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	<title>Blog zum Hof &#187; Dustin Hoffman</title>
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		<title>Passion &amp; Poetry: The Ballad of Sam Peckinpah</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 18:09:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neu auf DVD]]></category>
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		<description><![CDATA[Regie: Mike Siegel 115 Minuten (OmU) bereits erschienen auf DVD am: 14.8.2009 Der Peckinpah-Experte und -fan Mike Siegel hat ein unabh&#228;ngiges und finanziell schwierig zu realisierendes Filmprojekt &#252;ber den Ausnahmeregisseur realisiert, das fast unbemerkt nur auf DVD erschienen ist. Es ist keine filmhistorische Abhandlung &#252;ber Peckinpah, sondern vor allem eine Biographie &#252;ber einen an der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> Mike Siegel<br />
115 Minuten (OmU)<br />
<strong>bereits erschienen auf DVD am: 14.8.2009</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2474" title="Passion_Poetry" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/09/Passion_Poetry1.jpg" alt="Passion_Poetry" width="250" height="370" /></p>
<p><strong>Der Peckinpah-Experte und -fan Mike Siegel hat ein unabh&#228;ngiges und finanziell schwierig zu realisierendes Filmprojekt &#252;ber den Ausnahmeregisseur realisiert, das fast unbemerkt nur auf DVD erschienen ist.</strong></p>
<p>Es ist keine filmhistorische Abhandlung &#252;ber Peckinpah, sondern vor allem eine Biographie &#252;ber einen an der Filmindustrie gescheiterten und in der &#214;ffentlichkeit umstrittenen K&#252;nstler, der &#252;ber sich sagte: »All my life, everything what I am is upon that screen.« Es ist die Ballade &#252;ber Sam Peckinpah, die bisher nur seine engsten Mitarbeiter, Schauspieler und seine Familie kannten. Gleichzeitig ist Mike Siegels Audiokommentar auch ein pers&#246;nlicher Fanbericht.</p>
<p><span id="more-2472"></span></p>
<p>Das Zitat von Sam Peckinpah h&#246;ren wir gleich zweimal in der Er&#246;ffnungssequenz, w&#228;hrend die Kamera den Drehort von Mapaches Hazienda (THE WILD BUNCH, 1969) einf&#228;ngt. Mike Siegel verweigert sich Peckinpahs Selbsteinsch&#228;tzung und sagt gleich zu Beginn im Audio-Kommentar, dass es ihm nicht um das Werk des Regisseurs geht, sondern um Peckinpahs Leben, um ein Leben, dass – so Siegel &#8211; »sehr schwer zu erfassen ist«, weshalb sich das Projekt &#252;ber Jahre hinzog. Ein weiterer Grund, warum der Film, welcher 2000 seinen Ausgangspunkt nahm, erst jetzt und nur auf DVD erscheint, sind die komplizierten finanziellen Rahmenbedingungen unabh&#228;ngigen Filmeschaffens  – dazu sp&#228;ter ein paar Randbemerkungen.</p>
<p>Gleich zu Beginn sehen wir Peckinpah bei seinen letzten Dreharbeiten, zwei Monate vor seinem Tod: bei einem Videoclip-Dreh irgendeiner Band. Wie konnte er so tief absteigen?</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2482" title="rideSherrif" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/09/rideSherrif.jpg" alt="rideSherrif" width="400" height="172" /></p>
<p><strong>Joel McCrea in RIDE THE HIGH COUNTRY (1962)</strong></p>
<p>Biographische Kindheitsspuren erz&#228;hlt Peckinpahs Schwester, Fern Lea Peter: Sie sind in den Bergen aufgewachsen. Der Gro&#223;vater war Richter und Anwalt, und die Familie z&#252;chtete Vieh. Die damals F&#252;nfj&#228;hrige erinnert sich an den letzten Viehtrieb: Sie weinte als die Ohren der K&#252;he f&#252;r die Erkennungsmarken aufgeschlitzt wurden, weil das Blut spritze. Der Gro&#223;vater war resolut: »Wenn du heulst, verschwinde von hier!« &#8211;  »Ein gewisses Verhalten wurde von uns erwartet….Es gab viel Ehre und Dinge, die man besser nicht tat.« &#8211; Das Thema, dass Ehre, Moral, Integrit&#228;t in einer sich ver&#228;ndernden, gewaltt&#228;tigen Welt an Bedeutung verlieren, zieht sich wie ein roter Faden durch Peckinpahs Filme. Gleich in seinem zweiten Spielfilm, der Sp&#228;twestern RIDE THE HIGH COUNTRY (SACRAMENTO, 1962), legt er seinem alterndem Westernhelden (Joel McCrea) die Worte seines Vaters in den Mund: »Alles was ich will, ist mein Haus als rechtschaffener Mann zu betreten.« &#8211; Sich nicht Verkaufen, kein Einknicken, sauber bleiben.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2489" title="peckinpah2" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/09/peckinpah21.jpg" alt="peckinpah2" width="250" height="199" /></p>
<p><strong>Sam Peckinpah bei Dreharbeiten</strong></p>
<p>W&#228;hrend der Dreharbeiten zu SCARAMENTO, seinem gerade mal zweiten Spielfilm, kommt es zum Knatsch mit MGM. Die Dreharbeiten im Freien sind zu teuer und ohne den Regisseur zu informieren, verlegt sie MGM kurzerhand ins Studio. Das war keine Provokation, sondern offenbar Ausdruck, welchen Stellenwert man in Hollywood dem Regisseur beima&#223;.<br />
»All my life, everything what I am, is upon that screen« &#8211; MGM ist aber nicht an einem Kunstwerk interessiert, sondern daran m&#246;glichst schnell aus der tiefen finanziellen Krise zu kommen. Daf&#252;r brauchte Metro-Goldwyn-Mayer vor allem massenkompatible Filme.</p>
<p>Beim n&#228;chsten Peckinpah-Film MAJOR DUNDEE (1965) kommt es zum gro&#223;en Knall: Gleich zu Beginn sagt der neue Produzent, Jerry Bresler, er werde den Film zerst&#246;ren. (So, w&#246;rtlich Peckinpah aus dem Off.) Und so passierte es auch: Er zerschnitt den Film. Peckinpah wehrte sich, jagte Produzenten vom Set – und landete auf einer inoffiziellen »Schwarzen Liste«. Er erhielt keine Auftr&#228;ge mehr.<br />
Mit dem Studiosystem und Peckinpah knallten zwei Welten aufeinander: eine Kinoindustrie in der Krise vs. einem Mann, dem Ehre, Rechtschaffenheit, Integrit&#228;t und Kunstwerk extrem wichtig waren. Und einem Mann, der nicht nur einfach ein Regisseur war, sondern, der f&#252;r seinen Film bis zum &#228;u&#223;ersten ging.</p>
<p>Denn so resolut er gegen&#252;ber den Studios war, so sprang er auch mit seinen Schauspielern um. Hauptsache sie lieferten ihm das, was er sehen wollte. Besonders deutlich wird das bei den Dreharbeiten zu STRAW DOGS (Wer Gewalt s&#228;ht, 1971 – in Deutschland Dank Mike Siegel seit 2007 unverst&#252;mmelt erh&#228;ltlich).</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-2481" title="Straw-Dogs" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/09/Straw-Dogs.jpg" alt="Straw-Dogs" width="250" height="358" /></p>
<p><strong>Die Medien urteilten &#252;ber Peckinpah zwiesp&#228;ltig, aufgrund seiner ausufernden Gewaltdarstellungen. <em>New-Yorker</em>-Kritikerin Pauline Kael bezeichnete STRAW DOGS (1971) als »ein faschistisches Kunstwerk«. </strong></p>
<p>So, Produzent Dan Melnick: »Dustin [Hoffman] in the beginning was very close to her [Susan George] and they were together all the time. He was relating to her and Sam [Peckinpah] was relating to her as the character David related to the character Amy. And as their marriage started to fell the strain [im plot, K.], they startet behaving to her in that obscene way, with that strain and hostility….«</p>
<p>Peckinpah manipulierte und kontrollierte die Schauspieler und wandte dabei sehr unsch&#246;ne Methoden an.</p>
<p>Trotzdem fand er aber immer wieder Unterst&#252;tzer und somit konnte er das Drehbuch zu THE WILD BUNCH umschreiben, dass er schlie&#223;lich mit Warner umsetzte. Und er drehte JUNIOR BONNER (1971) mit Steve McQueen. Die schon X-mal verfilmte Geschichte um Pat Garett und Billy the Kid setzte er wieder mit MGM um, die den Film erheblich schnitten. Die Dreharbeiten waren eine Zerrei&#223;probe f&#252;r die gesamte Crew und Peckinpah permanent betrunken. BRING ME THE HEAD OF ALFREDO GARCIA (1971) und THE KILLER ELITE (1975) blieben erfolglos und Peckinpah hatte inzwischen starke Probleme mit Alkohol und Drogen. Die Angebote blieben aus. 1977, als Peckinpah den Kriegsfilm STEINER &#8211; DAS EISERNE KREUZ, seinen vorletzten Film, drehte, waren die Dreharbeiten deutlich von Peckinpahs Alkoholproblemen &#252;berschattet. Er trank bis zu vier Flaschen Schnaps an einem Drehtag.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2509" title="the-wild-bunch-1-1024" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/09/the-wild-bunch-1-1024.jpg" alt="the-wild-bunch-1-1024" width="300" height="225" /></p>
<p><strong>Filmplakat zu THE WILD BUNCH (1969)</strong></p>
<p>PASSION &amp; POETRY ist eine Collage von Talking Heads (u. a. James Coburn, Ernest Borgnine, Kris Kristofferson, Senta Berger, Ali MacGraw, L. Q. Jones, R. G. Armstrong, Mario Adorf), die unz&#228;hlige Anekdoten erz&#228;hlen, Standfotos, Aufnahmen vom Filmdrehs, Tonbandaufnahmen und Interviews mit Peckinpah sowie Ausschnitten aus Werbetrailern der Peckinpah-Filme. Trotz gro&#223;er Aufmerksamkeit und positiver Resonanz f&#252;r sein Projekt und der Teilnahme an verschiedenen Filmfestvials konnte Mike Siegel keinen Finanzier finden. Ein geplanter ARTE-Themenabend, der den Film h&#228;tte mitfinanzieren k&#246;nnen, scheiterte an einem einzelnen Menschen (!) im ZDF. Um das Projekt doch noch durchziehen zu k&#246;nnen, blieb Siegel nur ein Ausweg: Er musste die teuren Filmclips rausschneiden und mit Ausz&#252;gen aus Werbetrailern versehen.</p>
<p>PASSION &amp; POETRY setzt eine Kenntnis der Peckinpah-Filme voraus, denn plots werden nicht erz&#228;hlt. Andererseits weckt der Film auch soviel Interesse, dass man durch ihn inspiriert wird, sich diese Filme (noch mal) anzusehen.</p>
<p>Weiterf&#252;hrende Links:</p>
<p>Auf die Gewalt, eines der am meist diskutierten Themen im Zusammenhang mit den Filmen von Peckinpah, bin ich kaum eingangen. Der Artikel  <a href="http://blogjournalisten.com/panorama/kino/mythologie-und-gewalt-in-sam-peckinpahs-western-the-wild-bunch/" target="_blank"> »Mythologie und Gewalt in Sam Peckinpah’s Western The Wild Bunch« </a> widmet sich diesem Thema.</p>
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