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	<title>Blog zum Hof &#187; Rezension</title>
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		<title>Pers&#246;nliche Buchkritik. Georg See&#223;lens: Quentin Tarantino gegen die Nazis und mein Tarantino, Teil 1</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 01:59:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[FILM GIBTS AUCH IM ALLTAG]]></category>
		<category><![CDATA[Bastard]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Genre Kino]]></category>
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		<description><![CDATA[See&#223;len, der sich gern als einen postmodernen Kritiker des postmodernen Kinos sieht, kann es mal wieder nicht lassen und gibt seinen Senf zum neuesten Trash von Tarantino dazu. Ich lese ganz gerne mal Texte von See&#223;len und hatte eigentlich gar keinen Bock mehr auf diesen Tarantino-Hype. Jetzt kommt dieser INGLOURIOUS BASTERDS heraus – da kommt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/08/517YEvK472L._SS500_1.jpg" alt="517YEvK472L._SS500_" title="517YEvK472L._SS500_" width="150" height="229" class="alignleft size-full wp-image-2618" /></p>
<p>See&#223;len, der sich gern als einen postmodernen Kritiker des postmodernen Kinos sieht, kann es mal wieder nicht lassen und gibt seinen Senf zum neuesten Trash von Tarantino dazu. Ich lese ganz gerne mal Texte von See&#223;len und hatte eigentlich gar keinen Bock mehr auf diesen Tarantino-Hype. Jetzt kommt dieser INGLOURIOUS BASTERDS heraus – da kommt man wohl nicht wirklich drum rum. Also probiere ist es noch mal. Eine Buchkritik, <strong>Teil 1.<br />
</strong></p>
<p><strong>Das erste Kapitel: </strong></p>
<p>Der Untertitel »Alles &#252;ber Inglourious Basterds« ist irgendwie ebenfalls trashig und verweist schon mal darauf, was das 176-seitige B&#228;ndchen nicht sein will: Es ist keine wissenschaftliche Abhandlung &#252;ber Tarantino. Und so beginnt das erste Kapitel auch recht essayistisch und etwas sperrig. See&#223;len pr&#228;gt f&#252;r die Tarantino-Filme den Begriff des »Bastard-Kinos«, welcher vor allem Tarantinos Verh&#228;ltnis zu seinen Kinovorbildern beschreibt. <span id="more-2374"></span></p>
<p>Aufgewachsen in der unteren Mittelschicht, mit zwei Jahren von einer Halbblut-Mutter allein gro&#223;gezogen, verbrachte der nach einer Figur aus »Rauchende Colts« benannte Teenager seine Kindheit mit europ&#228;ischen und asiatischen Trashfilmen. Dies sind aber laut See&#223;len nicht die filmischen Vorbilder, denen Tarantino <strong>unhinterfragten</strong> Respekt zolle, sondern diesen B-Movies (= »verschwundenen V&#228;ter«) stehe der Kultregisseur in einer Mischung aus »Missachtung und Sehnsucht« gegen&#252;ber und zitiere sie obsessiv und in ma&#223;loser &#220;bertreibung. Der Bastard (oder die Bastarde) sei aber auch der Protagonist in Tarantinos Filmen: Nach eigenen Gesetzen lebend, ohne Identit&#228;t, getrieben von Rache. Rache an den Menschen, die, das Bild d e r Familie zerst&#246;rt haben. Die Dialoge bezeichnet See&#223;len als »brillant«, die den Fluss des Plots eher hemmen, als vorantreiben. </p>
<p>See&#223;len l&#228;sst Tarantinos Filmkarriere Revue passieren, gelangt dann zur Vorgeschichte von INGLOURIOUS BASTERDS: Tarantino widmet sich nun erstmalig einem historischen Stoff: dem zweiten Weltkrieg. Dabei geht See&#223;len knapp auf verschiedene Kriegsfilme, haupts&#228;chlich die Mainstreamfilme der letzten Jahre wie THE THIN RED LINE, FLAG OF OUR FATHERS und SAVING PRIVATE RYAN ein und beschreibt deren Sichtweise.<br />
&#220;ber die komisch-grotesken Nazi-Kom&#246;dien schreibt See&#223;len treffend:<br />
» […den Widerspruch, dass Hitler, nach allem wie man ihn mit den Mitteln der Pop-Kultur abbilden kann, nur zu einer grotesk-komische Gestalt taugt […] (und), dass dieses Volk […] von grausam-kindischen Krautz in der Lage war, den >Zivilisationsbruch< Ausschwitz zu begehen […], konnten diese […-]kriegsfilme nicht aufl&#246;sen«. </p>
<p>Die Intention See&#223;lens im ersten Kapitel beruht auf alle F&#228;lle darauf, Tarantino als einen verkappten, gr&#246;&#223;tenteils noch unerkannten postmodernen Autorenfilmer zu definieren, der sich zwar auch gekonnt als quer (meinetwegen auch bastardisch) vermarktet - und wie er sich erfolgreich mit INGLOURIOUS BASTERDS vermarktet, beschreibt See&#223;len ausf&#252;hrlich (diese ganze Ger&#252;chtek&#252;che monatelang vorher, die Geschichte mit dem Drehbuch im Internet usw.) -  der es aber auch trotzdem drauf hat, etwas Neues, Kluges zu fabrizieren. Tarantino ist zwar in aller Munde; trotzdem sind die Kritiker noch gespalten: Die einen, die sich gern als »modern« oder »postmodern« sehen, versuchen ihn zu hypen, die andern reagieren eher vorsichtig. Schlie&#223;lich zitiert Tarantino haupts&#228;chlich europ&#228;isches »Schundkino«: »Sch&#246;ner Stuss das Meiste, eine Flie&#223;bandproduktion, die darauf reagiert hatte, dass der B-Film-Nachschub aus der Traumfabrik Hollywood ausblieb« (See&#223;len). Auf der anderen Seite: »So wie es in der Musik Leute gibt, die das absolute Geh&#246;r haben, so kann man jemandem wie Quentin Tarantino einen >absoluten Blick< zuschreiben. Er erkennt das Bild, die Szene, die Aura, die Geste, die Entstellung, den Schnitt, der aus einem gewaltigen Rauschen des trivialen und seriellen Produzierens von audiovisueller Massenware herausragt […]« (See&#223;len). </p>
<p>Diese Huldigung, dieser Hype, dieses »absolut« kommen mir schon etwas suspekt vor. </p>
<p>Jetzt mal Cut. Mein Tarantino: Irgendwann hab ich mir aus der Videothek PULP FICTION ausgeliehen, ohne irgendwelche Vorkenntnisse (ich war noch kein Cineast!). Die Anfangsszene fand ich so genial, dass ich den Film erstmal gar nicht weiter gesehen habe. Ich habe ´zig mal das Tape vorgespult und mir die Einstiegsszene erneut angesehen. Das ging eine Weile so. Dann habe ich meinen Freund angerufen und gesagt, das musst du sehen. Dann haben wir gemeinsam den Film zu Ende geguckt. Und dann zitierten wir wochenlang nur noch diesen Film. Er war einfach unerreichbar und ein paar andere sagten, man muss sich auch noch RESERVOIR DOGS ansehen – den Film fand ich ganz o.k. </p>
<p>Silvester habe ich diesen Hotel-Film gesehen – Tarantinos Episode (die ich inzwischen schon von anderen erz&#228;hlt bekommen hatte) war die Beste. Dann kam FROM DUSK TILL DOWN von Rodriguez. Der Anfang war ganz Tarantino und dann kam diese Vampire-Story. Mit Genrefilmen konnte ich damals noch gar nichts anfangen – ich dachte nur, was ist das f&#252;r ein Bl&#246;dsinn. Dann kam JACKIE BROWN (ich war immer noch kein Cineast, wusste nur, dass s&#228;mtliche Kritiker darauf abfuhren) und dachte mir, dass kann unm&#246;glich derselbe Typ gedreht haben, der diesen genialen PULP FICTION gedreht hatte. Ich hab JACKIE BROWN seitdem nicht wieder gesehen, weil ich ihn damals entt&#228;uschend fand. Ich wollte eine Fortsetzung von PULP FICTION sehen. </p>
<p>Dann gab es eine l&#228;ngere Pause. Ich fand eher  Filme wie TRUE ROMANCE und KILLING ZOE genial, ohne zu wissen, dass Tarantino daran beteiligt war. Wahrscheinlich habe ich damit die Vorliebe f&#252;r das Genre-Kino entwickelt. NATURAL BORN KILLERS hingegen fand ich total daneben. </p>
<p>Tarantino habe ich erst wieder wahrgenommen, als KILL BILL rauskam. Aber da war ich schon mitten in meinem Filmwissenschaftsstudium. Und nat&#252;rlich interessierten mich die Wurzeln. Tarantinos KILL BILL fand ich nicht gut. Ich fand ihn zu aufgemotzt. Edeltrash. Zu viel von allem. Das Original von Toshiya Fujita empfand ich von der Story her als wesentlich intensiver, w&#228;hrend bei Tarantino der Plot irgendwie in einem einzigen Bilderrauschen und in den Kulissen unterging. </p>
<p>Seitdem habe ich den Zugang zu Tarantino verloren und hatte schon einige Diskussionen deswegen. Es gibt eine Menge Tarantino-Anh&#228;nger. Ich bin kein Freund von Italo-Trash. Corbucci empfinde ich als scheu&#223;lich. Leone ist f&#252;r mich schon kein Trash mehr, sondern Klassiker. Klar sind die Story d&#252;nn und bei ihm ist auch alles reine &#196;sthetik - aber bei weitem nicht so aufgemotzt wie bei Tarantino. Tarantino war f&#252;r mich nie der visuelle K&#252;nstler, sondern eher einer der Dialoge.</p>
<p>Um wieder auf See&#223;len zur&#252;ckzukommen:<br />
Im <strong>zweiten Kapitel </strong> analysiert See&#223;len haarklein den Film und ohne ihn mir anzusehen, will ich dar&#252;ber nicht schreiben. Deshalb werde ich mir morgen wohl seit langem mal wieder einen Tarantino ansehen m&#252;ssen.  </p>
<p><strong>Fortsetzung folgt!</strong></p>
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