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	<title>Blog zum Hof &#187; Lars Jessen</title>
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		<title>Dorfpunks &#8211;  Jugends&#252;nden, pubert&#228;re Peinlichkeiten und Bier</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Feb 2009 17:54:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Prahl]]></category>
		<category><![CDATA[Lars Jessen]]></category>
		<category><![CDATA[Pubertät]]></category>
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		<description><![CDATA[Regie: Lars Jessen Deutschland 2009 93 Min. Bier im Haar und schreckliche Klamotten m&#252;ssen einfach sein. Etwas unfreiwilig &#8211; Pfiffl hat einen »&#220;berraschungsfilm« bei den Special-Screenings f&#252;r Fachbesucher angek&#252;ndigt &#8211; gerate ich in die Rocko-Schamoni-Verfilmung &#252;ber eine 80er-Punk-Clique in Schmalenstedt. Der Film hat das Problem, dass ihm zwar eine sch&#246;ne Authentizit&#228;t gelingt, aber wer m&#246;chte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Regie: Lars Jessen<br />
Deutschland 2009<br />
93 Min.</p>
<table border="0">
<tr>
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</td>
</tr>
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<h4>Bier im Haar und schreckliche Klamotten m&#252;ssen einfach sein.</h4>
<p>Etwas unfreiwilig &#8211; Pfiffl hat einen »&#220;berraschungsfilm« bei den Special-Screenings f&#252;r Fachbesucher angek&#252;ndigt &#8211; gerate ich in die Rocko-Schamoni-Verfilmung &#252;ber eine 80er-Punk-Clique in Schmalenstedt. Der Film hat das Problem, dass ihm zwar eine sch&#246;ne Authentizit&#228;t gelingt, aber wer m&#246;chte sich schon gern an die eigenen verpeilten Jugends&#252;nden von vollgekotzten Teppichen &#252;ber Klamotten, die v&#246;llig neben der Spur sind, bis hin zu komischen Sex erinnern. Einen gewissen belustigenden Unterhaltungswert hat das aber schon. Zum Gl&#252;ck versucht Lars Jessen nicht, irgendeine nostalgisch-verkl&#228;rende Tiefe &#8211; die ja Schamonis etwas belangloses Buch auch nicht enth&#228;lt &#8211; hineinzuinterpretieren.</p>
<p><span id="more-1922"></span></p>
<p>Den Inhalt muss man wohl nicht gro&#223; erz&#228;hlen und kann man wie folgt verschlagworten: 1984, schleswig-holsteinische Kleinstadt, 17J&#228;hrige. Die eigentliche gro&#223;e Punkwelle ist schon vorbei und kommt mit einiger Verz&#246;gerung auch in den D&#246;rfern an &#8211; oder zumindest das, was dort unter Punk verstanden wird: Sich-Daneben-Benehmen, Punk h&#246;ren und gegen die Spie&#223;igkeit aufmucken.</p>
<p>Lars Jessen (TV-Regisseur: SOKO, Gro&#223;stadtrevier) schafft es, das jugendliche Rumpubertieren der Punkclique ganz ansehnlich zu gestalten und Szenen zu inszenieren, die einen mit einem leisen Erschrecken an die eigene Phase des Aufbegehrens erinnern und einen aus der Distanz auch belustigen. Nat&#252;rlich war damals alles schrecklich, aber gerade deshalb ist es heute auch ganz unterhaltsam.</p>
<p>Wenn Protagonist »Roddy Dangerblood« nach einer versoffenen Nacht fr&#252;h durch &#228;tzende Blockfl&#246;ten-T&#246;ne geweckt wird, bekommt man gleich Kopfschmerzen und ein leeres Gef&#252;hl in der Birne &#8211; man ist froh, dass diese Zeit vorbei ist. Nostalgisch kommt  der Film nicht daher &#8211; insofern ist er ein angenehmes Gegenst&#252;ck zu all dem verkl&#228;rendem Ges&#252;lze &#252;ber die »Ach-so-sch&#246;ne-Jugend«.</p>
<p>Da das ganze in Schleswig-Holstein spielt, bietet es sich an, dem popul&#228;ren Urgestein Axel Prahl einen kleinen Auftritt zu verpassen. Er mimt den Dorfkneipier, der sich in Suff-Laune in eine Frank-Zappa-Ekstase hinsteigert, womit die Jungs &#252;berhaupt nichts anfangen k&#246;nnen. Und als er dann noch halb besoffen singt: »Der sch&#246;nste Hund im Rudel ist der Pudel« &#8211; nehmen sie schnell die Beine in die Hand. Mit den Erwachsenen k&#246;nnen sie nicht viel anfangen und als die Band, die bis auf zwei katastrophale Provinz-Auftritte nie gespielt hat, auseinanderbricht, hat Roddy niemanden mehr, dem er sein jugendliches Leid klagen kann. Die Kommunikation mit der Mutter beschr&#228;nkt sich auf »Wo warst Du?«, »Nimmst Du Drogen?« &#8211; »Was geht dich das an?«, und der Dorfkneipier rennt seinerseits schnell weg, als Roddy ausholt, um von seinen Problemen zu erz&#228;hlen. Jugendlicher sein, hei&#223;t n&#228;mlich, trotz st&#228;ndigem Rumh&#228;ngen mit seinen Freunden, auch viel Alleinsein.</p>
<p>DORFPUNKS ist ein etwas langweiliger Stoff, den ich mir aus eigenen St&#252;cken nie angesehen h&#228;tte. Lars Jessen holt da trotzdem ziemlich viel heraus. Ein ganz ansehnlicher Film &#252;ber Pubert&#228;ts-Leiden und -Peinlichkeiten sowie Freundschaft.</p>
<p><strong>L&#228;uft nicht mehr auf der Berlinale. </strong><br />
<strong>Deutscher Kinostart: 23.4.2009</strong></p>
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