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	<title>Blog zum Hof &#187; Simulation</title>
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		<title>Stars auf Plastik &#8211; South-Park-Episode: Guitar Queer-O</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 17:45:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neu auf DVD]]></category>
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		<description><![CDATA[Die geniale SOUTH-PARK-Episode GUITAR QUEER-O parodiert das PS- und xbox-Spiel »Guitar Hero«: Die Generation Spielkonsole erlebt dort n&#228;mlich nicht nur den kometenhaften Aufstieg eines Rockstars, sondern auch gleich den Absturz mitsamt Drogen und Ausbeutung durch Musikkonzerne. Nach 24 Stunden »Heroin Hero« ist Stan ein Wrack. (Foto: www.southpark.de) Das Video-Spiel »Guitar Hero« funktioniert folgenderma&#223;en: Auf Plastikcontrollern, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-2732" title="heroinhero" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/11/heroinhero.jpg" alt="heroinhero" width="300" height="225" /></p>
<table border="0">
<tbody>
<tr>
<td>Die geniale SOUTH-PARK-Episode GUITAR QUEER-O parodiert das PS- und xbox-Spiel »Guitar Hero«: Die Generation Spielkonsole erlebt dort n&#228;mlich nicht nur den kometenhaften Aufstieg eines Rockstars, sondern auch gleich den Absturz mitsamt Drogen und Ausbeutung durch Musikkonzerne.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Nach 24 Stunden »Heroin Hero« ist Stan ein Wrack.</strong><br />
<em>(Foto: www.southpark.de)</em></p>
<p><span id="more-2728"></span></p>
<p>Das Video-Spiel »Guitar Hero« funktioniert folgenderma&#223;en: Auf Plastikcontrollern, die extra f&#252;r »Guitar Hero« einer Gitarre nachempfunden wurden, werden Songs nachgespielt. Auf dem Bildschirm erscheint dazu eine Art Leiste, die den Guitarrenhals symbolisiert. Es kommt nun darauf an, zur richtigen Zeit die richtigen Kn&#246;pfe (= B&#252;nde) und gleichzeitig die richtigen Saiten zu dr&#252;cken.<br />
Im Karrieremodus spielt man sich und seine Band durch Punktesammeln hoch.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-2739" title="Guitar-Hero" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/11/Guitar-Hero.jpg" alt="Guitar-Hero" width="300" height="169" /></p>
<p style="text-align: left;"><strong>»Neue Generation von Gitarrenvirtuosen, Drummern und furchtlosen Frontm&#228;nnern«: Werbetext von amazon Deutschland</strong><br />
<em>(Foto: amazon)</em></p>
<p>Diese Musikspielreihe ist sehr erfolgreich und wird aktuell gehypt. Abgesehen von den diversen Varianten (u. a. »On Tour«, »Legends of Rock«, »Metallica«) kann die Industrie auch eine Menge Zusatzmaterial verkaufen, wie Drums, Drumpads, Mikrofone, Kick Pedalen etc. Jeder kann jetzt ein Rockstar sein &#8211; nur eins haben die Entwickler nicht bedacht: Zu einer ordentlichen, klischeehaften Rockstarkarriere geh&#246;ren auch Drogen, Konzerne und Absturz.</p>
<h4><strong>»Wir sind drin« &#8211; der Aufstieg</strong></h4>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2729" title="quitar-hero1" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/11/quitar-hero1.jpg" alt="quitar-hero1" width="300" height="232" /></p>
<p>Stan und Kyle haben sich gemeinsam »Guitar Hero« f&#252;r ihre xbox geholt und spielen sowohl vor einem imagin&#228;ren Video- als auch vor einem realen Publikum, ihrer Klasse. Als sie die 100.000 Punkte und damit den »Rockstar-Status« knacken, ist der Jubel gro&#223;. Papa Marsh will sie wieder zur&#252;ck auf den Boden der Tatsachen holen. Doch prompt klingelt es an der T&#252;r und ein Manager einer Talentagentur nimmt sie unter Vertrag. Am Abend d&#252;rfen sie auf eine Pool-Koksparty mit Promies und stellen fest: »Wir sind drin!« Jetzt gilt es nur noch, die Eine-Million-Punkte zu erspielen.</p>
<h4><strong><br />
»Du hattest alles und hast es verbockt!« &#8211; der Abstieg</strong></h4>
<p><strong>1. Einsamkeit und Ausbeutung:</strong> Bei der n&#228;chsten »Bandprobe« lockt der Manager Kyle unter einem Vorwand nach drau&#223;en und &#252;berredet Stan, sich von seinem Freund zu trennen. »Er bremst dich aus. Du erzielst viel mehr Punkte als er.« Gegenargumente werden nicht akzeptiert: »Wei&#223;t du, was dir Loyalit&#228;t einbringt? Rein gar nichts.«<br />
<strong>2. Zweifelhafte Freunde:</strong> Stattdessen wird Stan Thad Jarvis an die Seite gestellt, ein poserndes, hochgez&#252;chtetes Genie mit einer zweifelhaften Britpop-Frisur, der aber nicht massenkompatibel ist.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-2743" title="1113" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/11/11131.jpg" alt="1113" width="200" height="150" /></p>
<p><strong>Genie Thad Jarvis als Stans neuer Freund.</strong><br />
(<em>Foto: southparkstudios.com</em>)</p>
<p><strong>3. Drogen: </strong> Stan plagen schwere Gewissensbisse. Kyle fehlt ihm und au&#223;erdem lastet ein enormer Erwartungsdruck auf ihm. Er braucht etwas zur Entspannung und geht in den EV-Games-Shop. Zur »Stressbew&#228;ltigung« wird ihm ein anderes Spiel angeboten: »Heroin Hero«. Man schie&#223;t sich simuliertes Heroin und rennt einem niedlichen Drachen hinterher, den man nur jagt, aber niemals f&#228;ngt. Stan ist begeistert, weil es dort keine Punkte und kein Publikum gibt. Zu Hause probiert er das neue Spiel aus.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2747" title="1113_catch_the_dragon" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/11/1113_catch_the_dragon.jpg" alt="1113_catch_the_dragon" width="300" height="232" /></p>
<p><strong>Verbildlichung des englischen »catch the dragon« (Heroin rauchen).</strong></p>
<p><strong>4. The Fall:</strong> Am n&#228;chsten Tag ist er extrem schlecht gelaunt und spielt keinen einzigen Ton richtig. Jarvis verl&#228;sst ihn. Als sein Manager »Heroin Hero« in seiner Tasche findet, ist er entsetzt: »Spielst du etwa Heroin-Hero?« &#8211; »Nur ein bisschen.« &#8211; »Niemand spielt dieses Spiel nur ein bisschen.«</p>
<p>Er soll Recht behalten. Am Tag des gro&#223;en Auftritts an dem Stan die Eine-Million-Marke knacken soll, findet ihn sein Manager v&#246;llig vollgepumpt in der versifften Wohnung. Den Auftritt verpatzt Stan v&#246;llig &#8211; seine Karriere ist damit gelaufen.</p>
<h4><strong>Von jetzt ab &#8211; alles richtig machen?</strong></h4>
<p>So ganz kann es Stan immer noch nicht lassen: Er geht wieder in den Games-Shop. Als der Dealer merkt, dass Stan nicht gut drauf ist, will er ihm das Spiel &#8220;Entzug-Hero&#8221; andrehen (»Da wird man von einem Drachen verfolgt« &#8211; netter Weiterdreh des vorangegangen Wortspiels). Stan entscheidet sich f&#252;r Soft-Drugs und nimmt nur eine »einfache Rennsimulation«. W&#228;hrend er spielt, l&#228;uft pl&#246;tzlich »ihr« Song im Radio und Stan wei&#223;, was zu tun ist. Er sucht Kyle auf, der in einer heruntergekommenen Spielhalle traurige Balladen spielt. Sie s&#246;hnen sich aus und wollen dem Spiel »mal kr&#228;ftig in den Arsch treten«. Gemeinsam knacken sie die Million. Doch dann tritt das Spiel ihnen in den Arsch: &#8220;Ihr habt die Million geknackt. IHR &#8211; SEID &#8211; SCHWUCHTELN&#8221;.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2750" title="guitar+queero" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/11/guitar+queero.jpg" alt="guitar+queero" width="200" height="131" /><br />
<strong>Zu viel Erfolg ist uncool. </strong></p>
<p>Die Story steht exemplarisch f&#252;r den South-Park-Style: Sie spult das gesamte Programm, das absolute Klischee einer Rockstarkarriere ab, das man auch von diversen schlechten Filmen wie THE DOORS oder Biographien (Cobain) her schon kennt. Gleichzeitig parodiert SOUTH PARK dieses Klischee, entweder in dem ma&#223;los &#252;bertrieben wird &#8211; wie in der 24-Parodie (auch 11. Staffel), wo in Hillary Clintons »Sumsum« eine »Bumbum« versteckt war &#8211; oder aber in dem noch etwas Neues hinzukommt: In GUITAR QUEER-O kommt Parker/Stone das echte Spiel zu Hilfe, das zu den Viertkl&#228;sslern wie angegossen passt. Die Konsolen-Besessenheit war immer wieder Thema einzelner Folgen. </p>
<p>Moralapostel, die Spiele nur als dumme Unterhaltung, als Plastiktr&#228;ume bezeichnen, h&#228;tten wahrscheinlich den Unterschied zwischen Realit&#228;t und Simulation thematisiert. Mit den Marsh-Eltern gehen die South-Park-Macher diesem Ansatz auch kurz nach: »Wenn sie nur halb so viel Zeit damit vergeuden w&#252;rden, ein richtiges Instrument zu spielen, k&#246;nnten sie vielleicht mal was erreichen«, beklagt sich Sharon Marsh. Und Randy Marsh spielt den Jungs etwas auf einer »echten(!)« Gitarre vor, doch statt der erhofften Begeisterung wird das als »schwul« bezeichnet. Verbl&#252;fft kontert er: »Aber das ist echt!« &#8211; »Echte Guitarren sind was f&#252;r alte Leute.« Und als Randy Marsh nachts, als er sich unbeobachtet f&#252;hlt, runterschleicht, um im Schl&#252;pfer zu »Guitar Hero« auf dem Plastikcontroller rumzuklampfen, muss er feststellen, dass er zu den alten Leuten geh&#246;rt. Denn er, der fast perfekt auf einer echten Guitarre spielen kann, wird vom Videopublikum ausgebuht.<br />
Jedem das seine!</p>
<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/11/1113GuitarQueer-O-2.jpg" alt="1113GuitarQueer-O--2" title="1113GuitarQueer-O--2" width="300" height="232" class="alignleft size-full wp-image-2757" /></p>
<p><strong>Eine Simulation hat auch ihr Gutes. Man kann im Schl&#252;pfer auftreten.</strong> <em> (Foto: comedycentral)</em></p>
<p>Diesen oberfl&#228;chlichen Standpunkt, n&#228;mlich, dass nur das real ist, was nicht simuliert, getr&#228;umt oder erdacht wurde, erteilt SOUTH PARK also eine Abfuhr. Dieses Thema wird &#252;brigens in der Trilogie FANTASIELAND (ebenfalls 11. Staffel) aufgegriffen: Tr&#228;ume und (Simulationen) sind demnach genauso real wie alles andere auch.</p>
<p>Vielmehr denken Parker/Stone in dieser Episode das »Guitar-Hero«-Konzept konsequent zu Ende und &#252;bertragen es in das Games-Milieu. Die Spielh&#246;lle entspricht dem heruntergekommenen Motel, in dem der einstige Star nun f&#252;r gute Trinkums&#228;tze sorgen soll. Der schon erw&#228;hnte Gamedealer sorgt f&#252;r einen scheinbaren Ausweg, reitet aber den anderen Star nur noch tiefer rein. Wenn Rockstar &#8211; dann richtig! Ein Klischee w&#228;re kein Klischee, wenn es nicht auch wahr w&#228;re. Aber auch hier haben die SOUTH-PARK-MACHER vorgesorgt und weisen es &#8211; zumindest am Schluss &#8211; als solches aus:<br />
Als Stan und Kyle entt&#228;uscht ihre Gitarrenkontroller fallen lassen und nach drau&#223;en zum Spielen gehen, &#252;bernehmen Cartman und Butters die Controller &#8211; Butters: »Ich darf der sein, der dich nach den Drogenpartys betr&#252;gen tut.« </p>
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