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	<title>Blog zum Hof &#187; Lynch-Justiz</title>
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		<title>Deliver Us From Evil – Erl&#246;se uns vom B&#246;sen</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Aug 2009 16:09:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Regie: Ole Bornedal D&#228;nemark/Schweden 2009 93 Min. Hat sich im Haus verschanzt: Johannes aus dem bitterb&#246;sen DELIVER US FROM EVIL (FFF 09) Der Beginn, wenn die Protagonisten vorgestellt werden, erinnert ein bisschen an Leones »The Good, the Bad and the Ugly«: das gl&#252;ckliche und beruflich erfolgreiche Paar Johannes und Pernille mit ihren beiden aufgeweckten Kindern; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> Ole Bornedal<br />
D&#228;nemark/Schweden 2009<br />
93 Min. </p>
<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/08/Deliver_06.jpg" alt="Deliver_06" title="Deliver_06" width="250" height="375" class="alignleft size-full wp-image-2334" /></p>
<p><strong>Hat sich im Haus verschanzt: Johannes aus dem bitterb&#246;sen DELIVER US FROM EVIL</strong> (FFF 09)</p>
<p>Der Beginn, wenn die Protagonisten vorgestellt werden, erinnert ein bisschen an Leones »The Good, the Bad and the Ugly«: das gl&#252;ckliche  und beruflich erfolgreiche Paar Johannes und Pernille mit ihren beiden aufgeweckten Kindern; der cholerisch-poltrige Looser Lars, der sich immer und von allem – am meisten vom Leben selbst – betrogen f&#252;hlt, der arme, etwas merkw&#252;rdige Au&#223;enseiter Alain vom Balkan und die herzensgute Christin Anna. Und dann f&#228;hrt Lars Anna auch noch &#252;ber den Haufen. Die Karten scheinen hier schon von vorneherein verteilt – wer der B&#246;se ist und wer der Gute. <span id="more-2333"></span></p>
<p>Als Lars einen Schuldigen pr&#228;sentiert, n&#228;mlich den »Neger-Alain«, entwickelt sich die nette Dorfgemeinschaft in Bornedals extrem d&#252;steren, farbgebleichtem Film, schnell zu einem Lynch-Mob. Der gute Johannes – die Analogie zu seinem Namenspatron aus der Passionsgeschichte ist sicherlich nicht zuf&#228;llig – gew&#228;hrt Alain Schutz in seinem Haus, doch die rasende Dorfgemeinschaft steht schon vor der T&#252;r. Als Pernille, mit den weinenden Kindern im Arm, Johannes bittet, Alain rauszuschicken, geht eine merkw&#252;rdige Wandlung in ihm vor. </p>
<p>DELIVER US FROM EVIL ist vielschichtig. Der Begriff des biblischen B&#246;sen – nicht nur der Titel verweist darauf – sondern das Vater-Unser »[…] F&#252;hre uns nicht in Versuchung, sondern erl&#246;se uns von dem B&#246;sen […]« wird im Film auch komplett zitiert. Die anf&#228;nglichen, scheinbar eindeutigen Zuweisungen von Gut-Menschen und B&#246;sewichtern werden am Ende infrage gestellt, als Johannes und ja auch Pernille, die sich aus allem raushalten wollte, zu rabiaten Mitteln (Splatterelemente) greifen, um sich von ihren Peinigern zu befreien. </p>
<p>Pernille wird zu Beginn von den Kindern gefragt wird, warum es b&#246;se Menschen gibt und sie antwortet, es g&#228;be keine b&#246;sen Menschen, sie zeigen nur, dass sie geliebt werden wollen. Diese Verflachung wird ad absurdum gef&#252;hrt. Dass das biblische Gute in einem Kollektiv, das selbst schon rasender P&#246;bel ist, kaum zu h&#228;ndeln ist, wird schon zwischen Johannes und den Dorfprolls deutlich. Als sie ihn als »M&#246;rderfreund« beschimpfen, ranzt Johannes »biersaufende Sozialschmarotzer« zur&#252;ck und gie&#223;t damit ordentlich &#214;l ins Feuer. Neiden ihm die Sozialhilfeempf&#228;nger seinen Erfolg, sein Haus, seine Familie schon lange und warten nur auf eine Gelegenheit, zuzuschlagen. </p>
<p>Insofern zeigt Ole Bornedal wie extrem schwierig die Forderung »Deliver us from Evil – Erl&#246;se uns vom B&#246;sen«, also halte uns von b&#246;sen Handlungen ab, einzuhalten ist. Dazu braucht es nicht mal einen aufr&#252;hrerischen, mordenden Mob. Es gen&#252;gt schon, dass wir in einer &#252;blen Welt, in der nicht Friede, Freude, Eierkuchen herrscht, leben. </p>
<p>Hinzuf&#252;gung: Referenzen zu Peckinpahs »Straw Dogs« sind offensichtlich. Kannte ich beim Schreiben des Artikels noch nicht. </p>
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