<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Blog zum Hof &#187; Wirtschaft</title>
	<atom:link href="http://www.dasblogzumhof.de/tag/wirtschaft/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.dasblogzumhof.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 10:57:08 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Filme gegen Neoliberalismus: The Shock Doctrine und L&#8217;Encirclement zeigen Wege des antikapististischen Films</title>
		<link>http://www.dasblogzumhof.de/festivals/allgemein/berlinale-2009/filme-gegen-neoliberalismus-the-shock-doctrine-lencirclement-antikapististischen-films.php</link>
		<comments>http://www.dasblogzumhof.de/festivals/allgemein/berlinale-2009/filme-gegen-neoliberalismus-the-shock-doctrine-lencirclement-antikapististischen-films.php#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 Feb 2009 19:02:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentarfilm]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Mat Whitecross]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Winterbottom]]></category>
		<category><![CDATA[Naomi Klein]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Richard Brouillette]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.dasblogzumhof.de/?p=2163</guid>
		<description><![CDATA[The Shock Doctrine GB 2009, Michael Winterbottom, Mat Whitecross, 90 Min. L&#8217;Encirclement CA 2008, Richard Brouillette, 160 Min. The Shock Doctrine (Foto: Berlinale 09) und L&#8217;Encirclement verhandeln den antikapitalistischen Diskurs in Zeiten der Finanzkrise und zeigen zwei ganz verschiedene Wege auf, die der Dokumentarfilm nehmen k&#246;nnte. &#220;ber alle Filme, die derzeit erscheinen und irgendwie mit Wirtschaft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>The Shock Doctrine</strong><br />
GB 2009, Michael Winterbottom, Mat Whitecross, 90 Min.</p>
<p><strong>L&#8217;Encirclement</strong><br />
CA 2008, Richard Brouillette, 160 Min.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2183" title="shock_doctrine" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/shock_doctrine.jpg" alt="shock_doctrine" width="300" height="240" /></p>
<p><strong><em>The Shock Doctrine</em> (Foto: Berlinale 09) und <em>L&#8217;Encirclement</em> verhandeln den antikapitalistischen Diskurs in Zeiten der Finanzkrise und zeigen zwei ganz verschiedene Wege auf, die der Dokumentarfilm nehmen k&#246;nnte.<br />
</strong></p>
<p>&#220;ber alle Filme, die derzeit erscheinen und irgendwie mit Wirtschaft zu tun haben, hei&#223;t es, sie k&#228;men genau zur richtigen Zeit. Das mag sein &#8211; ber&#252;cksichtigt man aber, wie lange ein Film von der Idee bis zur Postproduktion braucht, d&#252;rfte jedem klar sein, dass Michael Winterbottom und Mat Whitecross ebenso wie der franz&#246;sischsprachige Kanadier Richard Brouillette einfach Gl&#252;ck gehabt haben. 12 Jahre lang hat Brouillette an seinem Film angeblich gearbeitet, genauso gut h&#228;tten es vermutlich zehn oder 20 Jahre werden k&#246;nnen, dann w&#228;re der Film halt zur Unzeit gekommen. <span id="more-2163"></span></p>
<p><em>The Shock Doctrine</em> hei&#223;t ein Buch von Naomi Klein. Es ist ein Weltbestseller und gilt als Bibel der Globalisierungskritiker. In dem Buch schildert Klein, wie im Gefolge von Katastrophen oder Kriegen neoliberale Wirtschaftskonzepte durchgesetzt werden. Davon erf&#228;hrt der Zuschauer im Film <em>The Shock Doctrine</em> von Michael Winterbottom und Mat Whitecross leider nur sehr wenig. Die beiden Regisseure trauen ganz offensichtlich nicht dem gesprochenen Wort und ersetzen Theorie oder auch nur Information durch einen entfesselten antikapitalistischen Bildersturm. Atemlos l&#246;sen sich da Pinochet, Thatcher, Bush Senior und Bush Junior ab, inmitten einer bunten Flut aus fallenden Bomben, toten Kindern und gefolterten Opfern.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-2640" title="shock-doctrine2-300x240" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/shock-doctrine2-300x2401.jpg" alt="shock-doctrine2-300x240" width="300" height="240" /></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Montage des Greuels: <em>The Shock Doctrine</em> (Foto Berlinale 09). </strong></p>
<p>Dass es bei <em>The Shock Doctrine</em> um Wirtschaft geht, merkt man nur an den h&#228;ufigeren Einblendungen von Milton Friedman. So entfaltet der Film seine st&#228;rksten Momente, wenn er kurz inneh&#228;lt und einfach nur eine Rede Naomi Kleins zeigt. </p>
<p>Nun ist man von Winterbottom gewohnt, dass er nicht wie sein Vorbild Godard mit dem argumentativen Florett fechtet, sondern lieber die Streitaxt nimmt. Mit <em>The Shock Doctrine</em> haben Winterbottom und Whitecross in ihrer sturen Fixiertheit auf bekannte politische Gegner aber ein gro&#223;es Thema verschenkt.<br />
So kann man dem Film zu Recht vorwerfen, dass er mit propagandistischen Kurzschl&#252;ssen, bei denen dann z.B. kurz hintereinander erst fallende Bomben auf den Irak, dann Bush, dann Leichen gezeigt werden, auf billigen Applaus schielt, schlie&#223;lich sind inzwischen selbst die Republikaner gegen den Irakkrieg. </p>
<p>Schlimmer aber ist, dass sich die Filmemacher in ihrem eigenen Konzept verheddern und Kleins Thesen immer mehr aus den Augen verlieren. Geht es bei Klein noch um die Wirtschaftsreformen im Gefolge von Katastrophen, so montiert der Film <em>The Shock Doctrine</em> die Kriegs- und Greuelbilder so gekonnt hintereinander, dass man am Ende glaubt, Milton Friedman habe als Mastermind und Reinkarnation von Dr. Mabuse alle diese Kriege beschlossen, um seine Wirtschaftskonzepte weltweit durchzusetzen. Dieser reine Propagandafilm verr&#228;t leider kaum etwas von der Schocktheorie Naomi Kleins.</p>
<p>Wie wenig Interesse die Filmemacher an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den wirtschaftspolitischen Implikationen hatten und wie sehr sie auf die alten Gegner Thatcher, Pinochet und Bush eingeschworen waren, kann man an den Auslassungen erkennen. Zwei der wichtigsten Beispiele, die Naomi Klein nennt, S&#252;dafrika nach der &#220;bernahme durch den ANC und Sri Lanka nach dem Tsunami, werden im Film weggelassen &#8211; den Tsunami konnten Winterbottom/Whitecross beim besten Willen nicht Bush in die Schuhe schieben.</p>
<p><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2009/02/noamchomsky.jpg" alt="noamchomsky" title="noamchomsky" width="250" height="188" class="alignleft size-full wp-image-2658" /></p>
<p><strong>Eisernes Talking-Head-Pic und dennochThriller: <em>L&#8217;Encirclement</em>: hier Noam Chomsky </strong></p>
<p>Wie man es ganz anders und dabei viel besser macht, zeigt der Kanadier Richard Brouillette mit seinem Film <em>L&#8217;Encirclement</em> (Encirclement). <em>L&#8217;Encirclement</em> ist ein Monstrum von Film in fast jeder Hinsicht. Gedreht in harten SW-Bildern n&#228;hert sich dieser Film der Kritik des Kapitalismus in einer v&#246;llig unzeitgem&#228;&#223;en formalen Strenge und asketischen Brillanz. Richard Brouillette traut den Bildern nicht und zeigt deshalb nur redende Menschen. Nur minimal wird Archivmaterial genutzt, und wenn, dann meist nur als Foto. Ansonsten sehen wir mit unbeweglicher Kamera einen Theoretiker, der uns seine Wirtschaftstheorie erl&#228;utert, darunter bekannte Kapitalismuskritiker wie Noam Chomsky, aber auch neoliberale Vordenker. Der Gedankengang der Wissenschaftler wird  nicht durch Fragen unterbrochen, so kann man sich beim Zuh&#246;ren ganz auf die Entwicklung der Argumentation konzentrieren. Richard Brouillette arbeitet als Filmemacher vor allem im Nachhinein, das Material ordnend, der Film wird s&#228;uberlich in zwei Teile und beide Teile wieder in f&#252;nf Kapitel eingeteilt. Jedes Kapitel wird mit einem Zwischentitel angek&#252;ndigt und beinhaltet Redebeitr&#228;ge von ein bis drei Denkern.</p>
<p>Brouillettes Konzept geht auf, die Konzentration auf das gesprochene Wort, die Ideen, machen aus dem scheinbar langweiligen Thema Wirtschaftstheorie einen intellektuellen Thriller, der einen 160 Minuten lang gebannt zuh&#246;ren l&#228;sst. Erst die filmische Beschr&#228;nkung der Mittel macht diese Spannung m&#246;glich. W&#228;hrend Michael Winterbottom und Mat Whitecross Naomi Kleins Thesen in einer Flut aus Bildern ertr&#228;nken, gelingt es Richard Brouillette mit einfachsten Mitteln uns die Freude daran zur&#252;ck zu geben, Menschen beim Denken zusehen zu k&#246;nnen.</p>
<p><em>L&#8217;Encirclement</em> ist ein filmisches Experiment und Wagnis, das auch den Caligari-Filmpreis h&#228;tte gewinnen k&#246;nnen. Ob damit die schleichende Michael-Moorisierung des politischen Dokumentarfilms aufgehalten werden kann, muss aber bezweifelt werden. Den Panorama-Publikumspreis hat <em>The Yes-Men fix the World</em> gewonnen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.dasblogzumhof.de/festivals/allgemein/berlinale-2009/filme-gegen-neoliberalismus-the-shock-doctrine-lencirclement-antikapististischen-films.php/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

