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	<title>Blog zum Hof &#187; Berlinale 2009</title>
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		<title>Filme gegen Neoliberalismus: The Shock Doctrine und L&#8217;Encirclement zeigen Wege des antikapististischen Films</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Feb 2009 19:02:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentarfilm]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Richard Brouillette]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[The Shock Doctrine GB 2009, Michael Winterbottom, Mat Whitecross, 90 Min. L&#8217;Encirclement CA 2008, Richard Brouillette, 160 Min. The Shock Doctrine (Foto: Berlinale 09) und L&#8217;Encirclement verhandeln den antikapitalistischen Diskurs in Zeiten der Finanzkrise und zeigen zwei ganz verschiedene Wege auf, die der Dokumentarfilm nehmen k&#246;nnte. &#220;ber alle Filme, die derzeit erscheinen und irgendwie mit Wirtschaft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>The Shock Doctrine</strong><br />
GB 2009, Michael Winterbottom, Mat Whitecross, 90 Min.</p>
<p><strong>L&#8217;Encirclement</strong><br />
CA 2008, Richard Brouillette, 160 Min.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2183" title="shock_doctrine" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/shock_doctrine.jpg" alt="shock_doctrine" width="300" height="240" /></p>
<p><strong><em>The Shock Doctrine</em> (Foto: Berlinale 09) und <em>L&#8217;Encirclement</em> verhandeln den antikapitalistischen Diskurs in Zeiten der Finanzkrise und zeigen zwei ganz verschiedene Wege auf, die der Dokumentarfilm nehmen k&#246;nnte.<br />
</strong></p>
<p>&#220;ber alle Filme, die derzeit erscheinen und irgendwie mit Wirtschaft zu tun haben, hei&#223;t es, sie k&#228;men genau zur richtigen Zeit. Das mag sein &#8211; ber&#252;cksichtigt man aber, wie lange ein Film von der Idee bis zur Postproduktion braucht, d&#252;rfte jedem klar sein, dass Michael Winterbottom und Mat Whitecross ebenso wie der franz&#246;sischsprachige Kanadier Richard Brouillette einfach Gl&#252;ck gehabt haben. 12 Jahre lang hat Brouillette an seinem Film angeblich gearbeitet, genauso gut h&#228;tten es vermutlich zehn oder 20 Jahre werden k&#246;nnen, dann w&#228;re der Film halt zur Unzeit gekommen. <span id="more-2163"></span></p>
<p><em>The Shock Doctrine</em> hei&#223;t ein Buch von Naomi Klein. Es ist ein Weltbestseller und gilt als Bibel der Globalisierungskritiker. In dem Buch schildert Klein, wie im Gefolge von Katastrophen oder Kriegen neoliberale Wirtschaftskonzepte durchgesetzt werden. Davon erf&#228;hrt der Zuschauer im Film <em>The Shock Doctrine</em> von Michael Winterbottom und Mat Whitecross leider nur sehr wenig. Die beiden Regisseure trauen ganz offensichtlich nicht dem gesprochenen Wort und ersetzen Theorie oder auch nur Information durch einen entfesselten antikapitalistischen Bildersturm. Atemlos l&#246;sen sich da Pinochet, Thatcher, Bush Senior und Bush Junior ab, inmitten einer bunten Flut aus fallenden Bomben, toten Kindern und gefolterten Opfern.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-2640" title="shock-doctrine2-300x240" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/shock-doctrine2-300x2401.jpg" alt="shock-doctrine2-300x240" width="300" height="240" /></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Montage des Greuels: <em>The Shock Doctrine</em> (Foto Berlinale 09). </strong></p>
<p>Dass es bei <em>The Shock Doctrine</em> um Wirtschaft geht, merkt man nur an den h&#228;ufigeren Einblendungen von Milton Friedman. So entfaltet der Film seine st&#228;rksten Momente, wenn er kurz inneh&#228;lt und einfach nur eine Rede Naomi Kleins zeigt. </p>
<p>Nun ist man von Winterbottom gewohnt, dass er nicht wie sein Vorbild Godard mit dem argumentativen Florett fechtet, sondern lieber die Streitaxt nimmt. Mit <em>The Shock Doctrine</em> haben Winterbottom und Whitecross in ihrer sturen Fixiertheit auf bekannte politische Gegner aber ein gro&#223;es Thema verschenkt.<br />
So kann man dem Film zu Recht vorwerfen, dass er mit propagandistischen Kurzschl&#252;ssen, bei denen dann z.B. kurz hintereinander erst fallende Bomben auf den Irak, dann Bush, dann Leichen gezeigt werden, auf billigen Applaus schielt, schlie&#223;lich sind inzwischen selbst die Republikaner gegen den Irakkrieg. </p>
<p>Schlimmer aber ist, dass sich die Filmemacher in ihrem eigenen Konzept verheddern und Kleins Thesen immer mehr aus den Augen verlieren. Geht es bei Klein noch um die Wirtschaftsreformen im Gefolge von Katastrophen, so montiert der Film <em>The Shock Doctrine</em> die Kriegs- und Greuelbilder so gekonnt hintereinander, dass man am Ende glaubt, Milton Friedman habe als Mastermind und Reinkarnation von Dr. Mabuse alle diese Kriege beschlossen, um seine Wirtschaftskonzepte weltweit durchzusetzen. Dieser reine Propagandafilm verr&#228;t leider kaum etwas von der Schocktheorie Naomi Kleins.</p>
<p>Wie wenig Interesse die Filmemacher an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den wirtschaftspolitischen Implikationen hatten und wie sehr sie auf die alten Gegner Thatcher, Pinochet und Bush eingeschworen waren, kann man an den Auslassungen erkennen. Zwei der wichtigsten Beispiele, die Naomi Klein nennt, S&#252;dafrika nach der &#220;bernahme durch den ANC und Sri Lanka nach dem Tsunami, werden im Film weggelassen &#8211; den Tsunami konnten Winterbottom/Whitecross beim besten Willen nicht Bush in die Schuhe schieben.</p>
<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/noamchomsky.jpg" alt="noamchomsky" title="noamchomsky" width="250" height="188" class="alignleft size-full wp-image-2658" /></p>
<p><strong>Eisernes Talking-Head-Pic und dennochThriller: <em>L&#8217;Encirclement</em>: hier Noam Chomsky </strong></p>
<p>Wie man es ganz anders und dabei viel besser macht, zeigt der Kanadier Richard Brouillette mit seinem Film <em>L&#8217;Encirclement</em> (Encirclement). <em>L&#8217;Encirclement</em> ist ein Monstrum von Film in fast jeder Hinsicht. Gedreht in harten SW-Bildern n&#228;hert sich dieser Film der Kritik des Kapitalismus in einer v&#246;llig unzeitgem&#228;&#223;en formalen Strenge und asketischen Brillanz. Richard Brouillette traut den Bildern nicht und zeigt deshalb nur redende Menschen. Nur minimal wird Archivmaterial genutzt, und wenn, dann meist nur als Foto. Ansonsten sehen wir mit unbeweglicher Kamera einen Theoretiker, der uns seine Wirtschaftstheorie erl&#228;utert, darunter bekannte Kapitalismuskritiker wie Noam Chomsky, aber auch neoliberale Vordenker. Der Gedankengang der Wissenschaftler wird  nicht durch Fragen unterbrochen, so kann man sich beim Zuh&#246;ren ganz auf die Entwicklung der Argumentation konzentrieren. Richard Brouillette arbeitet als Filmemacher vor allem im Nachhinein, das Material ordnend, der Film wird s&#228;uberlich in zwei Teile und beide Teile wieder in f&#252;nf Kapitel eingeteilt. Jedes Kapitel wird mit einem Zwischentitel angek&#252;ndigt und beinhaltet Redebeitr&#228;ge von ein bis drei Denkern.</p>
<p>Brouillettes Konzept geht auf, die Konzentration auf das gesprochene Wort, die Ideen, machen aus dem scheinbar langweiligen Thema Wirtschaftstheorie einen intellektuellen Thriller, der einen 160 Minuten lang gebannt zuh&#246;ren l&#228;sst. Erst die filmische Beschr&#228;nkung der Mittel macht diese Spannung m&#246;glich. W&#228;hrend Michael Winterbottom und Mat Whitecross Naomi Kleins Thesen in einer Flut aus Bildern ertr&#228;nken, gelingt es Richard Brouillette mit einfachsten Mitteln uns die Freude daran zur&#252;ck zu geben, Menschen beim Denken zusehen zu k&#246;nnen.</p>
<p><em>L&#8217;Encirclement</em> ist ein filmisches Experiment und Wagnis, das auch den Caligari-Filmpreis h&#228;tte gewinnen k&#246;nnen. Ob damit die schleichende Michael-Moorisierung des politischen Dokumentarfilms aufgehalten werden kann, muss aber bezweifelt werden. Den Panorama-Publikumspreis hat <em>The Yes-Men fix the World</em> gewonnen.</p>
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		<title>+++Forumswiederholungen im Arsenal ab sofort abrufbar+++</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Feb 2009 10:50:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Berlinale]]></category>
		<category><![CDATA[FORUM]]></category>
		<category><![CDATA[Wiederholungen]]></category>

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		<description><![CDATA[In sch&#246;ner alter Tradition werden einige Filme, die im Forum der Berlinale liefen, gleich in den zwei Wochen nach dem Festival wiederholt. Die Termine sind unter diesem LOVE EXPOSURE und der Dokumentarfilm DEFAMATION, die von uns w&#228;rmstens empfohlen werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/ifb_baer_rot.gif" alt="ifb_baer_rot" title="ifb_baer_rot" width="61" height="100" class="alignleft size-full wp-image-2005" /></p>
<p>In sch&#246;ner alter Tradition werden einige Filme, die im Forum der Berlinale liefen, gleich in den zwei Wochen nach dem Festival wiederholt. Die Termine sind unter diesem <a href="http://www.arsenal-berlin.de/nc/de/arsenal/kalender.html?tx_skcalendar_pi1[offset]=1234738800&#038;tx_skcalendar_pi1[datefrom]=&#038;tx_skcalendar_pi1[dateto]=&#038;tx_skcalendar_pi1[targetgroups]=&#038;tx_skcalendar_pi1[categories]=&#038;tx_skcalendar_pi1[locations]=&#038;tx_skcalendar_pi1[organizers]=&#038;tx_skcalendar_pi1[sword]=&#038;tx_skcalendar_pi1[view]=week"_blank">Link</a> ab sofort abrufbar. Mit dabei ist der Caligaripreisgewinner <a href="http://www.dasblogzumhof.de/festivals/berlinale-2009/love-exposure-ai-no-mukidashi-whats-wrong-with-being-a-pervert.php"_blank">LOVE EXPOSURE</a> und der Dokumentarfilm <a href="http://www.dasblogzumhof.de/festivals/berlinale-2009/defamation-die-heilige-kuh-israels.php">DEFAMATION</a>, die von uns w&#228;rmstens empfohlen werden. </p>
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		<title>Caligari-Filmpreis f&#252;r Love Exposure</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Feb 2009 21:45:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sono Sion]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Jury hat entschieden, und sie hat gut entschieden. Der Caligari-Filmpreis, der wichtigste Preis f&#252;r die Filme des Forums, geht dieses Jahr an den japanischen Beitrag Love Exposure (Ai no Mukidashi) von Sono Sion. Die irrwitzige Genre-Mischung um Katholizismus und Perversion hatten wir ja bereits in unserer Kritik hochgelobt. Daher auch unser Beifall an Sono [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1973" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/ai-no-mukidashi3-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" />Die Jury hat entschieden, und sie hat gut entschieden. Der Caligari-Filmpreis, der wichtigste Preis f&#252;r die Filme des Forums, geht dieses Jahr an den japanischen Beitrag <a title="Love Exposure: What's wrong with being a pervert?" href="http://www.dasblogzumhof.de/festivals/berlinale-2009/love-exposure-ai-no-mukidashi-whats-wrong-with-being-a-pervert.php">Love Exposure (Ai no Mukidashi)</a> von Sono Sion. Die irrwitzige Genre-Mischung um Katholizismus und Perversion hatten wir ja bereits in unserer Kritik hochgelobt. Daher auch unser Beifall an Sono Sion, dessen langj&#228;hriges Filmwerk damit endlich einmal geb&#252;hrend anerkannt wird und auch an die Jury, die den Mut hatte, diesen total durchgeknallten Film auszuzeichnen. Aber Mut ist man bei der Caligari-Jury im Gegensatz zum Wettbewerb ja gewohnt.</p>
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		<title>Dorfpunks &#8211;  Jugends&#252;nden, pubert&#228;re Peinlichkeiten und Bier</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Feb 2009 17:54:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Prahl]]></category>
		<category><![CDATA[Lars Jessen]]></category>
		<category><![CDATA[Pubertät]]></category>
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		<category><![CDATA[Schleswig-Holstein]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Lars Jessen Deutschland 2009 93 Min. Bier im Haar und schreckliche Klamotten m&#252;ssen einfach sein. Etwas unfreiwilig &#8211; Pfiffl hat einen »&#220;berraschungsfilm« bei den Special-Screenings f&#252;r Fachbesucher angek&#252;ndigt &#8211; gerate ich in die Rocko-Schamoni-Verfilmung &#252;ber eine 80er-Punk-Clique in Schmalenstedt. Der Film hat das Problem, dass ihm zwar eine sch&#246;ne Authentizit&#228;t gelingt, aber wer m&#246;chte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Regie: Lars Jessen<br />
Deutschland 2009<br />
93 Min.</p>
<table border="0">
<tr>
<td>
<img class="alignleft size-full wp-image-1931" title="dorfpunks1" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/dorfpunks1.jpg" alt="dorfpunks1" width="350" height="233" />
</td>
</tr>
</table>
<h4>Bier im Haar und schreckliche Klamotten m&#252;ssen einfach sein.</h4>
<p>Etwas unfreiwilig &#8211; Pfiffl hat einen »&#220;berraschungsfilm« bei den Special-Screenings f&#252;r Fachbesucher angek&#252;ndigt &#8211; gerate ich in die Rocko-Schamoni-Verfilmung &#252;ber eine 80er-Punk-Clique in Schmalenstedt. Der Film hat das Problem, dass ihm zwar eine sch&#246;ne Authentizit&#228;t gelingt, aber wer m&#246;chte sich schon gern an die eigenen verpeilten Jugends&#252;nden von vollgekotzten Teppichen &#252;ber Klamotten, die v&#246;llig neben der Spur sind, bis hin zu komischen Sex erinnern. Einen gewissen belustigenden Unterhaltungswert hat das aber schon. Zum Gl&#252;ck versucht Lars Jessen nicht, irgendeine nostalgisch-verkl&#228;rende Tiefe &#8211; die ja Schamonis etwas belangloses Buch auch nicht enth&#228;lt &#8211; hineinzuinterpretieren.</p>
<p><span id="more-1922"></span></p>
<p>Den Inhalt muss man wohl nicht gro&#223; erz&#228;hlen und kann man wie folgt verschlagworten: 1984, schleswig-holsteinische Kleinstadt, 17J&#228;hrige. Die eigentliche gro&#223;e Punkwelle ist schon vorbei und kommt mit einiger Verz&#246;gerung auch in den D&#246;rfern an &#8211; oder zumindest das, was dort unter Punk verstanden wird: Sich-Daneben-Benehmen, Punk h&#246;ren und gegen die Spie&#223;igkeit aufmucken.</p>
<p>Lars Jessen (TV-Regisseur: SOKO, Gro&#223;stadtrevier) schafft es, das jugendliche Rumpubertieren der Punkclique ganz ansehnlich zu gestalten und Szenen zu inszenieren, die einen mit einem leisen Erschrecken an die eigene Phase des Aufbegehrens erinnern und einen aus der Distanz auch belustigen. Nat&#252;rlich war damals alles schrecklich, aber gerade deshalb ist es heute auch ganz unterhaltsam.</p>
<p>Wenn Protagonist »Roddy Dangerblood« nach einer versoffenen Nacht fr&#252;h durch &#228;tzende Blockfl&#246;ten-T&#246;ne geweckt wird, bekommt man gleich Kopfschmerzen und ein leeres Gef&#252;hl in der Birne &#8211; man ist froh, dass diese Zeit vorbei ist. Nostalgisch kommt  der Film nicht daher &#8211; insofern ist er ein angenehmes Gegenst&#252;ck zu all dem verkl&#228;rendem Ges&#252;lze &#252;ber die »Ach-so-sch&#246;ne-Jugend«.</p>
<p>Da das ganze in Schleswig-Holstein spielt, bietet es sich an, dem popul&#228;ren Urgestein Axel Prahl einen kleinen Auftritt zu verpassen. Er mimt den Dorfkneipier, der sich in Suff-Laune in eine Frank-Zappa-Ekstase hinsteigert, womit die Jungs &#252;berhaupt nichts anfangen k&#246;nnen. Und als er dann noch halb besoffen singt: »Der sch&#246;nste Hund im Rudel ist der Pudel« &#8211; nehmen sie schnell die Beine in die Hand. Mit den Erwachsenen k&#246;nnen sie nicht viel anfangen und als die Band, die bis auf zwei katastrophale Provinz-Auftritte nie gespielt hat, auseinanderbricht, hat Roddy niemanden mehr, dem er sein jugendliches Leid klagen kann. Die Kommunikation mit der Mutter beschr&#228;nkt sich auf »Wo warst Du?«, »Nimmst Du Drogen?« &#8211; »Was geht dich das an?«, und der Dorfkneipier rennt seinerseits schnell weg, als Roddy ausholt, um von seinen Problemen zu erz&#228;hlen. Jugendlicher sein, hei&#223;t n&#228;mlich, trotz st&#228;ndigem Rumh&#228;ngen mit seinen Freunden, auch viel Alleinsein.</p>
<p>DORFPUNKS ist ein etwas langweiliger Stoff, den ich mir aus eigenen St&#252;cken nie angesehen h&#228;tte. Lars Jessen holt da trotzdem ziemlich viel heraus. Ein ganz ansehnlicher Film &#252;ber Pubert&#228;ts-Leiden und -Peinlichkeiten sowie Freundschaft.</p>
<p><strong>L&#228;uft nicht mehr auf der Berlinale. </strong><br />
<strong>Deutscher Kinostart: 23.4.2009</strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Teenage Response &#8211; Teenage-Monologe</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 23:58:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentarfilm]]></category>
		<category><![CDATA[Experimentalfim]]></category>
		<category><![CDATA[Installation]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstfilm]]></category>
		<category><![CDATA[Teenager]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Eleni Ampelakiotou Deutschland 2009 156 Min. Zehn Minuten nach Filmbeginn sag ich mir in einem ersten &#252;berm&#252;deten Impuls: Nee, das h&#228;ltst du nicht durch: Die Regisseurin l&#228;sst Teenager &#252;ber sich erz&#228;hlen &#8211; der Erz&#228;hlstream bestimmt die Visualit&#228;t. Ungewohnt! Als pl&#246;tzlich der Abspann &#252;ber die Leinwand flimmert, schaue ich verwundert auf die Uhr: Was schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Regie: Eleni Ampelakiotou<br />
Deutschland 2009<br />
156 Min.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1903" title="teenage-response" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/teenage-response.jpg" alt="teenage-response" width="315" height="165" /></p>
<p>Zehn Minuten nach Filmbeginn sag ich mir in einem ersten &#252;berm&#252;deten Impuls: Nee, das h&#228;ltst du nicht durch: Die Regisseurin l&#228;sst Teenager &#252;ber sich erz&#228;hlen &#8211; der Erz&#228;hlstream bestimmt die Visualit&#228;t. Ungewohnt! Als pl&#246;tzlich der Abspann &#252;ber die Leinwand flimmert, schaue ich verwundert auf die Uhr: Was schon zu Ende?</p>
<p><span id="more-1895"></span></p>
<p>13 Teenager oder junge Erwachsene erz&#228;hlen &#252;ber ihre Gedanken, ihr Leben, &#252;ber das, was sie grad am meisten besch&#228;ftigt &#8211; Sexualit&#228;t, Rollenverhalten, Drogen, Eltern, Anekdoten, Arbeit, Freunde &#8211; mit einer Wahrhaftigkeit und Offenheit, die einen erstaunt. Und die Protagonisten sind nicht alle extrovertiert &#8211; es sind auch solche dabei, die Schwierigkeiten haben, sich auszudr&#252;cken, die ein bisschen kryptisch und metaphorisch reden. Und es sind auch welche, die die Gesellschaft als problematisch einstufen w&#252;rde. Wie der &#252;bergewichtige Dieter, der auf Drogen vor die Kamera tritt, und erz&#228;hlt, dass er jetzt schon fast 40 Stunden wach ist. Er spricht &#252;ber sein ADS-Syndrom und wie sie ihn mit Psychopharmaka vollstopft haben. Er wirkt depressiv. Ein anderer bekam die gleiche Diagnose &#8211; und hat einfach gelassen gesagt: »Lasst mich doch so sein wie ich bin. Ich komme gut damit zurecht. Bin eben ein bisschen lebhaft.«</p>
<p>TEENAGE RESPONSE ist ein Kaleidoskop v&#246;llig unterschiedlicher Pers&#246;nlichkeiten. Der Film ist kein Interviewfilm: Man h&#246;rt keine Fragen aus dem Off, er kommentiert und wertet nicht. Er l&#228;sst die Jugendlichen einfach reden, und sie erz&#228;hlen so, wie man in ein Tagebuch schreibt, und das gleicht eher einem Monolog als einem Dialog. Das 160-min&#252;tige Projekt ist nicht voyeuristisch, sondern expressiv.</p>
<p>Man sieht sie sprechen oder wie sie sich das Gesprochene noch einmal anh&#246;ren und mit ihrer Mimik schweigend kommentieren. Bis zu drei Drehtagen haben sie jeweils vor der Kamera gestanden und die Regisseurin hat das Substantielle gefiltert. Dazu wurden R&#228;ume mit unterschiedlichem Licht entworfen &#8211; je nach Stimmungslage des Teenagers. In diesen R&#228;umen, die eher an eine Kunsthalle erinnern, als an Interviewsituationen &#8211; befinden sich Installationen: ein Auto, an dem ein Technikfreak rumbastelt und es besprayt, w&#228;hrend er spricht, um es dann am Ende zu zerst&#246;ren. Oder ein Plattenspieler, der eine Droge symbolisiert, die ein Performance-K&#252;nstler umtanzt. Damit zeigt er die Up and Downs einer Drogenkarriere. </p>
<p>TEENAGE-RESPONSE ist einer der ungew&#246;hnlichen Filme, die man nur auf Festivals zu sehen bekommt, da er auch Kunst- und Experimentalfilm ist. Er sprengt die Grenzen des Gewohnten: Statt Interviews sehen wir Teenage-Monologe, statt kommentierendes und visualisierendes Dokumentarmaterial sehen wir Raum-Lichtinstallationen als Echo des Selbstbildes.</p>
<p><strong>Auf der Berlinale nicht mehr zu sehen. </strong></p>
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		<title>My Dear Enemy: (Meotijn haru): Ein Wiedersehen der besonderen Art</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 18:40:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2009]]></category>
		<category><![CDATA[FESTIVALS]]></category>
		<category><![CDATA[Ha Jung-Woo]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[Jeon Do-Yeon]]></category>
		<category><![CDATA[Komödie]]></category>
		<category><![CDATA[Lee Yoon-ki]]></category>
		<category><![CDATA[Südkorea]]></category>
		<category><![CDATA[Woody Allen]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Lee Yoon-ki Republik Korea 2008 123 Min. Nach einem Jahr der Trennung steht Ex-Freundin Hee-Soo in My Dear Enemy pl&#246;tzlich wieder vor Byoung-Woon. Zum Plaudern ist sie aber nicht gekommen. Der Tag auf der Rennbahn beginnt mit einer &#220;berraschung f&#252;r Byoung-Woon. Er trifft seine Exfreundin Hee-Soo wieder. Leider ist das Treffen nicht ganz zuf&#228;llig. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Regie: Lee Yoon-ki<br />
Republik Korea 2008<br />
123 Min.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1882" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/my-dear-enemy-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /><strong>Nach einem Jahr der Trennung steht Ex-Freundin Hee-Soo in <em>My Dear Enemy</em> pl&#246;tzlich wieder vor Byoung-Woon. Zum Plaudern ist sie aber nicht gekommen.</strong></p>
<p>Der Tag auf der Rennbahn beginnt mit einer &#220;berraschung f&#252;r Byoung-Woon. Er trifft seine Exfreundin Hee-Soo wieder. Leider ist das Treffen nicht ganz zuf&#228;llig. Hee-Soo m&#246;chte die 3.500 Dollar zur&#252;ck, die sie ihm vor einem Jahr geliehen hat. Nicht ganz einfach, denn Byoung-Woon ist dummerweise genauso abgebrannt wie Hee-Soo. Zum Gl&#252;ck kennt der lebenslustige Byoung-Woon eine Menge Frauen, die ihm seltsam bereitwillig Geld geben. Und so verbringen die beiden einen ganzen Tag damit, auf der Suche nach Geld durch die Stadt zu ziehen. <span id="more-1881"></span></p>
<p>Dass es zwischen der vern&#252;nftigen Realistin Hee-Soo und dem liebenswert kindlichen Tr&#228;umer Byoung-Woon nicht recht klappen konnte, wird dem Zuschauer dabei schnell klar. Oder vielleicht doch? Je l&#228;nger der Tag dauert, und je mehr Freundinnen und Freunde die beiden zusammen abklappern, die alle Byoung-Woon ein bisschen Geld geben, desto mehr wird klar, wie sehr die beiden trotz aller Unterschiede sich bedeutet hatten, als sie noch ein Paar waren.</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-1885" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/my-dear-enemy2-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" />Und so kommen sich die beiden im Laufe dieses Tages streitend und doch immer wieder mit einer seltsam z&#228;rtlichen Zuneigung, die zu zeigen sich beide nicht recht trauen, doch wieder n&#228;her. Dass uns Regisseur Lee Yoon-ki ein Happy-End vorenth&#228;lt, muss dabei nicht entt&#228;uschen. Am Ende des Tages haben sie die 3500 Dollar zusammen – fast zusammen. Einen kleinen Schuldschein beh&#228;lt Hee-soo. Grund genug, Byoung-Woon nochmal mit einem Besuch zu &#252;berraschen.</p>
<p>So einfach die Geschichte auch sein mag, Lee Yoon-ki hat daraus ein kleines Meisterwerk gemacht. Als filmisches Vorbild nennt Yoon-ki ganz zu Recht Woody Allen. Und das nicht nur wegen der eingesetzten Jazz-Musik, die <em>My Dear Enemy</em> eine gewisse Zeitlosigkeit gibt. Wie dem gro&#223;en Vorbild Allen gelingt es dem koreanischen Regisseur, dem Film eine spielerische Leichtigkeit und einen feinen leisen Humor zu geben. Und nicht zuletzt die Spielfreude der beiden gro&#223;artigen Schauspieler Jeon Do-Yeon und Ha Jung-Woo sorgt daf&#252;r, dass man diesen kleinen Film nicht so schnell vergisst. Einer der H&#246;hepunkte des diesj&#228;hrigen Forums, der hoffentlich auch den Weg in die deutschen Kinos finden wird.</p>
<p><strong>Wiederholung: CineStar 8 15.02. 19:30</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Von Wegen &#8211; Einst&#252;rzende Neubauten goes VEB Elektrokohle</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 16:24:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Blixa Bargeld]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[heiner müller]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Uli M Schueppel]]></category>
		<category><![CDATA[VEB Elektrokohle]]></category>
		<category><![CDATA[Wendefilm]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Uli M Schueppel Deutschland 2009 91 Min. »Halbg&#246;tter« tuckern in den Wilden Osten. (Foto: Berlinale 09) Am 21.12.1989 gaben die Einst&#252;rzenden Neubauten ihr erstes Konzert in der DDR. Regisseur Uli Schueppel, &#252;brigens auch Animator des Berlinale-Trailers, drehte mit diesem Film keine Musik- sondern eine Wende-Doku, die versucht, die Stimmung in der untergehenden DDR widerzuspiegeln. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Regie: Uli M Schueppel<br />
Deutschland 2009<br />
91 Min.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1874" title="einstuerz_neubauten8" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/einstuerz_neubauten8.jpg" alt="einstuerz_neubauten8" width="345" height="220" /></p>
<p><strong>»Halbg&#246;tter« tuckern in den Wilden Osten. (Foto: Berlinale 09)</strong></p>
<p>Am 21.12.1989 gaben die Einst&#252;rzenden Neubauten ihr erstes Konzert in der DDR. Regisseur Uli Schueppel, &#252;brigens auch Animator des Berlinale-Trailers, drehte mit diesem Film keine Musik- sondern eine Wende-Doku, die versucht, die Stimmung in der untergehenden DDR widerzuspiegeln.</p>
<p><span id="more-1833"></span></p>
<p>Eine wackelige und unscharfe Handkamera zeigt wie die Einst&#252;rzenden Neubauten rumflappsend mit ihrem Tourenbus von Westberlin aufbrechen, um die Grenze nach Ostberlin zu passieren. Zwischendurch berichten ehemalige Konzertbesucher, die durchs heutige Berlin zum einstigen Kulturhaus VEB Elektrokohle in die Herzbergstra&#223;e nach Lichtenberg streifen, &#252;ber ihr Verh&#228;ltnis zur Band: »Blixa Bargeld war f&#252;r uns ein Halbgott« und »Sie standen f&#252;r Modernit&#228;t &#252;berhaupt«. </p>
<p>Wie moderne Halbg&#246;tter sehen sie eigentlich nicht aus, sondern eher wie ungewaschene Kneipen-Linke in Armeeklamotten, die aus <em>Herr Lehmann</em> entsprungen sein k&#246;nnten. Aber dann beim Gepose vor den Kameras und sp&#228;ter auf der B&#252;hne in ihren schwarzen Anz&#252;gen, kommen sie schon ein bisschen wie postmoderne 80er-G&#246;tter r&#252;ber. Blixa Bargeld hatte noch eine Punkfrisur und nicht so eine schleimige wie heute. Arrogante Anwandlungen hatte er allerdings schon damals &#8211; das wird in den Interviews, die er mit ELF99 und dem ZDF f&#252;hrte, deutlich. Insbesondere f&#228;llt der Kontrast zu den DDR-Leuten auf: Eine Roadie-Frau, in einem rosa Smiley-Shirt (!), erkl&#228;rt Blixa, dass Wilhelm-Pieck ein Arbeiterf&#252;hrer war &#8211; denn die Neubauten spielen im Wilhelm-Pieck-Saal des Kulturhauses. </p>
<p>Eigentlich passten die Neubauten nicht in die spie&#223;ige DDR und nur alle, die mehr wollten, als brav in Schablonen zu leben, sammelten sie auf Tapes. Aber da dann die Wende wieder extrem cool und postmodern war, weil jedes DDR-Anr&#252;chige zu einem Symbol des Untergangs wurde &#8211; passte es irgendwie auch, dass die Punk- und Post-Industrial-Band mit ihrer Zerst&#246;rungswut im Wilhelm-Pieck-Saal des VEB Elektrokohle spielte.</p>
<p>Der Film ist etwas mager und das Archivmaterial etwas d&#252;nn. Interessant sind die Interviews, die die Untergangs- und Aufbruchsstimmung, das ambivalente Feeling, sehr authentisch widerspiegeln: Die Ex-Roadie-Frau erz&#228;hlt, wie fremd ihr die Roadies der Band waren. Sie w&#228;re niemals zu einem zwanglosen Gespr&#228;ch hingegangen. So blieb es beim gegenseitigen Be&#228;ugen. Jemand erz&#228;hlt, wie er zu Ostzeiten geschmuggelte Neubauten-Platten-Meetings zelebriert hat und wie sie dann alle versucht haben, die seltsamen Texte, die von »Kernfusionen« und »Hirnlego« handelten, zu entschl&#252;sseln. Die Westberliner Underground-Band war ein Symbol f&#252;r das Andere, das Fremde, das R&#228;tselhafte, das wie der Reisewunsch einfach ein Wunsch nach Ausbruch aus Familie-Arbeit-Tod war. Doch nun, wo alles greifbar nahe schien &#8211; die DDR war noch nicht untergangen, die Wiedervereinigung noch in der Ferne &#8211; wusste man nicht so richtig, was man von dem jeweils Anderen halten sollte. </p>
<p>Die Konzertveranstalterin erz&#228;hlt eine Anekdote, die wohl nur w&#228;hrend der Wendewirren passieren konnte: Bargeld hatte eine Verabredung mit Heiner M&#252;ller, aber M&#252;ller hatte vorher eine Verabredung mit Francois Mitterrand und der ganzen franz&#246;sischen Ministerriege, die sich mit K&#252;nstlern und Intellektuellen treffen wollte, um sich ein Bild &#252;ber den Zustand der DDR zu machen. Erst dachte die Veranstalterin, M&#252;ller sagt wohl ab &#8211; doch dann &#8211; wer wei&#223;, was er denen erz&#228;hlt &#8211;  taucht M&#252;ller mit einigen franz&#246;sischen Ministern im Wilhelm-Pieck-Saal auf. Als sie Blixa Bargeld die Hand sch&#252;tteln, wirkt dieser auf einmal ganz brav und h&#246;flich. </p>
<p>Und als dann M&#252;ller die einleitenden Worte vor dem Konzert spricht, tauen die Fans pl&#246;tzlich auf, die vorher etwas befremdet und verbissen durch den Einlass dr&#228;ngelten. Als h&#228;tte Heiner M&#252;ller nun den Startschuss f&#252;r einen postmodern daherkommenden Westen in Gestalt der Einst&#252;rzenden Neubauten gegeben, der nun auch im Osten Einzug h&#228;lt. </p>
<p>VON WEGEN geh&#246;rt in eine Reihe von Wende- und DDR-Dokus wie <a target="blank" href="http://www.dasblogzumhof.de/festivals/ein-traum-in-erdbeerfolie-comrade-couture.php" >Ein Traum in Erdbeerfolie</a> und <a target="blank" href="http://www.dasblogzumhof.de/festivals/allgemein/sag-mir-wo-die-schoenen-sind-panorama-miss-sozialismus-im-westen.php" >SAG MIR, WO DIE SCH&#214;NEN SIND (Berlinale 08)</a>, die das Leben in der DDR aus heutiger Sicht dokumentieren. Einzigartig ist in dem Uli-Schueppel-Film der Kontrast zwischen Ost und West: Mit der Fokusierung auf die Einst&#252;rzenden Neubauten findet Schueppel eine gelungene Metapher auf das Ergebnis von 40j&#228;hriger Mauer: Ost- und Westvolk standen sich pl&#246;tzlich gegen&#252;ber wie Au&#223;erirdische von verschiedenen Universen. </p>
<p><strong><br />
13.02. 15.30, Colosseum 1<br />
14.02. 22.30, CineStar 7<br />
</strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Alle Anderen/Mitte Ende August &#8211; Stimmt die Chemie? &#8211; Deutsche Filme &#252;ber die (Un)M&#246;glichkeit von Beziehungen</title>
		<link>http://www.dasblogzumhof.de/festivals/allgemein/berlinale-2009/stimmt-die-chemie-ueber-die-unmoeglichkeiten.php</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 01:25:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Birgit Minichmayr]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Gert Voss]]></category>
		<category><![CDATA[goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Improvisation]]></category>
		<category><![CDATA[Lars Eidinger]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturverfilmung]]></category>
		<category><![CDATA[Maren Ade]]></category>
		<category><![CDATA[Marie Bäumer]]></category>
		<category><![CDATA[Milan Peschel]]></category>
		<category><![CDATA[Partner]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspieler]]></category>
		<category><![CDATA[Sebastin Schipper]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlverwandtschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[MITTE ENDE AUGUST Sebastian Schipper 92 Min. Deutschland 2009 ALLE ANDEREN Maren Ade 119 Min. Deutschland 2009 Milan Peschel in H&#246;chstform: MITTE ENDE AUGUST (Forum). Zwei &#228;u&#223;erst interessante Filme, made in Germany, diskutieren partnerschaftliche Beziehungen. Sowohl Schipper als auch Ade haben Theaterschauspieler improvisieren lassen. Schipper nahm Anleihen bei Goethe und produzierte trotzdem einen sehr eigenst&#228;ndigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>MITTE ENDE AUGUST</strong><br />
Sebastian Schipper<br />
92 Min.<br />
Deutschland 2009</p>
<p><strong>ALLE ANDEREN</strong><br />
Maren Ade<br />
119 Min.<br />
Deutschland 2009</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1801" title="mitte-ende" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/mitte-ende.jpg" alt="mitte-ende" width="300" height="166" /></p>
<p><strong>Milan Peschel in H&#246;chstform: MITTE ENDE AUGUST (Forum).</strong></p>
<p>Zwei &#228;u&#223;erst interessante Filme, made in Germany, diskutieren partnerschaftliche Beziehungen. Sowohl Schipper als auch Ade haben Theaterschauspieler improvisieren lassen. Schipper nahm Anleihen bei Goethe und produzierte trotzdem einen sehr eigenst&#228;ndigen Film, der vor allem durch schauspielerische Leistung gl&#228;nzt, und Ade f&#252;hrt einen Tiefendiskurs &#252;ber die Schwierigkeit einer harmonischen Beziehung. <span id="more-1751"></span></p>
<p>Frei nach den »Wahlverwandtschaften« von &#8220;olle&#8221; Goethe, einem Autor, der mich &#252;berhaupt nicht ins Kino lockt, verfilmte Schipper einen Film &#252;ber das Paar Thomas und Hanna, das sich in Brandenburg ein Landhaus kauft und so lange gl&#252;cklich ist, bis ankommende Verwandte und Bekannte die Beziehung st&#246;ren.</p>
<p>Sebastin Schipper hat mit Goethe auch nicht viel am Hut, obwohl er ein bisschen damit kocketiert, wie fasziniert er von dem Buch gewesen sei, ohne aber sagen zu k&#246;nnen, warum. Er gibt sogar zu, sich wie ein »Dieb« bedient zu haben &#8211; das ist das beste, was er &#252;berhaupt machen konnte. Nichts ist unertr&#228;glicher, als die arschlangweiligen Literaturverfilmungen, die immer an der Vorlage kleben bleiben und nichts Eigenes entwickeln &#8211; man kennt sie ja zur Gen&#252;ge.</p>
<p>Schipper klaut sich also die Idee Goethes und improvisiert mit einer Handvoll Theaterschauspielern, also solchen, die wirklich spielen k&#246;nnen. Herausgekommen ist ein Schauspielerfilm, der einfach sch&#246;n anzusehen ist und Spa&#223; macht: Milan Peschel als Thomas geht v&#246;llig ab und spielt den quirligen, v&#246;llig aufgedrehten, niemals erwachsengewordenen, symphatischen Allrounder. Er bestimmt die erste H&#228;lfte des Films. Doch sobald er sich zur&#252;cknimmt &#8211; er merkt, dass Hanna (Marie B&#228;umer) sich von ihm zur&#252;ckzieht &#8211; verliert der Film. Es gibt nochmal einen H&#246;hepunkt, als der Vater von Hanna (Gert Voss, derzeit beim Wiener Burgtheater verpflichtet) die B&#252;hne betritt: Dieser Typ hat einen F&#252;nf-Minuten-Auftritt und schafft es in dieser Zeit, alle an die Wand zu spielen &#8211; keine Wunder, man gucke sich seine B&#252;hnenerfahrung und sein Repertoire (Peymann, Tabori, Zadek, Langhoff) einfach mal auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gert_Voss">Wiki</a> an.</p>
<p>Switch back to &#8220;olle&#8221; Goethe: Soweit ich mich erinnere, ging es in »Wahlverwandtschaften« um die Analogie zwischen menschlichen Beziehungen und chemischen Elementen: Ein Element hat zum anderen Element eine Affinit&#228;t, es verbindet sich oder aber es st&#246;&#223;t das andere ab. Das h&#228;ngt von der Anzahl der Elektronen ab. (Hie&#223;en die Teile auf der &#228;u&#223;eren Schale so?) Dieser Vergleich ist ganz nett, aber irgendwie banal komisch.</p>
<p>Schipper »klaut« sich diese Grundidee und l&#246;st sie szenisch sehr gut auf: Zum Beispiel, wenn der Bruder von Thomas (André M. Hennicke), beruflich pleite, von seiner Frau und den Kindern verlassen, bei einem n&#228;chtlichen Mahl Hanna zufl&#252;stert, wie Schei&#223;e es ihm eigentlich geht, so stimmt die Chemie zwischen den beiden, denn Hanna geht es &#228;hnlich. Doch dann platzen die andern hinein und zerst&#246;ren diese negative Affinit&#228;t.</p>
<p>Es finden sich eine Menge sehr gut entwickelter Szenen, aber wie bei jedem interessanten Film, gibt es auch etwas zu meckern: Die Figuren sind sehr unausgewogen. Die Frauen-Figuren habe ich nicht so richtig verstanden und finde es schade, dass sie nicht zu Ende entwickelt wurden. Anna Br&#252;ggemann (Augustine) und auch Marie B&#228;umer (Hanna) gehen unter im Spiel der M&#228;nner: Ihre Motive, ihre schauspielerischen Qualit&#228;ten kommen nicht so zur Geltung.</p>
<p><strong>Trotzdem: Ein sehr interessanter, unterhaltsamer, sch&#246;ner und sehenswerter Film, der einfach unheimlichen Spa&#223; macht. </strong></p>
<p>In ALLE ANDEREN von Maren Ade gibt es gewisse Parallelen &#8211; und trotzdem ist dieser Film einfach anders. Wie auch in MITTE ENDE AUGUST sehen wir mit Birgit Minichmayr (Gitti) und Lars Erdinger (Chris) B&#252;hnenschauspieler. Dieser Film ist vor allem ein Kammerspiel, ein Beziehungsdrama, das um 22.30 Uhr in der Urania, dem &#252;berm&#252;deten Berlinale-Besucher sehr viel abverlangt &#8211; und &#8211; was mich angeht &#8211; ihn trotzdem bei der Stange halten kann. ALLE ANDEREN ist eine interessante und ausgeflippte Beziehungsstudie.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1800" title="ade" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/ade.jpg" alt="ade" width="300" height="200" /></p>
<p><strong>Ein Tiefendiskurs &#252;ber die M&#246;glichkeit und die Unm&#246;glichkeit einer Beziehung. In Maren Ades Beziehungsdrama ALLE ANDEREN treiben Chris und Gitti ein seltsames Spiel miteinander. (Wettbewerb).</strong></p>
<p>Kurz der Inhalt: Gitti und Chris machen Urlaub auf dem italienischen (oder war es griechischem) Grundst&#252;ck von Chris´Eltern und haben vor allem eins: Viel Zeit, sich anzu&#246;den, viel Zeit, alles durchzukauen. Und diese Spielerei miteinander, findet dann 119 Minuten lang extrem dialoglastig statt. Daf&#252;r hat nicht jeder Zuschauer oder jeder Kritiker die Nerven. Man muss sich schon ein bisschen auf den Exkurs von Ade einlassen k&#246;nnen.</p>
<p>Wie auch in MITTE ENDE AUGUST wird die Beziehung zwischen Gitti und Chris gest&#246;rt, jedoch nicht so brachial, sondern mit leiseren T&#246;nen. Da gibt es den Freund der Eltern, Hans. Er hat ein Nachbargundst&#252;ck. Gitti und Chris haben eigentlich gar keinen Bock auf eine Begegnung mit ihm und verstecken sich. Es gibt eine extrem lustige Szene, als die beiden den Nachbarn im Supermarkt ersp&#228;hen und vor ihm fl&#252;chten wollen, doch dann hat er sie entdeckt und schon sind sie auf ein Essen festgenagelt.</p>
<p>Das abendliche Essen, im Film nimmt es nur wenige Minuten ein, ver&#228;ndert die Beziehung zwischen Gitti und Chris sofort. Nicht, dass wir wieder bei Goethe und seinen Elementen angelangt w&#228;ren &#8211; ALLE ANDEREN &#8211; ist weniger banal als Goethe: Sana, die Frau von Hans (Nicole Marischka, tolle Schauspielerleistung) erwartet ein Baby. Sie erz&#228;hlt, dass sie letzte Nacht einen Alptraum hatte: Ihr Kind war eine Giraffe, mit der, wer will es ihr ver&#252;beln, sie nicht so richtig klar kam. Doch dann kommt der starke Mann an ihrer Seite, Hans, und hilft ihr mit dem schwierigen »Baby«. Schnell wird klar, dass Hans der Retter in ihrem Alptraum ist und Sana das untergeordnete Rehlein. Gitti und Chris bekommen eine Beziehung in v&#246;lliger Harmonie vorgef&#252;hrt. Ade zeigt das in wenigen Minuten. Geniale Szene.</p>
<p>Doch wo liegt das Problem zwischen Gitti und Chris? Nach Goethes Theorie w&#228;ren die beiden zwei absto&#223;ende Elemente: Gitti, eine ausgeflippte Frau, die von Chris mehr Risiko fordert &#8211; im Beruf, im Urlaub &#8211; hat sich dummerweise in einen Langweiler verliebt, der berufliche Sicherheit will und abends im Urlaub keinen Bock mehr auf Disko-Rumzieherei hat. Das w&#228;re zu einfach.</p>
<p>Ursula Werner, (»Wolke Neun«) Gastkritikerin bei Radio Eins, interpretierte Ades Drama politisch-soziologisch: »Ich betrachte das als eine heutige Schwierigkeit, sorgenlos leben zu k&#246;nnen. Die jungen M&#228;nner haben Schwierigkeiten, sich im Leben zurechtzufinden, was die Arbeit angeht. Sie haben keine feste Basis mehr, Liebe, verbunden mit Familie, Kinder, aufzubauen&#8230;« (Radio-Eins-Live-Mitschnitt: Interview Knut Elstermann mit Ursula Werner in der Maxx-Bar)</p>
<p>Geht es wirklich um soziale Sicherheit, die die Beziehung so disharmisch ablaufen l&#228;sst?<br />
ALLE ANDEREN ist kein Sozialdrama. Dass Chris als Architekt um Auftr&#228;ge ringt, ist ein Nebenthema, das Ade zwar streift, doch darum geht es nicht substantiell. Es geht um die partnerschaftliche Beziehung an sich. Daran reiben sich beide und das macht den Film unheimlich interessant: Keiner von beiden ist bereit, eine Rolle einzunehmen. Sie wollen sich nicht festlegen, sie wollen nicht so sein, wie sie vom anderen wahrgenommen werden (und sie wissen auch gar nicht, wie der andere sie wahrnimmt); Dadurch haben sie auch eine gest&#246;rte Selbstwahrnehmung.</p>
<p>Ades Film ist schon fast ein philosophischer Diskurs &#252;ber die gl&#252;ckliche oder ungl&#252;ckliche Beziehung. Die Regisseurin verhandelt auch das Thema Selbstaufgabe: Hat sich Sana aufgegeben, um in einer gl&#252;cklichen Beziehung mit Hans leben zu k&#246;nnen? Was ist, wenn man nicht dazu bereit ist, sich selbst aufzugeben? Gitti ist es nicht.</p>
<p>ALLE ANDEREN ist f&#252;r mich bisher einer der interessantesten Filme der Berlinale &#8211; er verlangt Konzentration und Ausdauer.</p>
<p><strong>MITTE ENDE AUGUST<br />
13.02., 22.15, Cubix 9 </strong></p>
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		<title>Material &#8211; Resteverwertung</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 23:01:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2009]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[egon krenz]]></category>
		<category><![CDATA[fritz marquardt]]></category>
		<category><![CDATA[heiner müller]]></category>
		<category><![CDATA[land deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[thomas heise]]></category>
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		<description><![CDATA[Regie: Thomas Heise Deutschland 2009 166 Min. 12.02. 19:30, CinemaxX 4 14.02. 15:15, Arsenal 1 Bei MATERIAL handelt es sich um die &#220;berreste aus 20 Jahren Filmarbeit des Wendedokumentaristen Thomas Heise. Dies und die stattliche L&#228;nge wird den einen oder anderen vielleicht abschrecken, da er aneinander geh&#228;ngte Filmschnippsel erwartet. Dem ist aber nicht so. Ganz im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie: Thomas Heise<br />
Deutschland 2009<br />
166 Min.</strong></p>
<p><strong>12.02. 19:30, CinemaxX 4<br />
14.02. 15:15, Arsenal 1</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1634" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/heise.jpg" alt="heise" width="300" height="225" /></p>
<p>Bei MATERIAL handelt es sich um die &#220;berreste aus 20 Jahren Filmarbeit des Wendedokumentaristen Thomas Heise. Dies und die stattliche L&#228;nge wird den einen oder anderen vielleicht abschrecken, da er aneinander geh&#228;ngte Filmschnippsel erwartet. Dem ist aber nicht so. Ganz im Gegenteil: Diese Reste sind mehr als nur &#220;berbleibsel. <span id="more-1511"></span></p>
<p>MATERIAL besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil wird vor allem dominiert von Aufnahmen der Demonstration am 04. November 1989 auf dem Alexanderplatz und von der (l&#228;ngst vergessenen) Demonstration der SED-Basis am 08. November 1989 vor dem ZK-Geb&#228;ude. Letzterem wird mehr Raum einger&#228;umt. Interessant war hierbei f&#252;r mich (nat&#252;rlich retroperspektiv betrachtet), wie viele dabei immer noch an einen Neuanfang in der DDR glaubten und wieviel Unmut &#252;ber die SED-F&#252;hrung sich auch unter den Genossen der Basis angestaut hatte. Aber auch wie Krenz und Schabowski sich noch im Besitz der Macht w&#228;hnten, die sie l&#228;ngst verloren hatten.</p>
<p>Der zweite Teil zeigt Stellungsnahmen von Strafgefangenen aber auch von Strafvollzugsbeamten anl&#228;sslich einer Revolte im Zuchthaus Brandenburg Anfang Dezember 1989. Hierbei fiel mir vor allem die Sprache der Gefangenen auf. Sicher im typischen DDR-Duktus stellten die vor allem jungen Gefangenen ihren Standpunkt und ihre Forderungen in einer sehr klaren Form dar, wie man es heute von jungen Strafgefangenen  nicht mehr erwarten w&#252;rde. Die geschilderten Verh&#228;ltnisse in den Gef&#228;ngnissen (auch die Sicht der W&#228;rter) und die Situation der Gefangenen nach ihrer Freilassung in der DDR waren mir bisher noch nicht so bewusst und machten mich betroffen. Ein Thema, mit dem man sich in jedem Fall weiter besch&#228;ftigen sollte.</p>
<p>Wie ein roter Pfaden &#8211; wohl auch zur Auflockerung gedacht &#8211; ziehen sich die Aufnahmen von Fritz Marquardt durch den Film. Wer die Einf&#252;hrung nicht gelesen hat, erf&#228;hrt nicht, dass es sich hierbei um die Arbeiten zur Inszenierung von Heiner M&#252;llers »Germania Tod in Berlin« handelt. Die herrlichen Streitgespr&#228;che, vor allem mit seinem B&#252;hnenbildner Karl, k&#246;nnten wahrscheinlich bei jedem anderen St&#252;ck und auch an jedem anderen Ort der Welt in einem Theater stattfinden.</p>
<p>Hinzu kommen Aufnahmen verschiedenster Ereignisse der unmittelbaren Nachwendezeit. MATERIAL ist definitiv keine wilde Zusammenstellung irgendwelcher Filmschnipsel, sondern eine durchdachte und empfehlenswerte Videocollage.</p>
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		<title>Haiti Chérie: der allt&#228;gliche Hunger</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 22:53:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Claudio Del Punta]]></category>
		<category><![CDATA[Dominikanischen Republik]]></category>
		<category><![CDATA[haiti]]></category>
		<category><![CDATA[Hunger]]></category>
		<category><![CDATA[Kulinarisches Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtlosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sklaverei]]></category>
		<category><![CDATA[Unterdrückung]]></category>

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		<description><![CDATA[Haiti Chérie Italien 2007 Regie: Claudio Del Punta Sektion: Kulinarisches Kino Der Film handelt von einem haitianischem Liebespaar, das die Armut auf eine Zuckerrohrplantage in der Dominikanischen Republik verschlagen hat. Dort herrschen albtraumhafte Zust&#228;nde wie zu schlimmsten Sklavenhalterzeiten. Die junge Frau &#8211; sie hat zu Beginn des Filmes ihr Baby verloren &#8211; will zur&#252;ck nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Haiti Chérie<br />
Italien 2007<br />
Regie: Claudio Del Punta<br />
Sektion: Kulinarisches Kino</strong></p>
<dl>
<dt><img class="size-full wp-image-1778" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/haiti-cherie.jpg" alt="Haiti Chérie" width="320" height="245" /></dt>
</dl>
<p>Der Film handelt von einem haitianischem Liebespaar, das die Armut auf eine Zuckerrohrplantage in der Dominikanischen Republik verschlagen hat. Dort herrschen albtraumhafte Zust&#228;nde wie zu schlimmsten Sklavenhalterzeiten.</p>
<p><span id="more-1760"></span> Die junge Frau &#8211; sie hat zu Beginn des Filmes ihr Baby verloren &#8211; will zur&#252;ck nach Haiti, wo sie sich ein besseres Leben erhofft. Ihr Mann dagegen hat die Hoffnung auf ein besseres Leben aufgegeben. Erst als ein W&#228;rter versucht, die Frau zu vergewaltigen, fliehen sie mit Hilfe zur&#252;ck nach Haiti. Aber auch hier wartet nicht das Gl&#252;ck&#8230;</p>
<p>Der Regisseur greift kaum zu dramatisierenden Mitteln, er zeigt einfach nur die allt&#228;gliche Armut und Rechtlosigkeit dieser Menschen. Die Handlung wird sehr langsam, aber nicht langweilig erz&#228;hlt, um dadurch die Zust&#228;nde anzuklagen. Die geschilderten Verh&#228;ltnisse sind eben f&#252;r diesen Teil der Welt v&#246;llig normal. Als ich den Film sah, erinnerte ich mich an meinen Kubaaufenthalt vor einigen Jahren. Auch dort habe ich Armut gesehen, aber diese ist nicht zu vergleichen mit der Situation in Haiti und der Dominikanischen Republik, die dieser Film zeigt und anprangert.</p>
<p>Ich kann den Film uneingeschr&#228;nkt empfehlen, da er eigentlich nur eine einfache Geschichte erz&#228;hlt und nicht propagandistisch daher kommt.</p>
<p>Negativ war eigentlich nur der Rahmen, in dem der Film gezeigt wurde: <strong>Kulinarisches Kino</strong>. Was sich die Organisatoren dabei gedacht haben, in dieser Reihe einen Film &#252;ber bettelarme, entrechtete hungernde Menschen zu zeigen und danach die Zuschauer &#8220;kulinarisch im Spiegelzelt bewirten&#8221; (O-Ton des Moderators) zu wollen, ist mir absolut schleierhaft. Dabei kann (sollte!) einem nur jeder Bissen im Halse stecken bleiben. &#220;brigens als Er&#246;ffnungsfilm f&#252;r die Sektion Kulinarisches Kino lief Food Inc.. Die Geschmacklosigkeit dieser Reihe ist also kein Versehen, sondern Programm.</p>
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