My Own Private Festival (4)
Tagesration
Montagmorgen: 6-7 h geschlafen. Club Mate wird zur Droge. Ich brauche alle zwei Stunden eine Flasche. Habe erstens das Problem, dass ich das Zeug warm nicht runterbekomme und dass Mate eine Körper-Laufzeit von ca. 90 Minuten hat und dann raus will. Ich brauche also Filme, die deckungsgleich sind oder ich muss einen Randplatz suchen. Muss mal gucken, obs das Zeug gekühlt in den Potse-Arcarden gibt.
Holger, inzwischen hier eingezogen, ist schon zu einem Godard losgestürmt. Bevor ich zu meinem ersten Film gehe, muss ich noch zum Kartenvorverkauf für Donnerstag. Inzwischen ändern sich die langaufgestellten Pläne permanent – zur Zeit habe ich noch keinen einzigen Zeitungsartikel geschafft, man lässt sich nur durch Mundpropaganda bei der Filmauswahl manipulieren.
Filme am Sonntag, u. a. DUE VITE PER CASO (ONE LIFE, MAYBE TWO). Könnte ein Anwärter auf den Panorama-Publikumspreis sein. Ein wütender, politischer Film – aus Italien (wen wunderts!). Story: Der Protagonist fährt auf einen Wagen auf – die Insassen: Zivilbullen. Sie verprügeln den Protagonisten und seinen Freund. Regisseur Aronadio spielt nun zwei Möglichkeiten durch, wie der Protagonist mit dieser Geschichte umgeht. Beide Wege führen zu einer Radikalisierung. Am Ende steht er sich selbst gegenüber: Als Demonstrant mit einem Stein und als Carabinieri mit der Schußwaffe.


