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	<title>Blog zum Hof &#187; egon krenz</title>
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		<title>Material &#8211; Resteverwertung</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 23:01:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2009]]></category>
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		<description><![CDATA[Regie: Thomas Heise Deutschland 2009 166 Min. 12.02. 19:30, CinemaxX 4 14.02. 15:15, Arsenal 1 Bei MATERIAL handelt es sich um die &#220;berreste aus 20 Jahren Filmarbeit des Wendedokumentaristen Thomas Heise. Dies und die stattliche L&#228;nge wird den einen oder anderen vielleicht abschrecken, da er aneinander geh&#228;ngte Filmschnippsel erwartet. Dem ist aber nicht so. Ganz im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie: Thomas Heise<br />
Deutschland 2009<br />
166 Min.</strong></p>
<p><strong>12.02. 19:30, CinemaxX 4<br />
14.02. 15:15, Arsenal 1</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1634" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/heise.jpg" alt="heise" width="300" height="225" /></p>
<p>Bei MATERIAL handelt es sich um die &#220;berreste aus 20 Jahren Filmarbeit des Wendedokumentaristen Thomas Heise. Dies und die stattliche L&#228;nge wird den einen oder anderen vielleicht abschrecken, da er aneinander geh&#228;ngte Filmschnippsel erwartet. Dem ist aber nicht so. Ganz im Gegenteil: Diese Reste sind mehr als nur &#220;berbleibsel. <span id="more-1511"></span></p>
<p>MATERIAL besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil wird vor allem dominiert von Aufnahmen der Demonstration am 04. November 1989 auf dem Alexanderplatz und von der (l&#228;ngst vergessenen) Demonstration der SED-Basis am 08. November 1989 vor dem ZK-Geb&#228;ude. Letzterem wird mehr Raum einger&#228;umt. Interessant war hierbei f&#252;r mich (nat&#252;rlich retroperspektiv betrachtet), wie viele dabei immer noch an einen Neuanfang in der DDR glaubten und wieviel Unmut &#252;ber die SED-F&#252;hrung sich auch unter den Genossen der Basis angestaut hatte. Aber auch wie Krenz und Schabowski sich noch im Besitz der Macht w&#228;hnten, die sie l&#228;ngst verloren hatten.</p>
<p>Der zweite Teil zeigt Stellungsnahmen von Strafgefangenen aber auch von Strafvollzugsbeamten anl&#228;sslich einer Revolte im Zuchthaus Brandenburg Anfang Dezember 1989. Hierbei fiel mir vor allem die Sprache der Gefangenen auf. Sicher im typischen DDR-Duktus stellten die vor allem jungen Gefangenen ihren Standpunkt und ihre Forderungen in einer sehr klaren Form dar, wie man es heute von jungen Strafgefangenen  nicht mehr erwarten w&#252;rde. Die geschilderten Verh&#228;ltnisse in den Gef&#228;ngnissen (auch die Sicht der W&#228;rter) und die Situation der Gefangenen nach ihrer Freilassung in der DDR waren mir bisher noch nicht so bewusst und machten mich betroffen. Ein Thema, mit dem man sich in jedem Fall weiter besch&#228;ftigen sollte.</p>
<p>Wie ein roter Pfaden &#8211; wohl auch zur Auflockerung gedacht &#8211; ziehen sich die Aufnahmen von Fritz Marquardt durch den Film. Wer die Einf&#252;hrung nicht gelesen hat, erf&#228;hrt nicht, dass es sich hierbei um die Arbeiten zur Inszenierung von Heiner M&#252;llers »Germania Tod in Berlin« handelt. Die herrlichen Streitgespr&#228;che, vor allem mit seinem B&#252;hnenbildner Karl, k&#246;nnten wahrscheinlich bei jedem anderen St&#252;ck und auch an jedem anderen Ort der Welt in einem Theater stattfinden.</p>
<p>Hinzu kommen Aufnahmen verschiedenster Ereignisse der unmittelbaren Nachwendezeit. MATERIAL ist definitiv keine wilde Zusammenstellung irgendwelcher Filmschnipsel, sondern eine durchdachte und empfehlenswerte Videocollage.</p>
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