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	<title>das blog zum hof &#187; Berlinale 2006</title>
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		<title>Grbavica &#8211; Esmas Geheimnis (Wettbewerbsgewinner)</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Jul 2006 14:04:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>katja huning</dc:creator>
				<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Berlinale 2006]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Jasmila Zbanic, D:Mirjana Karanovic, Luna Mijovic &#214;sterreich/Bosnien-Herzogowina, Deutschland, Kroatien 2006 90 Minuten Es riecht wie vorher. Im CafÃ© â€žBaÅ¡carÅ¡ijaâ€œ am Taubenplatz. Der Platz ges&#228;umt von niedrigen Holzh&#228;usern der Altstadt Sarajevos, Zeugen der osmanischen Zeit, die in Bosnien-Herzegovina die engen Gassen, die h&#246;lzernen Minarette, den Geruch von Kaffee und das Ger&#228;usch des Kupferhandwerks hinterlie&#223;. Am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> Jasmila Zbanic,<br />
D:Mirjana Karanovic, Luna Mijovic<br />
&#214;sterreich/Bosnien-Herzogowina, Deutschland, Kroatien 2006<br />
90 Minuten</p>
<p><strong>Es riecht wie vorher.</strong></p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2007/11/grbavica-3.jpg" title="grbavica-3.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2007/11/grbavica-3.jpg" alt="grbavica-3.jpg" /></a></p>
<p>Im CafÃ© â€žBaÅ¡carÅ¡ijaâ€œ am Taubenplatz. Der Platz ges&#228;umt von niedrigen Holzh&#228;usern der Altstadt Sarajevos, Zeugen der osmanischen Zeit, die in Bosnien-Herzegovina die engen Gassen, die h&#246;lzernen Minarette, den Geruch von Kaffee und das Ger&#228;usch des Kupferhandwerks hinterlie&#223;.</p>
<p><span id="more-99"></span></p>
<p>Am Tisch sitzen eine Frau und ein Mann, erstes Rendezvous. Sie erz&#228;hlt von ihrem Mitleid mit den Brasilianern. In einer Reportage h&#246;rte sie von einem Mann, der elendig stirbt und ganz allein ist. Niemand kommt zu seiner Beerdigung.</p>
<p>â€žDu verr&#252;cktes Huhn.â€œ Liebevolles Kopfsch&#252;tteln &#252;ber diese Frau, die sich abrackert, den Lebensunterhalt f&#252;r sich und ihre Tochter zusammenzukriegen und Nachtschichten als Kellnerin in einem Nachtclub schiebt, um das Geld f&#252;r die Klassenfahrt der Tochter aufzutreiben.</p>
<p>Schweigen. Beide rauchen und schauen auf den Taubenplatz. Die Tauben fliegen hoch, ein kaltes Grau, nur der Stra&#223;enkehrer in Orange bringt Farbe in diesen Tag.</p>
<p>Und dann sagt sie diesen Satz: Der Geruch&#8230;.<br />
&#8230; Es riecht wie vorher.</p>
<p>Vorher und nachher ist die bosnische Zeitrechnung: Vor dem Krieg und nach dem Krieg. Vor und nach der Belagerung Sarajevos durch serbische Tschetniks. Der Krieg als Zeitenwende.</p>
<p>Esmas Tochter Sara ist zw&#246;lf. Im Krieg geboren, zeigt ihr Lebensalter die fortschreitende Distanz zur Zeitenwende. Wie sieht ihr Leben aus in Sarajevos Stadtteil Grbavica zehn Jahre nach Kriegsende? In den Zeitzonen Sarajevos, die sich wie Jahresringe das Flusstal der Miljacka entlangziehen, liegt Grbavica zwischen Moderne und Sozialismus. Der Alltag von Esma und Sara streift selten die pittoreske Altstadt aus osmanischen oder das pr&#228;chtige Zentrum aus Habsburger Zeit. Kein Film, die Sch&#246;nheiten Sarajevos zu zeigen. H&#246;chstens w&#228;hrend eines zweiten Rendezvous oben in den Bergen bei dem etwas unbeholfenen Versuch, beim Grillen Schneeromantik mit Aussicht auf Sarajevo zu erzeugen.</p>
<p>Die Aussicht ist noch immer grandios, aber dass die wundersch&#246;ne Lage inmitten der Berge dieser Stadt zum Verh&#228;ngnis wurde, als von dort tagt&#228;glich auf die Bev&#246;lkerung heruntergeschossen wurde und jeder Gang zur Schule oder in die Kellertheater zum todesmutigen Widerstand wurde, l&#228;sst sich schwer absch&#252;tteln bei einem Rendezvous in den Bergen. Das Stadtviertel Grbavica ist Zeuge dieser Zeit, die Einschussl&#246;cher masern noch immer die Fassaden, weiter bergauf h&#228;ufen sich die Ruinen. Und sind doch Kulisse eines normal aussehenden Lebens, das um Familie, Schule und Arbeit kreist.</p>
<p>Spiegelbildlich kn&#252;pfen Mutter und Tochter vorsichtige Beziehungen. Es ist die Solidarit&#228;t der Opfer, die sie zusammenf&#252;hrt: Esma sah Pelda zum ersten Mal bei der Kriegsopferidentifikationsstelle. Sara kommt gerade jenem Klassenkameraden n&#228;her, der ebenfalls ohne Vater aufw&#228;chst. Beide V&#228;ter im Krieg gestorben, ein Å ehid, ein Kriegsheld, ein M&#228;rtyrer.</p>
<p>Als Sara mit der Nachricht nach Hause kommt, dass sie eine Bescheinigung als Tochter eines Å ehiden braucht, damit sie die Klassenfahrt nicht bezahlen muss, ger&#228;t die fest geklopfte Familienidentit&#228;t ins Wanken. Sara sp&#252;rt, dass etwas verborgen bleibt, aber Esma gibt auf ihre Fragen keine Antwort.</p>
<p>Das Nicht-Reden ist das gro&#223;e Thema dieses ersten Spielfilms der 32-j&#228;hrigen Regisseurin Jasmila Å¾bani&#196;‡. Mit dem Nicht-Reden beginnt ihr Film: lange Einstellungen auf orientalische Muster. Teppiche an der Wand. Tepppiche auf dem Boden. Die Frauen, die dort nebeneinander liegen. Erz&#228;hlen, weinen. Esma geht ins Frauenzentrum nur, um sich die monatliche Unterst&#252;tzungsraten abzuholen. Sie spricht nicht.</p>
<p>Statt dessen hastet sie weiter, zur N&#228;hwerkstatt, zur Nachtschicht im Nachtclub, nach Hause zu ihrer Tochter. L&#228;sst sich von Sara aus dem kurzen Schlaf rei&#223;en, in eine turbulente Kissenschlacht verwickeln. â€žPrestan!â€œ â€žH&#246;r auf!â€œ, schreit Esma ihre Tochter an, als sie am Boden liegt, Sara obenauf, ihre Mutter im Spiel festhaltend.<br />
Sara versteht nicht, ist verst&#246;rt. Esma schweigt.</p>
<p>â€žGrbavicaâ€œ ist durchzogen von Szenen, in denen die Erinnerung durchbricht, der Alltag zusammenbricht, Esma sich in Angst zur&#252;ckzieht. Å¾bani&#196;‡ verzichtet jedoch darauf, Esmas traumatische Erinnerungen zu zeigen. Sie verzichtet auf das Weiterleben der Gewalt durch die Macht der Erinnerungen, verzichtet auf die Bilder der Vergewaltiger, die Esma immer wieder heimsuchen, verzichtet auf die Anklage der T&#228;ter. Saras Vater? Kein Å ehid, sondern ein Tschetnik, ein serbischer Kriegsvergewaltiger, dem Esma als Muslimin im Konzentrationslager ausgeliefert war.</p>
<p>Sara provoziert ihre Mutter, bis alles zw&#246;lf Jahre lang Verborgene herausbricht: â€žDu bist ein Bastard! Dein Vater ist ein Tschetnik! Er hat mich vergewaltigt!â€œ</p>
<p>Sara rasiert sich die Haare, Identifikation mit den Opfern. Selbstbestrafung zugleich. Und kann doch am Ende mit den KlassenkameradInnen die Reise antreten, sitzt mit im Bus und stimmt ein: â€žSarajevo, ljubavi moja &#8211; Sarajevo, meine Liebeâ€œ.</p>
<p>Zuvor aber sieht man noch einmal die orientalischen Teppiche und Esma beginnt zu erz&#228;hlen.</p>
<p><strong>Bewertung:</strong><br />
<strong>Ein ber&#252;hrender, ein wichtiger Film, hervorragend gespielt und trotz des furchtbaren Themas Kriegsvergewaltigung mit viel Humor und Hoffnung erz&#228;hlt. Auch die ZuschauerInnen in Serbien waren &#252;brigens bei der Premiere begeistert. In jeder Hinsicht ein bemerkenswerter Film! </strong></p>
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		<title>Requiem (Wettbewerb)</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Feb 2006 18:45:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Berlinale 2006]]></category>

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		<description><![CDATA[Besessenheit als Selbstbefreiung? Regie: Hans-Christian Schmid Deutschland 2006 93 Minuten Deutscher Kinostart: 02.03.06 Sensible Verfilmung einer Coming-of-Age-Geschichte, die auf eine authentische Geschichte zur&#252;ckgreift: Ende der 70er glaubt eine Studentin aus Klingenberg am Main vom Teufel besessen zu sein. Nach einer Austreibung stirbt sie. Newcomerin Sandra F&#252;ller findet einen ganz eigenen schauspielerischen Stil. Mit zitternden Fingern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Besessenheit als Selbstbefreiung?</strong><br />
<strong>Regie:</strong> Hans-Christian Schmid<br />
Deutschland 2006<br />
93 Minuten<br />
<strong>Deutscher Kinostart: 02.03.06</strong></p>
<p><img src="http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0603/b_requiem.jpg" /></p>
<p>Sensible Verfilmung einer Coming-of-Age-Geschichte, die auf eine authentische Geschichte zur&#252;ckgreift: Ende der 70er glaubt eine Studentin aus Klingenberg am Main vom Teufel besessen zu sein. Nach einer Austreibung stirbt sie. Newcomerin Sandra F&#252;ller findet einen ganz eigenen schauspielerischen Stil. </p>
<p><span id="more-146"></span></p>
<p>Mit zitternden Fingern rei&#223;t Michaela (Sandra H&#252;ller) den Briefumschlag auf, der so eben in den Briefkasten geworfen wurde. Sie kann ihren Aufschrei kaum unterdr&#252;cken. Atemlos st&#252;rzt sie zu ihren Eltern, um mit ihnen die Freude zu teilen. Die Zulassung f&#252;r ihr Studium in T&#252;bingen! Doch welche Verbl&#252;ffung: Die Eltern werfen sich verschw&#246;rerischere Blicke zu, drucksen herum, wollen sie vom Studieren abbringen: â€žMichaela das geht nicht!&#8221; Da sei diese Sache. Die ma&#223;lose Entt&#228;uschung der Tochter. Dann das Einlenken des Vaters (Burghart Klau&#223;ner), der nur das Wohl seiner Tochter will. Sie k&#246;nne es ja vielleicht mal probieren â€“ nur f&#252;r einen Tag. Michaela ist verst&#246;rt; die Mutter (Imogen Kogge) entsetzt.<br />
Die Anfangsszene von Hans-Christian Schmids â€žRequiem&#8221; wirft den Zuschauer in eine &#228;u&#223;erst komplizierte Familienkonstellation und in die â€žSacheâ€œ, von der die Eltern sprechen und die auf einen authentischen Fall beruht. In den 70er Jahren litt die junge Anneliese Michel aus S&#252;ddeutschland an epileptischen Anf&#228;llen (siehe wikipedia). Der Ort, an dem sie aufwuchs, war streng katholisch, kleinb&#252;rgerlich und sie glaubte von D&#228;monen besessen zu sein. Diesem authentischen Fall sp&#252;rt &#8220;Requiem&#8221; nach.<br />
Begleitet von ihrem Vater f&#228;hrt Michaela nach T&#252;bingen und bekommt dort ein d&#252;steres Zimmer in einem Studentenwohnheim, welches sie mit einem Kreuz schm&#252;ckt.<br />
Sie lernt eine Freundin kennen â€“ und einen Freund dazu, den sie k&#252;sst und liebt. Scheinbar sieht alles gut f&#252;r sie aus, doch die schlechten Anzeichen mehren sich. In der Disco tanzt sie wilder als die anderen und man bekommt eher Angst vor ihr und um sie, als dass man sie versteht. Sie leidet an meist n&#228;chtlichen qu&#228;lenden Anf&#228;llen, wird ohnm&#228;chtig. Da sie den Rosenkranz und das Kreuz nicht mehr ber&#252;hren kann, sucht sie Rat bei ihrem Gemeindepriester. Der r&#228;t ihr zu einem Psychologen zu gehen. Sie f&#252;hlt sich nicht ernst genommen und reagiert mit erschreckendem Hass. Ein Kaplan einer anderen Gemeinde, r&#228;t ihr, im Gebet Hilfe zu suchen. Sie versucht es, doch es wird schlimmer.</p>
<p>Viele Erkl&#228;rungen f&#252;r Michaela Klinglers Zustand sind m&#246;glich bei Hans-Christian Schmids â€žRequiemâ€œ, doch letztendlich ist keine zwingend. Ist es die Kaltherzigkeit der strengkatholischen Mutter, die Michaelas Selbstbestimmungsversuche zur&#252;ckweist? Ist es der Glaube an sich, der sich im Uni-Alltag langsam zu verfl&#252;chtigen scheint, den aber Michaela dringend als Halt ben&#246;tigt? Besteht die junge Studentin aus zwei Pers&#246;nlichkeiten, die sich gegenseitig bek&#228;mpfen und die sie langsam zerreiben?</p>
<p>Es ist jedoch nicht der pathologische Befund der Schulmedizin der Schmid interessiert, sondern es ist die Wechselbeziehung von sozialem Umfeld und Michaelas Psyche. Der Regisseur inszeniert eine Coming-of-Age-Geschichte in der die Hauptfigur scheitert, ohne jedoch eine restlos kl&#228;rende Analyse geben zu k&#246;nnen und zu wollen. Die Funktion des Glaubens spielt dabei eine wichtige Rolle. Der Glaube an Besessenheit erlaubt Manuela ein Verhalten, welches religi&#246;s ist aber gleichzeitig aufbegehrt gegen die Strenge des katholischen Elternhauses &#8211; ein Ort an den sie letztendlich immer wieder zur&#252;ckkehren wird.</p>
<p>Es wird zwar aus â€žRosemaries Babyâ€œ zitiert, wenn Eltern, Priester und Kaplan unerwartet und pl&#246;tzlich wie eine verschworene Gemeinschaft auftauchen, um der Studentin einen Exorzismus vorzuschlagen und ebenso f&#252;hlt man sich an &#8220;Der Exorzist&#8221; erinnert, wenn sie sich wie besessen geb&#228;rdet. Doch dies ist haupts&#228;chlich daraus motiviert, uns Michaelas Seelenzustand nahe zu bringen, ihre Perspektive einzunehmen. â€žRequiemâ€œ ist kein Horrorfilm wie diese oder â€žDer Exorzismus der Emily Roseâ€œ, der sich ebenfalls auf diesen authentischen Fall st&#252;tzt. Schmid bearbeitet diesen Stoff also vollkommen neu.</p>
<p>Herausragend â€“ die Deb&#252;tantin Sandra H&#252;ller: Sie hat ihre eigene unverwechselbare Art, diese Figur und ihre wechselnden Zust&#228;nde zu spielen und erreicht dabei eine Glaubw&#252;rdigkeit die ihres Gleichen sucht. â€žRequiemâ€œ entf&#252;hrt uns in die s&#252;ddeutsche Provinz der 70er. Meist gelingt es historischen Filmen nicht, eine Atmosph&#228;re zu suggerieren, in der die Vergangenheit lebendig und authentisch erscheint. Doch die 70er Jahre, die Orte und die Figuren wirken in diesem Film nicht gek&#252;nstelt.</p>
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		<title>Lenz (Forum)</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2006 02:10:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
				<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Berlinale 2006]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Thomas Imbach Schweiz 2005/06 100 Minuten Werâ€™s mag&#8230; eine Kamera, die mich eher an Aufnahmen von CNN in Krisengebieten erinnert, Musik, die sich bohrend in die Ohren dr&#228;ngt (gerade am Anfang), sowie ein Plot, aus dem man h&#228;tte etwas machen k&#246;nnen. Und das Matterhorn&#8230; in jedem Licht, das nur denkbar ist. Na, immerhin wurde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> Thomas Imbach<br />
Schweiz 2005/06<br />
100 Minuten</p>
<p>Werâ€™s mag&#8230; eine Kamera, die mich eher an Aufnahmen von CNN in Krisengebieten erinnert, Musik, die sich bohrend in die Ohren dr&#228;ngt (gerade am Anfang), sowie ein Plot, aus dem man h&#228;tte etwas machen k&#246;nnen. Und das Matterhorn&#8230; in jedem Licht, das nur denkbar ist. Na, immerhin wurde der Berg dann konsequenterweise auch im Abspann genannt.<span id="more-119"></span>Wir sehen zu, wie einer an seiner Liebe irre wird. Das an sich mag ein spannendes Thema sein â€“ aber nicht so wie das hier in inszeniert wurde. Der Film ist so unterk&#252;hlt wie die schneebedeckten Schweizer Berge. Die Schnitte sind so rasant und manchmal so unprofessionell, dass man denkt, hier hat einer seine Urlaubsvideos auf dem PC selbst geschnitten.Der Protagonist Lenz wandelt der Filmbeschreibung nach auf den Spuren von B&#252;chners Lenz, aber dieser Bezug wird im Film nicht so richtig deutlich. Die Hauptfigur ist einfach nur ein unreifes, verspieltes, gro&#223;es Kind. Zwar k&#252;mmert er sich liebevoll um seinen kleinen Sohn, aber eher wie ein gleichaltriger Freund als ein verantwortungsvoller Vater. Und die Beziehung zu seiner Exfrau Nathalie ist ebenso verantwortungslos. Ein bisschen wenig. Und deshalb bleibt Lenz allein. Aus Unf&#228;higkeit, erwachsen zu werden. Er liegt er im Schnee, s&#228;uft und heult â€žWish you where here&#8230;&#8221;Ab und an kommen Lichtblicke durch, wenn beispielsweise dokumentarische Passagen einbrechen. Doch das sind nur Versuche, die den Regisseur dann wohl selbst nicht &#252;berzeugt haben, denn er verfolgt sie nicht weiter. Einzig die schauspielerische Leistung von Barbara Maurer, die die Nathalie spielt, verdient Beachtung.Wer B&#252;chner gelesen hat, sollte meiner Meinung nach den Film meiden.Ich hatte mich auf eine literarisch-lyrische Reise gefreut und wurde hektisch aus meinem Kinosessel gesch&#252;ttelt.Schade &#8211; ich h&#228;tte mir einen anderen Abschluss &#8220;meiner&#8221; Berlinale gew&#252;nscht.</p>
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		<title>Brakat</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Feb 2006 23:24:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>susan</dc:creator>
				<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Berlinale 2006]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Djamila Sahraoui Algerien, Frankreich 2006 Franz&#246;sisch, Arabisch D: Rachida Brakni, Fettouma Bouamari Djamila Sahraoui gibt uns einen Einblick in die Wunden, die durch die Kriege in Algerien geschlagen wurden. 90 er Jahre, irgendwo in Algerien: Ein junge &#196;rztin befindet sich auf der Suche nach ihrem Ehemann, einem Journalisten. Begleitet wird sie von einer &#228;lteren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> Djamila Sahraoui<br />
Algerien, Frankreich 2006<br />
Franz&#246;sisch, Arabisch<br />
D: Rachida Brakni, Fettouma Bouamari<br />
Djamila Sahraoui gibt uns einen Einblick in die Wunden, die durch die Kriege in Algerien geschlagen wurden.<span id="more-147"></span><br />
90 er Jahre, irgendwo in Algerien: Ein junge &#196;rztin befindet sich auf der Suche nach ihrem Ehemann, einem Journalisten. Begleitet wird sie von einer &#228;lteren Krankenschwester. Sie begegnen islamischen K&#228;mpfern und anderen Menschen, in denen die Angst vor Gewalt und Zerst&#246;rung immer pr&#228;sent ist. Es ist ein ruhiger Roadmovie, der trotz der Kriegssituation durch die wundersch&#246;nen Landschaftsaufnahmen und die gelungene visuelle &#196;sthetik getragen wird.<br />
Es wird &#252;ber Liebe geredet, auch die Liebe im Alter. Aber nicht vordergr&#252;ndig, sondern durch subtile Blicke und Gesten.</p>
<p>Barakat hei&#223;t auf Deutsch: Es reicht! Das sagen die beiden Alten, als sie am Ende des Filmes die Pistole, mit der die bis dahin rationale junge Frau pl&#246;tzlich M&#228;nner bedroht, im Meer versenken. Genug Krieg, Mord und Gewalt!<br />
Ein gelungener Berlinaleabschluss!</p>
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		<title>Kommentar zur Preisverleihung</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2006 18:10:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Berlinale 2006]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich finde, dass die Jury insgesamt sehr gut entschieden hat. Es waren politische Entscheidungen, die f&#252;r die Festivalbeobachter &#252;berraschend kamen &#8211; insbesondere der Goldene B&#228;r f&#252;r &#8220;Grbavica&#8221;. Nach der Vorstellung von &#8220;Grbavica&#8221; hatten wir noch gesagt: &#8220;Wenn dieser Film das Rennen macht &#8211; das w&#228;r stark!&#8221; Aber damit hat nat&#252;rlich keiner ernsthaft gerechnet. Er hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde, dass die Jury insgesamt sehr gut entschieden hat. Es waren politische Entscheidungen, die f&#252;r die Festivalbeobachter &#252;berraschend kamen &#8211; insbesondere der Goldene B&#228;r f&#252;r &#8220;Grbavica&#8221;.<span id="more-148"></span><br />
Nach der Vorstellung von &#8220;Grbavica&#8221; hatten wir noch gesagt: &#8220;Wenn dieser Film das Rennen macht &#8211; das w&#228;r stark!&#8221; Aber damit hat nat&#252;rlich keiner ernsthaft gerechnet. Er hat &#252;brigens schon einen Verleih gefunden und wird bald im Kino zu sehen sein. Dieser Griesebach-Film hat keinen Preis bekommen und ich brauche nicht an meinem Geschmack zu zweifeln. Der Preis f&#252;r &#8220;Offside&#8221; (siehe Kritik) ist einfach nur Klasse und der Regieb&#228;r f&#252;r Winterbottom ist geschickte Taktik &#8211; denn nun keiner kann meckern, dass dieser Film nicht gen&#252;gend gew&#252;rdigt wurde. Diskutiert wurde er gen&#252;gend &#8211; auch dazu, gibt es Anmerkungen bei filmcheck.<br />
Die Schauspielb&#228;ren sind absolut gerechtfertigt. Sandra H&#252;ller war ja auch mein Tipp. Moritz Bleibtreu in &#8220;Elementarteilchen&#8221;: o.k. &#8220;En Soap&#8221; habe ich leider nicht gesehen. Auch J&#252;rgen Vogel (&#8220;Der Freie Wille&#8221;) erh&#228;lt einen Preis. Alles in allem: Ausgesprochen zufriedenstellend!</p>
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		<title>Preise &#8211; Panorama, Kinderfilmfest, 14plus, PDK</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2006 17:50:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Berlinale 2006]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Panoramapublikumspreis geht an Bubot niyar &#8211; Paper Dolls. Die Dokumentation von Tomer Heymann berichtet &#252;ber philippinische Transvestiten, die nach Israel ausgewandert sind, um dort in der Altenpflege zu arbeiten. Der 2. Preis geht an Estrellas de la linea (The Railroad All-Stars) und der 3. an Breakfast on Pluto&#8221;. (Ich hoffe, dass ich mich in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Panoramapublikumspreis geht an Bubot niyar &#8211; Paper Dolls. Die Dokumentation von Tomer Heymann berichtet &#252;ber philippinische Transvestiten, die nach Israel ausgewandert sind, um dort in der Altenpflege zu arbeiten. <span id="more-149"></span>Der 2. Preis geht an Estrellas de la linea (The Railroad All-Stars) und der 3. an Breakfast on Pluto&#8221;. (Ich hoffe, dass ich mich in der morgigen Vorstellung dort noch reinschmuggeln kann &#8211; ich hatte heute morgen keine Lust, mich um Karten zu pr&#252;geln.)<br />
Der Kinderfilmpreis geht an DrÃ¸mmen &#8211; We Shall Overcome von Niels Arden Oplev. 14plus: Fyra Veckor i Juni-Four Weeks in June von Henry Meyer. Perspektive Deutsches Kino: Der Lebensversicherer von B&#252;lent Akinci. Da wird Levent heute abfeiern. In 10 Minuten beginnt die Preisverleihung der Wettbewerbsfilme.</p>
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		<title>Lapislazuli â€“ Im Auge des B&#228;ren (Kinderfilmfest)</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2006 14:07:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
				<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Berlinale 2006]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Wolfgang Murnberger &#214;sterreich/Deutschland/Luxemburg 2005 100 Minuten Ein gro&#223;er Film, nicht nur f&#252;r junge Cineasten, &#252;ber Freundschaft, Vertrauen und den Zusammenhalt von Familien. Und &#252;ber das Sterben und das Loslassenk&#246;nnen. Sophie, deren Mutter verstorben ist, macht mit ihrem Vater und dessen neuer Freundin Kristina und deren Tochter einen Ausflug. Sophie ist eifers&#252;chtig auf Kristina und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> Wolfgang Murnberger<br />
&#214;sterreich/Deutschland/Luxemburg 2005<br />
100 Minuten</p>
<p><a href='http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/04/lapuzli.jpg' title='lapuzli.jpg'><img src='http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/04/lapuzli.jpg' alt='lapuzli.jpg' /></a></p>
<p>Ein gro&#223;er Film, nicht nur f&#252;r junge Cineasten, &#252;ber Freundschaft, Vertrauen und den Zusammenhalt von Familien. Und &#252;ber das Sterben und das Loslassenk&#246;nnen.<br />
<span id="more-120"></span><br />
Sophie, deren Mutter verstorben ist, macht mit ihrem Vater und dessen neuer Freundin Kristina und deren Tochter einen Ausflug. Sophie ist eifers&#252;chtig auf Kristina und beim ersten Konflikt rei&#223;t sie aus und trifft auf Bataa, einem jungen Neandertaler.<br />
Bataa wurde durch einen Meteoriten aus dem Eis geschmolzen. Bataa und Sophie treten eine gemeinsame abenteuerliche Reise durch die Alpen an. Die Landschaft korrespondiert mit der dramaturgischen Handlung: Flie&#223;t der Film in ruhigem Tempo dahin, bewegen sich die Protagonisten auf flachwelligen Almen. Wird es spannend, werden die Berge steiler und scharfkantiger. Nur langsam w&#228;chst zwischen den beiden Vertrauen. Und einmal wird es hart auf die Probe gestellt. Doch Sophie kehrt zur&#252;ck, Bataa zu helfen, die Reise zu seinen Vorfahren anzutreten. Und das bedeutet f&#252;r den Neandertaler, zu sterben.<br />
Am Lagerfeuer sitzen die beiden beieinander und erz&#228;hlen sich ihr Schicksal â€“ das von Bataa Gesagte bleibt dem Zuschauer meist verborgen. Aber Sophies Geschichte, ihre Sehnsucht nach der Mutter ber&#252;hrten nicht nur mich sehr. Der Film wird ab 7 Jahren empfohlen. Ich denke jedoch, dass die emotionalen Stimmungen, die der Film hervorruft, ein h&#246;heres Alter verlangen. Als das Licht wieder anging, hatten vor allem die Eltern feuchte Augen.<br />
Es gibt ein paar wundervoll lyrische Metaphern: Sophie sucht den Bahnhof, Bataa seine H&#246;hle. Beide wissen was es bedeutet, zum Himmel zu zeigen und â€žMamâ€œ zu sagen. Und als Bataa t&#246;dlich erkrankt an einer Grippe zusammenbricht, ist es Sophie, die ihn fast ohne Worte aufrichtet, so dass er seinen Weg zu Ende gehen kann.<br />
Das Kino schluchzte geschlossen auf, als es zum Abschied der beiden an der Baumstammbr&#252;cke kam (vergleiche das Interview mit dem zehnj&#228;hrigen Matthes in filmcheck). Der Film l&#228;sst uns gleichzeitig traurig ber&#252;hrt und froh zur&#252;ck: Froh, da sowohl Bataa als auch Sophie ihre Familien wieder finden.<br />
Was bleibt sind die Erinnerung an wundervolle Bilder und ein Gef&#252;hl der Sehnsucht nach N&#228;he und Geborgenheit, die die beiden Kinder, Sophie und der Neandertaler, lange suchen und erst am Ende finden.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Kaalpurush / Memories in the Mist (Forum)</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2006 13:36:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kathi</dc:creator>
				<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Berlinale 2006]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Buddhadeb Dasgupta Indien 2005 120 Minuten Dank Kleo kam ich am Donnerstag in den Genuss eines Berlinale-Films, und zwar eines Indischen! Es war mein erster indischer Autorenfilm.Der Regisseur, Buddhadeb Dasgupta, zum zweiten Mal Gast bei der Berlinale, zeigte sich &#252;ber das mangelnde Interesse des Publikums, welches ihn nicht gerade mit Fragen bombardierte, entt&#228;uscht. Er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> Buddhadeb Dasgupta<br />
Indien 2005<br />
120 Minuten</p>
<p>Dank Kleo kam ich am Donnerstag in den Genuss eines Berlinale-Films, und zwar eines Indischen! Es war mein erster indischer Autorenfilm.<span id="more-121"></span>Der Regisseur, Buddhadeb Dasgupta, zum zweiten Mal Gast bei der Berlinale, zeigte sich &#252;ber das mangelnde Interesse des Publikums, welches ihn nicht gerade mit Fragen bombardierte, entt&#228;uscht. Er verwies auf die Bez&#252;ge zu seinem autobiographischen Roman â€žAmerica, Americaâ€œ. Dasguptas ist Lyriker und Romanschriftsteller, was der langsamen, poetischen &#8211; treffender &#8211; elegischen Filmsprache sehr anzumerken war.Einige Zuschauer verlie&#223;en fr&#252;her den Film, und auch mir h&#228;tte ein Kaffee davor wohl gut getan. Dies soll aber kein Vorwurf an â€žKaalpurush/Memories in the Mistâ€œ sein â€“ es ist wohl eher so, dass heutige westliche TV- und Kinostandards von immer k&#252;rzeren und erlebnisst&#228;rkeren Einheiten gepr&#228;gt sind.Aber jetzt zum Inhalt: Wie so oft in indischen Filmen gibt es keine chronologische Abfolge von Ereignissen, sondern ein Nebeneinander von verschiedenen Zeitebenen, was vielleicht auf dem Kreislauf von Leben und Schicksal beruht. Im Mittelpunkt steht das Vater-Sohn-Verh&#228;ltnis sowie die Ehebeziehung von Sumanta. Mit diesen Beziehungstypen und ihren Problemen sind wir zwar aus Bollywoodfilmen recht gut vertraut, jedoch weniger in einer Weise, in der es keine Hoffnung, kein Happy End gibt. Sumanta ist ein gutm&#252;tiger und naiver Mensch, der mit kindlichem Staunen und Aufrichtigkeit seiner Umwelt entgegentritt, daf&#252;r aber immer wieder bestraft wird. So wird bspw. seine Bef&#246;rderung verweigert. Seine vom Amerika tr&#228;umende Frau h&#228;lt ihn deshalb f&#252;r einen ewigen â€žfailureâ€œ. Den Illusionen und Sehns&#252;chten, denen Supriya nachh&#228;ngt &#8211; sie tr&#228;umt von einer Karriere als Schriftstellerin und materiellen W&#252;nschen, werden karikiert: Sie fliegt in die USA, beschreibt aber die Orte ihrer Reiseb&#252;cher, nur indem sie sich Videos dar&#252;ber ansieht. Und doch hat sie unheimlichen Erfolg damit &#8211; ein Hinweis auf die unausweichlichen Sehns&#252;chte ihrer Leser, die die Moderne mit sich bringt. Im Fernsehen sehen wir dazu indische Nachrichten, die sich intensiv mit G.W.Bush und seiner Interpretation des american dream besch&#228;ftigen. Sp&#228;ter, als der Nachrichtensprecher eine unangenehme Wahrheit &#252;ber lokale Eliten ausplaudert, wird der Sendebetrieb unterbrochen.Bruchst&#252;ckhaft erfahren wir das Kindheitstrauma Sumantas: Sein ebenfalls von einer undefinierbaren Sehnsucht nach einem anderen Ort getriebener Vater wird von seiner Frau in Anbahnung eines Seitensprungs ertappt. Daraufhin trennt sich das Paar, beide werden ungl&#252;cklich, der Vater begeht Selbstmord. Erst hier, kurz vor Schluss, begreifen wir, dass die nach Jahren des Schweigens &#252;berraschende Begegnung von Vater und Sohn, die vers&#246;hnliche Aussprache, nichts weiter war als eine Illusion, ein Wunschtraum Sumantas. Dennoch ergibt sich der Film nicht der Hoffnungslosigkeit. Am Ende sehen wir Sumanta, wie er am Strand mit seinen Kindern spielt.Es ist wenig zu sp&#252;ren vom Bollywood-Indien in â€žKaalpurush/Memories in the Mistâ€œ: Keine dahinschmelzenden Liebespaare, keine &#252;berschwengliche Lebensfreude, keine herzergreifende â€žFamilienzusammenf&#252;hrungâ€œ. Eher die s&#252;&#223;-bittere Erkenntnis der gewollten Selbstt&#228;uschung, von der Bollywood lebt, wenn wir die einzige Tanzszene des Films sehen, in der eine Prostituierte f&#252;r Sumanta m&#252;de und gelangweilt tanzt (das scheint wohl eine durchaus g&#228;ngige Dienstleistung zu sein) &#8211; und an der Wand ausgeschnittene Bilderfetzen von Bollywood-Sch&#246;nheiten.</p>
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		<title>Interview: Lapislazuli â€“ Im Auge des B&#228;ren</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2006 13:32:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
				<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Berlinale 2006]]></category>

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		<description><![CDATA[Fragen an Matthes (10 Jahre) Wie hat Dir der Film gefallen? Gut. Warum? Ich habe gef&#252;hlt, wie sich die Figuren (die Menschen) gef&#252;hlt haben. Fandest Du die Geschichte spannend? Ja. Ich mag halt Steinzeitmenschen. Es war spannend, als Bataa wie ein Tier gejagt und mit einem Bet&#228;ubungspfeil angeschossen wurde. Und lustig war, als der J&#228;ger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Fragen an Matthes (10 Jahre)</strong><br />
<strong>Wie hat Dir der Film gefallen?</strong><br />
Gut.<br />
<strong>Warum?</strong><br />
Ich habe gef&#252;hlt, wie sich die Figuren (die Menschen) gef&#252;hlt haben.<br />
<strong>Fandest Du die Geschichte spannend?</strong><br />
Ja. Ich mag halt Steinzeitmenschen. Es war spannend, als Bataa wie ein Tier gejagt und mit einem Bet&#228;ubungspfeil angeschossen wurde. Und lustig war, als der J&#228;ger in die B&#228;renfalle fiel.<br />
Und mir kamen auch die Tr&#228;nen bei dem Film.<span id="more-122"></span><br />
<strong>Weshalb?</strong><br />
Weil ich es traurig fand als sich Sophie und Bataa getrennt haben â€“ als er zu seinen Eltern wollte.<br />
Ich finde, dass man aus diesem Film lernen kann. Auch jemand, den man nicht mag, kann einem manchmal helfen. Man lernt auch daraus, dass man nicht ohne nachzudenken einfach wegrennen sollte.<br />
<strong>Hast Du nicht verstanden, weshalb Sophie weggelaufen ist?</strong><br />
Weil sie es fies fand von ihrem Vater, dass der Vater die kleine Stiefschwester verteidigt hat und nicht seine eigene Tochter.<br />
<strong>Aber wenn sie nicht weggelaufen w&#228;re, h&#228;tte sie Bataa nicht getroffen&#8230;</strong><br />
Na und.<br />
<strong>Hast Du da kein Mitgef&#252;hl f&#252;r Bataa?</strong><br />
Stimmt. H&#228;tte sie Bataa nicht getroffen, w&#228;re er in die H&#228;nde des verr&#252;ckten Wissenschaftlers gekommen. Und er w&#228;re gestorben, ohne seine Familie wieder zu finden.<br />
<strong>Also war es in dem Falle mal gut, wegzulaufen.</strong><br />
[Nicken]<br />
<strong>Fandest Du das nur traurig, dass er gestorben ist?</strong><br />
Ja, aber es war auch sch&#246;n. Er hat es geschafft, zu seiner Familie zu kommen.<br />
Ich fand auch gut, dass Sophie keine Angst vor ihm hatte, sondern half und Mitgef&#252;hl hatte. Sie musste deshalb von ihrer Familie weggehen, obwohl sie wusste, dass die sie sucht. Ich fand es nur nicht gut, dass Bataa den Baumstamm (Br&#252;cke) in die Schlucht gest&#252;rzt hat.<br />
<strong>Aber das sagt doch, dass es zwischen der Welt von damals und der heutigen nur wenig Ber&#252;hrung gibt und alles gut ist, wenn es getrennt bleibt. Der Wissenschaftler h&#228;tte Bataa in einen K&#228;fig gesperrt. H&#228;ttest Du das gewollt?</strong><br />
[Kopfsch&#252;tteln]<br />
<strong>W&#252;rdest Du den Film empfehlen?</strong><br />
Ja. Und ich w&#252;rde ihn noch mal ansehen wollen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Offside (Wettbewerb)</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2006 23:40:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Berlinale 2006]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Jafar Panahi (â€žDer Kreisâ€œ) Iran 2006 88 Minuten Im Monty-Pythons-Klassiker â€žDas Leben des Brianâ€œ fragt der Ankl&#228;ger auf der Steinigung misstrauisch: â€žIst hier etwa Weibsvolk anwesend?â€œ â€žNein, neinâ€œ, beschwichtigen ihn die Frauen mit verstellten Stimmen, die sich als M&#228;nner verkleidet haben. Sie sind beim â€žVolkssportâ€œ Steinigung nicht zugelassen. Ort der Handlung: Jerusalem. Wir schreiben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> Jafar Panahi (â€žDer Kreisâ€œ)<br />
Iran 2006<br />
88 Minuten</p>
<p><img src="http://www.middle-east-online.com/pictures/big/_16552_offside-24-5-2006.jpg" alt="null" title="Offside" /></p>
<p>Im Monty-Pythons-Klassiker â€žDas Leben des Brianâ€œ fragt der Ankl&#228;ger auf der Steinigung misstrauisch: â€žIst hier etwa Weibsvolk anwesend?â€œ â€žNein, neinâ€œ, beschwichtigen ihn die Frauen mit verstellten Stimmen, die sich als M&#228;nner verkleidet haben. Sie sind beim â€žVolkssportâ€œ Steinigung nicht zugelassen. Ort der Handlung: Jerusalem. Wir schreiben in etwa das Jahr 20 nach Christi Geburt.<span id="more-97"></span><br />
Eintausendachthundertundf&#252;nfzig Jahre sp&#228;ter. Ort: Teheran. Der Iran qualifiziert sich am 8. Juni 2005 mit 1:0 im Spiel gegen Bahrain f&#252;r die Fu&#223;ballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Frauen sind nur in Begleitung eng verwandter M&#228;nner, dem Vater oder Bruder, zugelassen. Haben diese kein Interesse am Fu&#223;ball, gibt es f&#252;r sie keine Hoffnung, das Spiel vor Ort zu verfolgen. Also verkleiden sich die weiblichen jungen Fans als Jungs.<br />
Das M&#228;dchen, welches wir zu Beginn im Bus sehen, geht das erste Mal zu einem Fu&#223;ballspiel. Wir erfahren erst am Ende ihr trauriges Motiv. Sie muss also ihre â€žFeuertaufeâ€œ erst bestehen. Die Karte, die ihr schwarz verkauft wird, muss sie sehr viel teurer bezahlen als der Junge vor ihr, denn sie wird als weiblich erkannt. Sie scheitert gleich am ersten Kontrollpunkt, da sie sich nicht betasten lassen will. Der Versuch, in der Menge unterzutauchen, scheitert. Sie wird gefasst und in eine Umz&#228;unung vor dem Stadion gebracht, in der auch schon andere M&#228;dchen sitzen. Nach dem Spiel wird man sie der Sittenpolizei &#252;bergeben.<br />
Das liest sich eher tragisch, doch der Regisseur Panahi, der sich auch fr&#252;her schon mit dem Problemen von Frauen im Iran befasst hat, verarbeitet diesen Stoff zu einer Kom&#246;die, ohne das dieser an politischer Brisanz verliert. Es entstehen grotesk-komische Situationen, die die Unterdr&#252;ckung der Frauen als absurd und weltfremd entbl&#246;&#223;en: Eine der festgehaltenen M&#228;dchen muss auf die Toilette â€“ doch es gibt nur M&#228;nnertoiletten. Damit sie nicht erkannt wird, muss sie sich ein Plakat, welches das Gesicht eines der Spieler zeigt, vors Gesicht binden. Und dann sind da noch die pinkelnden m&#228;nnlichen Fans, die hinausgeworfen werden m&#252;ssen. Und was ist mit den Kritzeleien an den W&#228;nden des Aborts? M&#228;nner fluchen, schreien und schreiben vielleicht auch noch vulg&#228;re Spr&#252;che auf die Toiletten â€“ das darf einer Frau aus Teheran nat&#252;rlich nicht zugemutet werden.<br />
Der Regisseur skizziert auch die Generation der Alten. Im Gegensatz zu den jungen Soldaten, die die weibliche Diskriminierung nur auf Befehl ausf&#252;hren (deshalb allerdings nicht weniger scharf), argumentiert ein Vater, der unter den Festgehaltenen seine Nichte erkennt, gegen die Emanzipation von Frauen. Er will das vielleicht 14j&#228;hrige M&#228;dchen schlagen â€“ doch die Soldaten halten ihn zur&#252;ck. Deutlich wird: Es geht ein Riss durch die Generationen. Die Unterdr&#252;ckung der Frauen im Iran schl&#228;gt sich vor allem in &#246;ffentlichen Regeln nieder, die die J&#252;ngeren zwar befolgen, aber an die sie â€“ im Gegensatz zu den Alten â€“ nicht mehr so recht glauben wollen. Geb&#228;rden sich doch die M&#228;dchen &#8220;m&#228;nnlicher&#8221; als diejenigen, die sie daran hindern wollen, das Stadion zu betreten. Fachm&#228;nnisch analysieren sie die Aufstellung der Spieler, fluchen und rauchen dabei. Bevor das Spiel endet, werden sie in einem Bus weggekarrt. Durch das Radio erfahren sie von der WM-Teilnahme Irans. Die Stadt Teheran ist im Ausnahmezustand. Der junge Chef der Soldatentruppe, der sich f&#252;r Fu&#223;ball nicht begeistern konnte und der die M&#228;dchen &#252;berf&#252;hren soll, kann sich der Stimmung nun nicht mehr l&#228;nger entziehen â€“ letztendlich gibt es sowieso kein Durchkommen mehr, denn alles ist dicht. Alles endet im Freudentaumel. Sie steigen aus und feiern den Sieg mit den anderen. Niemand interessiert sich noch f&#252;r Geschlechterdifferenzen â€“ denn Iran ist bei der WM dabei.</p>
<p>&#8220;Offside&#8221; verarbeitet einen prisanten politischen Stoff unterhaltend, komisch und dramaturgisch erstklassig.</p>
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