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	<title>Blog zum Hof &#187; japan</title>
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		<title>Heavens Story &#8211; Lehrst&#252;ck &#252;ber Shinto-Buddhismus</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Feb 2011 23:01:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2011]]></category>
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		<description><![CDATA[Regie: Zeze Takahisa JP 2010 278 Minuten 11.2. CinemaxX 4 19.30h OmE 13.2. CineStar 8 11.00h OmE 14.2. Arsenal 1 17.15h OmE HEAVENS STORY ist mit mehr als viereinhalb Stunden zweitl&#228;ngster Film dieser Berlinale. Doch w&#228;hrend der 237min&#252;tige, aber kurzweilige LOVE EXPOSURE (Forum 2009) eine leichtf&#252;&#223;ige Reise durch das Genre-Repertoire der (japanischen) Filmgeschichte unternimmt und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> Zeze Takahisa <a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/02/Heavens-story.gif"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/02/Heavens-story.gif" alt="" title="Heavens story" width="250" height="167" class="alignright size-full wp-image-5305" /></a><br />
JP 2010<br />
278 Minuten</p>
<p><strong>11.2.</strong> CinemaxX 4 <strong>19.30h </strong>OmE<br />
<strong>13.2. </strong>CineStar 8 <strong>11.00h </strong>OmE<br />
<strong>14.2. </strong>Arsenal 1 <strong>17.15h</strong> OmE </p>
<p>HEAVENS STORY ist mit mehr als viereinhalb Stunden zweitl&#228;ngster Film dieser Berlinale. Doch w&#228;hrend der 237min&#252;tige, aber kurzweilige <a href="http://www.dasblogzumhof.de/festivals/allgemein/berlinale-2009/love-exposure-ai-no-mukidashi-whats-wrong-with-being-a-pervert.php?preview=true&#038;preview_id=1459&#038;preview_nonce=af3aa85481" target="_blank">LOVE EXPOSURE</a> (Forum 2009) eine leichtf&#252;&#223;ige Reise durch das Genre-Repertoire der (japanischen) Filmgeschichte unternimmt und gerade dadurch in die Tiefe geht, ger&#228;t dieser Marathon-Film &#252;ber eine sich dahinschleppende Rache zu einem visuell recht paradoxen, episch ausuferndem »Gesellschaftsroman«. </p>
<p><span id="more-5301"></span></p>
<p>Prolog aus dem Off: Ein Monster kam auf die Erde. Obwohl es nur die N&#228;he der Menschen suchte und ihnen nichts tat, f&#252;rchteten sie sich vor ihm. Da begann es niedertr&#228;chtig zu werden und einige von ihnen zu infizieren und so kam das B&#246;se auf die Welt. </p>
<p>Die Familie der achtj&#228;hrigen Sato, die gerade in eine neue Appartementsiedlung gezogen ist, wird von einem Psychopathen get&#246;tet. Durch die sommerlichen Neubaublocks irrend, erf&#228;hrt das traumatisierte M&#228;dchen aus einem Fernseher im Schaufenster vom Selbstmord des T&#228;ters. In etwa zur gleichen Zeit wird eine Frau erschlagen und ihr Kleinkind im Fluss ertr&#228;nkt. Ihr Mann Tomokoi schw&#246;rt Rache und wendet sich per Mail an eine Agentur f&#252;r Auftragsmorde &#8211; doch der junge M&#246;rder Mitsuo wurde bereits von Polizei und Justiz gefasst. </p>
<p>Zeze Takahisa zeigt das vom Point of View der beiden Protagonisten, mit einem &#228;u&#223;erst dramatischen Gestus. Statt mit der Rache-Geschichte fortzufahren, streut er nun weitere Plots &#252;ber den Ex-Polizisten Kaijima und eine schwerh&#246;rige Rockmusikerin ein. Nach neun Jahren filmische Zeit und zwei Stunden Filmzeit beginnt Sato endlich mit einer »Stellvertreterrache« an Mitsuo. Da sie den Mord an ihrer Familie nicht s&#252;hnen konnte, verlagert sie ihre Vergeltung auf den anderen T&#228;ter, der zuf&#228;llig zur gleichen Zeit mordete. </p>
<p>Inzwischen ist der »Draht« zwischen Zuschauer und Sato/Tomokoi gerissen. Man beobachtet die nun langsam anrollende Rache mit &#228;u&#223;erster Distanz. Zus&#228;tzlich wird sie auch noch dadurch gebremst, dass Tomokoi mit der schwerh&#246;rigen Rockmusikerin ein ganz gl&#252;ckliches Familienleben f&#252;hrt, und gar nicht mehr auf Mitsuo lauert. Dieser ist dann eigentlich auch ganz nett und pflegt inzwischen eine sterbende Alzheimer-Patientin. Der Ex-Polizist Kaijima wird irgendwann ermordet, dadurch ger&#228;t wieder jemand anders unter Druck, der Deus ex machina in die Rache-Geschichte involiviert wird. &#8211; Zeze Takahisa versucht sich an einem Gesellschaftsroman im Ausma&#223;e der Buddenbrooks.  </p>
<p>Seine Intention: Mit dem Aufbrechen dramatischer Plot-Strukturen will er ein differenziertes Weltbild vermitteln und dem Zuschauer Unterricht im Shinto-Buddhismus, der vorherrschenden Religion Japans, geben. Der Prolog mit dem Monster steht exemplarisch daf&#252;r. Ein Gut-B&#246;se-Schema existiert nur in (monotheisten) K&#246;pfen, ist aber nicht universell. Die Naturreligion Shinto berichtet von G&#246;tter und D&#228;monen mit unterschiedlichen Zielen, die einander auch entgegengesetzt sein k&#246;nnen, unterwirft diese Ziele aber keinen moralischen Wertungen. (In dem Anime CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND von Hayao Miyazaki wurde das auf sehr anschauliche Weise vermittelt. Wettbewerb und Goldener B&#228;r 2002.) Zeze streut gegen Ende mehrfach Szenen aus dem NO-Theater ein, in denen M&#228;nner (hier auch Frauen) mit Masken diese Gottheiten, D&#228;monen und Ungeheuer verk&#246;rpern. Der westliche Europ&#228;er kennt aber die Essenz dieses Gedankens schon, wenn er n&#228;mlich im Unterricht bei den antiken griechischen Dramen aufgepasst hat.  </p>
<p>Da es Zeze Takahisa w&#228;hrend der Produktionsphase nicht gelang, visuelle Mittel f&#252;r diese Metaebene zu finden, musste er den gesamten Plot auf epische 278 Minuten aufblasen und vier Plotlinien umst&#228;ndlich miteinander verzahnen. Deshalb wurde auch sein Drehbuch, das schon zu Beginn der Arbeiten aus beachtlichen 170 Seiten bestand, Standard sind 90 bis 120, w&#228;hrend der Produktion l&#228;nger und l&#228;nger. </p>
<p>Ein weiteres Symptom dieser visuellen Einfallslosigkeit ist die widersinnige &#220;berlagerung von Perspektiven. Den dramatischen Ausdruck beh&#228;lt er n&#228;mlich bis zum Ende bei. Was zu Beginn vollkommen berechtigt ist, ger&#228;t aber mit dem inhaltlichen Aufbrechen der Rachestruktur, zu einem Paradox. Zeze will auf der Metaebene das Gut-B&#246;se-Schema durchbrechen. Er entwickelt dementsprechend auch viele Plotlinien, die eine komplexere Sichtweise erm&#246;glichen sollen, letztendlich bleiben aber auch diese recht oberfl&#228;chlich, sie reichen an die griechischen Dramen nicht heran. Visuell bleibt er aber bis knapp vor dem Ende dramatisch und sehr figurenverhaftet. </p>
<p>Die Schere zwischen Visualit&#228;t und Autorenintension wird so gro&#223;, dass Zeze Takahisa am Ende doch andere Mittel findet. So hat er zum Schluss offenbar das epische Mittel von Brecht und den Surrealismus entdeckt. Wer es dann aber immer noch nicht geschnallt hat, der warte auf den Abspann. Dort gibt es nochmal einen Song, der den Sinn von HEAVENS STORY besingt. Zu sp&#228;t &#8211; denn dann ist Story vorbei. </p>
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		<title>Caligari-Filmpreis f&#252;r Love Exposure</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Feb 2009 21:45:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2009]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Jury hat entschieden, und sie hat gut entschieden. Der Caligari-Filmpreis, der wichtigste Preis f&#252;r die Filme des Forums, geht dieses Jahr an den japanischen Beitrag Love Exposure (Ai no Mukidashi) von Sono Sion. Die irrwitzige Genre-Mischung um Katholizismus und Perversion hatten wir ja bereits in unserer Kritik hochgelobt. Daher auch unser Beifall an Sono [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1973" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/ai-no-mukidashi3-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" />Die Jury hat entschieden, und sie hat gut entschieden. Der Caligari-Filmpreis, der wichtigste Preis f&#252;r die Filme des Forums, geht dieses Jahr an den japanischen Beitrag <a title="Love Exposure: What's wrong with being a pervert?" href="http://www.dasblogzumhof.de/festivals/berlinale-2009/love-exposure-ai-no-mukidashi-whats-wrong-with-being-a-pervert.php">Love Exposure (Ai no Mukidashi)</a> von Sono Sion. Die irrwitzige Genre-Mischung um Katholizismus und Perversion hatten wir ja bereits in unserer Kritik hochgelobt. Daher auch unser Beifall an Sono Sion, dessen langj&#228;hriges Filmwerk damit endlich einmal geb&#252;hrend anerkannt wird und auch an die Jury, die den Mut hatte, diesen total durchgeknallten Film auszuzeichnen. Aber Mut ist man bei der Caligari-Jury im Gegensatz zum Wettbewerb ja gewohnt.</p>
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		<title>Love Exposure (Ai no Mukidashi): What&#8217;s wrong with being a pervert?</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Feb 2009 13:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Regie: Sono Sion Japan 2008 237 Min. Bewertung: Bestes japanisches Trash-Kino mit einem durchgeknallten Stil- und Genremix im Spannungsfeld zwischen Katholizismus und Perversion. Der 17-j&#228;hrige Junge Yu hat ein Problem. Sein Vater, der nach dem Tod der sehr gl&#228;ubigen Mutter katholischer Priester geworden ist, zwingt ihn t&#228;glich zur Beichte, nachdem ihn eine hysterische Geliebte verlassen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Regie: Sono Sion<br />
Japan 2008<br />
237 Min.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1453" title="love_exposure2" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/love_exposure2.jpg" alt="love_exposure2" width="344" height="207" /></p>
<p><strong>Bewertung: Bestes japanisches Trash-Kino mit einem durchgeknallten Stil- und Genremix im Spannungsfeld zwischen Katholizismus und Perversion.<br />
</strong></p>
<p>Der 17-j&#228;hrige Junge Yu hat ein Problem. Sein Vater, der nach dem Tod der sehr gl&#228;ubigen Mutter katholischer Priester geworden ist, zwingt ihn t&#228;glich zur Beichte, nachdem ihn eine hysterische Geliebte verlassen hat. Leider ist Yu ein allzu braver Junge – es gibt einfach nichts zu beichten. Also tritt er einer stehlenden und pr&#252;gelnden Jugendgang bei, um die begangenen S&#252;nden beichten zu k&#246;nnen. Aber selbst die schlimmsten Vergehen vergibt sein Vater ohne mit der Wimper zu zucken. Einer aus der Clique hat dann die rettende Idee, als er darauf hinweist, dass katholische Priester besonders interessiert an sexuellen Beichten sind. <span id="more-1459"></span></p>
<p>Es wird beschlossen, dass Yu sich bei einem Meister der Upskirt-Fotografie zum Perversen ausbilden lassen soll. In einer herrlich komisch choreographierten Kung-Fu Ausbildungs-Parodie werden Yu nun die Tricks des Unter-die-R&#246;cke-Fotografierens beigebracht. Die anschlie&#223;ende Beichte hat umschlagenden Erfolg. Der Beichtvater verwandelt sich in Sekundenbruchteilen zur&#252;ck in den vermissten leiblichen Vater und streckt Yu mit einem gezielten Faustschlag zu Boden.</p>
<p>Als er bei einer Wette gegen seine Kameraden, die ihn inzwischen als ihren Meister-Perversen anerkannt haben, verliert, muss Yu als Drag Queen Miss Scorpion verkleidet durch die Stadt ziehen. Dabei trifft er auf auf die m&#228;nnerhassende Yoko, die gerade von einer Horde Jungs bel&#228;stigt wird. Gemeinsam verpr&#252;geln die beiden die Meute und verlieben sich auf der Stelle unsterblich ineinander. Yu in Yoko, Yoko in Miss Scorpion. Das passt leider nicht zusammen, muss Yu kurz darauf erfahren, als Yoko in seine Klasse kommt. Yoko denkt Tag und Nacht nur an Miss Scorpion und hat f&#252;r den verliebten Yu folglich keine Augen. Kurz darauf zieht sie aber sogar zu ihm ins Haus, weil sie die Tochter der hysterischen Geliebten des Vaters ist, die nun zu ihm zur&#252;ck gekommen ist und beschlossen hat, den Priester zu heiraten, nachdem sie ihn kurz zuvor mit sanfter Gewalt genommen hat.</p>
<p>Als dritte im Bunde kommt nun noch das Schulm&#228;dchen Koike ins Spiel, ebenso sexuell stimulierend wie hinterh&#228;ltig fies. Nachdem sie ihren vergewaltigenden Vater kastriert hat, ist sie in der Zero Church aufgestiegen, einer kruden antikatholischen Sekte, deren Zeichen das Kruzifix in einer Null ist. Mit einer kompliziert angelegten Verschw&#246;rung gelingt es ihr, Yoko Glauben zu machen, sie sei Miss Scorpion, Yu als Perversen zu outen, und auf diese Weise die Familie zu zerst&#246;ren und alle au&#223;er Yu zur Zero Church zu bekehren.</p>
<p>Kommt noch irgendwer mit? Gut, dann kann ich ja weitermachen. Die Sekte zwingt Yu, f&#252;r sie als Upskirt-Fotograf in einem Porno-Filmstudio zu arbeiten, damit er seine Familie wiedersehen kann. Yus Freunde entf&#252;hren daraufhin Yoko und sperren sie mit Yu in einen Bus am Strand ein, um die Gehirnw&#228;sche der Sekte r&#252;ckg&#228;ngig zu machen. Das Vorhaben schl&#228;gt aber fehl. Die Sekte findet den Bus und Yu wird unter Androhung der Kastration selbst gezwungen, Mitglied der Zero Church zu werden. Ein Gl&#252;ck, dass er zuvor im Pornostudio einen Bombenbastler kennen gelernt hat. Mit einem gro&#223;en Knall l&#228;sst Yu die Sekte auffliegen. Koike begeht mit einem Samurai-Schwert Harakiri, als sie sieht, dass Yu trotz all ihrer Bem&#252;hungen immer noch Yoko liebt.</p>
<p>Nach der Aufl&#246;sung der Zero Church lebt Yoko in einer neuen Familie und Yu, der inzwischen selber glaubt, er sei Miss Scorpion in einer Irrenanstalt. Als Yoko beim Betrachten von Yus Upskirt-Pornos endlich erkennt, dass Yu ihre gro&#223;e Liebe Miss Scorpion ist und ihn in der Nervenheilanstalt besucht, kommt es bei Yu zu einem heilsamen Schock. In der Schlusssequenz sehen wir Yu, wie er hinter dem Polizeiauto hinterherrennt, in dem Yoko abtransportiert wird. Das Auto bleibt schlie&#223;lich stehen, Yu schl&#228;gt mit brachialer Gewalt die Glasscheibe des Polizeiautos ein. Dann geben sich Yu und Yoko durch die zerschlagene Fensterscheibe zum ersten Mal im Film die Hand. Und das ist vielleicht das sch&#246;nste Happy-End der Filmgeschichte.</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-1464" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/ai-no-mukidashi2-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" />Was diese krude Story, diesen st&#228;ndigen Wechsel der zitierten oder parodierten Filmgenres und die permanenten Stilbr&#252;che zusammenh&#228;lt, ist Yus St&#228;nder. Seit Pynchons <em>Enden der Parabel</em> ist wohl keine Geschichte mehr so stringent entlang der Erektionen der Hauptfigur erz&#228;hlt worden. Mit dem nicht unbetr&#228;chtlichen Unterschied allerdings, dass die Erektionen Tyrone Slothrops in den <em>Enden der Parabel</em> ein Symbol f&#252;r die m&#228;nnliche Zerst&#246;rungsgewalt der V2-Raketen darstellt, w&#228;hrend Sono Sion Yus versteiftes Glied gerade zu plump interpretiert: „Liebe ist eine Erektion.“ So ist dieser Meister-Perverse trotz Millionen Fotos zarter H&#246;schen japanischer Schulm&#228;dchen vollkommen impotent. Er sei ein „Perverser mit W&#252;rde“, sagt Yu &#252;ber sich selbst. Nur beim Anblick der entbl&#246;&#223;ten Beine Yokos erwacht in ihm die sexuelle Begierde, w&#228;hrend er allen anderen M&#228;dchen-Slips ein rein k&#252;nstlerisches Interesse entgegenbringt.</p>
<p>Mit der christlichen Religion ist das nat&#252;rlich nur schwer vermittelbar, auch wenn erst Yoko und dann Yu ausf&#252;hrlich mit einem langen Auszug aus Korinther 13 das zentrale christliche Liebeskonzept zitieren: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Gr&#246;&#223;te unter ihnen“ (nicht ganz passend zitiert nach der Lutherbibel). Sicherlich umfasst das christliche Liebeskonzept auch diese Form der Liebe, aber das ist es bestimmt nicht, was Paulus hier den Korinthern vermitteln wollte, auch wenn die aus Liebe begangenen S&#252;nden zu den verzeihlichsten in Dantes H&#246;lle geh&#246;ren.</p>
<p>Filme &#252;ber den Zusammenhang von Katholizismus und Perversion haben in Europa seit den surrealistischen Anf&#228;ngen eine lange Tradition. Aus Japan &#252;berrascht das Thema aber dennoch. Wie viele Katholiken es denn in Japan &#252;berhaupt gebe, wird im anschlie&#223;enden Q&amp;A gefragt, und Sion antwortet etwas flapsig, „ein paar gebe es schon“. Etwa 450.000, um mal eine Zahl zu nennen, die Wikipedia nennt, das entspricht bei einer Gesamtbev&#246;lkerung von ca. 127 Millionen Japanern einem Bev&#246;lkerungsanteil von 0,35 %. Sions Erkl&#228;rung, warum er den Film im katholischen Milieu angesiedelt habe, lautet, er sei schon immer ein gro&#223;er Fan von Jesus Christus gewesen. Eine Zeit lang h&#228;tte er sogar mit dem Gedanken gespielt, sich taufen zu lassen, um Mitglied im Jesus-Christus-Fanclub zu werden. Tats&#228;chlich ist es aber wohl eher so, dass keine andere Religion &#252;ber eine so fein strukturierte unterdr&#252;ckte und verdr&#228;ngte Sexualit&#228;t verf&#252;gt, die sich in perversen Phantasien wieder Bahn bricht. So lautet denn auch die n&#228;chste Frage aus dem Publikum, ob es in Japan wirklich so viele Perverse gebe? Statistiken kenne er zwar nicht, antwortet Sono Sion, seiner Auffassung nach sei aber ohnehin die ganze Menschheit pervers. Die sch&#246;nste Antwort hat er allerdings auf die Frage, ob er denn selbst an Gott glaube: „Ich glaube an Gott und ich denke er hat einen Steifen“. Das h&#228;tte auch Bunuel nicht sch&#246;ner sagen k&#246;nnen.</p>
<p>Love Exposure ist mit Sicherheit der schr&#228;gste Film des diesj&#228;hrigen Forums und allen Freunden des schlechten und abseitigen Films w&#228;rmstens ans Herz gelegt. Von den vier Stunden Filml&#228;nge sollte man sich nicht abschrecken lassen. Wie Programm-Chef Christoph Terhechte vor dem Film ganz richtig versprochen hat, ist Love Exposure subjektiv empfunden einer der k&#252;rzesten Filme des Programms.</p>
<p><strong>8.2., 17.30 Uhr, Arsenal 1<br />
14.2., 20.00 Uhr, Cubix 9</strong><br />
<strong>Wiederholung: 22.2.,  Arsenal 1, 20.00 Uhr</strong></p>
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		<title>Like a Dragon (FFF): Yakuza, Geld und kleine M&#228;dchen</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Aug 2008 17:50:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
				<category><![CDATA[FFF 2008]]></category>
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		<category><![CDATA[Actionkomödie]]></category>
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		<category><![CDATA[Yakuza]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Takashi Miike Japan 2007 110 Min. Typisch Miike: Leichen pflastern seinen Weg. Takashi Miike filmt schon seit vielen Jahren an seiner ganz pers&#246;nlichen Filmothek. Vom Horror &#252;ber den Yakuza-Thriller bis zum meditativen Roadmovie hat er so ziemlich alle Genres inzwischen durchgespielt. Sein neuester Film LIKE A DRAGON deckt sogar gleich zwei Genres ab. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> Takashi Miike<br />
Japan 2007<br />
110 Min. </p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/08/likeadragon_01.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/08/likeadragon_01-300x200.jpg" alt="" title="likeadragon_01" width="300" height="200" class="alignnone size-medium wp-image-658" /></a></p>
<h4> Typisch Miike: Leichen pflastern seinen Weg.</h4>
<p>Takashi Miike filmt schon seit vielen Jahren an seiner ganz pers&#246;nlichen Filmothek. Vom Horror &#252;ber den Yakuza-Thriller bis zum meditativen Roadmovie hat er so ziemlich alle Genres inzwischen durchgespielt. Sein neuester Film LIKE A DRAGON deckt sogar gleich zwei Genres ab. Die PC-Spiel-Verfilmung und die Actionkom&#246;die. Drei oder mehr Erz&#228;hlstr&#228;nge werden mehr oder weniger zusammenh&#228;ngend erz&#228;hlt.<span id="more-647"></span></p>
<p>Da ist zum einen ein gerade aus dem Gef&#228;ngnis entlassener Yakuza namens Kiryu, der versucht die Mutter der kleinen Haruka zu finden. Zwei Yakuza-Gangs, von denen die eine unter dem brutalen Anf&#252;hrer Majima sich auf der Suche nach Kiryu mit Baseball-Schl&#228;gern den Weg freimetzelt. Das junge Liebesp&#228;rchen Yui und Satoru, die durch Zufall und die Geistesgegenwart des M&#228;dchens Yui bei einer Gangster-Schl&#228;gerei in einem Lebensmittel-Laden in den Besitz von Yakuza-Geld kommen und, einmal auf den Geschmack und in den Besitz einer Waffe gekommen, einen Laden nach dem anderen ausrauben. Das Figurenkabinett beruht auf einem Computerspiel namens Yakuza, das ich aber nicht kenne. In Europa wird es wohl nicht vertrieben, von daher kann nur der Film als solcher bewertet werden.</p>
<p>Vielleicht will Miike vom fr&#252;heren Image des Splatterfilmers weg. Aber trotz zahlreicher gelungener Gags z&#252;ndet diese Actionkom&#246;die nicht so recht. Da ist zum einen die doch recht verworrene Yakuza-Geschichte, deren Zusammenh&#228;nge, wer wann mit wem was warum angestellt hat und deshalb jetzt hinter ihm her ist, sich einfach nicht aufl&#246;sen lassen wollen. Aber auch als reines Popcorn-Kino, in dem die Story eh schei&#223;egal ist, funktioniert Like a Dragon nicht. Nicht nur der dritte Handlungsstrang von zwei ziemlich d&#228;mlichen und gl&#252;cklosen Geiselgangstern in einer Bank, die f&#252;nf Minuten vor dem &#220;berfall noch eine riesige Bargeldmenge hatte, ist f&#252;r meinen Geschmack zu klamaukig geworden.</p>
<p>Wirklich gelungen ist nur die als Tragikkom&#246;die inszenierte Bonnie und Clyde-Story im Teenie-Format um Yui und Satoru, die nach einer rauschhaften Nacht des Ausraubens von L&#228;den schlie&#223;lich von den Yakuza gestellt werden. Erw&#228;hnenswert auch die erfrischende Nat&#252;rlichkeit, mit der Natsuo Tomita das kleine M&#228;dchen Haruka spielt. Leider hat Miike nicht den Mut, das Vater-Tochter-Verh&#228;ltnis zwischen ihr und Kiryu in Richtung &#8220;Leon, der Profi&#8221; weiterzuentwickeln.</p>
<p>Mit den Filmen von Takashi Miike ist es so eine Sache. Wenn er gut drauf ist, und das ist er etwa jedes zweite Mal, haut er Sachen raus, die sind fast so gut wie die Filme von seinem Namensvetter Takashi Kitano. LIKE A DRAGON geh&#246;rt in die andere H&#228;lfte. An die gro&#223;e Klasse japanischer Actionkom&#246;dien, wie sie z.B. Sabu immer wieder vorlegt, kommt LIKE A DRAGON leider gar nicht heran.</p>
<h5>FFF Dortmund (24.8., CINESTAR 9, 15.00 h); FFF K&#246;ln (23.8., CINEDOM 9, 17.00 h)<br />
FFF Frankfurt (29.8., METROPOLIS 3, 21.30 h); FFF N&#252;rnberg (30.8., CINECITTA&#8217; 2, 19.00 h)<br />
FFF Stuttgart (10.9., METROPOL 1, 19.30 h); FFF M&#252;nchen (6.9., CITY, 19.15 h)</h5>
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		<title>United Red Army (Forum) &#8211; Japans linker Terror</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Feb 2008 09:49:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2008]]></category>
		<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[japan]]></category>
		<category><![CDATA[United Red Army]]></category>
		<category><![CDATA[Wakamatsu Koji]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Wakamatsu Koji Japan 2007 190 min. Die letzten Stunden einer Terrorgruppe: Die &#220;berlebenden machen sich auf den Weg. Der Dokumentar- und Spielfilm besch&#228;ftigt sich mit der studentisch-kommunistischen Terrorgruppe United Red Army aus Japan. Sie gr&#252;ndete sich Anfang der 70er und ermordete die H&#228;lfte ihre Mitglieder. Der Film ist ein einzigartiges Dokument: Der Regisseur, einst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> Wakamatsu Koji<br />
Japan 2007<br />
190 min.</p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/united_red_army.jpg" title="united_red_army.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/united_red_army.jpg" alt="united_red_army.jpg" /></a></p>
<h4> Die letzten Stunden einer Terrorgruppe: Die &#220;berlebenden machen sich auf den Weg.</h4>
<p>Der Dokumentar- und Spielfilm besch&#228;ftigt sich mit der studentisch-kommunistischen Terrorgruppe United Red Army aus Japan. Sie gr&#252;ndete sich Anfang der 70er und ermordete die H&#228;lfte ihre Mitglieder. Der Film ist ein einzigartiges Dokument: Der Regisseur, einst Sympathisant des Szene, bringt seine starke Betroffenheit zum Ausdruck und inszeniert kammerspielartig einen beispiellosen, innergemeinschaftlichen Terrorakt.</p>
<p>13.2., 17.30 Uhr, CineStar 8, OmE<br />
14.2., 12.30 Uhr, Delphi, OmU<br />
15.2., 20.00 Uhr, Cubix 9, OmE<br />
17.2., 12.30 Uhr, Arsenal 1, OmU<br />
<span id="more-158"></span><br />
In den sp&#228;ten 60er Jahren radikalisierten sich auch in Japan studentische Gruppierungen. Die Amerikaner hatten ihre Milit&#228;rbasen f&#252;r den Vietnamkrieg errichtet und die Gesellschaft war vollkommen auf einen prowestlichen Konsumkurs eingeschworen. Insbesondere an Japans Universit&#228;ten entstanden kommunistische Protestbewegungen, aus denen sich  1971 die Terrorgruppe Japanische Rote Armee (JRA), die besonders im Nahen Osten f&#252;r Aufsehen sorgte, formierte. Ein Vorl&#228;ufer der JRA war die United Red Army (URA), die aus 29 meist studentischen Mitgliedern bestand.<br />
Der erste Teil des Films zeigt dokumentarisch, wie die URA aus zwei Splittergruppen entstanden ist. Unter Verwendung historischer Archivaufnahmen von Studentendemos, verbarrikadierter Unis und Polizeieins&#228;tzen breitet ein Off-Erz&#228;hler eine ungeheure Menge an Fakten aus. In eingeflochtenen Spielfilmszenen werden die einzelnen Mitglieder vorgestellt sowie die ersten terroristischen Akte, wie Waffenbeschaffung, geschildert. Dieser Teil ist schwierig nachzuvollziehen, da er mit Details und Namen vollkommen &#252;berladen ist.<br />
Der zweite und dritte Teil rekonstruiert die Entwicklung der URA bis zu ihrem Untergang. Dabei konzentriert sich der Regisseur auf zwei wesentliche Ereignisse: Dem R&#252;ckzug der URA-Mitglieder in zwei einsame H&#252;tten in den Bergen, wo es zu einer beispiellosen Ermordung und Selbstzerfleischung kommt – 14 Mitglieder, das ist die H&#228;lfte der Gruppe – werden durch die eigenen Leute ermordet. Wakamatsu inszeniert dies mittels nachkonstruierter Spielfilmhandlung, die er nur kurz durchbricht, wenn einer umkommt: Namen, Alter und Todestag werden schockartig eingeblendet.<br />
Das zweite Ereignis ist die polizeiliche Belagerung einer Ferienlodge am Vulkan Asama. Drinnen haben sich die letzten vier &#252;berlebenden Mitglieder, die sich noch auf freiem Fu&#223; befinden, mit einer Geisel verschanzt.<br />
Der Regisseur Wakamatsu Koji, Jahrgang 1936, war bis in die 70er Jahre f&#252;r seine Low-Budget-Sexfilme bekannt, die aber auch politischen Inhalt transportierten. In Japan nannte man ihn deshalb den »K&#246;nig des Pink movie«. Im Zuge der Studentenbewegung nahm er zunehmend die Rolle eines Repr&#228;sentanten der Untergrundbewegung ein. 1971 drehte er zusammen mit Adachi Masao, der dann selbst zur JRA ging, den Dokumentarfilm »Rote Armee – Volksfront zur Befreiung Pal&#228;stinas, Erkl&#228;rung des Weltkriegs«.<br />
Als Sympathisant der Studentenbewegung ist Wakamatsu von den sinnlosen Morden innerhalb der URA als auch von den Ereignissen in der Lodge, wo zwei Polizisten erschossen wurden, pers&#246;nlich stark betroffen. Das Einzigartige an diesem Film ist, dass der Regisseur Ereignisse verfilmt, die 36 Jahre zur&#252;ckliegen und gar nicht erst versucht, Distanz aufzubauen. Daraus resultiert auch das offenbar gewollte Auseinanderfallen des Films: Im ersten Teil werden Fakten und Statistiken aufbereitet, im zweiten, dem Spielfilmteil, versucht er sich mit den Ereignissen auf selbstqu&#228;lerische Weise auseinanderzusetzen. Das f&#228;rbt auch auf den Zuschauer ab, der zu Beginn die Fakten interessiert, aber distanziert zur Kenntnis nimmt, irgendwann geistig abschaltet, um dann in einer Gewaltorgie aufzuwachen, die nicht enden will.<br />
Der Terror innerhalb der Gruppe geht von zwei F&#252;hrerpers&#246;nlichkeiten aus, Tsueneo Mori und der jungen Frau Niroko Nagata. Sie fordern von den Teilnehmern des Trainingslagers permanente Selbstkritik als eine Art Um- und Selbsterziehung. Doch in der Regel sind sie mit den Ergebnissen nicht zufrieden. Die Opfer werden vor der ganzen Gruppe bestraft und gequ&#228;lt bis sie tot sind. Der Rest der Gruppe sitzt mit gesenkten K&#246;pfen in der schummrigen H&#252;tte und starrt betroffen auf den Boden. Manchmal werden sie auch f&#252;r Psychospiele benutzt. Indem sie die Kameraden foltern, sollen sie ihre Bereitschaft f&#252;r den Kampf zeigen. Tun sie es nicht, sind sie die n&#228;chsten. Das bewaffnete Training in den W&#228;ldern interessiert den Regisseur gar nicht. Es geht ihm allein, um die Gruppendynamik, die nur von den beiden Leitfiguren ausgeht. Einige werden nach der Folter drau&#223;en im Schnee an Holzpf&#228;hlen angebunden, wo sie offenbar verbluten, erfrieren, verhungern oder verdursten.<br />
Das sp&#228;ter stattfindende Gefecht in der Skih&#252;tte wird mit wackliger Kamera gefilmt, wie aus der Perspektive eines der eingeschlossenen Militanten. Sie nehmen sich eine Geisel. Die Polizei, die die kleine Gruppe schon per Hubschrauber verfolgte, wird damit gehindert, die Gruppenmitglieder zu verhaften. Der Kampf dauert zehn Tage bis das Geb&#228;ude schlie&#223;lich gest&#252;rmt wird. Die Medien st&#252;rzen sich auf das Ereignis und der letzte Tag wird Geburtsstunde der langen Liveberichterstattung in Japan &#8211; zehn Stunden hintereinander wird berichtet &#8211;  und zur Todesstunde der United Red Army.<br />
Der Film endet dokumentarisch: Es werden Terrorakte einer anderen, viel bekannteren Terrorgruppe gezeigt, die aber den gleichen Ursprung hatte, wie die URA: Die Japanische Rote Armee t&#246;tete f&#252;r die PFLP auf einem Flughafen in Israel 26 Personen durch Handgranaten und Maschinengewehren und sie lie&#223; in einer Pariser Diskothek Bomben hochgehen. Sie ver&#252;bte Terroranschl&#228;ge auf Amerikaner in Westberlin, in Rom, in Madrid und vielen anderen St&#228;dten.<br />
UNITED RED ARMY arbeitet die Geschichte des linken japanischen Terrors auf – aus der Sicht eines Linken. Wakamatsu entwickelt ein starkes Mitgef&#252;hl f&#252;r die studentischen Opfer der United Red Army und rekonstruiert die Geschehnisse ihres sinnlosen Todes. Indem der Regisseur die Verbrechen der JRA bis in die sp&#228;ten 80er benennt, distanziert er sich von den Terrorakten und verurteilt sie.</p>
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		<title>St&#246;hnen vor Stalin: Politische Sexfilme von Wakamatsu Koji</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Feb 2008 23:01:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2008]]></category>
		<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[japan]]></category>
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		<category><![CDATA[pink eiga]]></category>
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		<category><![CDATA[sex]]></category>
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		<description><![CDATA[Anl&#228;&#223;lich seines neuen Films &#8220;United Red Army&#8221; ehrt das Forum den japanischen Regisseur Wakamatsu Koji mit einer kleinen Hommage aus drei Filmen. Der erste &#8220;Kabe no naka no himegoto&#8221; (Secrets Behind the Wall) wurde bereits 1965 auf der Berlinale gezeigt und sorgte damals f&#252;r einen veritablen Skandal. Allerdings nicht in Berlin, wo der Film recht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/wakamatsu.thumbnail.jpg" alt="wakamatsu.jpg" align="left" />Anl&#228;&#223;lich seines neuen Films &#8220;United Red Army&#8221; ehrt das Forum den japanischen Regisseur <strong>Wakamatsu Koji</strong> mit einer kleinen Hommage aus drei Filmen. Der erste &#8220;Kabe no naka no himegoto&#8221; (Secrets Behind the Wall) wurde bereits 1965 auf der Berlinale gezeigt und sorgte damals f&#252;r einen veritablen Skandal. Allerdings nicht in Berlin, wo der Film recht wohlwollend aufgenommen wurde, sondern in Japan. Dort wurde das Zeigen des Films als &#8220;nationale Schande&#8221; bezeichnet, da es sich um einen pink eiga Film handelt.</p>
<p><span id="more-211"></span></p>
<p>Der Verband japanischer Filmproduzenten boykottierte daraufhin die Berlinale und zog alle anderen japanischen Filme wieder zur&#252;ck. Wakamatsu lie&#223; sich davon nicht beeindrucken, ging zur&#252;ck nach Japan und gr&#252;ndete dort Wakamatsu Productions. Als &#8220;Enfant Terrible&#8221; des japanischen Kinos &#246;ffnete er dem pink eiga immer mehr filmische Dimensionen. In der 68er Bewegung wurde er zum neben Oshima Nagisa wichtigsten Filmemacher. Die Wakamatsu Productions waren ein wichtiger Ort f&#252;r K&#252;nstler unterschiedlicher Bereiche.</p>
<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/secrets.thumbnail.jpg" alt="secrets.jpg" align="right" />&#8220;<strong>Kaba no naka no himegoto</strong>&#8221; (Secrets Behind the Wall) erz&#228;hlt die Geschichte des Studenten Makoto, der seine Nachbarin beim Fremdgehen beobachtet. Bedr&#252;ckt von der beengten Architektur einerseits und dem Pr&#252;fungsstress andererseits, bricht die unterdr&#252;ckte Sexualit&#228;t in einer versuchten Vergewaltigung zun&#228;chst seiner eigenen Schwester, dann seiner Nachbarin aus. Wakamutsus St&#228;rken liegen, soviel steht fest, nicht im Entwickeln einer stimmigen Geschichte. Die dezente Erotik des pink eiga Films manifestiert sich vornehmlich in Gro&#223;aufnahmen einzelner K&#246;rperteile, wohl auch aus Gr&#252;nden der Zensur. H&#228;nde, die sich ber&#252;hren, verkrampfte F&#252;&#223;e, der von einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Keloid" title="Art. Keloid bei Wikipedia">Keloid</a>, einem gutartigen Tumor, verunstaltete R&#252;cken des Liebhabers, das Gesicht der lustvoll st&#246;hnenden Nachbarin vor einem &#252;berlebensgro&#223;en Plakat Stalins. Zwischen den Akten werden die Lage der arbeitenden Klasse und Probleme der Friedensbewegung Vietnams diskutiert.  Wakamatsus St&#228;rken liegen im Visuellen. Die Architektur-Aufnahmen der Hochhaussiedlung, die Bilder der umschlungenen Liebenden, die Gro&#223;aufnahmen der K&#246;rperteile zeigen ein hohes Gesp&#252;r f&#252;r Formen und Bildkomposition. In den besten Momenten erinnert &#8220;Kaba no naka no himegote&#8221; von Ferne an &#8220;Hiroshima, mon amour&#8221;. Es sind die Momente, in denen nicht gesprochen wird.</p>
<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/virgin.thumbnail.jpg" alt="virgin.jpg" align="left" />Zwischen &#8220;Kaba no naka no himegoto&#8221; und &#8220;<strong>Yuke, yuke nidome no shojo</strong>&#8221; (Go, Go Second Time Virgin) liegen nur vier Jahre, aber die gesamte &#196;sthetik Wakamatsus hat sich ge&#228;ndert. Die Darstellung der Nacktheit ist hier viel offener, was wohl auch an der Entstehungszeit liegt. Wir schreiben jetzt 1969 und Wakamatsu ist eine der wichtigsten Gestalten der japanischen 68er. Der Film spielt beinahe ausschlie&#223;lich kammerspielartig auf dem Dach von Wakamatsus B&#252;rohaus. Fast den gesamten Film &#252;ber l&#228;uft die Hauptdarstellerin nackt oder so gut wie nackt herum, aber viel mehr als eine kleine Reminiszenz an das erotische Kino ist das nicht mehr. Gleich zu Beginn wird die Darstellerin von einer Gruppe Herumtreiber vergewaltigt. Ein Junge sieht zu. Am n&#228;chsten Morgen sind die beiden allein auf dem Dach. Wir erfahren, dass es bereits ihre zweite Vergewaltigung war und dass sie sterben m&#246;chte, allerdings nicht wegen der Vergewaltigung, sondern aus allgemeiner Lebensm&#252;digkeit. Ihr Vater und ihre Mutter haben sich bereits umgebracht, es besteht also eine gewisse Familientradition. Auch der Junge, Sohn des f&#252;r das Haus zust&#228;ndigen Aufsichtsbeamten und daher im Besitz des Schl&#252;ssels, m&#246;chte sterben. Danach entwickelt sich eine krude Story um eine Vergewaltigung des Jungen wenige Tage zuvor, wobei er die vier Vergewaltiger, zwei M&#228;nner und zwei Frauen, mit einem Messer get&#246;tet hat. Zwischen den beiden kommt es nicht zum Verkehr, obwohl sie sich schnell n&#228;her kommen. Sexualit&#228;t in Verbindung mit Z&#228;rtlichkeit ist nicht m&#246;glich und f&#252;hrt zur Verweigerung seitens des Jungen. Als die Bande mit mehreren Frauen zur&#252;ckkommt und erneut das M&#228;dchen vergewaltigen, schlachtet er der Reihe nach die gesamte Bande samt M&#228;dchen ab. Zum Schluss springen die beiden &#220;berlebenden hintereinander vom Hochhaus in den Tod. Zwischen den Gemetzeln rezitieren sie Gedichte und der Junge singt ein trauriges Lied, das die Zuschauer im Cinestar 8 ob der unfreiwilligen Komik zum Lachen brachte. Das Ganze ist mit einer geradezu brechtschen Verfremdung theatralisch dargeboten. Wakamatsu macht sich nicht einmal die M&#252;he zu versuchen, den &#252;berreichlich vergossenen Ketchup wie echtes Blut aussehen zu lassen. &#8220;Yuke, yuke nidome no shojo&#8221; ist eher als Vorl&#228;ufer des Splatterkinos zu werten, denn als Beitrag zum Erotikkino. In der letzten Einstellung sieht man von oben vom Dach herab auf die beiden zerschmetterten K&#246;rper am Boden. Es scheint der einzige Weg zu sein, das Dach wieder zu verlassen. Zum Schluss nimmt der Zuschauer die Perspektive des Selbstm&#246;rders ein. Es ist kein Blut zu sehen.</p>
<p>&#8220;Kaba no naka no himegoto&#8221; (Secrets Behind the Wall) l&#228;uft noch einmal am 12.02. um 14:00 Uhr im Delphi. &#8220;Yuke, yuke nidome no shojo&#8221; (Go, Go Second Time Virgin) l&#228;uft am 13.02. ebenfalls um 14:00 Uhr im Delphi. Der dritte Film der kleinen Hommage &#8220;Tenshi no kokotsu&#8221; (Ecstasy of the Angels) &#252;ber einen Terroranschlag auf eine Tokioter Polizeistation, die dann sp&#228;ter tats&#228;chlich bombardiert wurde, l&#228;uft wiederum einen Tag sp&#228;ter, am 15.02., um 14:00 Uhr im Delphi. Wakamatsu Kojis neuer Film &#8220;United Red Army&#8221;, eine dreist&#252;ndige Doku &#252;ber eine linksradikale Terrororganisation japanischer Studenten Anfang der siebziger Jahre, wird noch viermal aufgef&#252;hrt. Am 13.02. um 17:30 Uhr im Cinestar 8, am 14.02 um 12:30 im Delphi, am 15.02. um 20:00 Uhr im Cubix 9 und am 17.02. um 12:30 im Arsenal.</p>
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