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	<title>Blog zum Hof &#187; film</title>
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		<title>THE ROAD &#8211; Was w&#228;re, wenn du der letzte Gott w&#228;rst?</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 14:19:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[FILM GIBTS AUCH IM ALLTAG]]></category>
		<category><![CDATA[Apocalypse]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[McCarthy]]></category>
		<category><![CDATA[Naturkatastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: John Hillcoat USA 2009 111 Minuten Kinostart Deutschland: 7.10.2010 Der apokalyptische Film stellt die Frage nach dem »Menschen an sich« und arbeitet dabei, nach einem Bestseller von Cormac McCarthy, mit realistischen Mitteln. Die zentrale Frage beantwortet Hillcoat religi&#246;s. Obwohl sich der Regisseur eng an die Vorlage h&#228;lt, ist der Film doch vollkommen anders. Eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/10/the_road_filmposter_2.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/10/the_road_filmposter_2.jpg" alt="" title="the_road_filmposter_2" width="240" height="354" class="alignright size-full wp-image-4052" /></a></p>
<h5><strong>Regie:</strong> John Hillcoat</h5>
<p>USA 2009<br />
111 Minuten<br />
<strong>Kinostart Deutschland:</strong> 7.10.2010</p>
<p>Der apokalyptische Film stellt die Frage nach dem »Menschen an sich« und arbeitet dabei, nach einem Bestseller von Cormac McCarthy, mit realistischen Mitteln. Die zentrale Frage beantwortet Hillcoat religi&#246;s. Obwohl sich der Regisseur eng an die Vorlage h&#228;lt, ist der Film doch vollkommen anders. Eine <strong>Kritik</strong>. </p>
<p>Ein Vater wandert mit seinem Sohn durch d&#252;stere W&#228;lder. Bis auf wenige Insekten lebt kein einziges Tier mehr. Kalt ist es, nass und teilweise liegt Schneepulver auf den Wiesen. Nie scheint die Sonne. Ein immerw&#228;hrender Herbst an der Grenze zum Winter, vielleicht eine Naturkatastrophe. Zahlreiche Autowracks und vermoderte Leichen zeugen auch vom Untergang des Menschen, denn die &#220;briggebliebenen sind entweder Kannibalen oder deren Opfer. Dazwischen gibt es nichts, au&#223;er Vater und Sohn. <span id="more-3907"></span></p>
<p>Der Vater lebt dem Sohn &#8211; er ist ein Hineingeborener und kennt die Zivilisation nicht &#8211; das Menschlichsein vor: Sie essen nur die paar Insekten, die sie finden k&#246;nnen, vielleicht Wurzeln und Konserven aus leeren H&#228;usern. Leiden lieber Hunger, als einen anderen zu t&#246;ten. Den Vater treibt nur der Besch&#252;tzerinstinkt an, eine Reduzierung auf einen einzigen Lebensinhalt, den die Mutter nicht aushielt. </p>
<p>Wozu ist der Mensch im &#196;u&#223;ersten f&#228;hig? Vater und Sohn gelangen in ein scheinbar verlassenes Haus mitten im Wald. Innen finden sie eine Bodent&#252;rverriegelung, die vielleicht in einen Keller mit Vorr&#228;ten f&#252;hrt. Sie tasten sich mit nur einer Kerze in das dunkle Gew&#246;lbe hinein. Gang f&#252;r Gang. Im hintersten Raum finden sie schlie&#223;lich etwas Schreckliches: vollkommen abgemagerte Kreaturen, teilweise verst&#252;mmelt &#8211; Konserven, die mal Menschen waren, lebendig und damit frisch gehalten. Als sie fliehen wollen, kommen die Schl&#228;chter zur&#252;ck.<br />
So reiht sich ein grauenvolles Erlebnis an das n&#228;chste. </p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/10/2008_the_road_004.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/10/2008_the_road_004.jpg" alt="" title="The Road" width="350" height="234" class="alignleft size-full wp-image-4046" /></a></p>
<h5><strong>Hillcoats gruselige Bilder: Kannibalen auf der Suche nach Nahrung. </strong></h5>
<p>Sie aber geh&#246;ren zu den »Guten«, versichert der Vater dem immer wieder fragenden Sohn, also zu denen, die andere nicht abschlachten. Er klingt dabei selbst nicht ganz &#252;berzeugt. Schlie&#223;lich finden sie eine Vorratskammer voller Konserven. Der Himmel auf Erden in einem dunklen Erdloch. Doch das bedeutet nat&#252;rlich auch wieder Gefahr, denn die anderen sind ebenfalls auf der Jagd nach Nahrung. Ausger&#252;stet mit B&#252;chsennahrung, ziehen sie weiter und angesichts dieses Schatzes, wird bald deutlich, dass der Vater den behaupteten Grundsatz vom guten und menschlichen Handeln in einer b&#246;sen Welt nicht konsequent zu Ende gehen kann. Er will Schw&#228;cheren und Hungernden nichts abgeben, das brauchen sie schlie&#223;lich selbst. Sein Sohn hingegen empfindet Mitleid gegen&#252;ber noch Schw&#228;cheren. Etwas sp&#228;ter holt der Vater nicht nur Hab und Gut, das ein Dieb ihnen kurz zuvor gestohlen hatte, mit Gewalt zur&#252;ck, sondern er bestraft den Dieb, indem er ihn seiner Kleidung beraubt. Angesichts der Temperaturen: ein sicherer Tod. In dem Sohn regt sich Widerstand gegen seinen Besch&#252;tzer.</p>
<p>THE ROAD n&#228;hert sich universell und auf realistische Weise an die Postapokalypse an. Es geht dabei um die Frage, was w&#228;re, wenn du der letzte Mensch auf Erden w&#228;rst? W&#252;rdest du Mensch bleiben? Thematisch unterscheidet sich THE ROAD damit deutlich von Genre-Filmen wie z. B. 28 DAYS LATER. Zwar geht es auch in Zombiefilmen um Fragen des humanen Handelns angesichts der Katastrophe, aber anders als dort, wird diese Entscheidung nicht abgeschw&#228;cht. In den Zombiefilmen hat der Mensch keine Wahl: Er muss Infizierte t&#246;ten oder er wird selbst Menschenfresser. In Hillcoats Apokalypse gibt es immer noch eine L&#252;cke, die diese Entscheidung trotz absoluter Hoffnungslosigkeit nicht abnimmt. Der Vater antwortet auf die Frage: »Was w&#228;re, wenn Sie der letzte Mensch w&#228;ren?«, nur m&#252;de: »Vermutlich w&#252;rde ich es gar nicht wissen.« Was macht menschliches Handeln noch f&#252;r einen Sinn, wenn man nicht wei&#223;, ob man der Letzte ist? W&#252;rden die Opfer, denen man hilft, nicht vielleicht auch Kannibalen sein, wenn sie k&#246;nnten? Mit dieser Ungewissheit muss man leben. Ein hohes Risiko, ein hoher Preis, nur um menschlich zu sein. Einerseits realistisch und existenziell. </p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/10/the-road-1.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/10/the-road-1.jpg" alt="" title="THE ROAD" width="300" height="201" class="alignright size-full wp-image-4044" /></a></p>
<h5><strong>&#220;berlebenstrieb vs. Menschlichkeit</strong></h5>
<p>Anderseits: Die Dualit&#228;t zwischen Vater und  Sohn, die sich immer weiter zuspitzt und an der das Thema Menschlichsein abgehandelt wird, befriedigt letztendlich nicht. Der Sohn, mehrfach auch als »Gott« bezeichnet, erscheint wie ein Mensch aus dem Nichts. Als w&#228;re couragiertes Handeln mit Empathie naturgegebenen und keine sozial erlernte Eigenschaft. Der Vater hat zwar dem Sohn gelehrt, andere nicht zu t&#246;ten, aber Mitleid gegen&#252;ber Fremden in einer extrem aggressiven Umwelt von T&#228;ter und Opfer erscheint fast schon &#252;bernat&#252;rlich und &#252;bermenschlich. Und obwohl THE ROAD bis auf ein Buntglaskirchenfenster auf religi&#246;se Symbolik verzichtet, beantwortet der Film die zentrale Frage dahingehend. </p>
<p>Das zweite st&#246;rende Element: Die Zuspitzung zwischen Gut und B&#246;se in einem doch eher realistischen Film wirkt irgendwie platt. Diese Dichotomie, also »Nur-Gut«, »Nur-B&#246;se«, »Nur-Opfer« (der Vater bildet hierbei eine Ausnahme) ist man von schlechtem Hollywoodkino und Genre-Filmen gewohnt, nicht aber von Filmen, die sich eindeutigen Storymustern verweigern. </p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/10/cormac-mccarthy-the-road.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/10/cormac-mccarthy-the-road.jpg" alt="" title="cormac-mccarthy-the-road" width="210" height="340" class="alignleft size-full wp-image-4040" /></a></p>
<h5><strong>Viel mehr: Die Parabel von McCarthy.</strong></h5>
<p>In Cormac McCarthys Bestseller, der 2007 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde, funktioniert die Story &#8211; obwohl sich Hillcoat relativ eng an den Roman h&#228;lt &#8211; vollkommen anders. </p>
<p>Zun&#228;chst erweckt der Roman den Eindruck, dass McCarthy die Story als Parabel benutzt. So ist immer nur die Rede von &#8220;einem Vater&#8221; und &#8220;einem Jungen&#8221;. Nie erfahren wir ihre Namen. Keine Beschreibung ihres Aussehens, ihres Charakters. Sie reden nicht spezifisch, wie Figuren es tun. Alles ist extrem minimalistisch gehalten. Abgesehen davon, dass dies zur apokalyptischen Stimmung sehr gut passt, wirkt alles wie ein Sinnbild, das f&#252;r etwas anderes steht. </p>
<p>Die Apokalypse ist eine Parabel auf das Leben selbst, in dem alles an Bedeutung verloren hat, au&#223;er die Liebe zum eigenen Kind. Doch auch diese steht auf dem Pr&#252;fstand und man ist dem Tod und dem Nichts schon recht nahe. Es ist, als ob einer im Sterben liegt. McCarthy, so scheint es, hat alles Bedeutungslose aus dem Leben verbannt, wobei er versucht, die Bedeutung des Lebens selbst, zu erfassen:  </p>
<p><em>Er (der Vater) hatte dieses Gef&#252;hl, das &#252;ber die Benommenheit und dumpfe Verzweiflung hinausging, schon einmal gehabt. Dass die Welt auf einen rohen Kern nicht weiter zerlegbarer Begriffe zusammenschrumpfte. Dass die Namen der Dinge langsam den Dingen selbst in die Vergessenheit folgten. Farben. Die Namen von V&#246;geln. Dinge, die man essen konnte. Schlie&#223;lich die Namen von Dingen, die man f&#252;r wahr hielt. Zerbrechlicher, als er gedacht h&#228;tte. Wie viel war schon verschwunden? </em></p>
<p>Diesen Kampf verliert letztendlich der Vater, nicht aber der Erz&#228;hler (teilweise identisch. Siehe unten.)</p>
<p>Diese Bedeutungsebene, und das ist die wichtigste im Roman, kann im Medium Film nicht funktionieren. Hier werden die Bilder und Figuren durch die Visualit&#228;t konkret. Hillcoat hat THE ROAD dramatisiert. Um Spannung zu erzeugen, wird die Au&#223;enwelt, die extreme Witterung, die Jagd nach dem Essen, das Verstecken vor Kannibalen zum antagonistischen Prinzip, das wiederum zur Entfremdung zwischen Vater und Sohn beitr&#228;gt. Der Regisseur hat diese Szenen keinesfalls erfunden, sie sind alle bei McCarthy enthalten, stehen aber dort in dem gr&#246;&#223;eren Kontext der Parabel. McCarthys Roman ist wenig dramatisch, vielmehr wandern Vater und Sohn unaufh&#246;rlich. McCarthy verwendet viel Zeit daf&#252;r, die Umgebung, die Witterung und die &#228;u&#223;ere und innere Verw&#252;stung (im Kopf des Vaters) zu beschreiben. Das ist alles in wenigen Sekunden mit der Kamera erz&#228;hlt. </p>
<p>Zu den Raffinessen McCarthys geh&#246;rt es ebenfalls, pl&#246;tzlich, an wenigen Stellen, die Erz&#228;hlperspektive zu brechen und mit &#8220;ich&#8221; weiterzuschreiben &#8211; als w&#228;re der Erz&#228;hler pl&#246;tzlich der Vater und k&#246;nne den Abstand zu dieser Figur nicht mehr wahren. Hier Auszug einer Szene, wo der Junge auf einen anderen kleinen Jungen und einen Hund trifft, und Angst um beide Gesch&#246;pfe hat, vor allem aber um den Hund. </p>
<p><em>Er (der Vater) hielt den Jungen in den Armen, und nach einer Weile h&#246;rte der Junge zu zittern auf und schlief etwas sp&#228;ter ein. Der Hund, an den er sich erinnert hatte, folgte uns zwei Tage lang. Ich versuchte erfolglos, ihn anzulocken. Ich machte eine Drahtschlinge, um ihn zu fangen. Im Revolver waren drei Patronen. Keine zu er&#252;brigen. Sie (?) entfernte sich die Stra&#223;e hinunter. Der Junge schaute ihr nach, dann schaute er mich an und dann den Hund, und dann begann er zu weinen und um das Leben des Hundes zu bitten, und ich versprach, dem Hund nichts zu tun.</em></p>
<p>Es ist vielfach behauptet worden, dass der Film im Gegensatz zum Roman eindeutig positiv ende &#8211; doch das Buch endet ebenfalls positiv (vom Standpunkt des allwissenden Erz&#228;hlers) und negativ (vom Standpunkt des Ichs). Hier die letzte Szene am Ende &#8211; der Vater ist gestorben und der Junge trifft auf andere. </p>
<p><em>Als die Frau ihn sah, schlang sie die Arme um ihn und hielt ihn fest. Ich freue mich so, dich zu sehen, sagte sie. Manchmal sprach sie mit ihm &#252;ber Gott. Er versuchte, mit Gott zu reden, aber am besten war es, mit seinem Vater zu reden, und er redete tats&#228;chlich mit ihm und verga&#223; nichts. Die Frau sagte, das sei schon in Ordnung. Der Atem Gottes, sagte sie, sei sein Atem und werde doch durch alle Zeiten von Mensch zu Mensch weitergegeben.</em></p>
<p>Der Bruch in der Erz&#228;hlperspektive &#8211; an nur wenigen Stellen des Buches &#8211; bekommt nun einen Sinn. Was nutzt es dem Einzelnen, dass alles von Mensch zu Mensch weitergegeben wird? Der konkrete Mensch ist aus dem Spiel und darf sich im Sterben damit rumplagen, ob er dem Leben den richtigen Sinn gegeben hat oder aber, ob er es vergeudet hat. Au&#223;erdem muss er sich von der Welt l&#246;sen. Vom universellen Standpunkt aber aus betrachtet, ist der Tod notwendig und positiv. Das ist schwer einzusehen und das symbolisiert auch der Perspektivenbruch. </p>
<p>Die Frage, die sich hier wieder mal stellt, ist, warum sich Regisseure an Stoffen versuchen, die ihre St&#228;rken aus rein literarischen Mitteln ziehen. Gerade, wenn ein Roman vor allem eine Parabel ist, muss die konkrete Visualit&#228;t des Kinos, und Hillcoat versucht auch keine neuartigen, experimentellen Mittel, daran scheitern. </p>
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		<title>Lesson learned: Berlinale und die Zukunft des Films</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 14:46:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kathi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Berlinale]]></category>
		<category><![CDATA[essay]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[kino]]></category>

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		<description><![CDATA[Event Kino Ich war auf der Berlinale, ja. Nat&#252;rlich. Es hat mir Freude bereitet, neue Einsichten beschert (z. B. Commons in lebensbedrohender Realit&#228;t in wundervollen indischen Filmen). Und nun habe ich einen Essay von Ekkehard Kn&#246;rer (Redakteur von CARGO) gelesen, der mir folgende Frage in schonungsloser Offenheit beantwortet: Warum funktioniert die Berlinale, und warum funktioniert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/02/01_Xenix_Kinosaal.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/02/01_Xenix_Kinosaal.jpg" alt="" title="01_Xenix_Kinosaal" width="348" height="214" class="alignleft size-full wp-image-3489" /></a></p>
<p><strong>Event Kino</strong></p>
<div>
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<p>Ich war auf der Berlinale, ja. Nat&#252;rlich. Es hat mir Freude bereitet, neue Einsichten beschert (z. B. Commons in lebensbedrohender Realit&#228;t in wundervollen indischen Filmen). Und nun habe ich einen <a title="futurezone@orf.at: Das Kinoerlebnis als Kopierschutz" href="http://futurezone.orf.at/stories/1639639/" target="_blank">Essay</a> von Ekkehard Kn&#246;rer (Redakteur von <a title="CARGO Film/Medien/Kultur  Magazin" href="http://www.cargo-film.de/">CARGO</a>) gelesen, der mir folgende Frage in schonungsloser Offenheit beantwortet: Warum funktioniert die Berlinale, und warum funktioniert sie jedes Jahr gr&#246;&#223;er und erfolgreicher? <span id="more-3486"></span></p>
<p>Der Kulturwissenschaftler Kn&#246;rer r&#228;umt in »Das Kinoerlebnis als Kopierschutz« mit der  Gleichmacherei von Film und Musik in der  Filesharing-vs.-Vermarktungs-Diskussion auf:</p>
<blockquote><p>Der Kinobesuch entspricht nicht der CD, die durch  Digitalkopien stark entwertet scheint, sondern eher dem Konzertbesuch, also einer digital nicht kopierbaren Praxis. Insofern wird das »Video on Demand« die DVD und mit h&#246;heren Bandbreiten auch die BluRay gef&#228;hrden  und vielleicht letztlich ersetzen, nicht aber den Kinobesuch.</p></blockquote>
<blockquote><p>Unter den folgenden Gliedern der Kette – DVD, Pay-TV,  Free TV – scheinen am ehesten die DVD und m&#246;glicherweise Pay-TV  betroffen zu sein. Die Kinos jedenfalls verzeichnen derzeit  Rekordzahlen. [Ekkehard Kn&#246;rer, Das Kinoerlebnis als Kopierschutz, <a title="E. Kn&#246;rer: Das Kinoerlebnis als Kopierschutz" href="http://futurezone.orf.at/stories/1639639/">futurezone@orf.at</a>,  19.02.10]</p></blockquote>
<p>Es ist eben das Kinoerlebnis, das nicht durch DVD-Vermarktung und  Fernsehausstrahlung ersetzbar ist. Dies m&#246;gen die Produzenten durch  Einf&#252;hrung von Blu-ray und HD-TV im Moment noch halbwegs kompensieren  k&#246;nnen – zukunftstr&#228;chtig ist es nicht, wenn Internet-Streaming oder Download dasselbe schneller, kosteng&#252;nstiger und zeitunabh&#228;ngig bieten. Diese Lektion h&#228;tte man aus den Fehlern der Musikindustrie schon l&#228;ngst lernen k&#246;nnen. Wozu umfangreiche Investitionen in (neue) materielle Tr&#228;ger, deren Distribution usw. wenn der Konsument ausschlie&#223;lich am Content interessiert ist?</p>
<p>Und genau das ist es, was den Kinobesuch von der heimischen  (PC-)Glotze unterscheidet: das Erlebnis des Gebannt-Seins, des Aufgehens im Film, da die r&#228;umliche Umgebung ausschlie&#223;lich dies zul&#228;sst. Kein E-Mail-Ping, kein Was-nebenbei-erledigen, kein Zappen und (bitte, bitte!) kein Essen, kurz gesagt die anachronistisch anmutende Absage an Multitasking und st&#228;ndige Verf&#252;gbarkeit (Handy aus, nochmal bitte!).</p>
<p>Es sprengt das um sich greifende Prinzip der st&#228;ndigen Verf&#252;gbarkeit –  und dies gilt nicht nur f&#252;r den im Kino gefangenen Zuschauer, sondern  gerade f&#252;r den Zugriff auf Film. Kn&#246;rer schreibt:</p>
<blockquote><p>Eine weniger h&#228;ufig diskutierte Frage ist die nach den  psychosozialen Folgen der Verf&#252;gbarkeit. In einer Situation, in der man  fast alles fast jederzeit fast ohne Aufwand haben kann, ist jeder  einzelne Gegenstand mit jedem anderen erst einmal gleichrangig.</p>
<p>Verf&#252;gbarkeit ist ein Gleichmacher von Werten. [Ekkehard Kn&#246;rer, Das  Kinoerlebnis als Kopierschutz, <a title="E. Kn&#246;rer: Das Kinoerlebnis als  Kopierschutz" href="http://futurezone.orf.at/stories/1639639/">futurezone@orf.at</a>,  19.02.10]</p></blockquote>
<p>F&#252;r diesen Satz muss man Kn&#246;rer au&#223;erordentlich danken. Es ist eben  nicht so, wie oft von den Urheberrechtskonservativen behauptet, dass Verf&#252;gbarkeit Wertlosigkeit bedeutet. Es bedeutet vielmehr eine  grundlegende Egalit&#228;t der Information. Information erlangt ihren Wert  ohnehin nur in pragmatischem Zusammenhang – und eben nicht durch  monet&#228;re oder sonstige Zugangsbeschr&#228;nkung.</p>
<p>Soweit die sympathische Seite des Kinoerlebnisses. Im  Funktionsprinzip der Berlinale beschreibt Kn&#246;rer schlie&#223;lich eine  weniger offensichtliche, bedenkliche Seite:</p>
<blockquote><p>Und es wird zugleich klar, dass der kapitalistische Markt, proteisch wie stets, auch darauf reagiert. Der Mechanismus der  Wiederverknappung von Verf&#252;gbarem ist das Event. Das Event schafft  »Heiliges« in komplett s&#228;kularer Form – also auch Aura und Wert, meist in spektakul&#228;rer Form. Die Eventkultur ist die Kehrseite des  demokratischen Zeitalters der Verf&#252;gbarkeit. Das k&#252;nstlich geschaffene  Ereignis hebt den einzelnen Gegenstand aus seiner Beliebigkeit heraus. [Ekkehard Kn&#246;rer, Das Kinoerlebnis als Kopierschutz, <a title="E.  Kn&#246;rer: Das Kinoerlebnis als Kopierschutz" href="http://futurezone.orf.at/stories/1639639/">futurezone@orf.at</a>,  19.02.10]</p></blockquote>
<p>Berlinale bedeutet dann auch das Erlebnis, f&#252;r Karten stundenlang  anzustehen, nach drei oder vier Filmen hintereinander schmerzende Augen zu haben, in einen Rhythmus aus Schlafen (kurz) – Gucken (dreimal lang) –  Essen (kurz) zu verfallen, der au&#223;erhalb des normalen Lebens stattfindet. Berlinale ist Arbeit f&#252;r den Kopf, nur ein wenig f&#252;r den K&#246;rper und vor allem f&#252;r die Nerven – es ist jene Art von Eustress, den die fr&#252;he Psychologie als Hysterie gebrandmarkt hat. Oder PR-technisch gesprochen, es ist ein Hyper-Event, das den Gro&#223;st&#228;dter noch herauszufordern vermag.</p>
<p>Was bedeutet dies f&#252;r die zukunftsorientierte Vermarktung von Film?  Zum einen, dass diese langfristig nur im Netz stattfinden wird und dabei eine Aura der Knappheit (i.e. der Besonderheit) erzeugen muss:</p>
<blockquote><p>Wer im Internet mit Bewegtbildern Geld verdienen will,  muss m&#246;glicherweise Wege finden, die k&#252;nstliche Produktion von Wert per Event im Netz zu reproduzieren. Durch Quasifestivals, vielleicht auch  schnelles Reagieren auf aktuelle Ereignisse, die Produktion von  Fangemeinden und die Reaktion auf existierende Kulte. [Ekkehard Kn&#246;rer, Das Kinoerlebnis als Kopierschutz, <a title="E. Kn&#246;rer: Das Kinoerlebnis  als Kopierschutz" href="http://futurezone.orf.at/stories/1639639/">futurezone@orf.at</a>,  19.02.10]</p></blockquote>
<p>Und zum anderen – ein kleiner Trost – dass das Kino weiter bestehen  wird, wenn es seine unzeitgem&#228;&#223;e Exaltiertheit bewahren kann. Um die Berlinale wird man sich wenig Sorgen machen m&#252;ssen.</p>
<p>[Crosspost von: library_pirate/<a title="library_pirate - Lesson learned: Berlinale und die Zukunft des Films" href="http://donutpiraten.wordpress.com/2010/02/20/lesson-learned-berlinale-und-die-zukunft-des-films/" target="_blank">Donutpiraten</a>]</p>
</div>
</div>
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		<title>Transsiberian (FFF) &#8211; Mord im Wodkaexpress</title>
		<link>http://www.dasblogzumhof.de/festivals/fantasy-filmfest-archiv/fantasy/transsiberian-panorama-mord-im-wodkaexpress.php</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Aug 2008 15:31:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>todti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2008]]></category>
		<category><![CDATA[FFF 2008]]></category>
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		<category><![CDATA[Woody Harrelson]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Brad Anderson GB, D, Spanien 2008 111 Min. Deutscher Kinostart: 11.12.2008 Der amerikanische Regisseur Brad Anderson (DER MASCHINIST, SP, 2004) schafft mit seinem neuen Film Transsiberian eine Mischung aus Suspense-Thriller und Railmovie in der Transsibirischen Eisenbahn. Der mittelm&#228;&#223;ig spannende Film besticht vor allem durch imposante Kamerafahrten durch verschneite russische Landschaften, fantastisch fotografierte Bilder, originale [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie: </strong> Brad Anderson<br />
GB, D, Spanien 2008<br />
111 Min.<br />
<strong>Deutscher Kinostart: 11.12.2008</strong></p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/transsiberian-5.jpg" title="transsiberian-5.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/transsiberian-5.jpg" alt="transsiberian-5.jpg" /></a></p>
<p>Der amerikanische Regisseur Brad Anderson (DER MASCHINIST, SP, 2004) schafft mit seinem neuen Film Transsiberian eine Mischung aus Suspense-Thriller und Railmovie in der Transsibirischen Eisenbahn. Der mittelm&#228;&#223;ig spannende Film besticht vor allem durch imposante Kamerafahrten durch verschneite russische Landschaften, fantastisch fotografierte Bilder, originale Schaupl&#228;tze und favorisierte Schauspieler.<span id="more-571"></span></p>
<p>Dass die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn keine harmlose Abenteuerreise wird, wei&#223; man bereits von Anfang an. Sibirische Z&#252;ge wecken Assoziationen von Mord und Verbrechen, Schuld und S&#252;hne.</p>
<p>So passiert es dann auch: In der Anfangsszene ermittelt der russische Polizist Grinko (Ben Kingsley) in einem Mordfall. Dabei geht es um Drogen. Ungef&#228;hr zur gleichen Zeit macht sich das amerikanische Paar Jessie (Emily Mortimer) und Ray (Woody Harrelson), nach einem kirchlich-humanit&#228;ren Einsatz in China, via transsibirische Eisenbahn auf den Weg in die Heimat. Im Zug befreunden sich die beiden mit einem anderen jungen Paar, den Rucksacktouristen Abby (Kate Mara) und Carlos (Eduardo Noriega). Wer hat wohl die Drogen?</p>
<p>Da Jessie und Ray eine kleine Beziehungskrise haben, kommt es zu einer heiklen Begegnung zwischen Jessie und Carlos. Nach einem kurzen Halt auf einem Bahnhof irgendwo im tiefsten Russland, wo Ray und Carlos gemeinsam die Umgebung erkunden, ist Ray pl&#246;tzlich verschwunden. Und genau jetzt, wo es eigentlich so richtig spannend werden sollte, werden die Schwachstellen des Films offensichtlich: Auch wenn wir den zweifelhaften Carlos wiederholt in einer Einstellung mit einer Eisenstange gesehen haben, denken wir nicht, was wir denken sollen &#8211; n&#228;mlich, dass Carlos den ahnungslosen Ray f&#252;r ein Liebesabenteuer mit Jessie kaltbl&#252;tig ermordet hat. Zu eindeutig und zu klischeehaft wird hier mit der Erwartung des Zuschauers gespielt.</p>
<p>Hinzu kommen weitere bekannte Schablonen f&#252;r eine konventionelle Thriller-Dramaturgie und einige &#220;bertreibungen. Beispielsweise sind die Guten ja nicht immer so unschuldig, wie sie aussehen. Im Film k&#246;nnen wir diesen Grundsatz bei der Figur der Jessie beobachten. F&#252;r den Zuschauer findet hier allerdings keine klare Wendung statt, sodass sich seine Sympathien auch nicht entscheidend ver&#228;ndern. Obwohl sich Jessie schuldig macht, sowohl in sexueller als auch in krimineller Hinsicht, bleibt eine positive Einstellung beim Zuschauer bestehen, da ihre Handlungen schicksalhaft und fast notwendig erscheinen (vielleicht auch &#252;bertrieben hysterisch).</p>
<p>Respektable Schauspieler tr&#246;sten nicht &#252;ber die stereotypen Charaktere hinweg. Ray ist der typische Philanthrop, ein Argloser im Ausland, der sich auch mit den russischen Reisenden versteht, Wodka trinkt und feiert. Im Gegensatz dazu ist Carlos der undurchsichtige s&#252;dl&#228;ndische Frauenvernaschertyp mit krimineller Energie. Seine Freundin Abby, ist eine melancholische Avril Lavigne, die sich eigentlich nach einem Haus auf dem Land sehnt. Der russische Polizist Grinko ist nat&#252;rlich korrupt und selber im Netz der russischen Drogenmafia verstrickt und so weiter. Da hilft es auch nicht, dass sich der Film seiner eigenen Klischees von Russland durchaus bewusst ist. Wer am Ende die ganze Kohle kriegt, wissen wir &#252;brigens sp&#228;testens seit Bang Boom Bang.</p>
<h5>FFF Berlin (15.8., CINEMAXX 7, 19.15 h); FFF Hamburg (16.8., CINEMAXX 3, 19.00 h)<br />
FFF Dortmund (22.8., CINESTAR 9, 19.15 h); FFF K&#246;ln (27.8., CINEDOM 9, 19.15 h)<br />
FFF Frankfurt (28.8., METROPOLIS 6, 19.15 h); FFF N&#252;rnberg (31.8., CINECITTA&#8217; 3, 19.15 h)<br />
FFF Stuttgart (6.9., METROPOL 1, 19.15 h); FFF M&#252;nchen (7.9., CINEMA, 21.30 h)</h5>
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		<title>Tropa de Elite</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Jul 2008 11:49:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Regie: José Padilha Brasilien 2007 118 Min. noch ohne Starttermin Will aus der Schusslinie raus, weil er Vater wird: Elite-Einsatzleiter Nascimento Aus einem Versteck beobachten zwei Polizisten eine Party in einer Favela. Ihre Kollegen tauchen auf, doch statt die Dealer zu verhaften, kassieren sie Schmiergeld. Nachdem sich die beiden verst&#228;ndigt haben, dass sie korrupte Bullen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> José Padilha<br />
Brasilien 2007<br />
118 Min.<br />
noch ohne Starttermin</p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/07/tropa.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-365" title="tropa" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/07/tropa.jpg" alt="" width="200" height="200" /></a></p>
<h4>Will aus der Schusslinie raus, weil er Vater wird: Elite-Einsatzleiter Nascimento</h4>
<p>Aus einem Versteck beobachten zwei Polizisten eine Party in einer Favela. Ihre Kollegen tauchen auf, doch statt die Dealer zu verhaften, kassieren sie Schmiergeld. Nachdem sich die beiden verst&#228;ndigt haben, dass sie korrupte Bullen noch mehr hassen als Dealer, schie&#223;en sie. Daraufhin wird von allen Seiten das Feuer auf sie er&#246;ffnet. Nur eine Spezialeinheit kann sie da noch rausholen. Der schwarze Polizist Matias ist &#252;ber deren Professionalit&#228;t schwer beeindruckt: »Wie kommt man zu euch?«<br />
<span id="more-358"></span><br />
TROPA DE ELITE zeigt die Arbeit dieser Eliteeinheit, der BOPE (Batalhão de Operacõ Policiais Especiasis), die in den Favelas Rios zur Bek&#228;mpfung der Drogenkriminalit&#228;t eingesetzt wird. Der Einsatzleiter Nascimento, der die Geburt seines ersten Kindes erwartet, will den Dienst quittieren, muss aber erst einen geeigneten Nachfolger finden. Nascimento ist der Erz&#228;hler aus dem OFF, der nicht nur seine Geschichte erz&#228;hlt, sondern auch die seiner potentiellen Nachfolger, den Expolizisten Matias und Neto. Die Rahmenhandlung schrieb der Regisseur zusammen mit Bráulio Mantovani (»City of God«) und Rodrigo Pimentel, einer der ehemaligen BOPE-Leute, die das Buch »Elite da Tropa« geschrieben haben, auf das der Film basiert.</p>
<p>Man hat José Padilha vorgeworfen, einen »faschistoiden«, »gewaltverherrlichenden« und »gewaltlegitimierenden« Film  gedreht zu haben. Denn die drastische Vorgehensweise der BOPE wird mit einem durch und durch korrupten Polizeisystem begr&#252;ndet. Das reicht vom Einsacken von Bu&#223;geldern f&#252;rs Falschparken &#8211; da der Staat so pleite ist, dass er sich keine Abschleppfahrzeuge mehr leisten kann &#8211;  &#252;ber Schutzgelderpressung bis hin zum Abkassieren von Drogengeldern. Um diesen undurchdringlichen Kreislauf zu durchbrechen, wendet die Eliteeinheit derbe Mittel an. Besonders beliebt ist es beispielsweise, den zu verh&#246;renden Opfern T&#252;ten &#252;ber den Kopf zu st&#252;lpen, so dass sie glauben zu ersticken. Nach einem Einsatz der BOPE ist der Boden mit blutigen Plastikt&#252;ten &#252;bers&#228;ht. In dem Ausbildungslager, in dem auch Matias und Neto gedrillt werden, wird den Rekruten der letzte Rest der Pers&#246;nlichkeit ausgetrieben, so wie man es von »Full Metal Jacket« her schon kennt. Hinzu kommt der dokumentarische Stil mit dem die Eins&#228;tze gefilmt wurden: Handkamera, eine extrem hohe Schnittfrequenz und permanente Rei&#223;schwenks. Padilha wahrt also film&#228;sthetisch als auch erz&#228;hltechnisch konsequent die Perspektive der BOPE (ausgenommen die allerletzte Szene, die aus der Perspektive des Opfers gezeigt wird). Einsatzleiter Nascimento ist zwar v&#246;llig ausgebrannt, aber weit davon entfernt kritische Gedanken an das Unternehmen BOPE zuzulassen. Die Sturm-und-Drang-Phase, die er schon l&#228;ngst hinter sich gelassen hat, wird durch Matias und Neto verk&#246;rpert, ein effektiver Kunstgriff. Sie w&#252;nschen sich n&#228;mlich nichts lieber als Polizisten und Dealern mal kr&#228;ftig in den Hintern zu treten.</p>
<p>Die Kritik bezieht sich also darauf, dass der Regisseur zwar die gewaltt&#228;tigen Methoden der BOPE zeigt, aber statt distanzierende Mittel einzubauen, dr&#228;ngt er einem vielmehr die Perspektive dieser Eliteeinheit auf.</p>
<p>Was soll daran schlecht sein?</p>
<p>Im Gegenteil: Diese konsequente Einhaltung der Perspektive ist nicht nur mutig, sondern auch sehr effektiv. Es w&#228;re einfach gewesen, Nascimentos Stimme aus dem OFF ein paar Zweifel einzuhauchen. Das spart Padilha aus und der Zuschauer kann selbst &#252;berpr&#252;fen, wie weit er mitgehen und wann er aussteigen m&#246;chte. Ob er die Machokultur, den harten milit&#228;rischen Stil, den die BOPE in der &#214;ffentlichkeit pr&#228;sentiert, legitim findet. </p>
<p>TROPA DE ELITE ist damit ein Zeugnis der Ohnmacht im Kampf gegen die organisierte Drogenkriminalit&#228;t, die die Favellas beherrscht. Der Film legitimiert die Gewalt nicht, sondern ist vielmehr realistisch, in dem was er zeigt. </p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/07/figura_caveirao1.gif"><img class="alignnone size-medium wp-image-361" title="figura_caveirao1" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/07/figura_caveirao1.gif" alt="" width="210" height="202" /></a></p>
<h4>Resonanz auf den Film: Die BOPE leugnet die Foltermethoden. Doch ihr Emblem spricht f&#252;r sich.</h4>
<p>Inzwischen hat sich die Organisation selbst widerlegt. Zu Beginn des Films wird die Jahreszahl 1997 eingeblendet, die zeigen soll, dass es die BOPE von damals nicht mehr gibt. Das Statement des Regisseurs: »Sie ist heute genauso korrumpiert wie alle Polizeieinheiten Rios.« Dass Padilha gegen das korrupte System Rios ist, daraus macht er keinen Hehl. So verzichtet er auf Joints, um die Drogenh&#228;ndler nicht zu unterst&#252;tzen. Den Vorwurf, dass er mit den Gewalttaten der BOPE symphatisiere, findet er jedoch absurd.</p>
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		<title>TV-Tipp: Patti Smith: Dream of Life auf arte</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Apr 2008 11:52:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[FILM GIBTS AUCH IM ALLTAG]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Dokufilm Patti Smith DREAM OF LIFE von Steven Sebring, der auf der diesj&#228;hrigen Berlinale gelaufen ist, hat offenbar keinen Verleih in Deutschland gefunden und kommt damit nicht in die Kinos. Stattdessen verschwindet er im Nachtprogramm von arte. Er lief schon am 8. April und wird in der Nacht 26/27. April um 0.10 Uhr noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="425" height="355" data="http://www.youtube.com/v/9pTYrFoXp6s&amp;hl=en" type="application/x-shockwave-flash"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/9pTYrFoXp6s&amp;hl=en" /></object></p>
<p>Der Dokufilm Patti Smith DREAM OF LIFE von Steven Sebring, der auf der diesj&#228;hrigen <a href="http://www.dasblogzumhof.de/allgemein/patti-smith-dream-of-life-panorama.php" target="_blank">Berlinale</a> gelaufen ist, hat offenbar keinen Verleih in Deutschland gefunden und kommt damit nicht in die Kinos. Stattdessen verschwindet er im Nachtprogramm von <a href="http://www.arte.tv/de/suche/1970544.html" target="_blank">arte</a>. Er lief schon am 8. April und wird in der <strong>Nacht 26/27. April um 0.10 Uhr </strong>noch einmal wiederholt. Sollte man ihn wieder verpassen: Er l&#228;uft auch noch mal am <strong>30.4. </strong>und am <strong>8.5.,</strong> um <strong>3 Uhr morgens</strong>.</p>
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		<title>Seaview (Forum) &#8211; Leben an Europas Grenze</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Feb 2008 23:30:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Regie: Paul Rowley, Nicky Gogan Irland 2007 82 Min. Der irische Ort Mosney hat schon bessere Zeiten gesehen. Vor 60 Jahren entstand hier der Vergn&#252;gungspark Mosney, ein &#8220;Low-Budget-Disneyland&#8221;, wie es die beiden Filmemacher im Gespr&#228;ch nachher nennen. Irgendwann wurden die Iren reich und flogen lieber nach Spanien in den Urlaub. Die Besitzer von Mosney orientierten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> Paul Rowley, Nicky Gogan<br />
Irland 2007<br />
82 Min.</p>
<p><a title="seaview1.jpg" href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/seaview1.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/seaview1.jpg" alt="seaview1.jpg" /></a></p>
<p>Der irische Ort Mosney hat schon bessere Zeiten gesehen. Vor 60 Jahren entstand hier der Vergn&#252;gungspark <a title="Mosney-Website" href="http://www.butlinsmemories.com/mosney/index.htm">Mosney</a>, ein &#8220;Low-Budget-Disneyland&#8221;, wie es die beiden Filmemacher im Gespr&#228;ch nachher nennen. Irgendwann wurden die Iren reich und flogen lieber nach Spanien in den Urlaub. Die Besitzer von Mosney orientierten sich um. Heute ist Mosney ein irisches Asylantenwohnheim.</p>
<p>17.2., 21.30 Uhr, Delphi, OmE</p>
<p><span id="more-263"></span></p>
<p>Es ist eines der Auffangbecken, die Europa nach dem <a title="Wikipedia-Artikel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schengen-Abkommen">Schengener Abkommen</a> &#252;berall an den Grenzen errichtet hat, um <a title="Netzwerk Migration" href="http://www.network-migration.org/">Migranten</a> aus aller Welt erst gar nicht herein zu lassen. Eine Zeit lang dachte die irische Regierung sogar daran, die Fl&#252;chtlinge auf Schiffen vor der K&#252;ste unterzubringen, erz&#228;hlt Paul Rowley im anschlie&#223;enden Q&amp;A. Meeresblick (Seaview) ist also nicht Beschauliches, es zeigt, dass die Fl&#252;chtlinge nur an den Rand gelangen k&#246;nnen, ins Land hinein kommen sie nicht. Die meisten von ihnen leben hier ein paar Monate oder Jahre und werden dann wieder in ihre Herkunftsl&#228;nder abgeschoben.</p>
<p>Die beiden Filmemacher <a title="Paul Rowleys Blog" href="http://paulrowley.blogspot.com/">Paul Rowley</a> und <a title="Nicky Gogans Blog" href="http://nickygogan.vox.com/">Nicky Gogan</a> haben einen Film &#252;ber das Fl&#252;chtlingsheim Mosney gedreht. Sie f&#252;hrten Interviews mit den Besch&#228;ftigten, die lieber von den besseren fr&#252;heren Zeiten erz&#228;hlen, als Mosney noch ein Urlaubsparadies war, sie lassen die Fl&#252;chtlinge ihre Geschichten erz&#228;hlen, vor allem aber filmten sie die absurde Umgebung einer farbenfrohen Ferienanlage, die zum Alptraum ihrer Bewohner gerinnt, f&#252;r die es fast immer nur einen Weg aus dem Lager heraus gibt &#8212; dahin zur&#252;ck, woher sie gefl&#252;chtet sind.</p>
<p>Paul Rowley ist eigentlich <a title="&#220;berblick &#252;ber Paul Rowleys Video-Arbeiten" href="http://www.condensate.net/index.html">Videoinstallationsk&#252;nstler</a>, was man dem Film leider anmerkt. Seaview w&#228;re eine tolle Videoinstallation geworden, mit einem Fernseher an der linken Wand mit den Fl&#252;chtlingsinterviews, die mit viel Gesp&#252;r f&#252;r Farbkomposition vor den bunten W&#228;nden des Heims gedreht wurden, einem gegen&#252;ber stehenden Fernseher mit den Interviews mit den Besch&#228;ftigten und in der Mitte einer gro&#223;en Leinwand auf der die Kamerafahrten durch die Anlage und die Geb&#228;ude gezeigt werden. Als Film funktioniert die Sache leider nicht einmal halb so gut. Die Disparit&#228;t der drei Darstellungsweisen will sich nicht zu einer filmischen Einheit f&#252;gen und w&#228;re besser getrennt geblieben. Im Forum Expanded w&#228;re Seaview besser aufgehoben gewesen.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/QhzDr8D8oDY" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://www.youtube.com/v/QhzDr8D8oDY" wmode="transparent"></embed></object></p>
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		<title>Nirvana (Forum) &#8211;  Schriller Ausstattungsfilm aus St. Petersburg</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Feb 2008 06:49:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2008]]></category>
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		<description><![CDATA[Regie: Igor Voloshin Russland 2008 89 Min. Es gibt eine Theorie, dass Filmemachen nichts anderes sei, als die immer gleichen Themen anders zu verfilmen. Wenn das stimmt, hat der russische Regisseur Igor Voloshin in seinem Erstlingswerk &#8220;Nirvana&#8221; alles richtig gemacht. Leider gibt es im Forum, wo der Film l&#228;uft, weder f&#252;r Maske, noch f&#252;r Kost&#252;me, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie: </strong>  Igor Voloshin<br />
Russland 2008<br />
89 Min.</p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/nirvana.jpg" title="nirvana.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/nirvana.jpg" alt="nirvana.jpg" /></a></p>
<p>Es gibt eine Theorie, dass Filmemachen nichts anderes sei, als die immer gleichen Themen anders zu verfilmen. Wenn das stimmt, hat der russische Regisseur Igor Voloshin in seinem Erstlingswerk &#8220;Nirvana&#8221; alles richtig gemacht. Leider gibt es im Forum, wo der Film l&#228;uft, weder f&#252;r Maske, noch f&#252;r Kost&#252;me, noch f&#252;r das B&#252;hnenbild Spezialpreise. Nirvana bek&#228;me sie alle und h&#228;tte selbst beim Soundtrack noch gute Chancen. Warum also z&#252;ndet der Film trotzdem nicht?</p>
<p>13.2. 12.30 Uhr, Cubix 9, OmE<br />
14.2., 22.00 Uhr, Delphi, OmE<br />
17.2., 20.00 Uhr, Colosseum 1, OmE</p>
<p><span id="more-244"></span><br />
Die Geschichte ist schnell erz&#228;hlt. Die Moskauer Krankenschwester Alisa hat die Schnauze voll von Moskau und zieht nach St. Petersburg.  In einer heruntergekommenen WG wohnt sie mit dem Junkie-P&#228;&#228;rchen Valera und Dead Man zusammen. Als Dead Man ein Verh&#228;ltnis mit ihr beginnt, bekriegen sich die beiden Frauen, finden aber zueinander, als Valera eine &#220;berdosis nimmt und Alisa sie rettet. Dann wird Dead Man entf&#252;hrt, weil er seine Schulden nicht bezahlen konnte. Alisa und Valera ziehen durch St. Petersburg, um das Geld aufzutreiben. Mit viel M&#252;he gelingt es und sie kaufen Dead Man frei. Dead Man klaut aber dann das Geld, das die beiden zum Zur&#252;ckzahlen der Schulden ben&#246;tigen und fl&#252;chtet. Valera begeht daraufhin Selbstmord, Alisa holt sich bei Valeras Dealer eine &#220;berdosis, im Rausch erscheint ihr Valera und gibt ihr wieder Lebensmut.</p>
<p>Nicht nur die schr&#228;gen Kost&#252;me und phantasievoll geschminkten Frauen sind ungew&#246;hnlich, auch die Geschlechterverh&#228;ltnisse scheinen vertauscht. Die M&#228;nner sind den Frauen v&#246;llig unterlegen. Der einzige direkte Kampf zwischen einem Mann und einer Frau endet nach nur einem einzigen festen Schlag &#8212; mit einem zertr&#252;mmerten Sch&#228;del des Mannes. Einen gleichwertigen Gegner f&#252;r Pr&#252;geleien haben die beiden Frauen nur, wenn sie gegeneinander k&#228;mpfen. Nach der Pr&#252;gelei zeigen sie sich stolz die Narben vergangener K&#228;mpfe.</p>
<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/nirvana3.thumbnail.jpg" alt="Nirvana" align="left" />Das alles rettet den Film aber nicht, so sch&#246;n diese Kleinigkeiten auch sein m&#246;gen. Wie der Regisseur vollkommen richtig anmerkt, ist diese Geschichte zeitlos. Sie ist weder neu noch besonders intelligent. Genau das ist ihr Problem. Voloshin hat nichts zu erz&#228;hlen. Er betreibt einen gewaltigen Aufwand, um dieses inhaltliche Nirvana hinter Tonnen von Schminke, Kost&#252;men und lauter Musik zu verstecken. Die von Szene zu Szene wechselnden irrsinnigen Kost&#252;me und grotesken futuristischen Schminkorgien dienen aber leider gerade nicht dazu, das Innere der Figuren erkennbar zu machen. Vielmehr &#252;bert&#252;nchen sie nur die inhaltliche Leere des Films und der Figuren. Die Ausstattung korreliert nicht mit der Entwicklung der Geschichte, sondern folgt eigenen Gesetzen, die rein &#228;sthetischer Natur sind. So werden Schauspielerinnen zu Models degradiert.</p>
<p>Das sollte aber niemanden hindern, diesen insgesamt doch gro&#223;artigen Film eines russischen Ausnahmetalents anzusehen. Wie eingangs schon erw&#228;hnt, w&#252;rde ich dem Film sofort drei Spezialpreise f&#252;r die Ausstattung zuerkennen.  Allein die hoch&#228;sthetischen Bilder heruntergekommener Kulissen in St. Petersburg sind den Eintritt wert. Nirvana ist eine wunderbare, phantastische und hoch&#228;sthetische Verpackung f&#252;r einen leeren Kern. Wenn Voloshin sich das n&#228;chste Mal entscheiden k&#246;nnte, auch einen Film zu drehen und sich nicht allein auf seine Kost&#252;m- und Maskenbildner zu verlassen, w&#228;re alles gut.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>James Benning (Forum): RR ausverkauft!</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Feb 2008 23:59:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2008]]></category>
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		<category><![CDATA[avantgarde]]></category>
		<category><![CDATA[experimentell]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer h&#228;tte das f&#252;r m&#246;glich gehalten, dass ausgerechnet James Benning ein Kino nicht nur f&#252;llen, sondern sogar gleich am ersten Vorverkaufstag ausverkaufen kann. Ich jedenfalls nicht! Als ich vor zwei Jahren mit &#8220;10 Skies&#8221; meinen ersten Film von James Benning sah, teilte ich mir das viel zu gro&#223;e Kino mit vielleicht etwas mehr als einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/pr.jpg" title="pr.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/pr.jpg" alt="pr.jpg" /></a></p>
<p>Wer h&#228;tte das f&#252;r m&#246;glich gehalten, dass ausgerechnet James Benning ein Kino nicht nur f&#252;llen, sondern sogar gleich am ersten Vorverkaufstag ausverkaufen kann. Ich jedenfalls nicht! Als ich vor zwei Jahren mit &#8220;10 Skies&#8221; meinen ersten Film von James Benning sah, teilte ich mir das viel zu gro&#223;e Kino mit vielleicht etwas mehr als einem Dutzend anderer Freunde experimenteller Filme.</p>
<p><strong>Deutscher Kinostart: 12.6.2008</strong><br />
<span id="more-231"></span></p>
<p>Es war ein unvergessliches und unvergleichliches Kino-Erlebnis aus 100 meditativen Minuten. F&#252;r die, denen James Benning noch nichts sagt: &#8220;10 Skies&#8221; sind 10 Einstellungen von 10 Himmeln, die jeweils exakt 10 Minuten lang dauern. Es war die Fortsetzung von &#8220;13 Lakes&#8221;, der in 13 Einstellungen Seen zeigt. Offensichtlich war es nicht nur f&#252;r mich ein beeindruckendes Filmerlebnis. Als im letzten Jahr im Forum Bennings Estlingswerk &#8220;One Way Boogie Woogie&#8221; samt dessen kompletter Neuverfilmung &#8220;27 Years later&#8221; gezeigt wurde, war es schon deutlich voller geworden. Dieses Jahr setzt Benning seine Filmserie &#8220;American Landscapes&#8221; mit &#8220;RR&#8221; fort. &#8220;RR&#8221; steht f&#252;r RailRoad und gezeigt werden 37 Einstellungen von vorbeifahrenden Z&#252;gen.Dass pl&#246;tzlich so viele Menschen Z&#252;gen hinterhersehen wollen, ist allerdings doch &#252;berraschend. Benning ist es aber sehr zu g&#246;nnen, dass er sich inzwischen nach vielen Forums-Jahren offensichtlich eine feste Fangemeinde aufgebaut hat, die auch mal ein Kino schnell ausverkaufen kann. Ich habe &#252;brigens keine Karte mehr bekommen. Zum Gl&#252;ck zeigt das Arsenal im Anschluss an die Berlinale eine Benning-Retrospektive. Einen Schnipsel habe ich noch.</p>
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		<title>Amerikanisches Minderheitenkino: &#8220;The Exiles&#8221; und &#8220;My Brother&#8217;s Wedding&#8221; im Forum</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Feb 2008 23:39:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2008]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine der gro&#223;en Entdeckungen der letzten Berlinale war die Wiederauff&#252;hrung von &#8220;Killer of Sheep&#8221; des afroamerikanischen Filmemachers Charles Burnett. Das haben die Forums-Programmgestalter offensichtlich auch so empfunden und f&#252;r 2008 gleich zwei gro&#223;artige Filme des amerikanischen Independent-Kinos ausgegraben. Beide Filme wurden anl&#228;&#223;lich der Berlinale aufwendig restauriert und haben jetzt eine Wiedergabe-Qualit&#228;t, als w&#228;ren sie erst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/burnett.thumbnail.jpg" alt="burnett.jpg" align="left" />Eine der gro&#223;en Entdeckungen der letzten Berlinale war die Wiederauff&#252;hrung von &#8220;Killer of Sheep&#8221; des afroamerikanischen Filmemachers Charles Burnett. Das haben die Forums-Programmgestalter offensichtlich auch so empfunden und f&#252;r 2008 gleich zwei gro&#223;artige Filme des amerikanischen Independent-Kinos ausgegraben. Beide Filme wurden anl&#228;&#223;lich der Berlinale aufwendig restauriert und haben jetzt eine Wiedergabe-Qualit&#228;t, als w&#228;ren sie erst gestern fertig gestellt worden. Das ist insbesondere beim &#228;lteren &#8220;The Exiles&#8221; von 1961 sehr zu begr&#252;&#223;en, weil auch der gro&#223;artige Sound &#252;berarbeitet wurde. Und den Soundtrack mit den daf&#252;r verwendeten Underground-Rock&#8217;n'Roll-St&#252;cken der &#8220;The Revels&#8221; w&#252;rde ich sofort kaufen.</p>
<p><span id="more-226"></span></p>
<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/exiles.thumbnail.jpg" alt="exiles.jpg" align="right" />Der Film ist einer der ersten, die sich in semidokumentarischer Form dem realen Lebensgef&#252;hl der Natives, also der Indiane, ann&#228;hert. &#8220;The Exiles&#8221; beginnt mit Fotografien bedeutender Indianerh&#228;uptlinge, dann wird kurz die Einweisung der Indianer in Reservate im 19. Jahrhundert geschildert, die die Indianer zu Exilanten im eigenen Land gemacht hat. In den f&#252;nfziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann erstmals eine Generation von Indianern die Reservate zu verlassen. Sie zogen in die Gro&#223;st&#228;dte der Wei&#223;en und bildeten dort eine eigene Subkultur. Filmemacher Kent Mackenzie recherchierte jahrelang in der Indianer-Community von Los Angeles, bevor er mit den Laiendarstellern ihr Leben verfilmte.</p>
<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/exiles-2.thumbnail.jpg" alt="exiles-2.jpg" align="right" />Erz&#228;hlt wird die Geschichte eines Tages. Zwei Handlungsstr&#228;nge laufen nebeneinander her. Yvonne lebt mit ihrem Mann Homer und f&#252;nf weiteren Indianern in einer Zweizimmerwohnung. W&#228;hrend Yvonne zu Hause bleibt und den Haushalt macht, ziehen Homer und seine Kumpels durch die Nachtbars. Yvonne sehnt sich nach einem normalen Leben und Kindern, verr&#228;t uns ihre Off-Stimme, die von Mackenzie aus zuvor aufgenommenen Interviews entnimmt. Die M&#228;nner sind hingegen auf der Suche nach dem schnellen Kick. Alkohol, Autos, Frauen, Rock&#8217;n'Roll. Als die letzten Bars schlie&#223;en fahren alle auf einen Berg, von dem aus man die Stadt &#252;bersehen kann. In einer der st&#228;rksten Szenen des Films zeigt Mackenzie die ganze Entwurzelung dieser jungen Indianer-Generation, die in der Kultur der Eroberer ankommen m&#246;chte und doch nicht kann. Zu den alten Stammesges&#228;ngen und Trommelrhythmen tanzen sie Rock&#8217;n'Roll. Erst nach und nach finden alle zu den alten Stammest&#228;nzen zur&#252;ck. Der Film endet, als die Gruppe morgens wieder zu Hause ankommt, Yvonne ist gerade aufgestanden. Sie stehen verloren und klein in der Stadt, niemand au&#223;er ihnen ist da.</p>
<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/0155_0001_popup1.thumbnail.jpg" alt="0155_0001_popup1.jpg" align="left" />&#8220;My Brother&#8217;s Wedding&#8221; ist der zweite Film von Charles Burnett aus dem Jahre 1983. Er spielt ebenfalls in Los Angeles, diesmal aber in der Schwarzen-Community. Im Mittelpunkt steht der junge Schwarze Pierce, der in ein moralisches Dilemma ger&#228;t, als sein krimineller bester Freund, der gerade erst aus dem Gef&#228;ngnis entlassen worden ist, ermordet wird. Die Beerdigung findet dummerweise parallel zur Hochzeit seines Bruders statt. Wieder steht wie schon bei &#8220;Killer of Sheep&#8221; nicht die eigentliche Handlung im Vordergrund, sondern ein bestimmtes Lebensgef&#252;hl der us-amerikanischen Schwarzen. Der Forumskatalog sieht &#8220;My Brother&#8217;s Wedding&#8221; als Vorl&#228;ufer des Ghetto-und-Gangster-Genres, in dem Goldkettchen, Schnellfeuerwaffen und HipHop die Handlung dominieren. Zum Gl&#252;ck, denn im Gegensatz zum goldkettchentragenden Gangsta-Rapper sind Burnetts Schwarze ausgesprochen elegant und hip gekleidet. Sie haben noch eine Authentizit&#228;t, die sich nicht aus hyperventilierendem Testosteron speist. An das Meisterwerk &#8220;Killer of Sheep&#8221; kommt &#8220;My Brother&#8217;s Wedding&#8221; nicht mehr ganz heran, sehenswert ist der Film aber immer noch. &#8220;The Exiles&#8221; sollte man sich in keinem Fall entgehen lassen.</p>
<p>&#8220;The Exiles&#8221; wird am 12.02. um 21:30 Uhr im Delphi und am 14.02. um 22:30 Uhr im Arsenal (ausverkauft) wiederholt.</p>
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