3 dias, Before the Fall (Panorama) – Spanischer Alptraum
Regie: F. Javier Gutiérrez
Spanien 2008
93 Min.
Wer ist dieser mysteriöse Fremde, der die ganze Zeit vorm Haus rumlungert?
In 72 Stunden geht die Welt unter. Überall bricht Chaos aus. Da die Sträflinge aus den Gefängnissen fliehen, hat Rosa Angst, dass sich einer an ihrem Sohn rächen könnte. Genremix zwischen Weltuntergangsfilm und hartem Horrorthriller, dem es gelingt, eine düstere alptraumhafte Atmossphäre zu schaffen. Absolut nix für Nervenschwächelnde!
16.2., 14.00 Uhr, International, OmE
Ein Meteorit rast auf die Erde zu. Da die Einschläge nicht vorherbestimmbar sind, ist Flucht sinnlos. Rosa lebt zusammen mit ihrem schon erwachsenen Sohn Ale und als sie durch die Medien von der Katastrophe erfährt, will sie sofort zum abgelegenen Haus von Tomás, ihrem zweiten Sohn, aufbrechen Auf dem Weg durch die Stadt müssen sie sehen, dass die Menschen plündern, morden und Selbstmord begehen. Das Haus von Tomás liegt an einem Feldweg in der Pampa. Mit Entsetzen stellen Großmutter Rosa und Onkel Ale fest, dass die vier Kinder allein sind und von der Katastrophe noch nichts erfahren haben. Letzteres soll auch so bleiben. Rosa hat noch einen Grund zur Angst: Als Kind hatte Tomás einen Killer der Justiz ausgeliefert. Da die Sträflinge aus den Gefängnissen fliehen, fürchtet sie, er könne Rache an Tomás Familie nehmen. Damit hat sie nicht so unrecht.
Regisseur Gutiérrez erzeugt eine Atmossphäre des äußersten Unbehagens, die er ins Alptraumhafte steigert. Die Familie ist nicht nur örtlich abgeschnitten. Durch die Katastrophensituation, in der das Schicksal einer einzigen Familien nicht interessiert, ist sie auch absolut auf sich allein gestellt. Mit minimalen Mitteln, wie einem tropfendem Wasserhahn, einem düsteren Wald und vor allem über die Tonebene schafft es Gutiérrez die Grenzen zwischen Realität und Traum zu verwischen, und eine ungeheure Spannung aufzubauen.
Dass der Horror- und Fantasyfilm in Spanien Tradition hat, darauf hat Juan Antonio Bayona, der Regisseur des gerade im Kino angelaufenen Films »Das Waisenhaus«, in einem Interview mit Frank Arnold hingewiesen. Vorbild für ihn waren die Filme von Carlos Saura, die für ihn als Kind wie Horrorfilme waren. Im Spanien Francos war es nicht anders möglich, als eine beängstigende Atmossphäre über Geister- und Horrorfilme auszudrücken. »Pans Labyrinth« von Guillermo de Toro, der letztes Jahr auch bei uns im Kino gelaufen ist, hat dies bereits thematisiert.
Diese Bezüge verleihen dem spanischen Horror- und Fantasyfilm eine gewisse Authentizität; es schimmert ein bisschen mehr durch, als die pure Unterhaltung, wenn Rosa mit aller Macht ihre Familie schützen will. Schwach wird der Film 3 DIAS erst dann, wenn er sich zu sehr auf die Genrekonventionen verlässt. Das passiert aber erst am Ende, wo es zum finalen Kampf zwischen Ale und dem Killer kommt.



