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	<title>Blog zum Hof &#187; kino</title>
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		<title>Berlinale f&#252;r Anf&#228;nger</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 14:44:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf vielfachen Wunsch nun doch ein Extra-Post f&#252;r Berlinale-Newcomer aus sieben Jahren Festival-Erfahrung. Das ist eine Einf&#252;hrung in das Festival mit einer Vorstellung der Sektionen, einem &#220;berblick &#252;ber die Informationsbeschaffung und Tipps zum Kartenkauf. Insidertipps inklusive! 1. Die Berlinale ist ein Festival&#8230; &#8230;.kein Spaziergang in das n&#228;chstgelegene Multiplex am Samstagabend. Man steht lange f&#252;r Tickets [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf vielfachen Wunsch nun doch ein Extra-Post f&#252;r Berlinale-Newcomer aus sieben Jahren Festival-Erfahrung. Das ist eine Einf&#252;hrung in das Festival mit einer Vorstellung der Sektionen, einem &#220;berblick &#252;ber die Informationsbeschaffung und Tipps zum Kartenkauf. Insidertipps inklusive!</p>
<h5><strong>1. Die Berlinale ist ein Festival&#8230;</strong></h5>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/BerlinaleBaer.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-4782" title="BerlinaleBaer" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/BerlinaleBaer.gif" alt="" width="100" height="148" /></a>&#8230;.kein Spaziergang in das n&#228;chstgelegene Multiplex am Samstagabend. Man steht lange f&#252;r Tickets an, bei Ausverkauf m&#246;glicherweise gar umsonst, bezahlt f&#252;r bestimmte Filme sehr viel Geld, muss sich aufwendig informieren, bekommt aber trotzdem weniger Infos, weil ausf&#252;hrliche Kritiken erst am Auff&#252;hrungstag oder bei Weltpremieren erst nach der Erstauff&#252;hrung erlaubt sind. Mit anderen Worten: Man kauft die Katze im Sack.                                      </p>
<p>Als n&#228;chstes sollte man wissen, dass einige Filme kurz danach ins Kino kommen. Wettbewerbsfilme sehr h&#228;ufig. (Der Wettbewerbsfilm THE KING´S SPEECH startet sogar noch w&#228;hrend der Berlinale. TRUE GRIT und PINA vier Tage danach &#8230;) Filme aus anderen Sektionen seltener. Am wahrscheinlichsten starten noch Filme aus dem Panorama und der Perspektive Deutsches Kino, wenn sie eine markt&#252;bliche L&#228;nge aufweisen. Am besten, man pr&#252;ft das vorher, z. B. auf <a href="http://www.filmz.de/starttermine.htm" target="_blank">filmz.de</a>.<span id="more-4736"></span></p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/Berlinale-2010.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-4787" title="Berlinale 2010" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/Berlinale-2010.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a></p>
<h6><strong>Berlinale im Schnee: 2010</strong></h6>
<p>Es lohnt sich, ganz besonders in den ersten Tagen, nicht, sich f&#252;r einen <strong>einzelnen</strong> Film anzustellen. Die durchschnittliche Wartezeit morgens betr&#228;gt dann an den Vorverkaufskassen zwei bis drei Stunden. Das Risiko, dass der spezielle Film ausverkauft ist, ist hoch. (Weiter unten nochmal Hinweise, welche Filme schnell ausverkauft sind.) Der Festival-Profi und Cineast will m&#246;glichst viele, m&#246;glichst sehr unterschiedliche Filme entdecken, Filme, die niemals ins Kino kommen. Er hat stets Alternativ-Filme parat. Kino-King Knut (Elstermann) hat den «ordentlichen Festivaldurchschnitt» mal auf vier Filme pro Tag definiert.</p>
<p>Mancher stellt sich vielleicht nur f&#252;r einen Retro-Film an, der ihn als Kind mal begeistert hat und der nun restauriert &#252;ber die Leinwand flimmert. Dann kann sich auch mal stundenlanges risikoreiches Anstehen lohnen.<br />
(Hier mal der Hinweis, dass Retro-Filme teilweise auch als sogenannte «Cross-Sektion» in der GENERATION laufen und da eventuell billiger sind. Muss ich noch mal pr&#252;fen.)</p>
<p>Wenn man lediglich Stars sehen will, dann gucke man ins Programm, wann der entsprechende Wettbewerbsfilm das erste Mal im Berlinale-Palast l&#228;uft und begebe sich 30 &#8211; 60 Minuten vor dem Filmstart zum Roten Teppich.</p>
<h5><strong>2. Der Aufwand, Filminfos zu bekommen, ist hoch!</strong></h5>
<p>Wenn man sehr sehr viel Zeit hat, geht man auf die offiziellen Seiten vom FF Sundance und dem FF Toronto, wo einige Filme bereits liefen und recherchiert selbst in Blogs. Am informativsten sind nat&#252;rlich Kritiken oder Fanberichte.</p>
<p>Wenn man etwas weniger Zeit zum St&#246;bern hat, kann man sich das gesamte Berlinale-Programm, alphabetisch nach Titeln geordnet, auf der offiziellen <a href="http://www.berlinale.de/de/programm/berlinale_programm/programmsuche.php" target="_blank">Berlinaleseite</a> ansehen. Diese Seite ist fast identisch mit dem gro&#223;en Berlinale-Katalog, den man f&#252;r 17 € (Studenten 10 €) an den Merchandising-St&#228;nden erwerben kann. (Im Katalog sind die Forums-Filme und die Filme der Perspektive Deutsches Kino nicht enthalten &#8211; die haben eigene Kataloge. Das Forum hat auch noch ein kostenloses Heftchen.) Mit Ausnahme des Forums-Katalogs beschr&#228;nken sich alle Infos auf Credits und Synopsis. Der Katalog vom Forum bietet den Regisseuren eine Plattform, sich in einem Interview zu ihrem Film zu &#228;u&#223;ern.</p>
<p>Wenn man noch weniger Zeit hat, kauft man sich an den beiden Mittwochen vor der Berlinale den <em>tip </em> und/oder die <em>zitty</em>. Dort werden auf ca. 30 Seiten Programmschwerpunkte, Besonderheiten, Richtungen der gesamten Berlinale zusammenfassend beschrieben. Dazu gibt es ein Minibooklet mit dem gesamten Programm. Im Internet findet man auch in diversen Blogs Berlinale-Vorab-Texte.</p>
<p>Ausf&#252;hrliche Kritiken und Besprechungen d&#252;rfen in Deutschland, wie schon erw&#228;hnt, erst am Tag der Auff&#252;hrung oder danach erscheinen (Tagespresse, Blogs wie z. B. <a href="http://www.perlentaucher.de/berlinale-blog/" target="_blank">Perlentaucher</a> oder dieser hier <img src='http://www.dasblogzumhof.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  )</p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/Elstermann-in-der-MaxxBar2.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4791" title="Elstermann in der MaxxBar" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/Elstermann-in-der-MaxxBar2.jpg" alt="" width="350" height="209" /></a></p>
<h6><strong>Knut Elstermann in der MaxX-Bar</strong></h6>
<p><strong>Radio Eins</strong> mit Kino-King Knut Elstermann ist das offizielle Berlinale-Radio. Hier wird den ganzen Tag &#252;ber das Festival berichtet und ab 22 Uhr live aus der <a href="http://www.maxx-bar.de/" target="-blank">MAXX-Bar</a> am Potsdamer Platz. Am fr&#252;hen Nachmittag, ich glaube so gegen 14-15 Uhr,  werden auf Radio Eins t&#228;glich Karten f&#252;r den Abend verlost.</p>
<p>Die einzelnen Sektionen haben sich im Laufe der 60j&#228;hrigen Festivalgeschichte herauskristallisiert &#8211; das f&#252;hrt heute dazu, dass das Festival ziemlich kompliziert und un&#252;bersichtlich geworden ist. Im Folgenden mal der Versuch eines Kurz&#252;berblicks.</p>
<h5><strong>3. Sektionen und Schwerpunkt-Kinos</strong></h5>
<p>Eine Sektion unterscheidet sich von einer anderen darin, dass sie zu einem anderen Zeitpunkt und aus anderen Bed&#252;rfnissen heraus entstanden ist. Darauf wird hier jedoch nicht weiter eingegangen, das kann man googlen. Jede Sektion hat ihren eigenen Chef und ihren eigenen Filmpreis. Ich beschr&#228;nke mich darauf, sie programmatisch zu umrei&#223;en und die Auff&#252;hrkinos zu beschreiben.</p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/BerlinaleBaer-Competition_gespiegelt.gif"><img class="alignright size-full wp-image-4804" title="BerlinaleBaer Competition_gespiegelt" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/BerlinaleBaer-Competition_gespiegelt.gif" alt="" width="100" height="140" /></a>Der <strong>Wettbewerb </strong> ist das  Hauptprogramm, das aus Filmen besteht, die, wenn sie nicht «Au&#223;er Konkurrenz» laufen, um die Goldenen und Silbernen B&#228;ren konkurrieren. Diese werden von einer internationalen Jury vergeben, die jedes Jahr aus anderen Mitgliedern des Filmbusiness zusammengesetzt wird. Gemeinhin hei&#223;t es, der Wettbewerb zeige Stars und Blockbuster. Das stimmt so nicht. Es laufen zwar einige Mainstream-Filme, aber die sind nur dazu da, um Stars anzulocken. Es werden auch viele nicht-massenkompatible Filme gezeigt. Vielleicht kann man sagen: Im Wettbewerb laufen Filme von eher international bekannten Regisseuren, weniger Deb&#252;tfilme. H&#228;ufig starten die Filme sp&#228;ter im Kino. F&#252;r asiatische Filme, Filme aus Osteuropa und dem Nahen Osten gilt letzteres weniger.<br />
Erstauff&#252;hrungen: Berlinale Palast<br />
Wettbewerbswiederholungen: Urania, Zoo Palast (nur in diesem Jahr nicht &#8211; wird restauriert), seit 2009 Friedrichstadtpalast. Vor letzterem «Kino» m&#246;chte ich dringend abraten, das ist eher eine Massenabfertigungshalle f&#252;r Berlinale-Touristen, die vorrangig Wettbewerbsfilme sehen wollen. Die Urania ist auch nicht so der Burner. Beides umfunktionierte S&#228;le. Der Berlinale-Palast d&#252;rfte das einzige Kino sein, dass Pl&#228;tze zuweist. Es gibt mehrere R&#228;nge; Essen und Trinken sind verboten. Taschen m&#252;ssen abgegeben werden. Ich habe mal erlebt, dass sich zwei Zuschauer, die auf den R&#228;ngen sa&#223;en, fast gekloppt haben. Einer wollte sich nicht anlehnen und der andere konnte dadurch die UT nicht sehen. Schrecklicher Bau!</p>
<p>Seitdem der Friedrichstadtpalast hinzugekommen ist, sind die Wettbewerbsfilme nicht mehr so schnell ausverkauft.</p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/Friedrichstadtpalast.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-4834" title="Friedrichstadtpalast" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/Friedrichstadtpalast.jpg" alt="" width="300" height="201" /></a></p>
<h6><strong>Hier will keine Kinoatmossph&#228;re aufkommen. Der Friedrichstadtpalast kurz vor einer Auff&#252;hrung. Berlinale 2009</strong></h6>
<p>Die Wettbewerbsfilme sind die einzigen Filme, die teilweise auch mit deutschen Untertiteln gezeigt werden.</p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/BerlinaleBaer_Forum2.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-4799" title="BerlinaleBaer_Forum" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/BerlinaleBaer_Forum2.gif" alt="" width="100" height="140" /></a></p>
<p>Ende der 60er geriet die Berlinale in eine schwere Stagnationskrise. Es kam zu Festivalabbr&#252;chen und Protesten &#8211; aus diesem Gegenfestival ging 1971 ein eigenst&#228;ndiger Programmbereich, das <strong>Forum, </strong>hervor. Hier liefen traditionell politische, experimentelle Filme sowie klassische Autorenfilme, wie sie die Nouvelle Vague und sp&#228;ter der Neue Deutsche Film definiert hat. Was das politische anbelangt: W&#252;rde ich inzwischen nicht mehr als ein spezifisches Merkmal des Forums betrachten &#8211; es ist im Panorama mindestens ebenso pr&#228;sent.</p>
<p>Ganz besonders beliebt ist hier aber nach wie vor das asiatische Kino, insbesondere die Japaner. Im L&#228;nderschwerpunkt werden aber auch afrikanische Filme gef&#246;rdert &#8211; das sind Rarit&#228;ten! &#8211; und lateinamerikanische Produktionen. Das Forum hat bestimmte Regisseure entdeckt und zeigt sie immer wieder. Teilweise sind sie aber inzwischen auch in andere Sektionen abgewandert.</p>
<p>Stilistisch liebt diese Sektion die Durchbrechung von filmischen Konventionen. Die Unterscheidung von fiktiv und dokumentarisch spielt keine gro&#223;e Rolle, sondern im Gegenteil, verschwimmt h&#228;ufig. Filme mit ungew&#246;hnlichen L&#228;ngen, wie z. B. in diesem Jahr die 278min&#252;te HEAVEN´S STORY oder 2009 der 234min&#252;te <a href="http://www.dasblogzumhof.de/festivals/allgemein/berlinale-2009/love-exposure-ai-no-mukidashi-whats-wrong-with-being-a-pervert.php" target="_blank">LOVE EXPOSURE</a> finden im Forum ihren Platz.</p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/Delphi_2010_8.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4843" title="Delphi_2010_8" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/Delphi_2010_8.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
<h6><strong>Kino Delphi in der Kantstra&#223;e. Sicht vom Rang.</strong></h6>
<p>Im Forum sind auch bestimmte Filmschulen verst&#228;rkt zu sehen, wie momentan z. B. die Berliner Schule. Aus dem Forum hat sich inzwischen eine weitere, noch experimentellere Richtung abgespalten: das <strong>Forum expanded</strong>. Dort laufen Sachen, die ich nicht mehr unter dem Begriff «Film» fassen w&#252;rde. Es sind eher Kunstobjekte, die auch in der Tate Modern oder im MoMA laufen (k&#246;nnten).<br />
Schwerpunkt-Kinos. Arsenal und Delphi.  Beides sehr sch&#246;ne Kinos, das Delphi nat&#252;rlich noch mehr als das neu erbaute Arsenal.<br />
Die Vorf&#252;hrungen f&#252;rs Forum sind nicht so schnell ausverkauft. Es gibt allerdings Ausnahmen. Generell aber gilt: Hier kann man auch noch Mittags oder am Abend am zentralen Vorverkaufsschalter antanzen und bekommt Karten.</p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/BerlinaleBaer_Panorama_HipHop1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4915" title="BerlinaleBaer_Panorama_HipHop" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/BerlinaleBaer_Panorama_HipHop1.jpg" alt="" width="100" height="148" /></a>Das <strong>Panorama</strong> ging 1986 aus der INFO-SCHAU hervor. Hier laufen klassisches Arthouse-Kino und schwul-lesbische Filme. Diese Sektion sieht sich gern zunehmend politisch. Daf&#252;r gibt es die Untersektion <strong>Panorama Dokumente</strong>, in der ausschlie&#223;lich Dokus laufen, h&#228;ufig &#252;ber schwul-lesbische Leitfiguren, diskriminierte Gruppen, aber auch linke Agit-Prop-Filme. Leiter: Wieland Speck. Kinos: CinemaxX, Cinestar, International. Letzteres ist mein Favoriten-Kino. Es hat wie das Delphi einen Gong und einen protzigen Kinovorhang.</p>
<p>Panorama-Filme sind relativ schnell ausverkauft. Der Film, der den Panorama-Publikumspreis erhalten wird, und der am letzten Berlinale-Tag zusammen mit der Preisverleihung gezeigt wird, geh&#246;rt meist zu den ersten drei ausverkauften Filmen.</p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/BerlinaleBaerGeneration_gespiegelt1.gif"><img class="alignright size-full wp-image-4801" title="BerlinaleBaerGeneration_gespiegelt" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/BerlinaleBaerGeneration_gespiegelt1.gif" alt="" width="100" height="140" /></a>Seit 1978 hatte das Festival mit dem KINDERFILMFEST eine eigenst&#228;ndige Kinder- und Jugendsektion. Diese hat sich inzwischen ebenfalls weiter modernisiert: Sie hei&#223;t seit 2007 <strong>Generation </strong> und unterteilt sich in <strong>Kplus </strong>und <strong>14plus</strong>. Bei den Kplus-Filmen gibt es eine Altersempfehlung, die 14plus-Filme sind allgemein ab 14. Unter den 14plus-Filmen waren Produktionen, die sp&#228;ter als Erwachsenen-Arthouse-Filme im Kino vermarktet wurden. Das hier vorherrschende Genre: Coming-of-Age.<br />
.<br />
Die Kplus-Filme werden live durch einen deutschen Sprecher &#252;bersetzt (eingesprochen), die 14plus-Filme laufen wie alle anderen Filme im Original mit englischen UT. Traditionelle Hauptspielst&#228;tten: normalerweise Zoo Palast (au&#223;er in diesem Jahr), neu: Haus der Kulturen der Welt, FaF, eigentlich auch Babylon Mitte, Collosseum.</p>
<p>Die Generation, insbesondere die 14plus-Filme, geh&#246;rt zu den schnell ausverkauften Sektionen.</p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/BerlinaleBaer_Retro21.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-4802" title="BerlinaleBaer_Retro2" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/BerlinaleBaer_Retro21.gif" alt="" width="100" height="149" /></a>Die <strong>Retrospektive</strong> wird von der Deutsche Kinemathek ausrichtet. Alte Filme werden zu einer Reihe zusammengefasst. Entweder werden Produktionen zu einem bestimmten Themenkomplex gezeigt. Das kann ein Filmformat sein, das mal in einer bestimmten Epoche popul&#228;r war («70 mm &#8211; Bigger than Life») oder Frauen im 50er-Film («Traumfrauen. Stars im Film der F&#252;nfziger») oder die Werkschau eines bestimmten Schauspielers oder Regisseurs. Das Besondere: Man kann in sehr  kurzer Zeit ein ganzes Werk mit manchmal sehr aufwendig restaurierten Kopien sehen. Oft gibt es dazu eine Ausstellung im Filmhaus und die Deutsche Kinemathek bringt ein Extra-Buch heraus.</p>
<p>Hier kann ich nicht sagen, ob die Filme schnell ausverkauft sind. Wohl eher nicht &#8211; man kann sie sich ja meistens auch in der Videothek ausleihen.</p>
<p>Die <strong>Perspektive Deutsches Kino</strong> ist eine kleine, deutsche Reihe, die dazu dient, Newcomer, die direkt von den Filmhochschulen kommen, bekannt zu machen. Berlin-Filme sind hier schnell ausverkauft, ansonsten gibt es nicht so einen Run auf deutsche Filme. Es kommt wohl auf die Thematik an. Dann gibt es noch <strong>diverse Kurzfilmreihen</strong> der einzelnen Sektionen, die <strong>Berlinale Specials</strong>, die <strong>Hommage </strong> (ebenfalls eine Retro-Reihe), die Yuppie-Reihe <strong>Kulinarisches Kino</strong>, in der man Filme zum Thema Essen sehen kann und dabei essen muss&#8230;</p>
<h5><strong>4. Das Regelwerk des Kartenkaufs</strong></h5>
<p><strong>Der Kartenvorverkauf</strong></p>
<p><strong>Beginn:</strong> Der Kartenvorverkauf beginnt grunds&#228;tzlich am Montag der Berlinalewoche, in diesem Jahr also am 7.2.</p>
<p><strong>Online-Kauf</strong></p>
<p>Gegen eine zus&#228;tzliche Geb&#252;hr von 1,50 € k&#246;nnen Tickets mit Visa oder Mastercard online gekauft werden, direkt &#252;ber das Programm auf der Berlinaleseite (Link siehe oben). Die Karten m&#252;ssen dann am <strong>Internetcounter</strong> in den Potsdamer Platz Arcaden unter Vorlage der ausgedruckten Bestellbest&#228;tigung abgeholt werden. Dort steht man nicht lange an. Ich habe das noch nie gemacht und kann daher auch nicht sagen, ob die Seite eventuell &#252;berlastet und wie hoch das Internet-Kontingent ist.</p>
<p>Generell gehen nur ganze wenige Vorstellungen des Berlinale Palasts in den &#246;ffentlichen Kartenverkauf. F&#252;r TRUE GRIT sind es vielleicht f&#252;nf bis f&#252;nfzehn Karten. Die bekommen dann die Leute, die die Nacht im Schlafsack vor den Arcaden verbracht haben (falls es in diesem Jahr solch Verr&#252;ckte geben sollte).</p>
<p><strong>Zentraler Vorverkauf</strong></p>
<p>Es gibt drei zentrale Vorverkaufsstellen: Potsdamer Platz Arcaden, International, Urania.<br />
Sehr unterhaltsam ist der zentrale Vorverkauf im Foyer der Arcaden. Man kommt mit vielen Leuten ins Gespr&#228;ch, w&#228;hrend die Medienleute herumstreifen wie um eine Beute und dann ziemlich dumme Fragen stellen.</p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/Programmplanung1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4860" title="Programmplanung" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/Programmplanung1.jpg" alt="" width="200" height="246" /></a></p>
<h6><strong>Programmplanung kurz vor Er&#246;ffnung des zentralen Vorverkaufs in den Arcaden</strong></h6>
<p>Der Verkauf beginnt jeden Tag um 10 Uhr, um diese Zeit stehen in der Regel schon lange Schlangen vor den Ticketcountern. Mittwoch, Donnerstag und Freitag in der ersten Berlinale-Woche ist in der Regel die H&#246;lle los. Es kommt zu langen Anstehzeiten, weil alle am ersten Wochenende zur Berlinale wollen. Hinzu kommt, dass viele nicht durchblicken. Sie brauchen ewig am Schalter und kaufen trotzdem nur wenige Tickets. Das ist sehr unprofessionell. Um nicht zu den Blockierern zu geh&#246;ren, sollte man Folgendes beachten:</p>
<p><strong><br />
Wann bekomme ich welche Karte?</strong></p>
<p>F&#252;r alle Vorstellungen gilt: Ich kann Karten drei Tage im Voraus kaufen, nur die Wettbewerbswiederholungen vier Tage vorher. Ich bekomme immer Karten f&#252;r den Friedrichstadtpalast, f&#252;r den Publikumstag (letzter Berlinaletag), die Berlinale-goes-Kiez-Kinos, f&#252;r das HAU (Sonderveranstaltungen) und die Yuppie-Veranstaltung Kulinarisches Kino.</p>
<p><strong>Code</strong></p>
<p>Am Counter sagt man grunds&#228;tzlich den sechsstelligen Code der Vorf&#252;hrung an. Er steht in diesen d&#252;nnen Programmheften, die &#252;berall in den Arcaden ausliegen. Die ersten zwei Ziffern stimmen mit dem Tag der Vorstellung &#252;berein (12 = 12. Februar).</p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/Berlinale-Karten.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-4817" title="Berlinale-Karten" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/Berlinale-Karten.jpg" alt="" width="300" height="201" /></a></p>
<h6><strong>Berlinale-Tickets: deutlich sichtbar, der sechsstellige Ticketcode, den man an den Countern ansagen sollte </strong></h6>
<p><strong>Ausverkaufte Filme und Alternativplanung</strong></p>
<p>Ein Gl&#252;ck hat die Berlinale seit letztem Jahr die Digitalisierung entdeckt. &#220;ber den Ticketcountern h&#228;ngen nun elektronische Tafeln mit den f&#252;r diesen Verkaufstag erh&#228;ltlichen Filmen. Dahinter K&#228;stchen mit den noch vorhandenen Kartenkontingenten: Gr&#252;n= alles im gr&#252;nen Bereich; Gelb = kritische Phase; Rot = gnadenlos ausverkauft (siehe dazu aber weiter unten «Tageskasse»). Fr&#252;her wurde das auf einer Papptafel mit einem Edding durchgestrichen &#8211; das bekam man gar nicht richtig mit. Nun kann man sich aber rechtzeitig auf den Ernstfall vorbereiten.</p>
<p>Die Profis haben immer Alternativ-Filme in Petto. F&#252;r solch eine Alternativ-Planung sind die Minibooklets aus <em>tip</em> und <em>zitty </em>sehr gut geeignet, weil dort alle Filme nach Uhrzeiten gelistet werden. Das geht mit diesen kostenlosen Programmheftchen nicht. Im Booklet sieht man ganz schnell die Filml&#228;nge und das Kino. Jetzt muss man nur noch die Wegzeit von Kino zu Kino einkalkulieren.</p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/Booklet.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4849" title="Booklet" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2011/01/Booklet.jpg" alt="" width="300" height="209" /></a></p>
<h6><strong>Zitty-Mini-Booklet, Berlinale 2007</strong></h6>
<p>Seit eins, zwei Jahren gibt es auf der Berlinaleseite einen pers&#246;nlichen Programmplaner, der einem &#220;berschneidungen anzeigt. Aber das n&#252;tzt einem nur f&#252;r die Favoritenplanung und, wenn man viele Leute kennt, die ebenfalls zur Berlinale gehen, sich nicht aus den Augen zu verlieren. Man gibt das Login weiter, so, dass die anderen sehen k&#246;nnen, wo man hingeht und wo man sich vielleicht treffen k&#246;nnte.</p>
<p><strong>Der Kartenkauf am Tag der Auff&#252;hrung: Tageskasse</strong></p>
<p>Ein weitere Alternative zum langen Anstehen ist die Tageskasse. Filme, die an dem anvisierten Tag laufen, gibt es nicht mehr im Vorverkauf, sondern nur noch im jeweiligen Kino, 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn, im CinemaxX schon ab 10 Uhr, im Colosseum ab 12 Uhr. Ich habe festgestellt, dass die Tageskassen offenbar &#252;ber eigene Kontigente verf&#252;gen. D.h. wenn ein Film im Vorverkauf als «ausverkauft» deklariert wird, hei&#223;t dies nicht, dass man an der Tageskasse keine Karte mehr bekommen kann. Es gibt kaum Anstehzeiten und als Sch&#252;ler, Student, Behinderter, Arbeitsloser oder Wehrdienstleistender bekommt man 50% Preisnachlass.</p>
<p><strong>Karten von Akkreditieren</strong></p>
<p>Mit den kostenlosen Tickets von Presseakkreditierten kommt man nicht rein, da die dazugeh&#246;rige Akkreditierung (rot) verlangt wird. Ich wei&#223; nicht, wie das mit den Fachbesucherakkreditierungen (blau) ist. Ich hatte mehrfach eine und musste sie nie vorzeigen. Da das Kontingent f&#252;r die Fachbesucher aber nicht so berauschend ist, wird es nicht h&#228;ufig vorkommen, dass diese ihre Karten verschenken.</p>
<p>Na dann, viel Erfolg!</p>
<p><strong>Links auf einen Blick: </strong></p>
<p>Verkaufsmodalit&#228;ten, Preise, Kassen, &#214;ffnungszeiten auf der <a href="http://www.berlinale.de/de/service/eintrittskarten/index.html" target="_blank">Berlinale-Seite</a><br />
<a href="http://www.berlinale.de/de/programm/berlinale_programm/programmsuche.php" target="_blank">Berlinale-Programm</a>, alphabetisch geordnet<br />
<a href="http://www.berlinale.de/de/archiv/jahresarchive/2010/02_programm_2010/02_Programm_2010.html" target="_blank">Berlinale-Archiv</a><br />
<a href="http://www.arsenal-berlin.de/de/forum/news.html" target="_blank">Seite vom FORUM</a><br />
<a href="http://www.arsenal-berlin.de/de/forum/archiv/programmarchiv.html" target="_blank">Archiv vom FORUM</a></p>
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		<title>Lesson learned: Berlinale und die Zukunft des Films</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 14:46:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kathi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Berlinale]]></category>
		<category><![CDATA[essay]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[kino]]></category>

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		<description><![CDATA[Event Kino Ich war auf der Berlinale, ja. Nat&#252;rlich. Es hat mir Freude bereitet, neue Einsichten beschert (z. B. Commons in lebensbedrohender Realit&#228;t in wundervollen indischen Filmen). Und nun habe ich einen Essay von Ekkehard Kn&#246;rer (Redakteur von CARGO) gelesen, der mir folgende Frage in schonungsloser Offenheit beantwortet: Warum funktioniert die Berlinale, und warum funktioniert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/02/01_Xenix_Kinosaal.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/02/01_Xenix_Kinosaal.jpg" alt="" title="01_Xenix_Kinosaal" width="348" height="214" class="alignleft size-full wp-image-3489" /></a></p>
<p><strong>Event Kino</strong></p>
<div>
<div>
<p>Ich war auf der Berlinale, ja. Nat&#252;rlich. Es hat mir Freude bereitet, neue Einsichten beschert (z. B. Commons in lebensbedrohender Realit&#228;t in wundervollen indischen Filmen). Und nun habe ich einen <a title="futurezone@orf.at: Das Kinoerlebnis als Kopierschutz" href="http://futurezone.orf.at/stories/1639639/" target="_blank">Essay</a> von Ekkehard Kn&#246;rer (Redakteur von <a title="CARGO Film/Medien/Kultur  Magazin" href="http://www.cargo-film.de/">CARGO</a>) gelesen, der mir folgende Frage in schonungsloser Offenheit beantwortet: Warum funktioniert die Berlinale, und warum funktioniert sie jedes Jahr gr&#246;&#223;er und erfolgreicher? <span id="more-3486"></span></p>
<p>Der Kulturwissenschaftler Kn&#246;rer r&#228;umt in »Das Kinoerlebnis als Kopierschutz« mit der  Gleichmacherei von Film und Musik in der  Filesharing-vs.-Vermarktungs-Diskussion auf:</p>
<blockquote><p>Der Kinobesuch entspricht nicht der CD, die durch  Digitalkopien stark entwertet scheint, sondern eher dem Konzertbesuch, also einer digital nicht kopierbaren Praxis. Insofern wird das »Video on Demand« die DVD und mit h&#246;heren Bandbreiten auch die BluRay gef&#228;hrden  und vielleicht letztlich ersetzen, nicht aber den Kinobesuch.</p></blockquote>
<blockquote><p>Unter den folgenden Gliedern der Kette – DVD, Pay-TV,  Free TV – scheinen am ehesten die DVD und m&#246;glicherweise Pay-TV  betroffen zu sein. Die Kinos jedenfalls verzeichnen derzeit  Rekordzahlen. [Ekkehard Kn&#246;rer, Das Kinoerlebnis als Kopierschutz, <a title="E. Kn&#246;rer: Das Kinoerlebnis als Kopierschutz" href="http://futurezone.orf.at/stories/1639639/">futurezone@orf.at</a>,  19.02.10]</p></blockquote>
<p>Es ist eben das Kinoerlebnis, das nicht durch DVD-Vermarktung und  Fernsehausstrahlung ersetzbar ist. Dies m&#246;gen die Produzenten durch  Einf&#252;hrung von Blu-ray und HD-TV im Moment noch halbwegs kompensieren  k&#246;nnen – zukunftstr&#228;chtig ist es nicht, wenn Internet-Streaming oder Download dasselbe schneller, kosteng&#252;nstiger und zeitunabh&#228;ngig bieten. Diese Lektion h&#228;tte man aus den Fehlern der Musikindustrie schon l&#228;ngst lernen k&#246;nnen. Wozu umfangreiche Investitionen in (neue) materielle Tr&#228;ger, deren Distribution usw. wenn der Konsument ausschlie&#223;lich am Content interessiert ist?</p>
<p>Und genau das ist es, was den Kinobesuch von der heimischen  (PC-)Glotze unterscheidet: das Erlebnis des Gebannt-Seins, des Aufgehens im Film, da die r&#228;umliche Umgebung ausschlie&#223;lich dies zul&#228;sst. Kein E-Mail-Ping, kein Was-nebenbei-erledigen, kein Zappen und (bitte, bitte!) kein Essen, kurz gesagt die anachronistisch anmutende Absage an Multitasking und st&#228;ndige Verf&#252;gbarkeit (Handy aus, nochmal bitte!).</p>
<p>Es sprengt das um sich greifende Prinzip der st&#228;ndigen Verf&#252;gbarkeit –  und dies gilt nicht nur f&#252;r den im Kino gefangenen Zuschauer, sondern  gerade f&#252;r den Zugriff auf Film. Kn&#246;rer schreibt:</p>
<blockquote><p>Eine weniger h&#228;ufig diskutierte Frage ist die nach den  psychosozialen Folgen der Verf&#252;gbarkeit. In einer Situation, in der man  fast alles fast jederzeit fast ohne Aufwand haben kann, ist jeder  einzelne Gegenstand mit jedem anderen erst einmal gleichrangig.</p>
<p>Verf&#252;gbarkeit ist ein Gleichmacher von Werten. [Ekkehard Kn&#246;rer, Das  Kinoerlebnis als Kopierschutz, <a title="E. Kn&#246;rer: Das Kinoerlebnis als  Kopierschutz" href="http://futurezone.orf.at/stories/1639639/">futurezone@orf.at</a>,  19.02.10]</p></blockquote>
<p>F&#252;r diesen Satz muss man Kn&#246;rer au&#223;erordentlich danken. Es ist eben  nicht so, wie oft von den Urheberrechtskonservativen behauptet, dass Verf&#252;gbarkeit Wertlosigkeit bedeutet. Es bedeutet vielmehr eine  grundlegende Egalit&#228;t der Information. Information erlangt ihren Wert  ohnehin nur in pragmatischem Zusammenhang – und eben nicht durch  monet&#228;re oder sonstige Zugangsbeschr&#228;nkung.</p>
<p>Soweit die sympathische Seite des Kinoerlebnisses. Im  Funktionsprinzip der Berlinale beschreibt Kn&#246;rer schlie&#223;lich eine  weniger offensichtliche, bedenkliche Seite:</p>
<blockquote><p>Und es wird zugleich klar, dass der kapitalistische Markt, proteisch wie stets, auch darauf reagiert. Der Mechanismus der  Wiederverknappung von Verf&#252;gbarem ist das Event. Das Event schafft  »Heiliges« in komplett s&#228;kularer Form – also auch Aura und Wert, meist in spektakul&#228;rer Form. Die Eventkultur ist die Kehrseite des  demokratischen Zeitalters der Verf&#252;gbarkeit. Das k&#252;nstlich geschaffene  Ereignis hebt den einzelnen Gegenstand aus seiner Beliebigkeit heraus. [Ekkehard Kn&#246;rer, Das Kinoerlebnis als Kopierschutz, <a title="E.  Kn&#246;rer: Das Kinoerlebnis als Kopierschutz" href="http://futurezone.orf.at/stories/1639639/">futurezone@orf.at</a>,  19.02.10]</p></blockquote>
<p>Berlinale bedeutet dann auch das Erlebnis, f&#252;r Karten stundenlang  anzustehen, nach drei oder vier Filmen hintereinander schmerzende Augen zu haben, in einen Rhythmus aus Schlafen (kurz) – Gucken (dreimal lang) –  Essen (kurz) zu verfallen, der au&#223;erhalb des normalen Lebens stattfindet. Berlinale ist Arbeit f&#252;r den Kopf, nur ein wenig f&#252;r den K&#246;rper und vor allem f&#252;r die Nerven – es ist jene Art von Eustress, den die fr&#252;he Psychologie als Hysterie gebrandmarkt hat. Oder PR-technisch gesprochen, es ist ein Hyper-Event, das den Gro&#223;st&#228;dter noch herauszufordern vermag.</p>
<p>Was bedeutet dies f&#252;r die zukunftsorientierte Vermarktung von Film?  Zum einen, dass diese langfristig nur im Netz stattfinden wird und dabei eine Aura der Knappheit (i.e. der Besonderheit) erzeugen muss:</p>
<blockquote><p>Wer im Internet mit Bewegtbildern Geld verdienen will,  muss m&#246;glicherweise Wege finden, die k&#252;nstliche Produktion von Wert per Event im Netz zu reproduzieren. Durch Quasifestivals, vielleicht auch  schnelles Reagieren auf aktuelle Ereignisse, die Produktion von  Fangemeinden und die Reaktion auf existierende Kulte. [Ekkehard Kn&#246;rer, Das Kinoerlebnis als Kopierschutz, <a title="E. Kn&#246;rer: Das Kinoerlebnis  als Kopierschutz" href="http://futurezone.orf.at/stories/1639639/">futurezone@orf.at</a>,  19.02.10]</p></blockquote>
<p>Und zum anderen – ein kleiner Trost – dass das Kino weiter bestehen  wird, wenn es seine unzeitgem&#228;&#223;e Exaltiertheit bewahren kann. Um die Berlinale wird man sich wenig Sorgen machen m&#252;ssen.</p>
<p>[Crosspost von: library_pirate/<a title="library_pirate - Lesson learned: Berlinale und die Zukunft des Films" href="http://donutpiraten.wordpress.com/2010/02/20/lesson-learned-berlinale-und-die-zukunft-des-films/" target="_blank">Donutpiraten</a>]</p>
</div>
</div>
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		<title>Seaview (Forum) &#8211; Leben an Europas Grenze</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Feb 2008 23:30:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2008]]></category>
		<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
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		<category><![CDATA[kino]]></category>
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		<category><![CDATA[Schengen]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Paul Rowley, Nicky Gogan Irland 2007 82 Min. Der irische Ort Mosney hat schon bessere Zeiten gesehen. Vor 60 Jahren entstand hier der Vergn&#252;gungspark Mosney, ein &#8220;Low-Budget-Disneyland&#8221;, wie es die beiden Filmemacher im Gespr&#228;ch nachher nennen. Irgendwann wurden die Iren reich und flogen lieber nach Spanien in den Urlaub. Die Besitzer von Mosney orientierten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> Paul Rowley, Nicky Gogan<br />
Irland 2007<br />
82 Min.</p>
<p><a title="seaview1.jpg" href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/seaview1.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/seaview1.jpg" alt="seaview1.jpg" /></a></p>
<p>Der irische Ort Mosney hat schon bessere Zeiten gesehen. Vor 60 Jahren entstand hier der Vergn&#252;gungspark <a title="Mosney-Website" href="http://www.butlinsmemories.com/mosney/index.htm">Mosney</a>, ein &#8220;Low-Budget-Disneyland&#8221;, wie es die beiden Filmemacher im Gespr&#228;ch nachher nennen. Irgendwann wurden die Iren reich und flogen lieber nach Spanien in den Urlaub. Die Besitzer von Mosney orientierten sich um. Heute ist Mosney ein irisches Asylantenwohnheim.</p>
<p>17.2., 21.30 Uhr, Delphi, OmE</p>
<p><span id="more-263"></span></p>
<p>Es ist eines der Auffangbecken, die Europa nach dem <a title="Wikipedia-Artikel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schengen-Abkommen">Schengener Abkommen</a> &#252;berall an den Grenzen errichtet hat, um <a title="Netzwerk Migration" href="http://www.network-migration.org/">Migranten</a> aus aller Welt erst gar nicht herein zu lassen. Eine Zeit lang dachte die irische Regierung sogar daran, die Fl&#252;chtlinge auf Schiffen vor der K&#252;ste unterzubringen, erz&#228;hlt Paul Rowley im anschlie&#223;enden Q&amp;A. Meeresblick (Seaview) ist also nicht Beschauliches, es zeigt, dass die Fl&#252;chtlinge nur an den Rand gelangen k&#246;nnen, ins Land hinein kommen sie nicht. Die meisten von ihnen leben hier ein paar Monate oder Jahre und werden dann wieder in ihre Herkunftsl&#228;nder abgeschoben.</p>
<p>Die beiden Filmemacher <a title="Paul Rowleys Blog" href="http://paulrowley.blogspot.com/">Paul Rowley</a> und <a title="Nicky Gogans Blog" href="http://nickygogan.vox.com/">Nicky Gogan</a> haben einen Film &#252;ber das Fl&#252;chtlingsheim Mosney gedreht. Sie f&#252;hrten Interviews mit den Besch&#228;ftigten, die lieber von den besseren fr&#252;heren Zeiten erz&#228;hlen, als Mosney noch ein Urlaubsparadies war, sie lassen die Fl&#252;chtlinge ihre Geschichten erz&#228;hlen, vor allem aber filmten sie die absurde Umgebung einer farbenfrohen Ferienanlage, die zum Alptraum ihrer Bewohner gerinnt, f&#252;r die es fast immer nur einen Weg aus dem Lager heraus gibt &#8212; dahin zur&#252;ck, woher sie gefl&#252;chtet sind.</p>
<p>Paul Rowley ist eigentlich <a title="&#220;berblick &#252;ber Paul Rowleys Video-Arbeiten" href="http://www.condensate.net/index.html">Videoinstallationsk&#252;nstler</a>, was man dem Film leider anmerkt. Seaview w&#228;re eine tolle Videoinstallation geworden, mit einem Fernseher an der linken Wand mit den Fl&#252;chtlingsinterviews, die mit viel Gesp&#252;r f&#252;r Farbkomposition vor den bunten W&#228;nden des Heims gedreht wurden, einem gegen&#252;ber stehenden Fernseher mit den Interviews mit den Besch&#228;ftigten und in der Mitte einer gro&#223;en Leinwand auf der die Kamerafahrten durch die Anlage und die Geb&#228;ude gezeigt werden. Als Film funktioniert die Sache leider nicht einmal halb so gut. Die Disparit&#228;t der drei Darstellungsweisen will sich nicht zu einer filmischen Einheit f&#252;gen und w&#228;re besser getrennt geblieben. Im Forum Expanded w&#228;re Seaview besser aufgehoben gewesen.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/QhzDr8D8oDY" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://www.youtube.com/v/QhzDr8D8oDY" wmode="transparent"></embed></object></p>
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		<title>Nirvana (Forum) &#8211;  Schriller Ausstattungsfilm aus St. Petersburg</title>
		<link>http://www.dasblogzumhof.de/festivals/allgemein/igor-voloshin-nirvana-st-petersburg.php</link>
		<comments>http://www.dasblogzumhof.de/festivals/allgemein/igor-voloshin-nirvana-st-petersburg.php#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 13 Feb 2008 06:49:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2008]]></category>
		<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[drogen]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
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		<category><![CDATA[Science-Fiction]]></category>
		<category><![CDATA[st. petersburg]]></category>
		<category><![CDATA[voloshin]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Igor Voloshin Russland 2008 89 Min. Es gibt eine Theorie, dass Filmemachen nichts anderes sei, als die immer gleichen Themen anders zu verfilmen. Wenn das stimmt, hat der russische Regisseur Igor Voloshin in seinem Erstlingswerk &#8220;Nirvana&#8221; alles richtig gemacht. Leider gibt es im Forum, wo der Film l&#228;uft, weder f&#252;r Maske, noch f&#252;r Kost&#252;me, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie: </strong>  Igor Voloshin<br />
Russland 2008<br />
89 Min.</p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/nirvana.jpg" title="nirvana.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/nirvana.jpg" alt="nirvana.jpg" /></a></p>
<p>Es gibt eine Theorie, dass Filmemachen nichts anderes sei, als die immer gleichen Themen anders zu verfilmen. Wenn das stimmt, hat der russische Regisseur Igor Voloshin in seinem Erstlingswerk &#8220;Nirvana&#8221; alles richtig gemacht. Leider gibt es im Forum, wo der Film l&#228;uft, weder f&#252;r Maske, noch f&#252;r Kost&#252;me, noch f&#252;r das B&#252;hnenbild Spezialpreise. Nirvana bek&#228;me sie alle und h&#228;tte selbst beim Soundtrack noch gute Chancen. Warum also z&#252;ndet der Film trotzdem nicht?</p>
<p>13.2. 12.30 Uhr, Cubix 9, OmE<br />
14.2., 22.00 Uhr, Delphi, OmE<br />
17.2., 20.00 Uhr, Colosseum 1, OmE</p>
<p><span id="more-244"></span><br />
Die Geschichte ist schnell erz&#228;hlt. Die Moskauer Krankenschwester Alisa hat die Schnauze voll von Moskau und zieht nach St. Petersburg.  In einer heruntergekommenen WG wohnt sie mit dem Junkie-P&#228;&#228;rchen Valera und Dead Man zusammen. Als Dead Man ein Verh&#228;ltnis mit ihr beginnt, bekriegen sich die beiden Frauen, finden aber zueinander, als Valera eine &#220;berdosis nimmt und Alisa sie rettet. Dann wird Dead Man entf&#252;hrt, weil er seine Schulden nicht bezahlen konnte. Alisa und Valera ziehen durch St. Petersburg, um das Geld aufzutreiben. Mit viel M&#252;he gelingt es und sie kaufen Dead Man frei. Dead Man klaut aber dann das Geld, das die beiden zum Zur&#252;ckzahlen der Schulden ben&#246;tigen und fl&#252;chtet. Valera begeht daraufhin Selbstmord, Alisa holt sich bei Valeras Dealer eine &#220;berdosis, im Rausch erscheint ihr Valera und gibt ihr wieder Lebensmut.</p>
<p>Nicht nur die schr&#228;gen Kost&#252;me und phantasievoll geschminkten Frauen sind ungew&#246;hnlich, auch die Geschlechterverh&#228;ltnisse scheinen vertauscht. Die M&#228;nner sind den Frauen v&#246;llig unterlegen. Der einzige direkte Kampf zwischen einem Mann und einer Frau endet nach nur einem einzigen festen Schlag &#8212; mit einem zertr&#252;mmerten Sch&#228;del des Mannes. Einen gleichwertigen Gegner f&#252;r Pr&#252;geleien haben die beiden Frauen nur, wenn sie gegeneinander k&#228;mpfen. Nach der Pr&#252;gelei zeigen sie sich stolz die Narben vergangener K&#228;mpfe.</p>
<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/nirvana3.thumbnail.jpg" alt="Nirvana" align="left" />Das alles rettet den Film aber nicht, so sch&#246;n diese Kleinigkeiten auch sein m&#246;gen. Wie der Regisseur vollkommen richtig anmerkt, ist diese Geschichte zeitlos. Sie ist weder neu noch besonders intelligent. Genau das ist ihr Problem. Voloshin hat nichts zu erz&#228;hlen. Er betreibt einen gewaltigen Aufwand, um dieses inhaltliche Nirvana hinter Tonnen von Schminke, Kost&#252;men und lauter Musik zu verstecken. Die von Szene zu Szene wechselnden irrsinnigen Kost&#252;me und grotesken futuristischen Schminkorgien dienen aber leider gerade nicht dazu, das Innere der Figuren erkennbar zu machen. Vielmehr &#252;bert&#252;nchen sie nur die inhaltliche Leere des Films und der Figuren. Die Ausstattung korreliert nicht mit der Entwicklung der Geschichte, sondern folgt eigenen Gesetzen, die rein &#228;sthetischer Natur sind. So werden Schauspielerinnen zu Models degradiert.</p>
<p>Das sollte aber niemanden hindern, diesen insgesamt doch gro&#223;artigen Film eines russischen Ausnahmetalents anzusehen. Wie eingangs schon erw&#228;hnt, w&#252;rde ich dem Film sofort drei Spezialpreise f&#252;r die Ausstattung zuerkennen.  Allein die hoch&#228;sthetischen Bilder heruntergekommener Kulissen in St. Petersburg sind den Eintritt wert. Nirvana ist eine wunderbare, phantastische und hoch&#228;sthetische Verpackung f&#252;r einen leeren Kern. Wenn Voloshin sich das n&#228;chste Mal entscheiden k&#246;nnte, auch einen Film zu drehen und sich nicht allein auf seine Kost&#252;m- und Maskenbildner zu verlassen, w&#228;re alles gut.</p>
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		</item>
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		<title>James Benning (Forum): RR ausverkauft!</title>
		<link>http://www.dasblogzumhof.de/festivals/allgemein/james-benning-rr.php</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Feb 2008 23:59:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2008]]></category>
		<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[avantgarde]]></category>
		<category><![CDATA[experimentell]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[james benning]]></category>
		<category><![CDATA[kino]]></category>
		<category><![CDATA[kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer h&#228;tte das f&#252;r m&#246;glich gehalten, dass ausgerechnet James Benning ein Kino nicht nur f&#252;llen, sondern sogar gleich am ersten Vorverkaufstag ausverkaufen kann. Ich jedenfalls nicht! Als ich vor zwei Jahren mit &#8220;10 Skies&#8221; meinen ersten Film von James Benning sah, teilte ich mir das viel zu gro&#223;e Kino mit vielleicht etwas mehr als einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/pr.jpg" title="pr.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/pr.jpg" alt="pr.jpg" /></a></p>
<p>Wer h&#228;tte das f&#252;r m&#246;glich gehalten, dass ausgerechnet James Benning ein Kino nicht nur f&#252;llen, sondern sogar gleich am ersten Vorverkaufstag ausverkaufen kann. Ich jedenfalls nicht! Als ich vor zwei Jahren mit &#8220;10 Skies&#8221; meinen ersten Film von James Benning sah, teilte ich mir das viel zu gro&#223;e Kino mit vielleicht etwas mehr als einem Dutzend anderer Freunde experimenteller Filme.</p>
<p><strong>Deutscher Kinostart: 12.6.2008</strong><br />
<span id="more-231"></span></p>
<p>Es war ein unvergessliches und unvergleichliches Kino-Erlebnis aus 100 meditativen Minuten. F&#252;r die, denen James Benning noch nichts sagt: &#8220;10 Skies&#8221; sind 10 Einstellungen von 10 Himmeln, die jeweils exakt 10 Minuten lang dauern. Es war die Fortsetzung von &#8220;13 Lakes&#8221;, der in 13 Einstellungen Seen zeigt. Offensichtlich war es nicht nur f&#252;r mich ein beeindruckendes Filmerlebnis. Als im letzten Jahr im Forum Bennings Estlingswerk &#8220;One Way Boogie Woogie&#8221; samt dessen kompletter Neuverfilmung &#8220;27 Years later&#8221; gezeigt wurde, war es schon deutlich voller geworden. Dieses Jahr setzt Benning seine Filmserie &#8220;American Landscapes&#8221; mit &#8220;RR&#8221; fort. &#8220;RR&#8221; steht f&#252;r RailRoad und gezeigt werden 37 Einstellungen von vorbeifahrenden Z&#252;gen.Dass pl&#246;tzlich so viele Menschen Z&#252;gen hinterhersehen wollen, ist allerdings doch &#252;berraschend. Benning ist es aber sehr zu g&#246;nnen, dass er sich inzwischen nach vielen Forums-Jahren offensichtlich eine feste Fangemeinde aufgebaut hat, die auch mal ein Kino schnell ausverkaufen kann. Ich habe &#252;brigens keine Karte mehr bekommen. Zum Gl&#252;ck zeigt das Arsenal im Anschluss an die Berlinale eine Benning-Retrospektive. Einen Schnipsel habe ich noch.</p>
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		<title>Amerikanisches Minderheitenkino: &#8220;The Exiles&#8221; und &#8220;My Brother&#8217;s Wedding&#8221; im Forum</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Feb 2008 23:39:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine der gro&#223;en Entdeckungen der letzten Berlinale war die Wiederauff&#252;hrung von &#8220;Killer of Sheep&#8221; des afroamerikanischen Filmemachers Charles Burnett. Das haben die Forums-Programmgestalter offensichtlich auch so empfunden und f&#252;r 2008 gleich zwei gro&#223;artige Filme des amerikanischen Independent-Kinos ausgegraben. Beide Filme wurden anl&#228;&#223;lich der Berlinale aufwendig restauriert und haben jetzt eine Wiedergabe-Qualit&#228;t, als w&#228;ren sie erst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/burnett.thumbnail.jpg" alt="burnett.jpg" align="left" />Eine der gro&#223;en Entdeckungen der letzten Berlinale war die Wiederauff&#252;hrung von &#8220;Killer of Sheep&#8221; des afroamerikanischen Filmemachers Charles Burnett. Das haben die Forums-Programmgestalter offensichtlich auch so empfunden und f&#252;r 2008 gleich zwei gro&#223;artige Filme des amerikanischen Independent-Kinos ausgegraben. Beide Filme wurden anl&#228;&#223;lich der Berlinale aufwendig restauriert und haben jetzt eine Wiedergabe-Qualit&#228;t, als w&#228;ren sie erst gestern fertig gestellt worden. Das ist insbesondere beim &#228;lteren &#8220;The Exiles&#8221; von 1961 sehr zu begr&#252;&#223;en, weil auch der gro&#223;artige Sound &#252;berarbeitet wurde. Und den Soundtrack mit den daf&#252;r verwendeten Underground-Rock&#8217;n'Roll-St&#252;cken der &#8220;The Revels&#8221; w&#252;rde ich sofort kaufen.</p>
<p><span id="more-226"></span></p>
<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/exiles.thumbnail.jpg" alt="exiles.jpg" align="right" />Der Film ist einer der ersten, die sich in semidokumentarischer Form dem realen Lebensgef&#252;hl der Natives, also der Indiane, ann&#228;hert. &#8220;The Exiles&#8221; beginnt mit Fotografien bedeutender Indianerh&#228;uptlinge, dann wird kurz die Einweisung der Indianer in Reservate im 19. Jahrhundert geschildert, die die Indianer zu Exilanten im eigenen Land gemacht hat. In den f&#252;nfziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann erstmals eine Generation von Indianern die Reservate zu verlassen. Sie zogen in die Gro&#223;st&#228;dte der Wei&#223;en und bildeten dort eine eigene Subkultur. Filmemacher Kent Mackenzie recherchierte jahrelang in der Indianer-Community von Los Angeles, bevor er mit den Laiendarstellern ihr Leben verfilmte.</p>
<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/exiles-2.thumbnail.jpg" alt="exiles-2.jpg" align="right" />Erz&#228;hlt wird die Geschichte eines Tages. Zwei Handlungsstr&#228;nge laufen nebeneinander her. Yvonne lebt mit ihrem Mann Homer und f&#252;nf weiteren Indianern in einer Zweizimmerwohnung. W&#228;hrend Yvonne zu Hause bleibt und den Haushalt macht, ziehen Homer und seine Kumpels durch die Nachtbars. Yvonne sehnt sich nach einem normalen Leben und Kindern, verr&#228;t uns ihre Off-Stimme, die von Mackenzie aus zuvor aufgenommenen Interviews entnimmt. Die M&#228;nner sind hingegen auf der Suche nach dem schnellen Kick. Alkohol, Autos, Frauen, Rock&#8217;n'Roll. Als die letzten Bars schlie&#223;en fahren alle auf einen Berg, von dem aus man die Stadt &#252;bersehen kann. In einer der st&#228;rksten Szenen des Films zeigt Mackenzie die ganze Entwurzelung dieser jungen Indianer-Generation, die in der Kultur der Eroberer ankommen m&#246;chte und doch nicht kann. Zu den alten Stammesges&#228;ngen und Trommelrhythmen tanzen sie Rock&#8217;n'Roll. Erst nach und nach finden alle zu den alten Stammest&#228;nzen zur&#252;ck. Der Film endet, als die Gruppe morgens wieder zu Hause ankommt, Yvonne ist gerade aufgestanden. Sie stehen verloren und klein in der Stadt, niemand au&#223;er ihnen ist da.</p>
<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/0155_0001_popup1.thumbnail.jpg" alt="0155_0001_popup1.jpg" align="left" />&#8220;My Brother&#8217;s Wedding&#8221; ist der zweite Film von Charles Burnett aus dem Jahre 1983. Er spielt ebenfalls in Los Angeles, diesmal aber in der Schwarzen-Community. Im Mittelpunkt steht der junge Schwarze Pierce, der in ein moralisches Dilemma ger&#228;t, als sein krimineller bester Freund, der gerade erst aus dem Gef&#228;ngnis entlassen worden ist, ermordet wird. Die Beerdigung findet dummerweise parallel zur Hochzeit seines Bruders statt. Wieder steht wie schon bei &#8220;Killer of Sheep&#8221; nicht die eigentliche Handlung im Vordergrund, sondern ein bestimmtes Lebensgef&#252;hl der us-amerikanischen Schwarzen. Der Forumskatalog sieht &#8220;My Brother&#8217;s Wedding&#8221; als Vorl&#228;ufer des Ghetto-und-Gangster-Genres, in dem Goldkettchen, Schnellfeuerwaffen und HipHop die Handlung dominieren. Zum Gl&#252;ck, denn im Gegensatz zum goldkettchentragenden Gangsta-Rapper sind Burnetts Schwarze ausgesprochen elegant und hip gekleidet. Sie haben noch eine Authentizit&#228;t, die sich nicht aus hyperventilierendem Testosteron speist. An das Meisterwerk &#8220;Killer of Sheep&#8221; kommt &#8220;My Brother&#8217;s Wedding&#8221; nicht mehr ganz heran, sehenswert ist der Film aber immer noch. &#8220;The Exiles&#8221; sollte man sich in keinem Fall entgehen lassen.</p>
<p>&#8220;The Exiles&#8221; wird am 12.02. um 21:30 Uhr im Delphi und am 14.02. um 22:30 Uhr im Arsenal (ausverkauft) wiederholt.</p>
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