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	<title>Blog zum Hof &#187; Mode</title>
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		<title>Ein Traum in Erdbeerfolie / Comrade Couture</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 21:31:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kathi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2009]]></category>
		<category><![CDATA[FESTIVALS]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Marco Wilms]]></category>
		<category><![CDATA[Mode]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Marco Wilms Deutschland 2009 84 Min. Wenn demn&#228;chst das Label Comrade Couture auf den Stra&#223;en Berlins zur Schau getragen wird, ist das kein neuer Ostalgie-Backflash. Comrade Couture steht f&#252;r diejenigen, die der DDR in den Achtziger Jahren entwachsen sind &#8211; nicht unbedingt in politischer Absicht, sondern in individualistischer, hedonistischer Weise. Was wiederum politisch war. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Regie: Marco Wilms<br />
Deutschland 2009<br />
84 Min.</p>
<p><img class="size-full wp-image-1603 alignleft" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/comrade-couture.png" alt="Ein Traum in Erdbeerfolie" width="320" height="189" /></p>
<p>Wenn demn&#228;chst das Label Comrade Couture auf den Stra&#223;en Berlins zur Schau getragen wird, ist das kein neuer Ostalgie-Backflash. Comrade Couture steht f&#252;r diejenigen, die der DDR in den Achtziger Jahren entwachsen sind &#8211; nicht unbedingt in politischer Absicht, sondern in individualistischer, hedonistischer Weise. Was wiederum politisch war. Marco Wilms hat einen witzigen, emotionalen und vor allem tiefgr&#252;ndigen Film &#252;ber die alternative Mode-Szene in der DDR &#8211; und nicht nur die &#8211; geschaffen.<span id="more-1579"></span></p>
<p>Regisseur Marco Wilms beginnt mit seiner Vergangenheit als Dressman in der DDR (heute nennt sich das Berufsbild Model). Schnell fand er neben seiner offiziellen Besch&#228;ftigung beim Fernsehen der DDR in die alternative Szene von Modemachern, Stylisten und Performancek&#252;nstlern &#8211; auch hier passen diese Berufsbezeichnungen nicht recht, war es doch eher Lebenstil, denn Arbeit, wenn alternative (und illegale!) Modeschauen vorbereitet und gefeiert wurden. Der Film wird strukturiert durch das Ansinnen Wilms&#8217;, eben eine solche Modenschau mit avantgardistischen Modellen aus Duschvorh&#228;ngen und Erdbeer-Abdeckfolie zu wiederholen. Darin eingebettet sind Gespr&#228;che, R&#252;ckblicke, Reflektionen. Wir erfahren von ungez&#252;gelter Lebensfreude genauso wie von allt&#228;glicher Repression und vor allem vom Wert der Freiheit. Freiheit, das zu tun, was man m&#246;chte, trotz Stasi und Volkspolizei.</p>
<p>In einer Szene wundern sich zwei K&#252;nstler, wovon sie damals eigentlich lebten, da sie die Tage doch haupts&#228;chlich in Kneipen verbracht haben. Mag die DDR auch Selbstverwirklichung und Hedonismus &#228;u&#223;erst kritisch gegen&#252;ber gestanden haben, so hat sie nicht nur soziale und kulturelle Nischen herausgefordert, sondern durch ihre Sozialpolitik auch erm&#246;glicht.</p>
<p>Schlie&#223;lich sehen wir am Vorabend des Mauerfalls die Inszenierung des Theaterst&#252;cks »Allerleirauh« in der  Gethsemanekirche; sp&#228;testens hier erschlie&#223;t sich die Bedeutung von solchen Nischen und den Menschen, die den Mut aufbringen, anders zu leben, selbst wenn es mit pers&#246;nlichen Opfern verbunden ist. Es wird klar, dass in der heutigen Gesellschaft eine solche Subkultur, die nicht vom Markt eingeholt und verwertet wird, kaum denkbar ist und Kunst nie solche politische Bedeutung erlangt.</p>
<p>Und endlich, abseits aller historischen-philosophischen Abschweifungen: ein wunderbarer, unpr&#228;tenti&#246;ser, selbstironischer Blick auf eine bessere Seite der DDR-Gesellschaft!</p>
<p><strong>International, 10.02., 17.00</strong><br />
<strong>Colosseum 1, 11.02., 15:30</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Sag mir, wo die Sch&#246;nen sind (Panorama) &#8211; Miss Sozialismus im Westen</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Feb 2008 23:45:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2008]]></category>
		<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Gäbler]]></category>
		<category><![CDATA[Gunther Scholz]]></category>
		<category><![CDATA[Miss Leipzig 1989]]></category>
		<category><![CDATA[Mode]]></category>
		<category><![CDATA[Wendefilm]]></category>

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		<description><![CDATA[Regie: Gunther Scholz Deutschland 2008 90 Min. Ohne Worte 1989 suchte die Leipziger Volkszeitung die »Miss Leipzig 1989«. Gerhard G&#228;bler fotografierte die Bewerberinnen an ihrem Arbeitsplatz oder zu Hause und nahm zuf&#228;llig ein Tonbandger&#228;t mit. Gunter Scholz zeigt, was heute aus den jetzt Anfang 40j&#228;hrigen geworden ist und konfrontiert sie mit ihrem fr&#252;heren Ich. Eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie: </strong> Gunther Scholz<br />
Deutschland 2008<br />
90 Min.</p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/sag-mir.jpg" title="sag-mir.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/sag-mir.jpg" alt="sag-mir.jpg" /></a></p>
<h4>Ohne Worte</h4>
<p>1989 suchte die Leipziger Volkszeitung die »Miss Leipzig 1989«. Gerhard G&#228;bler fotografierte die Bewerberinnen an ihrem Arbeitsplatz oder zu Hause und nahm zuf&#228;llig ein Tonbandger&#228;t mit. Gunter Scholz zeigt, was heute aus den jetzt Anfang 40j&#228;hrigen geworden ist und konfrontiert sie mit ihrem fr&#252;heren Ich. Eine Feel-Good-Documentury, die noch ein kleines bisschen DDR-Alltag festh&#228;lt, aber vielmehr beleuchtet, wie die DDR-Frauen im Heute angekommen sind.</p>
<p>16.2., 15.30 Uhr, Colosseum</p>
<p><span id="more-264"></span></p>
<p>Sie habe alle eine Gemeinsamkeit, die neun Frauen, die Scholz vor die Kamera geholt hat: Sie haben sich zu DDR-Zeiten f&#252;r einen Sch&#246;nheitswettbewerb in Leipzig beworben. Ein Sch&#246;nheitswettbewerb im Sozialismus. Gleich zu Beginn des Films findet der Regisseur eine passende Metapher daf&#252;r, die ihm eine der Frauen im Interview liefert: So wie die H&#228;userfassaden in der Messestadt Leipzig auf Anweisung der Regierung gut aussehen mussten, so sollte auch die sozialistische Frau gut aussehen. Aber hinter den Fassaden verfiel alles. Wie sah es damals aus, in den K&#246;pfen der Bewerberinnen?</p>
<p>Die Erste, die Gunther Scholz mit den Tonbandaufnahmen konfrontiert, f&#228;llt fast um vor Lachen. Sie erkennt sich einfach nicht wieder. Gro&#223; rauskommen wollte sie. Obwohl sie eigentlich schon damals nichts Sch&#246;neres kannte als Stra&#223;enbahn fahren. Beruflich versteht sich. Aber man hat es eben mal probiert. Heute tr&#228;gt sie Briefe aus, denn in Westdeutschland, wo sie jetzt lebt, gibt es keine Stra&#223;enbahn.<br />
Eine ehemalige Pionierleiterin betrachtet das Foto, das G&#228;bler von ihr am Arbeitsplatz geschossen hatte. In FDJ-Bluse im Pionierleiterzimmer. Sie hatte damals kein gutes Gef&#252;hl mit dieser Berufswahl, hatte sich in irgendetwas verrannt. Das Foto trifft es. Unsicherer, ungl&#252;cklicher Gesichtsausdruck. Die Fotos von G&#228;bler sind »subversiv«. Zeigen, wie es damals ausgesehen haben mag, in den K&#246;pfen der Bewerberinnen. Auch wenn die sich heute nicht mehr so recht erinnern. Aber wirkliche Ausbruchsversuche waren das nicht. Was gab es schon bei einer &#8220;Miss Leipzig&#8221;-Wahl zu gewinnen? Ein Foto in der Leipziger Volkszeitung vielleicht?</p>
<p>Diese zaghafte Rebellion ist bei einigen auch geblieben. Ines ist die einzige, die heute noch auftritt. Der Regisseur spart sich diese B&#252;hne bis zum Schluss auf: Das Duo »Hacki und Ines« singt zum Akkordeon sonntags auf der Wiese Volkslieder, begleitet von dickb&#228;uchigen und rotgesichtigen M&#228;nnern, die sich gelbe Bierzeltpl&#246;rre hineinsch&#252;tten. Ines lebt dort, wo sie auch schon damals, 1989, gewohnt hat. In einer kleinen Neubauwohnung, die Tapeten inzwischen vergilbt, die Wohnung eng. Zwischen den Kuscheltieren auf der Couch ein Leipziger Messem&#228;nnlein. Warum solle sie hier ausziehen, wenn sie nicht muss?</p>
<p>Der Kontrast zu Ines ist die harte Karriere-Frau: Eine, die die PR-Agentur »MitteMedia« gegr&#252;ndet hat, mit Schwerpunkt Agenda Setting. Mittlerweile hat sie eine Filiale in Dubai, die gut l&#228;uft.</p>
<p>Doch zwischen den Extremen Ines und der MitteMedia-Frau gibt es auch noch die anderen: Eine Hebamme, bei der die Taschen klimpern, seitdem es alternative Geb&#228;rmethoden gibt. Eine, die als ehemalige Salzstangenfabrikarbeiterin in einem kleinen Hotel als Reinigungskraft arbeitet. Es ist auch eine dabei, deren Beruf wir nicht erfahren, weil ihre Definition von Gl&#252;ck eben Familie hei&#223;t. Besser hie&#223;. Gerade w&#228;hrend der Dreharbeiten st&#252;rzte das sch&#246;ne Geb&#228;ude Familie zusammen &#8211; denn das Paar lebt in Scheidung und die Frau, umgeben von Kindern, ist kaum f&#228;hig vor der Kamera zu sprechen. Eine andere wiederum hat ihr Gl&#252;ck an dem Tag gefunden, als sie eine kosmische Erscheinung hatte. Eine ist arbeitslos.</p>
<p>Der Dokumentarfilm lotet Begriffe wie Freiheit, Gl&#252;ck und Erf&#252;llung aus, Dinge, die sich die Bewerberinnen mit dem Titel f&#252;r »Miss Leipzig 1989« wohl damals alle ein bisschen erhofft hatten. Kurz darauf kam der »goldene Westen«, der f&#252;r viele der Inbegriff von Freiheit und Gl&#252;ck war. Dem Regisseur gelingt es, die Komplexit&#228;t und Zwiesp&#228;ltigkeit des so genannten freien Westens herauszuarbeiten: Jede der Frauen kann nun ihren eigenen Begriff von Freiheit definieren und ausleben. Die Vielfalt ist enorm &#8211; in der DDR unm&#246;glich. Es gibt Gl&#252;ckliche und Ungl&#252;ckliche, Sieger und Verlierer. Wer sind die systembedingten Verlierer? Frauen mit Kindern, insbesondere alleinstehende Frauen mit Kindern. Schuldner, die einen Kredit f&#252;r ein Baugrundst&#252;ck aufnehmen mussten, gering Qualifizierte, Arbeitslose.</p>
<p>Die heute 40-J&#228;hrigen haben die eine Art von Freiheit erlebt, die soziale, jetzt erleben sie eine andere, die der Vielfalt. Das ist nicht neu. Doch Scholz beschreibt damit noch einmal plastisch, wie es damals war &#8211; in der DE DE ER &#8211; und stellt einen Bezug zum Jetzt her. Viele zeitgen&#246;ssische Dokus mit DDR-Hintergrund wird es nicht mehr geben. In ein paar Jahrzehnten muss man wohl schon in den Archiven rumkramen.</p>
<p>Die ehemaligen Sch&#246;nheitsk&#246;niginnen unterscheiden sich kaum noch von den Westfrauen, auch wenn einer der verheirateten M&#228;nner der Meinung ist, Ostfrauen seien weniger anspruchsvoll. Der Depp hat noch nicht begriffen, dass Miss Sozialismus l&#228;ngst im Westen angekommen ist: Guten Morgen, du Sch&#246;ne!</p>
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