<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Blog zum Hof &#187; Hollywood</title>
	<atom:link href="http://www.dasblogzumhof.de/tag/hollywood/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.dasblogzumhof.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 10:57:08 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Passion &amp; Poetry: The Ballad of Sam Peckinpah</title>
		<link>http://www.dasblogzumhof.de/auf-dvd/passion-poetry-the-ballad-of-sam-peckinpah.php</link>
		<comments>http://www.dasblogzumhof.de/auf-dvd/passion-poetry-the-ballad-of-sam-peckinpah.php#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 18:09:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neu auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Dan Melnick]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Dustin Hoffman]]></category>
		<category><![CDATA[Ehre]]></category>
		<category><![CDATA[Hollywood]]></category>
		<category><![CDATA[Major Dundee]]></category>
		<category><![CDATA[MGM]]></category>
		<category><![CDATA[Mike Siegel]]></category>
		<category><![CDATA[RIDE THE HIGH COUNTRY]]></category>
		<category><![CDATA[Sacramento]]></category>
		<category><![CDATA[Straw Dogs]]></category>
		<category><![CDATA[Susan George]]></category>
		<category><![CDATA[The Wild Bunch]]></category>
		<category><![CDATA[Western]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.dasblogzumhof.de/?p=2472</guid>
		<description><![CDATA[Regie: Mike Siegel 115 Minuten (OmU) bereits erschienen auf DVD am: 14.8.2009 Der Peckinpah-Experte und -fan Mike Siegel hat ein unabh&#228;ngiges und finanziell schwierig zu realisierendes Filmprojekt &#252;ber den Ausnahmeregisseur realisiert, das fast unbemerkt nur auf DVD erschienen ist. Es ist keine filmhistorische Abhandlung &#252;ber Peckinpah, sondern vor allem eine Biographie &#252;ber einen an der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> Mike Siegel<br />
115 Minuten (OmU)<br />
<strong>bereits erschienen auf DVD am: 14.8.2009</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2474" title="Passion_Poetry" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/09/Passion_Poetry1.jpg" alt="Passion_Poetry" width="250" height="370" /></p>
<p><strong>Der Peckinpah-Experte und -fan Mike Siegel hat ein unabh&#228;ngiges und finanziell schwierig zu realisierendes Filmprojekt &#252;ber den Ausnahmeregisseur realisiert, das fast unbemerkt nur auf DVD erschienen ist.</strong></p>
<p>Es ist keine filmhistorische Abhandlung &#252;ber Peckinpah, sondern vor allem eine Biographie &#252;ber einen an der Filmindustrie gescheiterten und in der &#214;ffentlichkeit umstrittenen K&#252;nstler, der &#252;ber sich sagte: »All my life, everything what I am is upon that screen.« Es ist die Ballade &#252;ber Sam Peckinpah, die bisher nur seine engsten Mitarbeiter, Schauspieler und seine Familie kannten. Gleichzeitig ist Mike Siegels Audiokommentar auch ein pers&#246;nlicher Fanbericht.</p>
<p><span id="more-2472"></span></p>
<p>Das Zitat von Sam Peckinpah h&#246;ren wir gleich zweimal in der Er&#246;ffnungssequenz, w&#228;hrend die Kamera den Drehort von Mapaches Hazienda (THE WILD BUNCH, 1969) einf&#228;ngt. Mike Siegel verweigert sich Peckinpahs Selbsteinsch&#228;tzung und sagt gleich zu Beginn im Audio-Kommentar, dass es ihm nicht um das Werk des Regisseurs geht, sondern um Peckinpahs Leben, um ein Leben, dass – so Siegel &#8211; »sehr schwer zu erfassen ist«, weshalb sich das Projekt &#252;ber Jahre hinzog. Ein weiterer Grund, warum der Film, welcher 2000 seinen Ausgangspunkt nahm, erst jetzt und nur auf DVD erscheint, sind die komplizierten finanziellen Rahmenbedingungen unabh&#228;ngigen Filmeschaffens  – dazu sp&#228;ter ein paar Randbemerkungen.</p>
<p>Gleich zu Beginn sehen wir Peckinpah bei seinen letzten Dreharbeiten, zwei Monate vor seinem Tod: bei einem Videoclip-Dreh irgendeiner Band. Wie konnte er so tief absteigen?</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2482" title="rideSherrif" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/09/rideSherrif.jpg" alt="rideSherrif" width="400" height="172" /></p>
<p><strong>Joel McCrea in RIDE THE HIGH COUNTRY (1962)</strong></p>
<p>Biographische Kindheitsspuren erz&#228;hlt Peckinpahs Schwester, Fern Lea Peter: Sie sind in den Bergen aufgewachsen. Der Gro&#223;vater war Richter und Anwalt, und die Familie z&#252;chtete Vieh. Die damals F&#252;nfj&#228;hrige erinnert sich an den letzten Viehtrieb: Sie weinte als die Ohren der K&#252;he f&#252;r die Erkennungsmarken aufgeschlitzt wurden, weil das Blut spritze. Der Gro&#223;vater war resolut: »Wenn du heulst, verschwinde von hier!« &#8211;  »Ein gewisses Verhalten wurde von uns erwartet….Es gab viel Ehre und Dinge, die man besser nicht tat.« &#8211; Das Thema, dass Ehre, Moral, Integrit&#228;t in einer sich ver&#228;ndernden, gewaltt&#228;tigen Welt an Bedeutung verlieren, zieht sich wie ein roter Faden durch Peckinpahs Filme. Gleich in seinem zweiten Spielfilm, der Sp&#228;twestern RIDE THE HIGH COUNTRY (SACRAMENTO, 1962), legt er seinem alterndem Westernhelden (Joel McCrea) die Worte seines Vaters in den Mund: »Alles was ich will, ist mein Haus als rechtschaffener Mann zu betreten.« &#8211; Sich nicht Verkaufen, kein Einknicken, sauber bleiben.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2489" title="peckinpah2" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/09/peckinpah21.jpg" alt="peckinpah2" width="250" height="199" /></p>
<p><strong>Sam Peckinpah bei Dreharbeiten</strong></p>
<p>W&#228;hrend der Dreharbeiten zu SCARAMENTO, seinem gerade mal zweiten Spielfilm, kommt es zum Knatsch mit MGM. Die Dreharbeiten im Freien sind zu teuer und ohne den Regisseur zu informieren, verlegt sie MGM kurzerhand ins Studio. Das war keine Provokation, sondern offenbar Ausdruck, welchen Stellenwert man in Hollywood dem Regisseur beima&#223;.<br />
»All my life, everything what I am, is upon that screen« &#8211; MGM ist aber nicht an einem Kunstwerk interessiert, sondern daran m&#246;glichst schnell aus der tiefen finanziellen Krise zu kommen. Daf&#252;r brauchte Metro-Goldwyn-Mayer vor allem massenkompatible Filme.</p>
<p>Beim n&#228;chsten Peckinpah-Film MAJOR DUNDEE (1965) kommt es zum gro&#223;en Knall: Gleich zu Beginn sagt der neue Produzent, Jerry Bresler, er werde den Film zerst&#246;ren. (So, w&#246;rtlich Peckinpah aus dem Off.) Und so passierte es auch: Er zerschnitt den Film. Peckinpah wehrte sich, jagte Produzenten vom Set – und landete auf einer inoffiziellen »Schwarzen Liste«. Er erhielt keine Auftr&#228;ge mehr.<br />
Mit dem Studiosystem und Peckinpah knallten zwei Welten aufeinander: eine Kinoindustrie in der Krise vs. einem Mann, dem Ehre, Rechtschaffenheit, Integrit&#228;t und Kunstwerk extrem wichtig waren. Und einem Mann, der nicht nur einfach ein Regisseur war, sondern, der f&#252;r seinen Film bis zum &#228;u&#223;ersten ging.</p>
<p>Denn so resolut er gegen&#252;ber den Studios war, so sprang er auch mit seinen Schauspielern um. Hauptsache sie lieferten ihm das, was er sehen wollte. Besonders deutlich wird das bei den Dreharbeiten zu STRAW DOGS (Wer Gewalt s&#228;ht, 1971 – in Deutschland Dank Mike Siegel seit 2007 unverst&#252;mmelt erh&#228;ltlich).</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-2481" title="Straw-Dogs" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/09/Straw-Dogs.jpg" alt="Straw-Dogs" width="250" height="358" /></p>
<p><strong>Die Medien urteilten &#252;ber Peckinpah zwiesp&#228;ltig, aufgrund seiner ausufernden Gewaltdarstellungen. <em>New-Yorker</em>-Kritikerin Pauline Kael bezeichnete STRAW DOGS (1971) als »ein faschistisches Kunstwerk«. </strong></p>
<p>So, Produzent Dan Melnick: »Dustin [Hoffman] in the beginning was very close to her [Susan George] and they were together all the time. He was relating to her and Sam [Peckinpah] was relating to her as the character David related to the character Amy. And as their marriage started to fell the strain [im plot, K.], they startet behaving to her in that obscene way, with that strain and hostility….«</p>
<p>Peckinpah manipulierte und kontrollierte die Schauspieler und wandte dabei sehr unsch&#246;ne Methoden an.</p>
<p>Trotzdem fand er aber immer wieder Unterst&#252;tzer und somit konnte er das Drehbuch zu THE WILD BUNCH umschreiben, dass er schlie&#223;lich mit Warner umsetzte. Und er drehte JUNIOR BONNER (1971) mit Steve McQueen. Die schon X-mal verfilmte Geschichte um Pat Garett und Billy the Kid setzte er wieder mit MGM um, die den Film erheblich schnitten. Die Dreharbeiten waren eine Zerrei&#223;probe f&#252;r die gesamte Crew und Peckinpah permanent betrunken. BRING ME THE HEAD OF ALFREDO GARCIA (1971) und THE KILLER ELITE (1975) blieben erfolglos und Peckinpah hatte inzwischen starke Probleme mit Alkohol und Drogen. Die Angebote blieben aus. 1977, als Peckinpah den Kriegsfilm STEINER &#8211; DAS EISERNE KREUZ, seinen vorletzten Film, drehte, waren die Dreharbeiten deutlich von Peckinpahs Alkoholproblemen &#252;berschattet. Er trank bis zu vier Flaschen Schnaps an einem Drehtag.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2509" title="the-wild-bunch-1-1024" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/09/the-wild-bunch-1-1024.jpg" alt="the-wild-bunch-1-1024" width="300" height="225" /></p>
<p><strong>Filmplakat zu THE WILD BUNCH (1969)</strong></p>
<p>PASSION &amp; POETRY ist eine Collage von Talking Heads (u. a. James Coburn, Ernest Borgnine, Kris Kristofferson, Senta Berger, Ali MacGraw, L. Q. Jones, R. G. Armstrong, Mario Adorf), die unz&#228;hlige Anekdoten erz&#228;hlen, Standfotos, Aufnahmen vom Filmdrehs, Tonbandaufnahmen und Interviews mit Peckinpah sowie Ausschnitten aus Werbetrailern der Peckinpah-Filme. Trotz gro&#223;er Aufmerksamkeit und positiver Resonanz f&#252;r sein Projekt und der Teilnahme an verschiedenen Filmfestvials konnte Mike Siegel keinen Finanzier finden. Ein geplanter ARTE-Themenabend, der den Film h&#228;tte mitfinanzieren k&#246;nnen, scheiterte an einem einzelnen Menschen (!) im ZDF. Um das Projekt doch noch durchziehen zu k&#246;nnen, blieb Siegel nur ein Ausweg: Er musste die teuren Filmclips rausschneiden und mit Ausz&#252;gen aus Werbetrailern versehen.</p>
<p>PASSION &amp; POETRY setzt eine Kenntnis der Peckinpah-Filme voraus, denn plots werden nicht erz&#228;hlt. Andererseits weckt der Film auch soviel Interesse, dass man durch ihn inspiriert wird, sich diese Filme (noch mal) anzusehen.</p>
<p>Weiterf&#252;hrende Links:</p>
<p>Auf die Gewalt, eines der am meist diskutierten Themen im Zusammenhang mit den Filmen von Peckinpah, bin ich kaum eingangen. Der Artikel  <a href="http://blogjournalisten.com/panorama/kino/mythologie-und-gewalt-in-sam-peckinpahs-western-the-wild-bunch/" target="_blank"> »Mythologie und Gewalt in Sam Peckinpah’s Western The Wild Bunch« </a> widmet sich diesem Thema.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.dasblogzumhof.de/auf-dvd/passion-poetry-the-ballad-of-sam-peckinpah.php/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Pers&#246;nliche Buchkritik. Georg See&#223;lens: Quentin Tarantino gegen die Nazis und mein Tarantino, Teil 2/3</title>
		<link>http://www.dasblogzumhof.de/film-im-alltag/eine-persoenliche-buchkritik-georg-seesslens-quentin-tarantino-gegen-die-nazis-und-mein-tarantino-teil-23.php</link>
		<comments>http://www.dasblogzumhof.de/film-im-alltag/eine-persoenliche-buchkritik-georg-seesslens-quentin-tarantino-gegen-die-nazis-und-mein-tarantino-teil-23.php#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Sep 2009 20:36:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[FILM GIBTS AUCH IM ALLTAG]]></category>
		<category><![CDATA[2. Weltkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Eli Roth]]></category>
		<category><![CDATA[Hollywood]]></category>
		<category><![CDATA[Holocaust]]></category>
		<category><![CDATA[Inglourious Basterds]]></category>
		<category><![CDATA[Juden]]></category>
		<category><![CDATA[Louis B. Mayer]]></category>
		<category><![CDATA[Metro-Goldwyn-Mayer]]></category>
		<category><![CDATA[Nazis]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.dasblogzumhof.de/?p=2388</guid>
		<description><![CDATA[»Der B&#228;renjude« INGLOURIOUS BASTERDS gesehen. Na upa! Nachdem ich mir keinerlei Kritiken durchgelesen hatte, war ich absolut platt: Das war ja gar kein Naziploitation-Film, wie der Trailer nahelegt, auch kein Edeltrash. Das war ja mein Pulp Fiction Nr. 2 auf den ich 15 Jahre lang warten musste: Tolle Dialoge, ultraspannende Story, gl&#228;nzende Schauspielerleistungen und irgendwie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><img class="alignright size-full wp-image-2622" title="eli-roth-inglorious-basterds" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/09/eli-roth-inglorious-basterds.jpg" alt="eli-roth-inglorious-basterds" width="200" height="300" /><strong>»Der B&#228;renjude«</strong></p>
<p>INGLOURIOUS BASTERDS gesehen. Na upa! Nachdem ich mir keinerlei Kritiken durchgelesen hatte, war ich absolut platt: Das war ja gar kein Naziploitation-Film, wie der Trailer nahelegt, auch kein Edeltrash. Das war ja mein Pulp Fiction Nr. 2 auf den ich 15 Jahre lang warten musste: Tolle Dialoge, ultraspannende Story, gl&#228;nzende Schauspielerleistungen und irgendwie cool. Tarantino behandelt diesen Stoff, mit dem sich alle extrem schwer tun (ganz schlimm die Deutschen), mit einer begnadeten Leichtigkeit, ohne aber das Thema zu verharmlosen, die Nazis l&#228;cherlich zu machen, und macht daraus eine komische und extrem spannende Geschichte mit tollen Dialogen. Der Film des Jahres –  ohne Witz!</p>
<p><span id="more-2388"></span></p>
<p>Jetzt aber zur&#252;ck zu See&#223;len.  Im Kapitel <strong>»A Lot of Plot« </strong> erz&#228;hlt See&#223;len auf 60 Seiten den Film nach und analysiert ihn – mal &#252;berzeugend, mal weniger, mal ist es einfach und einleuchtend, mal sind die Verweise relativ komplex. Hier mal drei Beispiele:</p>
<p>1.) Bei den Nazis geht das Ger&#252;cht um, dass unter den Bastarden ein »B&#228;renjude« sei. Einer erz&#228;hlt sein Erlebnis mit dem »Ungeheuer«. R&#252;ckblende: Er ist mit seinen Kameraden im Wald; pl&#246;tzlich sind sie von Bastarden umstellt. Dialoge, Drohungen, etc. Dann: Kurz bevor der »B&#228;renjude« aus seiner H&#246;hle tritt, um den Anf&#252;hrer zu t&#246;ten, zeigt die Kamera im Schu&#223;-Gegenschu&#223;verfahren abwechselnd H&#246;hleneingang und das Gesicht des deutschen Anf&#252;hrers, der zermalmt werden soll. Typischer Horrorfilm-Stil. (Ich glaube beim Cut auf die H&#246;hle gibt es auch noch eine Kamerafahrt.) Wie auch immer: Der Gag: Es kommt nur Eli Roth heraus, der ziemlich normal menschlich und klein aussieht. Eli Roth ist Horror-Filmregisseur (»Hostel«) und diese Szene wie eine Horrorfilmszene zu drehen, schien naheliegend.</p>
<p>Zusatz: See&#223;len schreibt jetzt auch noch, dass diese Szene in Cannes nicht so gut ankam, weil ja nichts passierte. Im Horrorfilm passiert aber auch h&#228;ufig nichts.  &#8211;  Erinnerte mich aber eher an eine Szene aus Monty Pythons »Ritter der Kokosnuss«: Das Ungeheuer vor dem sich alle f&#252;rchteten war ein harmlos aussehendes wei&#223;es Kaninchen, welches dann aber doch mit seinen Bei&#223;erchen m&#228;chtig zu hauen konnte (in dem es sich auf sein menschliches Opfer st&#252;rzte und es auffra&#223;). Wie Eli Roth mit seinem Baseballschl&#228;ger. Aber ich muss den Cannes-Kritikern irgendwie Recht geben: Bei Tarantino funktioniert der Witz irgendwie nicht so. Egal. Ausschweifungen. N&#228;chste Analyse.</p>
<p>2.) »Bar« hei&#223;t auf hebr&#228;isch »Sohn« und »bat« hei&#223;t »Tochter« und da Eli Roth mit einem Baseballschl&#228;ger (engl. »bat«) t&#246;tet, k&#246;nnte der »B&#228;renjude« mit seinem Schl&#228;ger auch f&#252;r die r&#228;chenden Kinder Israels stehen. Na, ja &#8211; das ist f&#252;r mich Kaffeesatzleserei.</p>
<p>3.) Andererseits hat Tarantino offensichtlich auch absichtlich einige komplizierte F&#228;hrten gelegt – wahrscheinlich in der Hoffnung, dass die Kritiker wie Detektive danach recherchieren: In einer Szene, die in England spielt, fragt Churchill, einen Kenner des deutschen Kinos: »Goebbels will also Leute wie Louis B. Mayer mit den eigenen Waffen schlagen?«  –  »Goebbels sieht sich eher wie ein David O. Selznick.« Nun schl&#228;gt die Stunde f&#252;r See&#223;len. Er hat seine Hausaufgaben gemacht und bef&#246;rdert – Analyse hin oder her – eine unheimlich interessante, etwas komplizierte Background-Story &#252;ber die Juden in Hollywood zu Tage: Der j&#252;dische Drehbuchautor Ben Hecht protestierte gegen die »amerikanisierten Juden« (solche wie Louis B. Mayer, ja genau der aus Metro-Goldwyn-Mayer), die ihre Macht, die sie in Hollywood besa&#223;en, nicht f&#252;r das Schicksal der Juden in Europa einsetzten. Sie seien so »amerikanisiert«, dass sie sich nicht mehr als Juden, sondern als Amerikaner betrachten w&#252;rden. In der Tat: Mayer wollte nur die »gesunde Unterhaltung« f&#252;r das amerikanische Volk. Ben Hecht schrieb also einen Artikel gegen diese »amerikanisierten Juden« und bekam u. a. Unterst&#252;tzung von einem gewissen Peter Bergson, der eben jene Idee verfolgte, die Tarantino mit seinen INGLOURIOUS BASTERDS umsetzte: Er wollte eine speziell »j&#252;dische« Truppe gr&#252;nden, die nicht der Befehlsgewalt der amerikanischen Armee unterstellt war.<br />
Von Selznick gibt es eine &#252;berlieferte Anekdote, dass dieser zun&#228;chst eine Benefiz-Veranstaltung von Hecht zugunsten einer j&#252;dischen »Basterd-Gruppe« in Europa nicht unterst&#252;tzen wollte, dann aber aufgrund einer Wette doch spendete usw.</p>
<p>In diesem Misch-Masch-Stil findet See&#223;len &#8216;zig Verweise auf die Historie, auf das italiensche Exploitation-Kino, auf den Italo-Western, auf Ami-Western, auf Nazi-Filme, auf Schauspieler&#8230;. Au&#223;erdem analysiert er auch geschnittene Szenen, die abhebend grau gedruckt wurden. Das liest sich alles sehr interessant und mag auch irgendwie stimmen, nur wissenschaftlichen Kriterien h&#228;lt das nat&#252;rlich nicht stand – da keinerlei Quellen benannt werden und keinerlei Reflektion &#252;ber das Quellenmaterial stattfindet. Daf&#252;r wird das ganze nat&#252;rlich umso unterhaltsamer, aber nicht gerade glaubw&#252;rdiger.</p>
<p>Weiter bin ich noch nicht gekommen. Liegt jetzt nicht an der Lekt&#252;re, sondern an meinem etwas anstrengenden Arbeitsalltag. Morgen sehe ich mir INGLOURIOUS BASTERDS noch mal an und dann lese ich See&#223;len zu Ende. Dritter Teil folgt dann hoffentlich bald.</p>
<p>Jetzt noch mal ein kurzer Exkurs: Tarantino als Autorenfilmer (siehe Teil 1): Wie auch immer man diesen antiquierten Begriff definieren will  &#8211; See&#223;len tut es nicht &#8211; hier die simple, vereinfachte Blogdefinition: Autorenfilme = intellektuell, innovativ, mit einer Idee dahinter, die nicht vom Geld-scheffeln getrieben wird vs. Unterhaltungskino = billiger Schrott, x-te Fortsetzung vom Erprobten, Kohle (!), Zielpublikumsansteuerung, alte So&#223;e, die einem verdummten (zahlendem) Massenpublikum vorgesetzt wird.</p>
<p>Ich kann &#8211; angesichts von I.B. &#8211; nachvollziehen, warum es den Filmkritikern schwer f&#228;llt, Tarantino  einzuordnen. Er ist Querschl&#228;ger. Meine Ansicht: Handwerklich perfekt. Kennt das Kino, kann damit gut rumjonglieren. Benutzt daf&#252;r nicht den bewerten Mainstream, sondern das Gegenteil: Trash, Exploitation, Western. Er ist sozusagen der Mainstream-Trash-Filmer, weil er die besten Teile des Undergrounds verwertet. Er ist Handwerker. Bastelt verschiedene St&#252;cke aus unterschiedlichen Genres zu einer eigenen, funktionierenden (!) Story neu zusammen. Bei Tarantino ist das aber Talent (Riecher) &#8211; keine verkopfte Auseinandersetzung. Er ist einfach kein Intellektueller, der sich mit irgendwas auseinandersetzen will: Kinosprache, Themen etc.  Auch wenn er Univorlesungen zum 2. Weltkrieg besucht hat und irgendwelche aufgeschnappten Thesen und Namen  eingestreut, um die Kritiker zu begeistern. Das ist alles nur Show und PR.</p>
<p>Er ist einfach einfach nicht der Typ daf&#252;r, sondern einer, der sein ganzes Leben nichts anderes gemacht hat, als sich Filme anzusehen. Dabei hat er ziemlich gut kapiert, wie sie funktionieren. Er hat sich das Beste zusammengesucht und neu zusammenmontiert. Nichts weiter.</p>
<p>Teil 3 in K&#252;rze.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.dasblogzumhof.de/film-im-alltag/eine-persoenliche-buchkritik-georg-seesslens-quentin-tarantino-gegen-die-nazis-und-mein-tarantino-teil-23.php/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

