezvous. Sie erz&#228;hlt von ihrem Mitleid mit den Brasilianern. In einer Reportage h&#246;rte sie von einem Mann, der elendig stirbt und ganz allein ist. Niemand kommt zu seiner Beerdigung.</p>
<p>â€žDu verr&#252;cktes Huhn.â€œ Liebevolles Kopfsch&#252;tteln &#252;ber diese Frau, die sich abrackert, den Lebensunterhalt f&#252;r sich und ihre Tochter zusammenzukriegen und Nachtschichten als Kellnerin in einem Nachtclub schiebt, um das Geld f&#252;r die Klassenfahrt der Tochter aufzutreiben.</p>
<p>Schweigen. Beide rauchen und schauen auf den Taubenplatz. Die Tauben fliegen hoch, ein kaltes Grau, nur der Stra&#223;enkehrer in Orange bringt Farbe in diesen Tag.</p>
<p>Und dann sagt sie diesen Satz: Der Geruch&#8230;.<br />
&#8230; Es riecht wie vorher.</p>
<p>Vorher und nachher ist die bosnische Zeitrechnung: Vor dem Krieg und nach dem Krieg. Vor und nach der Belagerung Sarajevos durch serbische Tschetniks. Der Krieg als Zeitenwende.</p>
<p>Esmas Tochter Sara ist zw&#246;lf. Im Krieg geboren, zeigt ihr Lebensalter die fortschreitende Distanz zur Zeitenwende. Wie sieht ihr Leben aus in Sarajevos Stadtteil Grbavica zehn Jahre nach Kriegsende? In den Zeitzonen Sarajevos, die sich wie Jahresringe das Flusstal der Miljacka entlangziehen, liegt Grbavica zwischen Moderne und Sozialismus. Der Alltag von Esma und Sara streift selten die pittoreske Altstadt aus osmanischen oder das pr&#228;chtige Zentrum aus Habsburger Zeit. Kein Film, die Sch&#246;nheiten Sarajevos zu zeigen. H&#246;chstens w&#228;hrend eines zweiten Rendezvous oben in den Bergen bei dem etwas unbeholfenen Versuch, beim Grillen Schneeromantik mit Aussicht auf Sarajevo zu erzeugen.</p>
<p>Die Aussicht ist noch immer grandios, aber dass die wundersch&#246;ne Lage inmitten der Berge dieser Stadt zum Verh&#228;ngnis wurde, als von dort tagt&#228;glich auf die Bev&#246;lkerung heruntergeschossen wurde und jeder Gang zur Schule oder in die Kellertheater zum todesmutigen Widerstand wurde, l&#228;sst sich schwer absch&#252;tteln bei einem Rendezvous in den Bergen. Das Stadtviertel Grbavica ist Zeuge dieser Zeit, die Einschussl&#246;cher masern noch immer die Fassaden, weiter bergauf h&#228;ufen sich die Ruinen. Und sind doch Kulisse eines normal aussehenden Lebens, das um Familie, Schule und Arbeit kreist.</p>
<p>Spiegelbildlich kn&#252;pfen Mutter und Tochter vorsichtige Beziehungen. Es ist die Solidarit&#228;t der Opfer, die sie zusammenf&#252;hrt: Esma sah Pelda zum ersten Mal bei der Kriegsopferidentifikationsstelle. Sara kommt gerade jenem Klassenkameraden n&#228;her, der ebenfalls ohne Vater aufw&#228;chst. Beide V&#228;ter im Krieg gestorben, ein Å ehid, ein Kriegsheld, ein M&#228;rtyrer.</p>
<p>Als Sara mit der Nachricht nach Hause kommt, dass sie eine Bescheinigung als Tochter eines Å ehiden braucht, damit sie die Klassenfahrt nicht bezahlen muss, ger&#228;t die fest geklopfte Familienidentit&#228;t ins Wanken. Sara sp&#252;rt, dass etwas verborgen bleibt, aber Esma gibt auf ihre Fragen keine Antwort.</p>
<p>Das Nicht-Reden ist das gro&#223;e Thema dieses ersten Spielfilms der 32-j&#228;hrigen Regisseurin Jasmila Å¾bani&#196;‡. Mit dem Nicht-Reden beginnt ihr Film: lange Einstellungen auf orientalische Muster. Teppiche an der Wand. Tepppiche auf dem Boden. Die Frauen, die dort nebeneinander liegen. Erz&#228;hlen, weinen. Esma geht ins Frauenzentrum nur, um sich die monatliche Unterst&#252;tzungsraten abzuholen. Sie spricht nicht.</p>
<p>Statt dessen hastet sie weiter, zur N&#228;hwerkstatt, zur Nachtschicht im Nachtclub, nach Hause zu ihrer Tochter. L&#228;sst sich von Sara aus dem kurzen Schlaf rei&#223;en, in eine turbulente Kissenschlacht verwickeln. â€žPrestan!â€œ â€žH&#246;r auf!â€œ, schreit Esma ihre Tochter an, als sie am Boden liegt, Sara obenauf, ihre Mutter im Spiel festhaltend.<br />
Sara versteht nicht, ist verst&#246;rt. Esma schweigt.</p>
<p>â€žGrbavicaâ€œ ist durchzogen von Szenen, in denen die Erinnerung durchbricht, der Alltag zusammenbricht, Esma sich in Angst zur&#252;ckzieht. Å¾bani&#196;‡ verzichtet jedoch darauf, Esmas traumatische Erinnerungen zu zeigen. Sie verzichtet auf das Weiterleben der Gewalt durch die Macht der Erinnerungen, verzichtet auf die Bilder der Vergewaltiger, die Esma immer wieder heimsuchen, verzichtet auf die Anklage der T&#228;ter. Saras Vater? Kein Å ehid, sondern ein Tschetnik, ein serbischer Kriegsvergewaltiger, dem Esma als Muslimin im Konzentrationslager ausgeliefert war.</p>
<p>Sara provoziert ihre Mutter, bis alles zw&#246;lf Jahre lang Verborgene herausbricht: â€žDu bist ein Bastard! Dein Vater ist ein Tschetnik! Er hat mich vergewaltigt!â€œ</p>
<p>Sara rasiert sich die Haare, Identifikation mit den Opfern. Selbstbestrafung zugleich. Und kann doch am Ende mit den KlassenkameradInnen die Reise antreten, sitzt mit im Bus und stimmt ein: â€žSarajevo, ljubavi moja &#8211; Sarajevo, meine Liebeâ€œ.</p>
<p>Zuvor aber sieht man noch einmal die orientalischen Teppiche und Esma beginnt zu erz&#228;hlen.</p>
<p><strong>Bewertung:</strong><br />
<strong>Ein ber&#252;hrender, ein wichtiger Film, hervorragend gespielt und trotz des furchtbaren Themas Kriegsvergewaltigung mit viel Humor und Hoffnung erz&#228;hlt. Auch die ZuschauerInnen in Serbien waren &#252;brigens bei der Premiere begeistert. In jeder Hinsicht ein bemerkenswerter Film! </strong></p>
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