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	<title>Blog zum Hof &#187; Maren Ade</title>
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		<title>Alle Anderen/Mitte Ende August &#8211; Stimmt die Chemie? &#8211; Deutsche Filme &#252;ber die (Un)M&#246;glichkeit von Beziehungen</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 01:25:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[MITTE ENDE AUGUST Sebastian Schipper 92 Min. Deutschland 2009 ALLE ANDEREN Maren Ade 119 Min. Deutschland 2009 Milan Peschel in H&#246;chstform: MITTE ENDE AUGUST (Forum). Zwei &#228;u&#223;erst interessante Filme, made in Germany, diskutieren partnerschaftliche Beziehungen. Sowohl Schipper als auch Ade haben Theaterschauspieler improvisieren lassen. Schipper nahm Anleihen bei Goethe und produzierte trotzdem einen sehr eigenst&#228;ndigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>MITTE ENDE AUGUST</strong><br />
Sebastian Schipper<br />
92 Min.<br />
Deutschland 2009</p>
<p><strong>ALLE ANDEREN</strong><br />
Maren Ade<br />
119 Min.<br />
Deutschland 2009</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1801" title="mitte-ende" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/mitte-ende.jpg" alt="mitte-ende" width="300" height="166" /></p>
<p><strong>Milan Peschel in H&#246;chstform: MITTE ENDE AUGUST (Forum).</strong></p>
<p>Zwei &#228;u&#223;erst interessante Filme, made in Germany, diskutieren partnerschaftliche Beziehungen. Sowohl Schipper als auch Ade haben Theaterschauspieler improvisieren lassen. Schipper nahm Anleihen bei Goethe und produzierte trotzdem einen sehr eigenst&#228;ndigen Film, der vor allem durch schauspielerische Leistung gl&#228;nzt, und Ade f&#252;hrt einen Tiefendiskurs &#252;ber die Schwierigkeit einer harmonischen Beziehung. <span id="more-1751"></span></p>
<p>Frei nach den »Wahlverwandtschaften« von &#8220;olle&#8221; Goethe, einem Autor, der mich &#252;berhaupt nicht ins Kino lockt, verfilmte Schipper einen Film &#252;ber das Paar Thomas und Hanna, das sich in Brandenburg ein Landhaus kauft und so lange gl&#252;cklich ist, bis ankommende Verwandte und Bekannte die Beziehung st&#246;ren.</p>
<p>Sebastin Schipper hat mit Goethe auch nicht viel am Hut, obwohl er ein bisschen damit kocketiert, wie fasziniert er von dem Buch gewesen sei, ohne aber sagen zu k&#246;nnen, warum. Er gibt sogar zu, sich wie ein »Dieb« bedient zu haben &#8211; das ist das beste, was er &#252;berhaupt machen konnte. Nichts ist unertr&#228;glicher, als die arschlangweiligen Literaturverfilmungen, die immer an der Vorlage kleben bleiben und nichts Eigenes entwickeln &#8211; man kennt sie ja zur Gen&#252;ge.</p>
<p>Schipper klaut sich also die Idee Goethes und improvisiert mit einer Handvoll Theaterschauspielern, also solchen, die wirklich spielen k&#246;nnen. Herausgekommen ist ein Schauspielerfilm, der einfach sch&#246;n anzusehen ist und Spa&#223; macht: Milan Peschel als Thomas geht v&#246;llig ab und spielt den quirligen, v&#246;llig aufgedrehten, niemals erwachsengewordenen, symphatischen Allrounder. Er bestimmt die erste H&#228;lfte des Films. Doch sobald er sich zur&#252;cknimmt &#8211; er merkt, dass Hanna (Marie B&#228;umer) sich von ihm zur&#252;ckzieht &#8211; verliert der Film. Es gibt nochmal einen H&#246;hepunkt, als der Vater von Hanna (Gert Voss, derzeit beim Wiener Burgtheater verpflichtet) die B&#252;hne betritt: Dieser Typ hat einen F&#252;nf-Minuten-Auftritt und schafft es in dieser Zeit, alle an die Wand zu spielen &#8211; keine Wunder, man gucke sich seine B&#252;hnenerfahrung und sein Repertoire (Peymann, Tabori, Zadek, Langhoff) einfach mal auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gert_Voss">Wiki</a> an.</p>
<p>Switch back to &#8220;olle&#8221; Goethe: Soweit ich mich erinnere, ging es in »Wahlverwandtschaften« um die Analogie zwischen menschlichen Beziehungen und chemischen Elementen: Ein Element hat zum anderen Element eine Affinit&#228;t, es verbindet sich oder aber es st&#246;&#223;t das andere ab. Das h&#228;ngt von der Anzahl der Elektronen ab. (Hie&#223;en die Teile auf der &#228;u&#223;eren Schale so?) Dieser Vergleich ist ganz nett, aber irgendwie banal komisch.</p>
<p>Schipper »klaut« sich diese Grundidee und l&#246;st sie szenisch sehr gut auf: Zum Beispiel, wenn der Bruder von Thomas (André M. Hennicke), beruflich pleite, von seiner Frau und den Kindern verlassen, bei einem n&#228;chtlichen Mahl Hanna zufl&#252;stert, wie Schei&#223;e es ihm eigentlich geht, so stimmt die Chemie zwischen den beiden, denn Hanna geht es &#228;hnlich. Doch dann platzen die andern hinein und zerst&#246;ren diese negative Affinit&#228;t.</p>
<p>Es finden sich eine Menge sehr gut entwickelter Szenen, aber wie bei jedem interessanten Film, gibt es auch etwas zu meckern: Die Figuren sind sehr unausgewogen. Die Frauen-Figuren habe ich nicht so richtig verstanden und finde es schade, dass sie nicht zu Ende entwickelt wurden. Anna Br&#252;ggemann (Augustine) und auch Marie B&#228;umer (Hanna) gehen unter im Spiel der M&#228;nner: Ihre Motive, ihre schauspielerischen Qualit&#228;ten kommen nicht so zur Geltung.</p>
<p><strong>Trotzdem: Ein sehr interessanter, unterhaltsamer, sch&#246;ner und sehenswerter Film, der einfach unheimlichen Spa&#223; macht. </strong></p>
<p>In ALLE ANDEREN von Maren Ade gibt es gewisse Parallelen &#8211; und trotzdem ist dieser Film einfach anders. Wie auch in MITTE ENDE AUGUST sehen wir mit Birgit Minichmayr (Gitti) und Lars Erdinger (Chris) B&#252;hnenschauspieler. Dieser Film ist vor allem ein Kammerspiel, ein Beziehungsdrama, das um 22.30 Uhr in der Urania, dem &#252;berm&#252;deten Berlinale-Besucher sehr viel abverlangt &#8211; und &#8211; was mich angeht &#8211; ihn trotzdem bei der Stange halten kann. ALLE ANDEREN ist eine interessante und ausgeflippte Beziehungsstudie.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1800" title="ade" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/ade.jpg" alt="ade" width="300" height="200" /></p>
<p><strong>Ein Tiefendiskurs &#252;ber die M&#246;glichkeit und die Unm&#246;glichkeit einer Beziehung. In Maren Ades Beziehungsdrama ALLE ANDEREN treiben Chris und Gitti ein seltsames Spiel miteinander. (Wettbewerb).</strong></p>
<p>Kurz der Inhalt: Gitti und Chris machen Urlaub auf dem italienischen (oder war es griechischem) Grundst&#252;ck von Chris´Eltern und haben vor allem eins: Viel Zeit, sich anzu&#246;den, viel Zeit, alles durchzukauen. Und diese Spielerei miteinander, findet dann 119 Minuten lang extrem dialoglastig statt. Daf&#252;r hat nicht jeder Zuschauer oder jeder Kritiker die Nerven. Man muss sich schon ein bisschen auf den Exkurs von Ade einlassen k&#246;nnen.</p>
<p>Wie auch in MITTE ENDE AUGUST wird die Beziehung zwischen Gitti und Chris gest&#246;rt, jedoch nicht so brachial, sondern mit leiseren T&#246;nen. Da gibt es den Freund der Eltern, Hans. Er hat ein Nachbargundst&#252;ck. Gitti und Chris haben eigentlich gar keinen Bock auf eine Begegnung mit ihm und verstecken sich. Es gibt eine extrem lustige Szene, als die beiden den Nachbarn im Supermarkt ersp&#228;hen und vor ihm fl&#252;chten wollen, doch dann hat er sie entdeckt und schon sind sie auf ein Essen festgenagelt.</p>
<p>Das abendliche Essen, im Film nimmt es nur wenige Minuten ein, ver&#228;ndert die Beziehung zwischen Gitti und Chris sofort. Nicht, dass wir wieder bei Goethe und seinen Elementen angelangt w&#228;ren &#8211; ALLE ANDEREN &#8211; ist weniger banal als Goethe: Sana, die Frau von Hans (Nicole Marischka, tolle Schauspielerleistung) erwartet ein Baby. Sie erz&#228;hlt, dass sie letzte Nacht einen Alptraum hatte: Ihr Kind war eine Giraffe, mit der, wer will es ihr ver&#252;beln, sie nicht so richtig klar kam. Doch dann kommt der starke Mann an ihrer Seite, Hans, und hilft ihr mit dem schwierigen »Baby«. Schnell wird klar, dass Hans der Retter in ihrem Alptraum ist und Sana das untergeordnete Rehlein. Gitti und Chris bekommen eine Beziehung in v&#246;lliger Harmonie vorgef&#252;hrt. Ade zeigt das in wenigen Minuten. Geniale Szene.</p>
<p>Doch wo liegt das Problem zwischen Gitti und Chris? Nach Goethes Theorie w&#228;ren die beiden zwei absto&#223;ende Elemente: Gitti, eine ausgeflippte Frau, die von Chris mehr Risiko fordert &#8211; im Beruf, im Urlaub &#8211; hat sich dummerweise in einen Langweiler verliebt, der berufliche Sicherheit will und abends im Urlaub keinen Bock mehr auf Disko-Rumzieherei hat. Das w&#228;re zu einfach.</p>
<p>Ursula Werner, (»Wolke Neun«) Gastkritikerin bei Radio Eins, interpretierte Ades Drama politisch-soziologisch: »Ich betrachte das als eine heutige Schwierigkeit, sorgenlos leben zu k&#246;nnen. Die jungen M&#228;nner haben Schwierigkeiten, sich im Leben zurechtzufinden, was die Arbeit angeht. Sie haben keine feste Basis mehr, Liebe, verbunden mit Familie, Kinder, aufzubauen&#8230;« (Radio-Eins-Live-Mitschnitt: Interview Knut Elstermann mit Ursula Werner in der Maxx-Bar)</p>
<p>Geht es wirklich um soziale Sicherheit, die die Beziehung so disharmisch ablaufen l&#228;sst?<br />
ALLE ANDEREN ist kein Sozialdrama. Dass Chris als Architekt um Auftr&#228;ge ringt, ist ein Nebenthema, das Ade zwar streift, doch darum geht es nicht substantiell. Es geht um die partnerschaftliche Beziehung an sich. Daran reiben sich beide und das macht den Film unheimlich interessant: Keiner von beiden ist bereit, eine Rolle einzunehmen. Sie wollen sich nicht festlegen, sie wollen nicht so sein, wie sie vom anderen wahrgenommen werden (und sie wissen auch gar nicht, wie der andere sie wahrnimmt); Dadurch haben sie auch eine gest&#246;rte Selbstwahrnehmung.</p>
<p>Ades Film ist schon fast ein philosophischer Diskurs &#252;ber die gl&#252;ckliche oder ungl&#252;ckliche Beziehung. Die Regisseurin verhandelt auch das Thema Selbstaufgabe: Hat sich Sana aufgegeben, um in einer gl&#252;cklichen Beziehung mit Hans leben zu k&#246;nnen? Was ist, wenn man nicht dazu bereit ist, sich selbst aufzugeben? Gitti ist es nicht.</p>
<p>ALLE ANDEREN ist f&#252;r mich bisher einer der interessantesten Filme der Berlinale &#8211; er verlangt Konzentration und Ausdauer.</p>
<p><strong>MITTE ENDE AUGUST<br />
13.02., 22.15, Cubix 9 </strong></p>
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		<title>Berlinale 2009 &#8211; eine Vorschau</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 21:47:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2009]]></category>
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		<description><![CDATA[Endlich ist es wieder soweit &#8211; die aufregendste Filmzeit des Jahres beginnt. Was wird es an Neuerungen geben, welche Filme sind es diesmal, die einem im Ged&#228;chtnis bleiben werden? Welche floppen? Gibt es wieder einen Aufregerfilm? Und die wichtigste Frage von allen: Hat die Berlinale-Tasche endlich mal wieder eine ausgeflippte Farbe? 2009 soll der Friedrichstadtpalast [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich ist es wieder soweit &#8211; die aufregendste Filmzeit des Jahres beginnt. Was wird es an Neuerungen geben, welche Filme sind es diesmal, die einem im Ged&#228;chtnis bleiben werden? Welche floppen? Gibt es wieder einen Aufregerfilm? Und die wichtigste Frage von allen: Hat die Berlinale-Tasche endlich mal wieder eine ausgeflippte Farbe?</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1145" title="berlinaleteddy" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/01/berlinaleteddy.jpg" alt="berlinaleteddy" width="200" height="134" /></p>
<p>2009 soll der Friedrichstadtpalast erstmalig als zus&#228;tzliches Berlinale-Kino er&#246;ffnen. Mit rund 1800 Pl&#228;tzen hat er die gleichen Kapazit&#228;ten wie der Berlinale Palast. T&#228;glich sollen dort vier bis sechs Filme aus den Sektionen Wettbewerb und Berlinale Special gezeigt werden.</p>
<p><strong>DER WETTBEWERB </strong></p>
<p>Mit dem Actionschinken THE INTERNATIONAL (Au&#223;er Konkurrenz) von Tom Tykwer hat die Berlinale wieder ihren mittelm&#228;&#223;igen (vielleicht auch sehr schlechten?) Er&#246;ffnungsfilm. Die <a href="http://www.sonypictures.de/landing/the-international/inhalt.html" target="_blank">Story</a> erhebt den Anspruch eines Politthrillers, wobei Sony Pictures und Tykwer mit der Bankenkrise ganz sch&#246;nes Schwein hatten, denn THE INTERNATIONAL wurde schon vor einem Jahr abgedreht. <span id="more-1040"></span></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1076" title="the-international2" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/01/the-international2.jpg" alt="the-international2" width="250" height="169" /></p>
<h4>Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss. (Foto: Berlinale, THE INTERNATIONAL)</h4>
<p>Die Story liest sich ziemlich wurstig: Clive Owen und Naomi Watts k&#228;mpfen gegen eine b&#246;se Bank und werden &#252;ber den Erdball gejagt. Dabei gehen Scheiben zu Bruch und es explodiert auch viel.</p>
<p>Vom b&#252;rgerlich-intellektuellen Wettbewerbspublikum wird die Schlink-Verfilmung THE READER (Au&#223;er Konkurrenz) von Stephen Daldry (Billy Elliot, 2000) schon mit Hochspannung erwartet. Ein 15j&#228;hriger wird im Deutschland der 50er Jahre von einer Stra&#223;enbahnschaffnerin (Kate Winslet) verf&#252;hrt und begegnet ihr Jahre sp&#228;ter als Jurastudent im Auschwitz-Prozess wieder. Sie sitzt auf der Anklagebank. Inwieweit es dem Briten Daldry gelingt, die ausufernden essayistischen Einsch&#252;be Schlinks um Schuld und Verbrechen im Nationalsozialismus audiovisuell zu adaptieren, d&#252;rfte dabei f&#252;r das entsprechende Publikum von Interesse sein. Der 18j&#228;hrige David Kross (Knallhart, Krabat) spielt den 15j&#228;hrigen Thomas Berg. Hoffentlich blamiert er sich nicht neben Kate, die &#252;brigens der <a href="http://www.zitty.de/kultur-kino/33760/">zitty</a> ein Interview gegeben hat.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1085" title="the-reader" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/01/the-reader.jpg" alt="the-reader" width="250" height="156" /></p>
<h4>Musste erst 18 werden, bevor er die Bettszenen mit Kate Winslet drehen durfte: David Kross als Michael Berg.(Foto: Berlinale, THE READER)</h4>
<p>Was PINK PANTHER 2 (wie THE INTERNATIONAL ebenfalls von Sony) auf der Berlinale zu suchen hat, ist mir ehrlich gesagt &#228;u&#223;erst schleierhaft, zumal ja schon der erste Teil unter aller Sau gewesen sein soll.</p>
<p>Wer den ungew&#246;hnlichen Film »Der Wald vor lauter B&#228;umen« (2003) mochte, sollte sich auch den zweiten Film von Maren Ade ALLE ANDEREN ansehen: Als sie im Urlaub einem anderen Paar begegnen, ger&#228;t die Beziehung von Gitti und Chris pl&#246;tzlich ins Wanken. Feinf&#252;hligkeit f&#252;r prek&#228;re Alltagssituationen hat Ade schon in ihrem Deb&#252;t bewiesen. Dort musste man die peinlichen wie auch bemitleidenswerten Fehlversuche einer jungen Lehrerin (Eva L&#246;bau) , Freunde zu gewinnen, mitverfolgen.</p>
<p>Mit 13 Kurzfilmen haben sich »deutsche Starregisseure« (DER SPIEGEL) wie Akin, Tykwer, Becker, Levy, Hochh&#228;usler, Krebitz, Weingartner zu dem Projekt DEUTSCHLAND 09 (Au&#223;er Konkurrenz) zusammengeschlossen. Als Vorbild diente ihnen kein geringerer Film als »Deutschland im Herbst« (1977/78)- einem Omnibusfilm u. a. von Fassbinder, Kluge und Schl&#246;ndorff &#252;ber den deutschen Herbst, in dem die Regisseure ihre pers&#246;nliche Betroffenheit &#252;ber die Ereignisse rund um die Schleyer-Ermordung und Landshut-Entf&#252;hrung zum Ausdruck bringen.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1091" title="deutschland-09" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/01/deutschland-09.jpg" alt="deutschland-09" width="250" height="137" /></p>
<h4>Wie steht es um die Lage der Nation? 13 deutsche Regisseure glauben es zu wissen. (Foto: Berlinale, DEUTSCHLAND 09)</h4>
<p>Allein dieser extrem hochgestochene Vergleich und diese Parallele zu einer v&#246;llig anderen politischen Stimmung (damals gab es noch eine) lassen einen &#228;u&#223;erst skeptisch werden. Dazu Tykwer: Der Film sei ein »politisch-poetischer Reflex« auf die »aktuelle Lage der Nation« (Quelle: DER SPIEGEL). Da kann man aber gespannt sein, ob einer, der solche schwergewichtigen Sachen wie »Lola rennt« und »Das Parf&#252;m« gedreht hat, wei&#223;, was »d-i-e« (?) Nation so f&#252;hlt.</p>
<p>Ganz anders Hans-Christian Schmid. Dieser hat sich u. a. mit »Lichter« (2003), »Am Ende kommen Touristen« (2007) sowie <a href="http://www.dasblogzumhof.de/festivals/allgemein/requiem-wettbewerb.php" target="_blank">»Requiem«</a> (2006) schon &#246;fter mal f&#252;r gesellschaftliche Stimmungen interessiert. Und unter Beweis gestellt, dass er diese gut in dramatische Stoffe transformieren kann, ohne dabei spinnig zu werden. Seine Filme blieben nahe an der Realit&#228;t, ohne dabei an Spannung und &#8211; ja, Unterhaltungswert &#8211; einzub&#252;&#223;en. Auf der Berlinale ist er mit zwei Filmen vertreten. Einmal mit STORM im Wettbewerb und mit DIE WUNDERBARE WELT DER WASCHKRAFT im Forum. In STORM, einem Polit-Drama, geht es um die Anklage eines mutma&#223;lichen serbischen Kriegsverbrechers vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Dass Schmid kein schmieriges Schwarz-Wei&#223;drama zeichnet, d&#252;rfte gewiss sein.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1111" title="happy-tears" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/01/happy-tears.jpg" alt="happy-tears" width="200" height="194" /></p>
<h4>Popart: Ob der Sohn von Roy Lichtenstein mit HAPPY TEARS genauso ber&#252;hmt wird wie sein Vater mit dem gleichnamigen Bild?</h4>
<p>Mitchell Lichtenstein, dessen Deb&#252;t <a href="http://www.dasblogzumhof.de/festivals/allgemein/teeth-panorama-horrortrashkomoedie-ueber-beissende-vagina.php" target="_blank">»Teeth«</a>im Panorma 2007 lief (ganz witzig-unterhaltsam, aber nicht umwerfend) hat mit HAPPY TEARS eine Familientragikkom&#246;die gedreht. Zwei Schwestern kehren in ihr Elternhaus zur&#252;ck, um ihren kranken Vater zu pflegen.</p>
<p>Der hierzulande kaum bekannte franz&#246;sische Regisseur Bertrand Tavernier hat eine Story der Krimiserie um den S&#252;dstaaten-Polizisten Dave Robicheaux von James Lee Burke verfilmt &#8211; IN THE ELECTRIC MIST (deutscher Buchtitel: Im Schatten der Mangroven). Tommy Lee Jones spielt den Detektive, der nach einem Sexualverbrecher sucht, dabei aber auf die unr&#252;hmliche Vergangenheit von Rassenhass und Diskriminierung st&#246;&#223;t. Der Trailer macht einen pasablen Eindruck, und Tommy Lee Jones in der Hauptrolle &#8211; das k&#246;nnte was sein.</p>
<p><object width="480" height="295"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/oDyVn7RT-yA&#038;hl=en&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/oDyVn7RT-yA&#038;hl=en&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="295"></embed></object></p>
<p>Ich muss zugeben, dass ich »Missing« (Goldene Palme 1982) von Costa-Gavras noch nie gesehen habe. Der griechisch-franz&#246;sische Regisseur ist bekannt f&#252;r seine politischen Stoffe. Diesmal hat er mit EDEN IS WEST ein Drama &#252;ber illegale Immigranten in der EU gedreht. Im Netz ist dar&#252;ber gar nichts zu finden, au&#223;er dem Trailer, &#252;ber den man aber einen ganz guten Eindruck gewinnen kann. Gavras verbindet offenbar Roadmovie-Motive, indem er den Protagonisten quer durch Europa reisen l&#228;sst, mit politischen Inhalten und erinnert damit an Winterbottoms legend&#228;ren »In this World« (Goldener B&#228;r 2003). Nur, dass er statt realistisch-dokumentarischen Mitteln dramatische benutzt. Man urteile selbst!</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/n2P8HKwe3U0&#038;hl=en&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/n2P8HKwe3U0&#038;hl=en&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Neben THE READER und THE ELECTRIC MIST gibt es weitere Literaturverfilmungen. Stephen Fears (The Queen, 2006) adaptiert mit CHERI den ber&#252;hmtesten Roman einer gewissen Colette (1873-1954), die f&#252;r ihre autobiographisch gef&#228;rbten Romane und Erz&#228;hlungen bekannt wurde. In CHERI verliebt sich eine &#228;ltere Frau (Michelle Pfeiffer) in einen j&#252;ngeren Mann, den sie offenbar »Cheri« nennt. Dieser wird gespielt von Rubert Friend, der demn&#228;chst in der Pelivin-Verfilmung »Buddhas Little Finger« als Pyotr zu sehen sein wird. Anlass f&#252;r den Roman soll Colettes Verh&#228;ltnis zu ihrem Stiefsohn gewesen sein. Andrzej Wajda verfilmt einen Roman von Jaroslaw Iwaszkievicz, in dem eine sterbende 50j&#228;hrige zur&#252;ck auf ihr Leben blickt und &#252;ber verpasste Gelegenheiten nachsinnt. Krystyna Janda (Mephisto) spielt die Hauptrolle in TATARAK (Der Kalmus).</p>
<p>Oven Movermans ist bisher haupts&#228;chlich als Drehbuchautor (I´m not there, 2007) in Erscheinung getreten. In THE MESSENGER geht es zwar um R&#252;ckkehrer aus dem Irak &#8211; mit Ben Foster in der Hauptrolle &#8211; aber SUNDANCE, wo der Film schon gelaufen ist, betont ausdr&#252;cklich, dass es sich um einen unpolitischen Film handelt. NOTORIOUS ist ein Biobic des Rappers Notorious B.I.G., der in den 90ern gro&#223; raus kam, und im Zuge der Ost-Westk&#252;stenrivalit&#228;ten zwischen Rappern erschossen wurde.</p>
<p>Ausgesprochen mystisch wirkt der Trailer von KATALIN VARGA, dem Deb&#252;tfilm von Peter Strickland. Es handelt sich hierbei um eine Rachestory, die in den rum&#228;nischen Karpaten spielt.</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/u4SwcDIZ59k&#038;hl=en&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/u4SwcDIZ59k&#038;hl=en&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Bisherige regul&#228;re Starttermine der Wettbewerbsfilme:</p>
<p>THE INTERNATIONAL: 12.2.2009<br />
THE READER (DER VORLESER): 26.2.2009<br />
DER ROSAROTE PANTHER 2: 12.3.2009<br />
NOTORIOUS B.I.G.: 26.3.2009<br />
RICKY: 14.5.2009<br />
STURM: 10.9.2009</p>
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