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	<title>Blog zum Hof &#187; Tagebuch</title>
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		<title>My Own Private Festival (3)</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 10:26:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Samstag: Ich &#228;rgere mich etwas, dass ich ein Ticket f&#252;r DIE SPUR DER B&#196;REN gekauft habe, da die Berlinale-Doku auch am Sonntag (also heute) auf arte l&#228;uft. Ich werde aber entsch&#228;digt und darf Kosslick bei einer total verpeilten Rede, die ihm vermutlich f&#252;nf Minuten vorher in die Hand gedr&#252;ckt wurde, zu h&#246;ren: Man lege sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/02/BERLINALE-TAGEBUCH_baer5.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/02/BERLINALE-TAGEBUCH_baer5.jpg" alt="" title="BERLINALE TAGEBUCH_baer" width="125" height="166" class="alignleft size-full wp-image-3150" /></a></p>
<p><strong>Samstag:</strong> Ich &#228;rgere mich etwas, dass ich ein Ticket f&#252;r DIE SPUR DER B&#196;REN gekauft habe, da die Berlinale-Doku auch am Sonntag (also heute) auf <a target="_blank"href="http://www.arte.tv/de/3031474.html">arte</a> l&#228;uft. Ich werde aber entsch&#228;digt und darf Kosslick bei einer total verpeilten Rede, die ihm vermutlich f&#252;nf Minuten vorher in die Hand gedr&#252;ckt wurde, zu h&#246;ren: Man lege sich einfach ein Image des permanent Unkonventionellen zu, dann sieht es so aus, als geh&#246;rten s&#228;mtliche Fehler zur Show.<br />
<span id="more-3149"></span></p>
<p>Meine Festival-Verpeiltheiten setzen diesmal allerdings auch schon ziemlich fr&#252;h ein. Wahrscheinlich bin ich schon von dieser Ticket-Kauferei vollkommen ersch&#246;pft. Ich fahre zur Potse, um bei Dunkin&#8217; ein bisschen auf der Tastatur zu klickern, weil der n&#228;chste Filme l&#228;uft ja dort. Als ich einen Blick auf das Ticket werfe, sehe ich, dass der n&#228;chste Film aber erstens im CUBIX am Alex l&#228;uft und zweitens, dass zum darauffolgenden Film, der wieder an der Potse l&#228;uft, nur eine minimale L&#252;cke von f&#252;nf Minuten klafft.  </p>
<p>Als ich bei Rot &#252;ber die Ampel st&#252;rme, setze ich gleichzeitig mit ULRICH GREGOR den Fu&#223; auf die Fahrbahn &#8211; nur ist dieser in Richtung Arsenal unterwegs. Dass ich DAVID WANTS TO FLY eher verlassen muss &#8211; das meditative Geschwafel von David Lynch geht mir eh auf den Keks &#8211; ist nicht weiter schlimm. Allerdings rei&#223;t mich der etwas belanglose ORLY auch nicht gerade vom Sitz. </p>
<p>Zum Sp&#228;tfilm im Delphi wird es schon wieder knapp, da der Bus sich ewig ausm&#228;hrt &#8211; mit Fahrrad eine gem&#252;tliche Strecke von zehn Minuten. Der absolut kompromisslose A CROWD OF THREE ist noch der beste Film dieses Tages. Im Q&#038;A konfrontiert die Moderatorin den Regisseur mit der Frage, warum er die Figuren perspektivlos untergehen l&#228;sst. Ein Gro&#223;teil des Publikums hat den Saal schon verlassen, der Beifall war mau. Was wollen sie (Moderatorin &#038; Publikum) denn h&#246;ren? Eine verlogene Happy-End-Antwort des Mainstream-Films? Da sind sie wohl im Forum an der falschen Adresse. »Es gibt zwei Sorten von Menschen: Die, die eine Wahl haben und die, die keine Wahl haben. Ihr geh&#246;rt zur zweiten Sorte.« (A CROWD OF THREE) Determinismus pur! </p>
<p>Um 0.30 Uhr bin ich schon wieder verpeilt: Ich lasse mein Portmonaie auf dem Sitz liegen und erhalte von Holger, der noch im Q&#038;A sitzt, den Warnanruf, als ich schon in der S-Bahn, umgeben von v&#246;llig besoffenen und br&#252;llenden Nazi-Teenagern aus der Provinz, sitze. Da der Zug eh schon seit zehn Minuten ruckartig zum Stehen gekommen ist &#8211; wahrscheinlich hat einer die Notbremse gezogen &#8211; bin ich noch nicht weit gekommen. Ich fahre zur&#252;ck! </p>
<p>Heute stehe ich nach f&#252;nf/sechs Stunden Schlaf auf der Matte. Ich muss das mal &#228;ndern, sonst lasse ich noch mein Mini-Notebook irgendwo liegen. Heute ist es entspannter: Nur drei Filme, ein fr&#252;heres Ende &#8211; dann rechtzeitig in die Heia. </p>
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		<title>My Own Private Festival (1)</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 01:09:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2010]]></category>
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		<category><![CDATA[Angesichts des Verbrechens Teil 2]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein scheinbar unbedeutender Auftakt Mein Start beginnt mit dem Vorverkauf. Genauer, ab dem Moment, um 9.25 Uhr, in dem ich &#252;ber das Eis des Potseplatzes schl&#252;rfend, den ersten Fu&#223; in die Arcarden setze: vier Tage vor dem eigentlichen Festivalbeginn (Donnerstag z&#228;hlt nicht) &#8211; so fr&#252;h war ich noch bei keiner Berlinale dran. Mein linkes Auge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/02/BERLINALE-TAGEBUCH_baer4.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/02/BERLINALE-TAGEBUCH_baer4.jpg" alt="" title="BERLINALE TAGEBUCH_baer" width="125" height="166" class="alignleft size-full wp-image-3058" /></a></p>
<p><strong>Ein scheinbar unbedeutender Auftakt</strong></p>
<p>Mein Start beginnt mit dem Vorverkauf. Genauer, ab dem Moment, um 9.25 Uhr, in dem ich &#252;ber das Eis des Potseplatzes schl&#252;rfend, den ersten Fu&#223; in die Arcarden setze: vier Tage vor dem eigentlichen Festivalbeginn (Donnerstag z&#228;hlt nicht) &#8211; so fr&#252;h war ich noch bei keiner Berlinale dran. Mein linkes Auge puckert komisch. </p>
<p>An einem Montagmorgen im Februar hat doch kein Mensch Zeit sich anzustellen, denke ich noch. Dachte ich noch. In den Arcarden baut sich vor mir das altbekannte, geliebte, gehasste, genervte Berlinalebild, das in den kommenden Tagen jeden Festivaltag er&#246;ffnen wird, auf: Der Rote Teppich vor den Ticketcountern. Eine Menge Kartengieriger lungern darauf mit ihren Klappst&#252;hlen herum, bl&#228;ttern aufgeregt schnatternd in Programmen. Die Schlange dahinter reicht fast bis zu den Ausg&#228;ngen. Diese Szenerie wird wie &#252;blich von Mediengeiern umkreist, die dieser Zeremonie irgendetwas Neues entringen m&#252;ssen: eine innovative Einstellung, ein paar aussagekr&#228;ftige, aktuelle S&#228;tze, vor allem Begeisterung. </p>
<p>Als erstes z&#252;cke ich mein Handy und sage meiner 10.30 Uhr-Verabredung, Katja, dass sie doch bitte bummeln m&#246;ge. Und dann: Warten. 10 Uhr. Ein Schritt vor. Warten. Ein Schritt vor. Warten&#8230;<span id="more-2995"></span></p>
<p>Noch bin ich nicht genervt, wei&#223; aber jetzt schon, dass es in den kommenden Tagen anders sein wird. Ich will jetzt nur eine einzige Karte. Entspannt lausche ich der Frauentruppe hinter mir, die noch damit ringt, das komplizierte Vorverkaufssystem zu erfassen: Was wird heute verkauft? Ich helfe ihnen ein bisschen: Alle (drei) Er&#246;ffnungsfilme f&#252;r Donnerstag, Wettbewerbswiederholungen am Freitag, s&#228;mtliche Karten f&#252;r den Friedrichstadtpalast, s&#228;mtliche Karten f&#252;r den Publikumstag am 21.2. &#8211; und offenbar auch schon (das wusste ich selbst nicht) die Berlinale-goes-Kiez-Karten. </p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/02/Berlinale_8.2.10.bmp"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/02/Berlinale_8.2.10.bmp" alt="" title="Berlinale_8.2.10" class="alignright size-full wp-image-3041" /></a></p>
<p><strong>Schlangen am ersten Vorverkaufstag. Sehen vielleicht nicht so dramatisch aus, aber es dauert ca. anderthalb Stunden bis man an der Reihe ist. Liegt haupts&#228;chlich daran, dass die Verweildauer an der Kasse lang ist, da sehr viele die Vorverkaufsregeln nicht checken. </strong></p>
<p>Nebenbei beobachte ich die N24-Interviewerin, die mit ihrem Kameratypen ein paar Schritte vor mir steht, und mit ihrer hypermunteren Showmine und dem verzerrten Dauergrinsen, Leute dazu animiert, ein paar begeisterte S&#228;tze in die Kamera zu sprechen. Von hinten st&#246;&#223;t ein Typ vor, h&#228;lt sein Mikrofon dem Opa vor mir in den Mund und nuschelt:»Berliner Rundfunk&#8230;.« Der Opa ist auf Zack! Sch&#252;ttelt nur unwirsch den Kopf. Das Mikrofon entschwindet &#8211; Richtung nachvorn.  </p>
<p><strong> Doch dann ein Aufschrei</strong></p>
<p>Jetzt fehlt nur noch der Kurier! Und wie auf Bestellung dackelt M 18 in diese Szenerie, (ich verstecke mich schnell hinter meiner zivilen Skim&#252;tze) der wegen seiner Cleats komisch l&#228;uft. Kurz darauf stelzt er zufrieden von dannen. Wahrscheinlich mit einem RBB-Tape, einem gutbezahlten Superrush in Richtung Masurenallee im Sack. Ich: ein Schritt vor. Eine SMS trudelt ein: Gooree, wie immer versp&#228;tet, teilt mit, dass er sich auf den Weg in Richtung Arcarden begibt, um erstmal gedruckte Programme zu holen. Pl&#246;tzlich ein Aufschrei hinter mir&#8230; </p>
<p>Entsetzt schaue ich mich um! Er kam von der Frauengruppe. Sie weisen in Richtung Screen, der sich &#8211; eine Neuerung von letztem Jahr &#8211; &#252;ber den Countern befindet und alle Filme auflistet, die man an diesem Tag kaufen kann: Gr&#252;n = reichlich Karten, gelb = kritisch, rot = gnadenlos ausverkauft. Ein erstes rotes K&#228;stchen ist jetzt zu sehen. </p>
<p><strong>PANORAMAPUBLIKUMSPREIS schl&#228;gt METROPOLIS E.V.<br />
</strong></p>
<p>Ich schaue auf die Uhr und notiere: 23 Minuten nach der ersten &#214;ffnung aller drei zentralen Vorverkaufsstellen ist die PANORAMAPUBLIKUMSPREIS-Vorstellung (21.2., CinemaxX, 17.00 Uhr) der erste Film der 60. Berlinale, der ausverkauft wurde. Und erst eine Minute sp&#228;ter, exakt um 10.24 Uhr, ist die restaurierte Metropolis-Vorstellung ausverkauft. Moment &#8211; Stop! Eine kurze Vergegenw&#228;rtigung! </p>
<p>1927: Einer der bekanntesten Science-Fiction-Filme der Stummfilmzeit wird ver&#246;ffentlicht. Fritz Langs METROPOLIS. In allen Film-Unis dieses Universums wird METROPOLIS als einer der bedeutendsten Filme der Filmgeschichte gelehrt. 2008: Schock: In Buenes Aires werden 30 Minuten bisher unver&#246;ffentlichtes Material dieses Films entdeckt. </p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/02/Metropolis.bmp"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2010/02/Metropolis.bmp" alt="" title="Metropolis" class="alignleft size-full wp-image-3044" /></a></p>
<p><strong>Teile von METROPOLIS wurden k&#252;rzlich wiederentdeckt. M&#252;ssen wir jetzt Filmgeschichte umschreiben? (Foto: Berlinale 2010)</strong></p>
<p>METROPOLIS wurde bisher falsch und unvollst&#228;ndig rezipiert, in s&#228;mtlichen wissenschaftlichen Publikationen, Seminaren, Vorlesungen. Auf dieser Berlinale, konkret, am Freitag, den 12.2.2010, wird der richtige Cut im Friedrichstadtpalast (was f&#252;r ein Frevel) gezeigt, mit Original-Partitur, zeitgleich mit der Auff&#252;hrung in der Alten Oper (Frankfurt). METROPOLIS EXTENDED VERSION wird zus&#228;tzlich auf das Brandenburger Tor projeziert und arte &#252;bertr&#228;gt live. Und der PANORAMA-PUBLIKUMSPREIS, ein zeitgen&#246;ssischer Film, der &#252;berhaupt noch nicht feststeht, schl&#228;gt dieses Ereignis um eine Minute im Vorverkauf! Das nenn ich einfach schon einmal Historie. Exakt notiert um 10.24 Uhr. </p>
<p>&#8230;ein bekanntes Gesicht taucht auf! Katja. Sie zeigt mir einen Zahnfingerling, den sie soeben erstanden hat. F&#252;r ihren kleinen Sohn Moritz &#8211; der zahnt n&#228;mlich. Ich schlucke. Mein Auge puckert. Fritz Lang!&#8230;<br />
Filmhistorie, Panoramapublikumspreis&#8230;. </p>
<p>Ich steh eigentlich nur f&#252;r »Im Angesichts des Verbrechens, Teil 2« an, den eh keiner kaufen wird, weil niemand riskiert, einen zweiten Teil zu kaufen, wenn man nicht wei&#223;, ob man auch den ersten bekommt. So bl&#246;d kann nur ich sein. Exakt!   </p>
<p>Katja und ich fr&#252;hst&#252;cken. Wir reden &#252;ber Jobs, Hochzeitstermin, ob ich backen will&#8230; und wie Sch* Berlin zur Zeit ist. Irgendwann taucht Gooree auf. Komischerweise mit einem riesigen Stapel Programme. Will er die in der Uni auslegen? Ich geh zum Berlinaleverkaufsstand, um zu gucken, ob es schon Verkaufskataloge gibt. Jemand rempelt mich dreist an, weil angeblich mein Schn&#252;rsenkel offen ist. Es ist Olof, der wie immer den Schilder-Job bei der Berlinale macht. Er steht mit einer Frau da und beide mimen die entr&#252;ckten K&#252;nstler, die mit Abstand ihr Werk betrachten: die Schriften auf den Berlinale-Schildern. Gooree hat noch eine Verabredung und haut mit seinem Stapel in Richtung Uni ab. Olof und Begleiterin, beide akkrediertiert, wollen von mir das Berlinale-Programm schnell erl&#228;utert bekommen&#8230;</p>
<p><strong>Berlinale-Metamorphose </strong></p>
<p>Um ca. 13.50 Uhr verlasse ich endlich die Arcarden. Meine Augen schmerzen unglaublich. Besonders links. Vor dem Ausgang dr&#252;ckt sich schon wieder ein Kurier von uns herum, aber ich kann kaum noch gucken. Ich fahre zu irgendeiner Augen&#228;rztin in meinem Viertel. Es dauert noch 30 Minuten bis zur Sprechstunde, ich warte auf dem Treppenabsatz und komme als erste Wartende als Letzte in die Sprechstunde. Habe Gl&#252;ck &#252;berhaupt geh&#246;rt zu werden: Zwei Leute haben ihren Termin abgesagt. Die &#196;rztin findet mich nicht lustig, ist aber sehr nett: »Tragen Sie <em>etwa</em> noch Kontaktlinsen?«, fragt sie als sie sich meine roten Augen ansieht. &#8211; »Ja, seit fast zw&#246;lf Jahren. Nachts nehme ich sie aber raus.« Befund: Starke Bindehautentz&#252;ndung. Beide Augen vereitert. Links sehr stark. Eventuelle Sch&#228;den der Hornhaut. Kontaktlinsen: vollkommen induskutabel. Und das vier Tage vor der Berlinale!</p>
<p>Ich schl&#252;rfe nach Hause. Durch die vereisten Stra&#223;en. Mit einer Berlinale-Karte in der Tasche. Bei meinem Fahrrad ist in der letzten Woche die Felge gebrochen und mein Auge tut weh, als bohre dort jemand herum.  Fritz Lang hat gegen den Panorama-Publikumspreis verloren. Ich hasse den Winter. Ich wollte nie dieses Metropolis-Spektakel sehen. Ich h&#228;tte einfach mal bei -15-Grad eine Fahrradbrille tragen sollen, dann w&#228;ren jetzt die Augen i. O. Und vielleicht h&#228;tte Fritz eine Chance gehabt, wenn er nicht in diesem d&#228;mlichen Friedrichstadtpalast gespielt worden w&#228;r. In diesem kinountauglichem Saal. So ein Ereignis. Und das bei dem Glatteis.  </p>
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		<title>Meine Berlinale (1) &#8211; Gr&#252;ner Tee, statt Kaffee</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Feb 2009 01:20:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2009]]></category>
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		<category><![CDATA[Akkreditierung]]></category>
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		<description><![CDATA[Da ich auch als Fahrradkurier arbeite, hat meine Berlinale schon vor zwei Wochen angefangen. Auftr&#228;ge, die vom »Potseplatz« ausgingen, begannen sich kontinuierlich zu h&#228;ufen und steigerten sich. Immer mehr Kuriere meldeten sich nun lieber vom Potsdamer Platz aus frei, anstatt in der sonst so lokrativen »Mitte«. Fernsehtrailer der Wettbewerbsfilme wurden hin und her geschickt, Katalogtexte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1269" title="kleo_berlinale" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/kleo_berlinale.jpg" alt="kleo_berlinale" width="120" height="179" /></p>
<p>Da ich auch als Fahrradkurier arbeite, hat meine Berlinale schon vor zwei Wochen angefangen. Auftr&#228;ge, die vom »Potseplatz« ausgingen, begannen sich kontinuierlich zu h&#228;ufen und steigerten sich. Immer mehr Kuriere meldeten sich nun lieber vom Potsdamer Platz aus frei, anstatt in der sonst so lokrativen »Mitte«. Fernsehtrailer der Wettbewerbsfilme wurden hin und her geschickt, Katalogtexte wurden hin und her redigiert, dies und das wurde hin und her gesendet&#8230;</p>
<p>Heute musste ich eine Sendung vom Pressezentrum der Berlinale, dem Grand Hyatt, zu einem Schnittplatz transportieren. Ein v&#246;lliger Kontrast zur einer v&#246;llig »verschnarchten« B&#252;rosende davor. <span id="more-1244"></span></p>
<p>Schnatternde, aufgedrehte Journalisten schmierten in Berlinale-Katalogen rum, schrien in Handys, und ich musste mich buchst&#228;blich durch Massen durchk&#228;mpfen, um an die Tapes und den umlagerten Aufraggeber zu gelangen. Ich war froh als ich den gesamten Potsdamer Platz mit den gesperrten Stra&#223;en, Sendewagen und Berlinaletaschen-Tr&#228;gern hinter mich gelassen hatte, um dann mit den Tapes ins ruhige und im Februar ausnahmsweise sonnige Spreeufer in Moabit, zu irgendeinem Schnittplatz, zu fl&#252;chten. Ist das ein guter Anfang, um ein Filmfestival, zu beginnen, um Filme zu genie&#223;en?</p>
<p>Gestern habe ich meine Fachbesucher-Akkreditierung abgeholt. Ich war negativ &#252;berrascht, dass das ARSENAL 1 f&#252;r Fachbesucher nicht zug&#228;nglich ist, andererseits verstehe ich nat&#252;rlich, dass das relativ kleine Kino, damit Platz f&#252;r das kartenerwerbende Publikum schafft.</p>
<p>Heute morgen hat mich Kosslick geweckt &#8211; Radio-Eins-Interview-Wecker: Er trinkt gr&#252;nen Tee, statt Kaffee und er sagt »Schtarrs« statt »Stars«. Seine englischen Sprachkenntnisse sind grottenschlecht. Katrin Sa&#223;, (Good Bye Lenin!) war urspr&#252;nglich f&#252;r die Wettbewerbs-Jury vorgesehen, hat aber wegen mangelhafter Englisch-Kenntnisse abgesagt oder besser: Ihr wurde abgesagt. Berlinale-Chef Kosslick mit seinen Sprachunkenntnissen spaziert dr&#252;ber mit Leichtigkeit hinweg und morgens kurz nach 9, verstehe ich auch weshalb: Naturgegebener Charme! Diesem Mann nimmt man einfach alles ab &#8211; er kommt extrem symphatisch r&#252;ber. Kann alles verkaufen. Allein schon das negativ angehauchte Wort »verkaufen« passt &#252;berhaupt nicht zu ihm. Also hebe ich meine kurierm&#252;den Beine aus dem Bett, f&#252;hl mich munterer. Noch einen Tag strampeln und dann&#8230;</p>
<p>Stunden sp&#228;ter, der Vorabend. Nach einem Sturz und noch einem Kurieralltag: Wir schicken uns Filmlisten rum und diskutieren in der Kastanienallee &#252;ber Politik. Einige haben Kleins »Schock Doctrine« (Panorama) gelesen und halten ihre Theorie f&#252;r eine neue Welterkl&#228;rung. Eine Theorie, die die heutige neoliberale Welt verst&#228;ndlich macht. Ich bleibe skeptisch. Aber die andern wollen diesen Film sehen. Wir diskutieren auch &#252;ber die DDR-Filmreihe »Winter ade«. Stefan hat schon Heises Wende-Doku »Material« in der Presse-Vorf&#252;hrung gesehen. Osten unverf&#228;lscht! Lass ich mir nat&#252;rlich nicht entgehen.</p>
<p>Sp&#228;ter laufen wir durch den n&#228;chtlichen Prenzlauer Berg. Vereinzelt junge Leute mit Berlinale-Taschen. Und dann in Pankow begegnen wir Pennern &#8211; vielleicht sind es auch keine. Morgen m&#252;ssen sie wieder malochen gehen, sagt einer. Ob wir nicht noch Lust auf ein kleines gemeinsames Bierchen haben. Der Typ wirkt schon hacke, aber nicht wie ein wirklicher Penner, sondern einer der erst schuftet, viel trinkt und dann wieder schuftet. Ein schuftender Penner. Wir lehnen ab.</p>
<p>Am Vorabend denke ich daran, dass ich eigentlich gar keine Lust auf den hektischen, elit&#228;ren Festivalbetrieb habe, aber auf Filme, die was zu sagen haben. Ich denke an »Deutschland 09« &#8211; k&#246;nnen etablierte deutsche Filmemacher der Welt unser Leben erkl&#228;ren? Ich denke an »Schock Doctrine« &#8211; und dann finde ich es wieder falsch, von Filmen die gro&#223;en Antworten auf das Leben zu erwarten.</p>
<p>Einfach gucken was kommt und wenn der Vorhang sich in wenigen Stunden &#246;ffnet, sollte ich einfach nur einen gr&#252;nen Tee getrunken haben&#8230;</p>
<p>Mein Tagesplan f&#252;r Freitag: Entspannt Karten holen, dann Sauna, um das Immunsystem fit zu halten und dann hinein in einen 237-min&#252;tigen Forumsfilm aus Japan! Yes &#8211; die Berlinale hat begonnen! Ich freu mich!!!</p>
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		<title>DAY NINE</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Feb 2008 00:08:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kleo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2008]]></category>
		<category><![CDATA[BERLINALE Archiv]]></category>
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		<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Bevor ich am Wochenende noch mal in den filmischen Endspurt gehe &#8211; mit zwei Filmen am Samstag und vier am Sonntag &#8211; meide ich heute die Leinwand. Stattdessen stopfe ich mich Steak und Salat voll und gehe mit Adri zu einer Party, der Verleihung des Galigari-Filmpreises. Beim Fotografieren stellen wir fest, dass Adri dringend zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/adri-b1.jpg" title="adri-b1.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/adri-b1.jpg" alt="adri-b1.jpg" /></a></p>
<p>Bevor ich am Wochenende noch mal in den filmischen Endspurt gehe &#8211; mit zwei Filmen am Samstag und vier am Sonntag &#8211; meide ich heute die Leinwand. Stattdessen stopfe ich mich Steak und Salat voll und gehe mit Adri zu einer Party, der Verleihung des Galigari-Filmpreises. Beim Fotografieren stellen wir fest, dass Adri dringend zum Friseur muss.<br />
Lange bleiben wir nicht. Mir steckt die Berlinale in den Knochen. <span id="more-282"></span><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/kleo-b2.jpg" title="kleo-b2.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/02/kleo-b2.jpg" alt="kleo-b2.jpg" /></a><br />
Auf dem Weg nach Hause sehen wir schnell noch im Arsenal vorbei, wo sich schon ein Menschenpulk vor dem Kinoeingang versammelt hat, um den Siegerfilm TIRADOR zu sehen. Als »Sandm&#228;nnchen« m&#252;ssen wohl zum hundersten Mal die niedlichen kleinen Insektenpornos herhalten. Warum sind die eigentlich noch nicht auf youtube? Da ist doch sonst immer jeder Bl&#246;dsinn zu finden. Wie der Berlinaletrailer.</p>
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