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	<title>Blog zum Hof &#187; Zeichentrick</title>
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		<title>Waltz with Bashir (FFF): Was vom Massaker bleibt</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 05:04:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>holger</dc:creator>
				<category><![CDATA[FFF 2008]]></category>
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		<description><![CDATA[Regie: Ari Folman Israel/ Frankreich/ Deutschland 2008 87 Min. Sektion: Selected Features Deutscher Kinostart: 6.11.2008 Foto: FFF Drei Soldaten liegen nackt im Meer vor Beirut. Sie erheben sich, gehen langsam ans Ufer, ziehen sich an und gehen in die zerst&#246;rte Stadt. Die Szene ist die einzige Erinnerung, die der israelische Dokumentarfilmer Ari Folman an seine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regie:</strong> Ari Folman<br />
Israel/ Frankreich/ Deutschland 2008<br />
87 Min.<br />
Sektion: Selected Features<br />
<strong>Deutscher Kinostart: 6.11.2008</strong></p>
<p><a href="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/08/waltz-with-bashir_stills_4.jpg"><img src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/08/waltz-with-bashir_stills_4.jpg" alt="" title="waltz-with-bashir_stills_4" width="300" height="226" class="alignnone size-medium wp-image-773" /></a></p>
<h4>Foto: FFF</h4>
<p>Drei Soldaten liegen nackt im Meer vor Beirut. Sie erheben sich, gehen langsam ans Ufer, ziehen sich an und gehen in die zerst&#246;rte Stadt. Die Szene ist die einzige Erinnerung, die der israelische Dokumentarfilmer Ari Folman an seine Zeit in der israelischen Besatzungsarmee im Libanon Anfang der 80er Jahre, auf dem H&#246;hepunkt des libanesischen B&#252;rgerkrieges noch hat. Wahrscheinlich hat es die Szene niemals gegeben. Sie existiert nur in der Erinnerung von Ari Folman.<span id="more-763"></span></p>
<p>Als ihm ein Freund von seinen n&#228;chtlichen Alptr&#228;umen erz&#228;hlt, in denen er von den 26 Hunden gejagt wird, die er im Krieg erschie&#223;en musste, nimmt Ari dies zum Anlass seine eigene Zeit, an die er sich nicht mehr erinnern kann, aufzuarbeiten. Er spricht mit seinen damaligen Kameraden und mit Psychologen auf der Suche nach seiner privaten Kriegsgeschichte. Aus den Erz&#228;hlungen und Interviews macht er anschlie&#223;end einen Dokumentarfilm, der zugleich ein Dokumentarfilm &#252;ber eines der schlimmsten Massaker der j&#252;ngeren Kriegsgeschichte wird.</p>
<p>Das Gemetzel, das die mit Israel verb&#252;ndeten christlichen Phalange-Milizen vom 16.-18. September 1982 in den pal&#228;stinensischen Fl&#252;chtlingslagern Sabra und Schatila anrichten, steht paradigmatisch als erstes Kriegsverbrechen, das direkt vor den Augen einer unt&#228;tigen Schutzarmee begangen wird. Die Opferzahlen sind noch nicht so hoch wie bei den sp&#228;teren Massakern in Srebrenica oder Ruanda, sie schwanken zwischen den 460 Toten, die die libanesiche Polizei z&#228;hlte und einigen Tausend, die Beobachter sch&#228;tzten. Rund 800 vermutet die israelische Armee. Inwieweit der damalige israelische Verteidigungsminister Ariel Scharon von den Vorg&#228;ngen wusste bzw. diese in Kauf genommen hat, ist bis heute umstritten. Auch dieses Massaker ist niemals wirklich aufgearbeitet worden.</p>
<div id="attachment_768" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-768" title="waltz-with-bashir-2" src="http://www.dasblogzumhof.de/wp-content/uploads/2008/08/waltz-with-bashir-2.gif" alt="Bild: Fantasy Film Fest" width="300" height="168" /><p class="wp-caption-text">Bild: Fantasy Film Fest</p></div>
<p>WALTZ WITH BASHIR ist aber weit mehr als nur ein sehr pers&#246;nlicher Dokumentarfilm &#252;ber ein Kriegsverbrechen. Dokumentarfilmer Ari Folman hat gleich ein ganz neues Filmgenre erfunden: Den Zeichentrick-Dokumentarfilm. Damit umschifft Folman nicht nur elegant das Problem, dass f&#252;r die meisten Interview-Aussagen kein Archivmaterial zur Verf&#252;gung stand, sondern schafft der Distanziertheit und Unsicherheit der Erinnerung auch bildgestalterisch Ausdruck. Gro&#223;es Lob geb&#252;hrt dabei dem Zeichentrick-Team um Yoni Goodman, das mit 2300 Illustrationen einen Trickfilm auf technisch sehr hohem Niveau geschaffen hat.</p>
<p>Zum Sinnbild der Sinnlosigkeit des gesamten Krieges und des Feldzuges in den Libanon wird dabei die Erz&#228;hlung eines Freundes, der, als sie von Hochh&#228;usern aus beschossen werden, mit dem Maschinengewehr in der Hand aus der Deckung mitten auf die Stra&#223;e rennt und, wild um sich schie&#223;end, einen Tanz auff&#252;hrt, im Hintergrund ist ein riesiges Plakat des gerade eben ermordeten libanesischen Pr&#228;sidenten Bashir Gemayel zu sehen. Dieser Bashir, der da im Hintergrund mittanzt, ist f&#252;r die christlichen Milizen des Libanon eine vererhrte Lichtgestalt wie Kennedy es in der westlichen Welt war.</p>
<p>Seine Ermordung (wahrscheinlich durch den syrischen Geheimdienst) ist der Auftakt des Kriegsverbrechens, auf den der Film von Beginn an hinsteuert. Folgerichtig kippt der Film dann ganz am Ende doch aus den gezeichneten Erinnerungen in zeitgen&#246;ssische Filmbilder. Es sind die Bilder der zerst&#246;rten Fl&#252;chtlingslager, &#252;berall liegen Schutt und Leichen herum, dazwischen laut klagende und schreiende Frauen. Es sind Originalaufnahmen, die unmittelbar nach Beendigung des Massakers aufgenommen wurden und die nun die &#228;sthetische Distanz des Zuschauers urpl&#246;tzlich aufbrechen. Aber auch f&#252;r die Trickfigur Ari Folman sind die Archivaufnahmen am Ende eine Erl&#246;sung. Er hat seine Erinnerung wiedergewonnen.</p>
<p>In Cannes wurde der Film angeblich &#228;hnlich bejubelt wie letztes Jahr Persepolis.</p>
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